Hallo crux!
http://www.dielyriker.de/zudenlyrikern/d...read.php?t=6464Du hast meine Kritik gelöscht, obwohl sie sich lediglich auf deinen Text bezogen und Ungereimtheiten aufgedeckt hat. Ich muss also davon ausgehen, dass du deine Funktion als Administrator missbrauchst, indem du dir unliebsame Kritiken zu eigenen Gedichten einfach löschst. Und yarasa, deiner süße rechten Hand, fällt nichts Besseres ein, als mich für immer zu sperren. Aber so ist das, wenn einem sachliche Argumente fehlen, um das Geschriebene zu verteidigen, dann greift man einfach auf die schönen Knöpfe zurück und sperrt den User, der es wagte, nicht zu lobhudeln, was der Boss schrieb.
Das Peinlichste daran ist, dass du, Crux, deinen Text nach meiner Kritik sogar noch geändert, mir also zugestimmt hast - denn die Pluralform „gehn“ („sein Trachten und Sinnen gehn daran vorbei“) fand erst nach meinem Hinweis in den Text, wo vorher noch „geht“ stand. Bitteschön, gern geschehen!
Aber insgesamt ist und bleibt das Gedicht trotzdem schlecht.
S1
Ob du willst oder nicht, die Bilder passen nicht zusammen, denn ein Boxkampf unterscheidet sich von einer Schlacht. Ein Boxkampf ist ein sportlicher Wettkampf, der nicht darauf aus ist, seine Gegner zu töten. Außerdem sind an einem Boxkampf – und der doppeldeutige Ring in Vers 1 nimmt ja Bezug darauf – nur 2 Personen beteiligt, nicht 2 Heere, wie es bei einer Schlacht der Fall ist.
„Die Schlagfertigen verderben den Brei“ ist Unsinn. Sinn ergäbe es nur, wenn das Hirn nicht bereits vor den Schlägen Brei gewesen wäre. Das ist ein Widerspruch zu Vers 3, der indiziert, dass der Kunstsinn erst in den Schlachten VERKÜMMERT – also zumindest mal da gewesen sein muss. Es wird nicht klar, auf wen sich „man“ in Z3 bezieht. Auf den/die Boxer oder auf uns, die dem/den Boxern gegenüberstehen?
S2
Wer ist „wir“. Sind wir auch Boxer oder nur Zuschauer oder was? In Strophe 1 wurde eine künstliche Distanz zwischen dem Boxer und uns geschaffen, indem man schrieb „sein Trachten“. Aber warum greift der Boxer dann auch uns an? Wenn wir selbst Boxer wären würde das gesamte Gedicht und Breihirn auch auf uns zurückfallen, aber der Text wirkt nicht selbstironisch, sondern unbedarft. Ein Boxkampf hat Regeln zum Grundsatz, da stehen selten Menschenmassen im Ring, um sich zu bekämpfen. Wir ducken uns also weg, weil der/die Boxer – ist hier ein schlächterner Dichter gemeint – uns mit seiner Betroffenheitslyrik bombardiert, ja? An sich eine löbliche Idee, huch, ich lobte sogar eine Stelle, wie mir gerade wieder einfällt. Doch musste ich das Lob eingrenzen, denn im Folgenden verpufft diese Idee leider, weil keine Bezüge hergestellt werden. Auf wen oder was wirkt sich die Betroffenheit hinderlich aus? Auf den Leser, auf den Boxer? Das ist Schall und Rauch. Wer will hier auf eine bessere Zukunft still hoffen (still? Kann man laut hoffen?) und warum „will“ derjenige hoffen und tut es nicht einfach? Die jeweils vierten Verse der Strophen haben System, denn sie sind völlig sinnentleert. Man merkt, wie der Reimer sich mühte, den Inhalt darüber aber völlig vergaß. „Doch bleibt alle Zukunft verschlossenheitsoffen“ – wessen Zukunft? Verschlossenheitsoffen erinnert mich an einen Pups und beweist einmal mehr, dass unser Reimschlachtross mehr will als kann. Die Zusammenhänge fehlen, die allgemeinen Phrasen hängen völlig in der Luft. „Dies ist uns, den Menschen, ein stetiger Graus“ klingt einfach nur dämlich. Aber wenigstens haste ein Reimwort gefunden.
Strophe 3
Die letzte Strophe geht gar nicht mehr auf die ersten beiden ein, weder Boxkampf noch Schlacht noch Betroffenheit werden erwähnt. Stattdessen wird hier ein ganz neues Fass aufgemacht und von einer Suche gesprochen, die zuvor keinerlei Erwähnung fand. Wer sucht nach was? Und wer sind auf einmal die Fremden? Wenn wir uns von den Fremden verfremden lassen, spricht das nicht gerade für uns, wo wir in den ersten beiden Strophen doch fast überlegen schienen. Tja und die Conclusio bedient ebenso wenig die aufgeworfenen Sachverhalte, wenn es da heißt: „das Leben ist kurz“ (ist ja ein dolles Ding, das nenne ich aber originell und tiefgründig zugleich!) „und man liebt es bequem.“ (Und wieder dieses ominöse „man“, mit dem ich nichts anfangen kann.)
So, warum meine Kritik nun gelöscht wurde, würde ich immer noch gerne wissen, denn im Großen und Ganzen war das der Inhalt (zusätzlich der fehlenden Pluralform in S1) meiner Kritik. Aber Herr Crux, der sogar einst einen Faden zur Kritik- und Werkanalyse eröffnete ->
http://www.dielyriker.de/zudenlyrikern/d...hread.php?t=956 <- scheint seine Worte selbst nicht ganz ernst zu nehmen, sobald man eines seiner Werke kritisiert.
Statt auf meine inhaltlichen Fragen einzugehen, fällt dir nichts Gescheiteres ein, als die Mühe und Arbeit eines (ehemaligen) Mitgliedes mit Füßen zu treten – aber hinterrücks noch Vorschläge anzunehmen und den Text zu verbessern.
Erbärmlich ist dieses Verhalten, einfach nur erbärmlich.