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#1

Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.12.2010 11:04
von Rubberduck | 558 Beiträge

Kampfansage


Bewaffnet bis an die Zähne stehe ich siegesgewiss, die Beine in den Boden gerrammt, kampfbereit. Da haben schon ganz andere Gegner versucht, mich kleinzukriegen. Ha! Wär doch gelacht, wenn ich nicht auch dieses mal die Oberhand behalten sollte.

Mein Gegner ist winzig, doch in der Überzahl. Er lauert überall, unauffindbar. Ja, sogar durch die Luft schwebt er als unsichtbarer Dunst und wartet nur auf ein lebendes Wesen, um es dann hinterrücks zu überfallen. Ihn zu unterschätzen wäre ein fataler Fehler.

Aus der Dunkelheit vernehme ich ein leises Röcheln. Ich trete näher, doch nicht zu nah – ein Sicherheitsabstand ist unerlässlich. Den Rest der Truppe hat es erwischt, nur ich bin als einzige noch übrig und halte die Stellung.

Doch die angespannten Tage und schlaflosen Nächte nagen auch an meiner Kondition. Allein meine Sturheit hält mich aufrecht, die Munition ist aufgebraucht – ich warte dringend auf Nachschub.

Das leichte Kratzen in meinem Hals ignoriere ich einfach und verabreiche milde lächelnd dem Fiebrigen den letzten Löffel Hustensaft.

zuletzt bearbeitet 14.12.2010 14:31 | nach oben springen

#2

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.12.2010 18:34
von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge

Hi Gummientchen,

Prima Kurztext, Thema funktioniert m. E.
Der Gedankenfaden könnte umgangssprachlich noch aufgewertet werden, bzw. peppiger rüberrutschen.

Z.B. statt: "Aus der Dunkelheit vernehme ich ein leises Röcheln. Ich trete näher, doch nicht zu nah -"
Dieses leise Röcheln, woher? In Dunkelheit herumstolpern und tastenden Sicherheitsabstand wahren.

Ein Nagen an der Kondition nicht benennen, sondern ein nagendes Körpergefühl beschreiben - dem
Protagonisten ist kalt und der Löffel zittert vielleicht in seiner Hand.

Tapferer Kerl, sympathisch. Vllt hat noch jmd einen Einfall zum Schluß, der sein mildes Lächeln toppt.
Er verdient mehr, finde ich. - Mal abwarten, ob andere Prosaisten sich dazu noch äußern. - mcberry


zuletzt bearbeitet 13.12.2010 22:05 | nach oben springen

#3

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 14.12.2010 12:08
von Rubberduck | 558 Beiträge

Hallo Mac,

danke für deinen Kommentar. Ich sehe das genauso. Es ist noch ausbaufähig. Ja, ich bin immer noch zu oberflächlich, muss mehr die Details fokussieren. Andererseits will ich nicht in aufgeblähte Längen verfallen, sondern genau das richtige Maß finden. Ich will mich bemühen, daran zu arbeiten.

Liebe Grüße
Bärbel

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#4

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in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 14.12.2010 14:02
von pistacia vera | 448 Beiträge

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zuletzt bearbeitet 23.12.2010 09:39 | nach oben springen

#5

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 14.12.2010 14:36
von Rubberduck | 558 Beiträge

Hallo Pista,

in meiner ersten Version hatte ich den Punkt auch nach dem "kampfbereit". Habe den Satz dann aber verlängert, da er mir grammatikalisch unvollständig schien. Bei der Mehrzahl bin ich mir nicht sicher, da ich ja von "dem Gegner" spreche. Auch wenn der Gegner eine Anzahl von Viren ist, so ist es doch "ein" Gegner. Ich bin mir da unsicher....

Aber den ersten Satz habe ich nach deinem Vorschlag gekürzt, da das auch meine erste Wahl war. ;-))

Danke,
Bärbel

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#6

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 14.12.2010 21:48
von der.hannes | 737 Beiträge

Hallo Bärbel,

das erinnert mich doch gleich neben der grippeimpfung an den letzten kampf der marsianer in krieg der welten....

es grüßt
der.hannes

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#7

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.12.2010 08:54
von Rubberduck | 558 Beiträge

Hallo der.hannes (oder darf ich auch einfach hannes schreiben?)

den Film habe ich auch gesehen. Nichts ist effektiver als biologische Kampfführung.


Danke für deinen Kommi,
Bärbel

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#8

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.12.2010 13:55
von Arno Boldt | 2.709 Beiträge

Hallo ihrs,

an Pista: Was meinst du mit "die Fakten stimmen"? Ich sehe hier leider keine Fakten - und das ist auch (@ Rubberduck) für mich immer der Punkt bei einem Text: Kann man sich hineinversetzen? Wird die/der Story/Protagonist ausgeleuchtet? Du transportierst Emotionen. Das ist gut, keine Frage. Aber es fehlt hier m.E. der Grund, weshalb der Protagonist so fühlt wie er fühlt. Wer ist er? Wo ist er? Was macht er? Was ist geschehen? Wer röchelt, und warum?

Dass du befürchtetest, ausschweifend zu werden, ohne Inhalt zu tranportieren - das kann ich verstehen. Aber gerade dann sollte es doch die Motivation hervorrufen, Fakten zu verarbeiten, die die Emotionen tragen können. So bleiben für mich diese eben irgendwo in der Luft hängen.

VG
arno


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#9

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.12.2010 17:53
von Rubberduck | 558 Beiträge

Hallo Arno,

vielen Dank, dass du für meine Geschichte Interesse zeigst. Die Geschichte habe ich bewusst so aufgebaut, dass der Leser bis zum Schluß im Ungewissen gelassen wird. Erst der letzte Satz klärt die Frage welcher Art die Munition ist (Hustensaft) und somit auch wer der Gegner ist.

Liebe Grüße,
Bärbel

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#10

RE: Kampfansage

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 23.12.2010 10:46
von Arno Boldt | 2.709 Beiträge

Ahhh, knack hats gemacht... danke. ;)


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