Kampfansage
Bewaffnet bis an die Zähne stehe ich siegesgewiss, die Beine in den Boden gerrammt, kampfbereit. Da haben schon ganz andere Gegner versucht, mich kleinzukriegen. Ha! Wär doch gelacht, wenn ich nicht auch dieses mal die Oberhand behalten sollte.
Mein Gegner ist winzig, doch in der Überzahl. Er lauert überall, unauffindbar. Ja, sogar durch die Luft schwebt er als unsichtbarer Dunst und wartet nur auf ein lebendes Wesen, um es dann hinterrücks zu überfallen. Ihn zu unterschätzen wäre ein fataler Fehler.
Aus der Dunkelheit vernehme ich ein leises Röcheln. Ich trete näher, doch nicht zu nah – ein Sicherheitsabstand ist unerlässlich. Den Rest der Truppe hat es erwischt, nur ich bin als einzige noch übrig und halte die Stellung.
Doch die angespannten Tage und schlaflosen Nächte nagen auch an meiner Kondition. Allein meine Sturheit hält mich aufrecht, die Munition ist aufgebraucht – ich warte dringend auf Nachschub.
Das leichte Kratzen in meinem Hals ignoriere ich einfach und verabreiche milde lächelnd dem Fiebrigen den letzten Löffel Hustensaft.