Hallo Landloper
Obwohl in dieser Geschichte doch einige Dinge „schief“ laufen, liest sie sich sehr ruhig. Das ist gut gemacht. Du beschreibst diese „Unfälle“ zwar, aber dramatisierst sie nicht. Sie kommen so rüber als gehörten sie dazu. Dadurch vermittelst du den Eindruck, deinem Erzähler sind solche Situationen mit diesem Freund nicht unbekannt.. Der sehr gelassen wirkenden Erzählstil und die eingestreuten (türkischen?) Redensarten sind womöglich für den Gastgeber, aber auf jeden Fall für mich als Leser, sowas wie Inseln. Es ist als ob man sich von einer zur nächsten hangelt und jedes Mal einen Augenblick lang dort stehen bleibt und das Geschehen ordnet. Dadurch kommt eine enorme Ruhe in den Text, ohne dass er dabei an Spannung verliert.
Die Ruhe des Erzählers zieht sich hier bis zum Schluss und doch bemerkt man am Ende den übergelaufenen Tropfen, die zusammengepressten Kiefergelenke, sehr deutlich. Das ist so ein Ende, an dem man sich fragt, wie konnte er das so lange aushalten?
Obwohl weder Gastgeber noch Besucher explizit beschrieben werden, lerne ich sie und ihre (Lebens-) Gewohnheiten dennoch stellenweise gut kennen. Gerade gut genug, damit ich mir auch noch mein ganz eigenes Bild von diesen beiden Freunden und dem Schauplatz machen kann. Kurzum: ich fühle mich richtiggehend wohl in dieser Geschichte.
Mir gefällts
Gruß Alexa