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#1

Keller

in Gesellschaft 27.11.2008 01:53
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Keller

Auf dem Gang etwas Gelärme,
hier im Zimmer müde Lampe.
Halb geschlossen sind die Lider,
auf dem Rohrbett liegt die Schlampe.
Speisereste, Fliegenschwärme
ein Parfum stinkt in der Wärme.

Braun ist die verwelkte Rose,
liegt in einer Gulaschpfütze,
neben alten Lottoscheinen.
Eine rote Kindermütze
bei der Zigarettendose,
auf dem Stuhl die Unterhose.

Röchelnd steht der Mund weit offen;
Morgen graut und es wird heller.
Draußen durch die Kellerlucke
poltern Kohlen in den Keller.
Aufgeweckt, noch halb besoffen:
"Meine Kohlen, will ich hoffen!"

© Joame Plebis
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#2

Keller

in Gesellschaft 27.11.2008 14:18
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Joame, sorry, aber hier finde ich auch keinen Zugang. Zuerst dachte ich, du machtest eines dieser Verbrechen zum Thema, dazu würde aber der Schluss nicht passen. Mir ist auch nicht klar, wo hier das LI zu finden ist, das könnte m.E. besser herausgearbeitet werden. Das Gedicht, die Handlung spielt so im Ungefähren.
Es gibt anscheinend zwei Leute im Keller, die "Schlampe" und den, durch dessen Augen wir das Szenario betrachten. Dieser Mensch kommt aber nicht zum Vorschein, außer in der letzten Zeile, die du als wörtliche Rede schreibst.

Ich bin etwas ratlos, was das soll. (Übrigens: Kellerluke)

Gruß Habibi
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#3

Keller

in Gesellschaft 27.11.2008 14:51
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Habibi!

Fange ich bei der Schiffsluke an, die so richtig wäre. Aber was soll das, auch ich besitze zwei Duden und Nachschlagwerke, wie viele hier. Das wäre das kleinste Übel, ob zwei Schreibweisen möglich sind.
Mir geht es eher darum, daß Du sehr wenig Zugang findest. Es kann gepostet werden was will. Wer Vorstellungskraft hat, reichlich bunt wurde das Umfeld ja beschrieben, der kann sich auch denken, daß die Kohle nicht in die Wohnung geladen wird und daß die Wohnung nicht der Keller sein muß, sondern der Keller sich unterhalb der Wohnung befindet, wie es üblicherweise der Fall ist.
Dann meinst Du zwei Leute gibt es. Dann gäbe es bei jedem Deiner Beiträge zumindest eine vorhandene Person; wird über oder von jemandem geschrieben, dann wären es gleich zwei. Denn Du rechnest anscheinend stets den Schreiber dazu. Das ist sehr tüchtig gerechnet, nur geht diese Rechnung nicht auf. Schreiber wird es immer geben, wenn etwas geschrieben wird.
Selbst eine Einöde ohne Menschen wäre keine menschenleere Einöde, es wäre immer der Schreiber dabei.
Besser herausarbeiten, wo das LI zu finden ist?
Das überlasse ich Dir gerne. Stelle Dir einfach vor, ich sitze in dieser dreckigen Wohnung beim Eingang auf dem Schirmständer, falls es einen gibt. Auf dem Rohrbett schnarcht die Besoffene und auf dem mit stinkendem alten Gulasch verdreckten Tisch liegt die verwelkte Rose.
Nicht fragen, wer sie ihr geschenkt hat oder ob sie ein Eigenerwerb von Aldi war.
Ich fände es gut, etwas mehr zu überlegen und nicht unbedingt und um jeden Preis einen Kommentar zu verfassen, der hervorhebt, daß Du Dich nicht zurechtfindest.
Ein einfacher Kommentar genügte wohl, wo festgestellt wird z.B. 'das ist mir zu verworren' 'zu umständlich' oder nur ein 'gefällt mir nicht'.
Ist ja gar nicht so schwer. Ratlos mußt Du nicht sein; ein wenig habe ich es ja erklärt.

Freundlichen Gruß
Joame
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#4

Keller

in Gesellschaft 27.11.2008 16:54
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Joame, "der kann sich auch denken, daß die Kohle nicht in die Wohnung geladen wird und daß die Wohnung nicht der Keller sein muß, sondern der Keller sich unterhalb der Wohnung befindet, wie es üblicherweise der Fall ist." Ich wüsste nicht, wieso du das betonst, das stand für mich nie in Zweifel. Aber wenn du das Gedicht mit "Keller" betitelst, lese ich mit diesem Wort im Hinterkopf und stelle mir vor, dass das von dir geschilderte Zimmer sich im Keller, also im UG befindet. Natürlich purzeln dort die Kohlen nicht rein, aber vielleicht nebenan. (Wieso nennst du dann das GEdicht überhaupt so? Soll das ein doppeldeutiges Wortspiel sein bzgl. des Zustandes der Zimmerbewohnerin? Für mich war es hinsichtlich des Inhalts nur verwirrend.) Aber es ist nicht nur dieses Örtliche, was bei mir Verwirrung gestiftet hat. Durch das Wörtchen "hier" vor Zimmer lokalisierte ich eben eine zweite Person, die sich dort befindet, nämlich ein stiller Beobachter. Und du irrst dich selbstverständlich, wenn du meinst, ich sei der Meinung, der Schreiber sei automatisch die zweite handelnde Person. Natürlich nicht!
Jetzt verstehe ich die Intention des Gedichtes so: Du beschreibst (mit ziemlich hässlichen Bildern)eine Alkoholikerin, die sich freut, Kohlen bekommen zu haben. Wenn es so ist, funktioniert das Gedicht für mich erst recht nicht. Abgesehen davon, dass mir dieses "Runtermachen" nicht gefällt - vielleicht hat die arme Frau ja Grund zu saufen - scheint mir das wohl als Pointe oder Witz gedachte Ende nicht stark genug, um als solches zu funktionieren. Aber bitteschön - ist nur meine Meinung.

Und was das Kommentieren anbetrifft, liebe Joame, sag es, wenn dir die Art meiner Kommentare nicht gefällt, dann lasse ich in Zukunft die Gedichte von dir unkommentiert. Was ich nicht akzeptiere ist, wenn man mir vorschreiben will, wie ich zu kommentieren habe. Zitat: "Ein einfacher Kommentar genügte wohl, wo festgestellt wird z.B. 'das ist mir zu verworren' 'zu umständlich' oder nur ein 'gefällt mir nicht'. Ist ja gar nicht so schwer."

Gruß von Habibi
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#5

Keller

in Gesellschaft 29.11.2008 14:43
von valbrvl (gelöscht)
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hallo joame,

dein anmaszender ton ist schlicht zum kotzen. du bist der verfasser dieses popeligen werkes und musst dir nolens-koblenz gefallen lassen, dass bestimmte worte und satzstellungen bestimmte assoziationen hervorrufen. statt dessen kommst du belehrend daher und schreibst noch dazu einen tüchtigen scheiszdreck zusammen.

denn wenn das der autor sein soll, der die protagonistin und einzige person dieses gedichtes als schlampe bezeichnet, dann gibt der autor auch die richtung vor. dann ist das eine schlampe, dann befinden wir uns in einem keller bzw. einer kellerwohnung und die widerlichen umstände bewirken dann eben auch die seltsamsten assoziationen. und wer so ostentativ kindermütze und unterhose zusammenpackt, der darf sich doch nicht im ernst darüber wundern, wenn leser darüber stolpern!

wenn nun aber die schlampe die einzige person ist, wer macht den lärm auf dem gang? der autor? davon aber abgesehen, bewirkt besonders der bestimmte artikel den eindruck, als spräche dort eine zweite person zum leser. Eine zweite person, der die schlampe eben bekannt ist. und wenn du mir jetzt erzählen wolltest, dass das nur der autor sei und nicht etwa mindestens ein erzähler-ich, dann könntest du mich mal am arsch lecken, so als autor meine ich.

val

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#6

Keller

in Gesellschaft 29.11.2008 16:11
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hallo Joame,

ich musste beim Lesen gleich an die österreichischen Kampuschfallen und Fritzlwohnungen denken. Wäre das beabsichtigt gewesen, scheute der Text im entscheidenden Moment zurück und belässt es bei Unterhose, Rose, Mütze, Schlampe, Gulasch und verrührt es zu einem fauligen Brei, der zwar zum Himmel stinkt, mir aber weder ein Hohoho - lautmalerisch für: meine Zivilisationsgrenze ist verletzt worden, aber lachen muss ich trotzdem und versuche das aber zu unterdrücken - noch mich auf irgendeine Entrüstungspalme bringt. Denn es steht ja nix da. Nichts was mich in den Hoden zwickte oder die Nase rümpfen ließe. Die Unterhose - bekanntes Stilmittel des Autoren Plebis - stinkt ja noch nichtmal? Die könnte ja lupenrein gewaschen sein und Mütze könnte Mütze, Schlampe Schlampe und Keller Keller sein und oder auch nicht, denn bedeuten muss alles gleich gar nix. Aber passiert ist schon was. Aber ich sag nix. Was soll das?

Das ist so als ob ich dich fragte, ob Du Deine Tabletten genommen hast und Du antwortest: Ja, vielleicht. Wenn sie das gewesen sind, wo sie immer liegen, werde ich sie schon genommen haben. Aha. Und wenn das Gold nicht in der Höhle ist, dann steckt es im Gebiss und das steckt im Duden usw. usw. usf.

Etwas mehr Arsch in der Hose - Du siehst ich scheue mich, meinen lecken zu lassen - etwas mehr Druck auf dem Füller, weniger Rosen und wahlose Kindermützen und ähnlich Abgeschmacktes und das Dingen würde mir gefallen.

Gruß

vom Exliebhaber Deines Schafes.
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#7

Keller

in Gesellschaft 29.11.2008 16:17
von Habibi (gelöscht)
avatar
Hallo ihr alle, es freut mich, dass es bei diesem Gedicht nicht nur mir so ging und ich von Brot und Val Unterstützung bekam. Das ist nämlich genau, was ich meinte und versuchte zu sagen. Aber irgendwie bin ich wohl nicht verstanden worden. Nun habt ihr es etwas deutlicher versucht und ich bin gespannt, ob es Joame jetzt einsieht. Oder ob wieder einmal nur der dumme Leser schuld ist...

Gruß von Habibi
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#8

Keller

in Gesellschaft 29.11.2008 23:05
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Habibi!

Ich weiß nicht wer gesagt hat, der dumme Leser solle Schuld sein; das wäre sicher nicht gut, jemanden als dumm zu bezeichnen. Bei Schuld meinst Du wahrscheinlich das, was Du bereits erwähnt hast und unter anderem auch, daß Du keinen Zugang hast und die Handlung so im Ungefähren spielt.
Ich kann es nicht ändern, wenn Du keinen Zugang hast, weiß momentan nicht, wie ich es erklären könnte. Gewiß muß es nicht gefallen, vielleicht gelingt es doch, mich begreiflich ausdrücken.

Wie Du mitteilst, ist Dir nicht klar, wo das Lyrische Ich zu finden ist.

Ich sehe es so: bei einer Beschreibung, Situationsbeschreibung, Stilleben oder Beschreibung eines Mileus, beschreibt der Erzählende, das bin in diesem Fall ich, das Betreffende.
Es ist nur eine kurze Beschreibung und nicht langatmig, doch verschafft es einen Überblick.

Insgesamt also keine recht aufregende Geschichte, leider auch kein Krimi, so wie Du zuerst angenommen hattest.

Was ich Dir hoch anrechne, das ist, daß Du keine schmutzige Sprache verwendest und ein gesitteter Gesprächspartner geblieben bist.
Mich stört es nicht, wenn Dir Geschriebenes von mir nicht zusagt und Du das ausdrückst. Auf den Titel hast Du mich bereits hingewiesen, da wußte ich wirklich nicht, welchen ich nehmen sollte. Schon wahrscheinlich, daß er nicht gut gewählt ist.

Gruß
Joame
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#9

Keller

in Gesellschaft 29.11.2008 23:19
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Brotnic2um!

Nein, Danke! An den von Dir und zitierten Fall war absolut nicht gedacht. Solche Themen würde ich nicht aufgreifen.

Wie ich oben bereits versuchte zu erklären, handelt es sich um eine eher aktionslose Beschreibung, die dann von dem, der fast nur nebenbei vorkam, mit einer Feststellung beendet war.
Ich gebe Dir recht, es wäre etliches unterzubringen gewesen, auch so, wie von Dir vorgeschlagen, die Hose näher zu beschreiben. Dann wäre es länger geworden, wofür sich eine Kurzgeschichte besser geeignet hätte, was Dein Metier ist. Da kann ich nicht mithalten. Die anderen Anregungen von Dir, an die ich auch angedacht habe, will ich bei der nächstbesten Gelegenheit angehen; es soll Leser mit exquisiten Geschmäckern geben.

Gruß
von dem, der die Wolle des Schafes nachwachsen sah.
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#10

Keller

in Gesellschaft 30.11.2008 00:01
von riemsche | 74 Beiträge | 74 Punkte
kellerkind(:->))(grübler):

Auf dem Gang (etwas/schwach noch) Gelärme,

(bei/nebst) der Zigarettendose,

Draußen durch die Kellerlu(c)ke

(Aufgeweckt/Aufgewacht!), noch halb besoffen:

Lg riemsche

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#11

Keller

in Gesellschaft 30.11.2008 03:17
von valbrvl (gelöscht)
avatar
ich für meinen teil bin nicht unzufrieden, dass manche diese welt früher verlassen werden.
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#12

Keller

in Gesellschaft 30.11.2008 10:31
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Val, was soll denn das? Das ist ja sowas von unter der Gürtellinie, da sollte m.E. sogar der Mod einschreiten. Pfui!

Habibi
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