Schönen Tag, Landloper!
Du klingst richtig begeistert, freut mich für Dich, wenn Du etwas fandest, das Dir Vergnügen bereitet.
Trittst Du einen Schritt zurück und betrachtest sie, ob nun Nietsche, Goethe, Schiller, wen auch immer, findest Du bald Antwort auf Deine ungestellte Frage, was an diesen Dich fasziniert und warum das so ist. Gewiß tätigten sie Aussagen und schufen Werke, die des Normverbrauchers Vermögen übersteigen. Oft ist an manchen Kleinlichkeiten zu erkennen, wie sie, sich ihres Status bewußt, zwar in gewissem Maße demutsvoll gaben, es ihnen gelegentlich nicht an Überheblichkeit mangelte, zu glauben, die endgültige Wahrheit gefunden zu haben bzw. ihre Worte und Überlegungen seien gültig, womöglich auch fehlerlos.
Wenn sie auch das Glück - ob es Glück ist? - haben, aus einer ungezählten Schar Kreativer herauszuragen und sich einen Platz in der Geschichte sichern konnten, halte ich trotzdem eine Glorifizierung jedweder Person für bedenklich, das dies Schlüsse auf eigene psychische Zustände, Wertvorstellungen und Phantasien zuläßt. Wem es eine Hilfe ist, ein Idol, Favoriten, Vaterfigur, Anbetungswürdigen zu haben, möge sich davon nicht abhalten lassen. Der Großteil der Menschen konkretisiert seine Wünsche in irgend einer Form oder schafft sich einen Ersatz für Unerreichbares, ersehnte Hilfen und absurde Vorstellungen, wenn diese nur intensiv genug sind. Siehe alleine die weltumspannenden Lehren, die gemeinsam haben, nicht fundiert zu sein, schlichtweg als Wüchse und Auswüchse einer sehnenden Phantasie zu bezeichnen sind.
Prinzipiell steht es jedem frei, zu schreiben und zu philosophieren wie Goethe, Schiller oder Nietzsche. Rechtzeitig soll er sich um eine Leseschar kümmen und vor allem den Mut habe, seine Erkenntisse und Werke darzulegen.
- Nur einige Gedanken, die mir bei Stellungnahme zu Deinem Thema in den Sinn kamen. -
Mit Gruß
Joame