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#1

Top-Ten Zwischenmeldung

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.11.2007 02:06
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
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#2

Top-Ten Zwischenmeldung

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.11.2007 13:29
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hallo Joame,

Dein Plot - Obdachloser, der am Ende von den Markenartikelträgern verfolgt und/oder ermordet wird, ohne das es einen kratzt, ist auch für mich der Klassiker der KG. Keine Ahnung warum.

Nachdem lesen hatte ich auch erst gedacht, ok: sauber durchgezogen ohne aber auch überraschen zu können. Dann las ich, das Margot die Sprache als emotionslos charakterisiert hatte - hoffe das habe ich jetzt korrekt wiedergegeben. Und da hatte ich diese Assoziation zum Eiskalten Engel und dann fiel mir ein, dass die Zwischenmeldung doch auch lauten könnte: totes Kind(er) im Park/Spielplatz entdeckt?

Die Idee gefiel mir, weil Du dadurch - meine ich - diesem doch recht ausgelutschten Plot eine Nase drehen könntest. Ich würde das geil finden. Natürlich müsste man Deinem Prot schon vorher noch was mitgeben, dass diesen Schluss ganz leicht andeutet.

Vielleicht gefällt Dir ja auch diese Idee.

Gruß
Brot
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#3

Top-Ten Zwischenmeldung

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.11.2007 15:42
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Danke, Brotnic2um, für die Rückmeldung und die Gedanken.

Wir leben in einer Zeit, in der mit Absolutadjektiven und Hyperlativen verschwenderisch umgegangen wird. Emotionen scheinen Ballast zu sein.
Mit Deiner Idee, Mitgefühl und Betroffenheit etwas anzukurbeln, indem das bislang wirksame Thema 'Kind' eingebracht wird, hast Du recht!
Nur sehe ich hier auch schon ein Abstumpfen und die Frage auftauchen, welcher Super-Elativ dem Superlativ folgen muß, um beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Vielleicht kommen wir zu einer fünften Steigerungsform als Ergebnis, die eventuell als Groteskotativ zu bezeichnen wäre?!

Beim Durchlesen sehe ich manche Stellen, die stilistisch besser gemacht werden sollten; nur will ich es nicht verfälschen und lasse das Original stehen.
(Beispiel: Die zwei Mädchen setzten sich einfach ins Laub neben die Bank)
Hier wäre einfach zu schreiben: daneben)
(Als Schlußsatz genügte so ähnlich:
Vermutlich verspürte er noch eine kurze Berührung am Hinterkopf der eine Riesenexplosion folgte - und dann - das Nichts.)

Wer so gut schreibt wie Du, sollte seine Kräfte sammeln und sparen und seine Zeit nicht für 'Verlegenheitsabgaben' verschwenden.
Ich rechne Dir Deinen Kommentar hoch an und betrachte ihn nicht nur als Akt der Höflichkeit.

Mit Gruß
Joame
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#4

Top-Ten Zwischenmeldung

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 04.12.2007 10:33
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Joame,

eigentlich eine ganz hübsch erzählte Geschichte, deren Hauptmanko für mich allerdings ist, dass der Plot wenig überraschend ist. Die Ermordung des Penners führt die Geschichte zwar zu einem runden Schluss, der aber schon recht früh absehbar ist und ohnehin keine außergewöhnliche Wendung bietet. Trotzdem ein - wie Brot schon meinte - ein klassisches Thema, dass Du überzeugend an den Leser gebracht hast.

Was mir gefällt, ist Deine Erzählweise. Recht detailliert beschreibst das Innenleben des Protagonisten und stellst seine Gedankengänge dar, die sich um scheinbare Nebensächlichkeiten drehen. Z.B. das Essen - ein normaler, nebensächlicher Vorgang - muss für Deinen Akteur inzwischen gut abgewogen werden und wird dafür mehr genossen, als es die meisten anderen tun.

Einige Formulierungen sagen mir dagegen weniger zu, zudem bin ich über ein paar (wenige) Fehler gestolpert:


Zitat:

Stundenlang hatten meine Überlegungen gewährt, hatte ich das Für und Wider abgewogen, mich aber jetzt zum Entschluß durchgerungen und die für mich verlockendere Möglichkeit gewählt: einfach nachzugeben!


Eine Kleinigkeit, aber mich stört dieses "zum Entschluss". Besser gefiele mir "zu einem" oder "zu dem".


Zitat:

Aus meiner Plastikflasche, die ich stets mit mir trug, einige Schluck Wasser genommen, ließen mein Mahl gleich bekömmlicher werden.


Wie Fabian finde ich, dass diese Stelle verdreht klingt.


Zitat:

Menschen leben zwar etwas länger, vielleicht fünfundzwanzigmal länger, vielleicht auch weniger, einige Auserwählte etwas mehr.


Ich persönlich finde eine 25mal längere Lebensspanne nicht nur "etwas" länger, vor allem, wenn dann noch einige Auserwählte noch "etwas" länger leben. Streich doch einfach da erste "etwas".


Zitat:

Hoppla! Kaum gedanklich so intensiv abgelenkt, wäre mir ein größeres Stück Brot hinuntergefallen.


Hier würde ich ein "beihane" o.ä. einfügen, dass passt für mein Empfinden so nicht.


Zitat:

Ich wollte mir die vielen unangenehmen Stationen gar nicht erst in Erinnerung rufen - es war zu bitter - !


Bei der Interpunktion um Gedankenstrichen herum bin ich auch oft unsicher, meine aber, dass der Gedankenstrich vor dem Ausrufezeichen ebenso unnötig wie falsch ist.


Zitat:

Jetzt hatte ich hier, an einem neben dem Park gelegenen Hang, in einem kleinen unbeachteten Stollen, (Komma weg) mein 'Domizil'.


Stollen sind stets von Menschenhand angelegt, zumeist im Bergbau - dass sich in einem Park Bergbaustollen finden lassen sollen, überzeugt mich nicht. Zumindest wäre dann eine kleine Erläuterung angebracht. Dass nun der Protagonist selbst gleich einen "Stollen" angelegt haben soll, finde ich auch ein wenig übertrieben. Wie man es auch dreht und wendet: die Bilder, die bei mir durch den Stollen erzeugt werden, passen nicht zur Geschichte.
Das Komma nach dem "Stollen" ist m.E. falsch, denn das Domilzil gehört zur Hauptsatzkonstruktion: Ich hatte in einem Stollen mein Domizil.


Zitat:

Ich wählte dazu bewußt die Zeiten, wo mir wenige Menschen begegneten.


Zeiten, wo? Naja ... "zu/an denen" ist etwas eleganter.


Zitat:

Das schien sich soeben auch wieder so ein Tag zu sein.


"schien sich ein Tag zu sein" ist schon eine seltsame Formulierung.

Dass Du die neue Rechtschreibung ignoriert hast, finde ich dagegen nicht schlimm, da Du diesbezüglich konsequent geblieben bist.

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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#5

Top-Ten Zwischenmeldung

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 04.12.2007 12:31
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Danke Don!

Bisher war ich schon zufrieden. (Das wird jetzt überheblich wirken: ich gab wirklich rasch 'Irgendetwas' abgab, damit mehr Beiträge sind, war dabei schon mit einem Fuß auf dem Gaspedal.)
Jetzt noch Deine für mich gute Kritik, die ich nie erwartet hätte.
In den angesprochenen Punkten gebe ich Dir in allen Punkten recht!

[Änderungen glaube ich sollen/dürfen wir hier gar nicht vornehmen, (so wie es ist, wurde es ja eingereicht, - eine Änderung wäre eine Verfälschung eines Abgegebenen 'Dokumentes' - , also lasse ich es bleiben.]

zu Deinem ersten Punkt - zum Entschluß
Ein Leichtes ist hier eine Änderung ind deutlichere und bessere Sprache, viele Möglichkeiten böten sich hier an.

zu Deinem zweiten Punkt - Plastikflasche
Einige Schluck Wasser aus meiner Plastikflasche, die ich stets bei mir trug, liessen ...

Zu Deinem dritten Punkt - Lebensspanne
Die 'etwas' längere Lebensspanne der Vögel, habe ich bewußt so gewählt , auch Millionen Jahre mehr, wären nur etwas mehr! Vielleicht dachte der Akteur auch so? (ein kleiner, fast humoristischer Denkanstoß)

zu Deinem vierten Punkt - Hoppla!
beinahe hatte ich dort stehen, strich es wieder, da ich insgesamt sehr leicht viele Wörter verwende, wie doch , noch, nur, beinahe, fast, eventuell, ...
Wahrscheinlich habe ich hier an der falschen Stelle gespart.

zu Deinem fünften Punkt - Stollen
Tatsächlich schwebte vor meinem geistigen Auge ein Stollen in einem Park, den ich aus meiner Kindheit gut in Erinnerung habe. Er war von Menschenhand angelegt und ca. einen Meter breit und eineinhalb Meter hoch. Es war eine Art unterirdischer Gang (wozu er angelegt wurde, mir unbekannt, doch möglich, daß er einst in die nahegelegene Burg führte) ,
Dieser Gang führte hinter wildem Gestrüpp in einen Berghang hinein. Für uns Kinder war er ein Versteck und zugleich ein großes Geheimnis. Dort drohnte der von uns gewählte 'Häuptling' und wir saßen um ihn bei qualmendem Kerzenlicht. Stets krochen wir sehr verschmutzt wieder heraus.
- Das Komma wurde von mir fälschlicherweise gesetzt.

zu Deinem sechsten Punkt - Zeiten, wo
Es ginge zur Not, aber Du hast es bemerkt;
besser wäre: Zeiten, in denen oder Zeit, in der ...

zu Deinem siebenten Punkt - sich ein Tag
Hier ist mir eindeutig das 'sich' hineingerutscht, vermutlich hatte ich gleich zwei Gedanken.

Wenn ich zusammenfasse und die Umstände betrachte, dann bin ich eigentlich bestärkt, insbesondere das Lob von Dir, das ich fast nicht glauben kann:

Zitat:

Was mir gefällt, ist Deine Erzählweise.


Jetzt stell Dir einmal vor, ich nähme mir mehr Zeit und wäre sorgfältiger! Hätten Deine Erzählungen dann noch eine Chance?

Danke (natürlich auch für Deine Mühe)
und freundliche Grüße
Joame





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#6

Top-Ten Zwischenmeldung

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.12.2007 09:38
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hi Joame,


Zitat:

Joame Plebis schrieb am 04.12.2007 12:31 Uhr:
Änderungen glaube ich sollen/dürfen wir hier gar nicht vornehmen, (so wie es ist, wurde es ja eingereicht, - eine Änderung wäre eine Verfälschung eines Abgegebenen 'Dokumentes' - , also lasse ich es bleiben.


Hm, da sehe ich eigentlich kein Problem, denn der Originalwettbewerbsbeitrag findet sich ja noch woanders - und solange es nur um kleinere Berichtigungen geht, solltest Du keine Hemmungen haben. Ich zumindest hätte sie nicht .


Zitat:

Joame Plebis schrieb am 04.12.2007 12:31 Uhr:Wenn ich zusammenfasse und die Umstände betrachte, dann bin ich eigentlich bestärkt, insbesondere das Lob von Dir, das ich fast nicht glauben kann:

Zitat:

Was mir gefällt, ist Deine Erzählweise.




Denke daran, dass ich im Bereich Kurzgeschichten nicht unbedingt eine Koryphäe bin, mein Lob ist da sicherlich mit Vorsicht zu genießen !

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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#7

Top-Ten Zwischenmeldung

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.12.2007 09:49
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Danke, Don, das ist mir bewußt, auch daß die Geschäcker sehr verschieden sind. Es ist ähnlich, wie bei den verschiedenen Modellen von Zipfelmützen - aber auch dort finden sich immer wieder Liebhaber für ausgefallene Ladenhüter.

Grüße
Joame
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