Hallo Franzi,
irgendwie habe ich das Gefühl, bei diesen Zeilen hast Du zu viel gewollt, mit der Folge, dass ich niht genau weiß, was Du mit diesen Zeilen willst

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Zunächst kurz mal durchge
Xt:
Von drinnen hört er leise Worte durch die Wohnung stapfen
Ein zarter Duft von Zimt und heißen Äpfeln zieht an ihm vorbei
Der Tannenbaum vom letzten Jahr trägt seine dicken Zapfen
Im heißen Ofen backen Plätzchen, kleine Weihnachtsbäckerei.
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Er wärmt sich still an der Erinnerung, die nackten Äste frosten
Ein letztes schwaches Lächeln formt er in Gedanken noch bizarr
Der Wind kühlt seine Blätter rot als Abschiedsgruss - Nordosten
Dann schläft er ein und träumt vom Frühjahr, Leichenstarr.
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In Deinem Gedicht finden sich konsequent jambische Versfüße mit wechselnden Kadenzen im Kreuz gereimt. Das ist soweit sauber und ich vermute, dass auch die abnehmende Silbenzahl zum Ende des Gedichtes einen Sinn haben. Womöglich soll damit der einsetzende Schlaf dargestellt werden? Die Länge der Zeilen ist ohnehin nicht ganz unproblematisch, bei diesem winterlichen Thema aber für mich in Ordnung.
Inhaltlich finde ich diese Zeilen jedoch seltsam und es gelingt mir nicht zu verstehen, wer
"er" denn überhaupt ist? Ein Familienvater, der Weihnachtsmann, ein Winterschlaf haltender Brummbär oder der Tannenbaum? Diesbezüglich bleibt Dein Gedicht für meinen Geschmack sehr unbestimmt und dadurch beliebig, irgendwie kommt es mir irgendwie vor, als könne es sich um irgendwen handeln. Bei einem lyrischen
Ich weiß ich, dass es der Erzähler ist, der spricht, bei einem lyrischen
Er wüsste ich aber schon gerne, um wen es geht.
Das am Ende stehende
noch bizarr in Str. 2 Z. 2 klingt sehr sperrig und unelegant, warum das in Gedanken geformte Lächeln (was den tannenbaum unwahrscheinlich werden lässt

) allerdings bizarr ist, bleibt im Dunkeln und überzeugt mich nicht. Der die Blätter
rot kühlende Wind hat sicher eine Bedeutung, der ich jedoch nicht auf die Schliche komme: was wird denn rot bei Kälte? Klar, des Menschen Hände und Ohren, aber doch nur auf ihrem Weg ins blau... Hm, ich habe echt keine Ahnung oder Idee. Und das Nordosten am Ende? Was ist denn dort?
Auch der Traum vom Frühjahr irritiert mich mehr, als dass er mir hilft. Da der Weihnachtsmann länger Pause hat, dürfte hiermit auch dieser ausfallen

. Ein Sterbender, der im Schnee liegt und von Wärme träumt, würde eher passen, aber zu diesem Thema finde ich den Titel "Winterschlaf", der ja durch die entsprechende tatsächlich im Frühjahr erwachende Tierwelt bereits anders besetzt ist.
Ein Einstieg gelingt mir hier nicht, womöglich stelle ich mich auch einfach zu dumm an und übersehe das offensichtliche, was als Schlüssel dienen könnte. Doch so verbleiben für mich nur etwas sperrige, wenn auch zeitweise hübsch formulierte Zeilen, die ich nicht wirklich verstehe; für ein Gefallen reichts da bei mir leider nicht.
Gruß,
Don
