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#6 RE: Robert Frost / Nothing Gold Can Stay
  Absender: Alcedo, 04.02.2020 23:45 Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Sneaker im Beitrag #1
Gleich Gold glänzt erstes Flurengrün
- fast unwirklich in seinem Glühn -
wie eine Blüte, prangend pur,
jedoch kaum eine Stunde nur,
denn Blatt für Blatt verwandelt sich,
Eden besteht nicht ewiglich.
Kein Morgenglanz schmückt tags das Land,
nichts Goldenes hat je Bestand.

hallo Sneaker

der Text erinnert mich an Loerkes Laubwolke: Oskar Loerke (1884-1941)
auch der Frost-Robert meint hier mit seinem „gold“ eigentlich dieses beständige leicht-verletzliche, denke ich. wobei er mit seiner letzten Zeile mehr auf die Vergänglichkeit setzt: „Nothing gold can stay."

wenn ich mir aber das erste Grün im Lenz anschaue, dann glänzt es bei/vor/während der Entfaltung aber n o c h nicht. deshalb empfinde ich dein „glänzt“ in der ersten Zeile als unpassend. vielleicht solltest du ein anderes Verb nehmen um den Prozess anzustossen: Gleich Gold wächst erstes Flurengrün
und schon wirkts weniger metallisch - es sollte mehr ins Vegetative gehen, denke ich. vielleicht inspiriert dich ja noch Loerkes Laubwolke dazu.

Gruß
Alcedo


#5 RE: Robert Frost / Nothing Gold Can Stay
  Absender: Sneaker, 12.01.2020 14:51 Diesen Beitrag zitieren

Hallo Mcberry

so, den Tippfehler hab ich verbessert.

Und da "dawn" im Englischen die Morgendämmerung ist, wieso sollte die nicht in den Tag übergehen können? Ist ja per se was graduelles, vom ersten Licht bis es wirklich hell ist, also ein fließender Prozess.

Danke und Gruß

Sneaker


#4 RE: Robert Frost / Nothing Gold Can Stay
  Absender: mcberry, 11.01.2020 19:16 Diesen Beitrag zitieren

Z7 da hast du Recht. Trotzdem schluck ich den schmückenden Morgenglanz für "dawn goes down"
nicht wirklich. Kann Dämmerung dem Tag weichen? Zum Tag verblassen?
Aber Z8 hast du nach meinem Ermessen passend übersetzt: Der Dichter erklärt Gold für unbeständig.
Er schreibt das nun einmal und stellt eine landesübliche Währung in Frage.
Stimmt etwas mit meiner Textauffassung nicht? Grübelgrüsse - mcberry


#3 RE: Robert Frost / Nothing Gold Can Stay
  Absender: Sneaker, 11.01.2020 07:21 Diesen Beitrag zitieren

Hallo mcberry,

dein unwirklich nehme ich gern, ich hatte unirdisch wegen dem Wachstumsbezug gewählt, aber unwirklich finde ich näher dran, danke.

Z7 ist im Original /"die Morgendämmerung ergibt sich /wandelt sich dem Tag" . Die Dämmerung, die sich ins Land senkt ist "dusk".

Das "Gold" der Schlusszeile finde ich im Prinzip schwierig, weil Gold per se unverwüstlich ist. Was hältst du von "nichts Strahlendes" ? Daran kaue ich schon eine Weile.

Danke und Gruß

Sneaker


#2 RE: Robert Frost / Nothing Gold Can Stay
  Absender: mcberry, 10.01.2020 22:09 Diesen Beitrag zitieren

Wie immer eine Wahl, lieber Sneaker,

die lohnt, sich mit dem Text zu befassen. Super Z1, die als Auftakt immer sehr wichtig ist.
Z2 beginnt - abhängig von Dialekt und Lesart - mit zwei unbetonten Silben:
(so) unirdisch (x xXx oder x Xxx) in seinem Glühn (ginge: unwirklich fast in ...?)
Z5 verwamndelt sich, Z6 auch Eden währt nicht ewiglich,
Z7 ist mir zu frei übersetzt: denn Dämmerung senkt sich ins Land (schlechtes Deutsch, das kriegst du besser hin)
und die Schlußzeile nimmt die allgemeine Bedeutung auf, die der Dichter haben will, glaube ich.
Wie immer gerne gelesen. Frostfrohe Grüße - mcberry


#1 Robert Frost / Nothing Gold Can Stay
  Absender: Sneaker, 10.01.2020 14:04 Diesen Beitrag zitieren

Nature’s first green is gold,
Her hardest hue to hold.
Her early leaf’s a flower;
But only so an hour.
Then leaf subsides to leaf.
So Eden sank to grief,
So dawn goes down to day.
Nothing gold can stay.

Gleich Gold glänzt erstes Flurengrün
- fast unwirklich in seinem Glühn -
wie eine Blüte, prangend pur,
jedoch kaum eine Stunde nur,
denn Blatt für Blatt verwandelt sich,
Eden besteht nicht ewiglich.
Kein Morgenglanz schmückt tags das Land,
nichts Goldenes hat je Bestand.


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