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Liebe Pista,
ich glaube ja, dass diese nur meinen, sie haben eine unlöschbare Flamme in sich. Irgendwann ist auch ihr Feuer erloschen und dann brauchen sie neuen Zündstoff. Doch dieses Hin und Her - wer kann das auf Dauer tragen?
Wer denn ziehen will, der muss es tun, wenn er glaubt was besseres zu finden.
Der Wunsch nach Beständigkeit zieht Verlustängste nach sich.
Die Angst vor dem Verlust kann schmerzhafter sein, als der Verlust an sich.
Ich kann nichts an mich binden, was nicht freiwillig bleiben will.
Siehst du, wie ich wegen deinem Beitrag zu philosophieren anfange? Schluss damit, an den Herd und Mittag kochen!
LG,
Bärbel
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"Irgendwann ist auch ihr Feuer erloschen und dann brauchen sie neuen Zündstoff. Doch dieses Hin und Her - wer kann das auf Dauer tragen?"
Stimmt. Kaum einer.
Und deshalb fangen viele, die nicht mehr produzieren können, an, sich selbst zu zerstören. -
Die Fähigkeit, nicht anzuhaften, ist nur schwer zu erringen, vielleicht das Schwerste überhaupt.
Ich freue mich darauf, dich etwas näher kennenzulernen.
P.
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Hallo pistacia,
erst einmal auch von mir ein herzliches, wenn auch "männliches" Willkommen hier.
Künstler oder solche die sich dafür halten, haben meistens einen "Schlag weg", denn sonst würden sie das Leben leben und nicht darüber schreiben. Zum Glück gibt es aber auch welche, die beides miteinander vereinen können und denen sollten wir wohl eher nacheifern.
An deinem Text gefällt mir die dichte und prägnante Ausdrucksform. Auf die direkte Benennung der "Süddeutschen" würde ich verzichten, außer sie hat etwas unverzichtbar Charakteristisches mit dem LD zu tun. Ansonsten sehe ich es auch so wie dein LD, was uns nicht umbringt macht uns nur härter.
LG
Perry
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Lieber Perry,
man entgeht sich nirgends.
- Natürlich freue ich mich, hier einige bekannte Gesichter zu sehen, so auch über deines. - 
Im Text habe ich mich etwas an die Schreibweise des Meisters angepasst und an seine (deutsche) Lieblingszeitung. (!) - So gewinnt das Gedicht in meinen Augen an Authentizität.
Herzlichen Dank für dein Lob. 
Pista
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Mittwoch, es schneit wieder...
" Um leben zu können", zum Thema " bleiben" fällt mir Prometheus ein. Also ein im doppelten Sinne Gebundener. Er will, kann aber nicht weg. Gefesselt in Ketten am Felsen. Und vom Greif attackiert.
Zitat
Jemand kann sich überheben an der eigenen Wertschätzung, die er ins Unermessliche steigern kann, wenn er anderen d a s abspricht, was er schätzt:
im Text sind es Intelligenz und Kunstverstand.
Wenn die Autorin ihre Erfahrungen mit dem Protagonisten hatte, so lese ich einen Vorwurf aus dem Text; in beide Richtungen. Einmal aus der Sicht des Beschriebenen, die sich aber gegen ihn richtet, denn er ist nur eigenschaftlich
nachzulesen, doch nicht vernommen, kann auch nichts beitragen, außer das, was hier als an ihm Wahrgenommenes gegen ihn vorgebracht wird. Zum anderen ist da diese Zeile:
Zitat
"Nur Dein wollener Mantel ist da bei uns geblieben, liegt auf der Treppe, ein Vorwurf still."
Das bezeichnet einen Verlust derer , die verlassen wurden, verbunden mit der Karikatur von einem, der alle Aufmerksamkeit von allen um sich brauchte, um sich zu fühlen. Zur dramatischen Steigerung dieses Anspruches läßt er auch noch wie eine letzte Drohung, ja Abmahnung seinen Mantel zurück. Gerade so, als wäre er aus seiner Haut
gesprungen, um zu entwischen.
Zitat
Doch der " Nachlass" scheint mir wie inszeniert
.
Eine Spur wird gelegt, ein Zeichen wie: " Da lasse ich euch etwas zum Nachdenken, dann wißt ihr ständig, wie schlecht es mir geht. Doch nie würde ich es zugeben. Ich Prometheus, ich habe mich ja ohne euer Wissen selbst angekettet. Nicht war es der Gott meines mich quälenden Talentes, göttliche Weisheit, meine Obensicht über eurer fades Tal. Doch bedenkt auch: nur einmal weise ich euch Schuld zu. Dann werdet ihr sie auf alle Zeit tragen. Denn ich werde d i e s m a l nicht zurückkommen. Hackt nur an mir herum und versucht mich euch einzuverleiben. Was?
Ich bin für euch verantwortlich? Da mißversteht ihr mein Schicksal. Denn mir ist aufgegeben mich zu vollenden. Schwätzt weiter im Suppentopf, meine Suppe köchelt in lichteren Höhen..."
Nun ja, was ist ein Meister? Und gibt es diesen Meister in der Wirklichkeit?
Neulich zitierte ich Kafka gegenüber Bärbel:
Zitat
" Ich bin die Aufgabe, weit und breit keine Schüler."
Ein Beschreibung zur Beziehung zwischen Menschen, die auf viele der mir bekannten Beziehungen zutreffen würde.
Also etwas häufig Vorkommendes:
Zitat
Halt mich, lass mich,
bleibe geh,
liebe, hass dich,
Glück und Weh.
Liebe Grüße,
otto.
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Lieber Otto,
allerschönsten Dank für diesen bewundernswerten Kommentar, der dem Gedicht und Bernhard kritisch gerecht wird.
Für mich ist B. ein Meister, einer der größten zeitgenössichen Schriftsteller. - Mit Sicherheit liegt seine Begabung auch in seiner überstrengen Erziehung begründet, die ihm nur das Reich der Fantasie ließ, ein Reich der Bilder und Worte. - Ähnlich wie Niki de St. Phalle, die ihre Kindheitsdämonen in prallen und knallbunten Figurn verarbeitete, ist es ihm gelungen, sein Leid beeindruckend kreativ umzusetzen und zwar auf seine ganz eigene, vorher nie da gewesene Weise mit dem schlichten Stilmittel der Wiederholung, gleichsam einer ständige Rückschau und Analyse, die schon genial ist - denn es kommt kein Überdruss auf. Jedenfalls nicht bei mir.
Wenn er überhaupt etwas mit (älteren) Autoren gemeinsam hatte, dann höchstens mit Grillparzer ...
Du siehst, ich lasse rein gar nichts auf ihn kommen, den grässlichen Egomanen. - Am Ende seines Lebens versöhnte er sich übrigens noch mit der Katholischen Kirche - wie viele Atheisten.
Dir einen schönen Tag
Pista
P.s.: Wenn du dir noch einen Weihnachtswunsch erfüllen lassen willst: Ein Kind von Bernhard. Superb!
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hallo pistacia vera
Ich find hier nicht viel Bernhard. Du beschreibst jemanden, dessen Abneigungen und Gewohnheiten ungewöhnlich sind, mehr nicht. Aber dieses Gefühl, diese Beklemmung, das ständige Aufbegehren und gegen das Leben leben, oder die melancholische Atmosphäre seiner frühen kurzen Geschichten, kriegt man mit dieser reinen Beschreibung nicht transportiert.
Ich war richtig erschrocken, nachdem ich Frost gelesen habe und dachte, dass man mit so viel Wut und Dunkelheit in sich gar nicht lange genug leben könne, um ein weiteres Buch zu schreiben. Aber er konnte das offensichtlich und hat das ja auch gemacht.
Also der sound seiner Werke beeindruckt mich immer wieder aufs Neue, die haben eine für mich unvergleichliche Wirkmacht. Das stellt an eine Hommage natürlich hohe Anforderungen, die, wenigstens für mich, hier nicht erfüllt worden sind.
Viele Grüße
Kjub
Die größten Kritiker der Elche
waren früher selber welche
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Hallo Kjub,
herzlichen Dank für die Beschäftiung mit dem Text, den ich ja längere Zeit bei einer österreichischen Autorengruppe (fast alle Bernhadfans) "ausgestellt" hatte. Die konnten nun wiederum vieles von ihm im Gedicht erkennen. - Aber ich weiß, es ist verlorene Liebesmüh, dir einen Text schönzureden, der dir nun einmal nicht gefällt. Und das ist schließlich dein Recht. ---
Bernard hatte eigentlich nur zwei ernszunehmende Beziehungen in seinem Leben: die zum Großvater und die zu seinem "Lebensmenschen" Hedwig Stavianicek. - Im Gedicht versuchte ich nun, eine Lebensgemeinschaft zu konstruieren, die es in Wahrheit nie gegeben hat. Seine mütterliche Freundin verstand ihn zwar, aber auch wieder nicht - ihre ständige Nähe (wie jede andere intensive Nähe auch) wäre jedenfalls undenkbar gewesen. ---
Ich freue mich, dass du Bernhard gelesen hast und kann dir auch seine anderen Bücher nur ans Herz legen. Sehr schön - und weitgehend unbekannt - ist Ein Kind, ein Buch, das ganz andere Facetten von ihm zeigt.
Liebe Grüße
Pista
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Hi Pista
Ah, jetzt verstehe ich auch, wie das mit Ein Kind von Bernhard gemeint war. Da ging es gar nicht um des Meisters Genmaterial, sondern um eins seiner Bücher. Ich dachte schon: Immer diese verrückten Fans. 
Mir gefielen Amras und Frost am besten. Weiß gar nicht, ob ich eine andere Facette von ihm kennenlernen will. Aber mal schauen, wenn es mir über den Weg läuft, blättere ich mal rein, vllt ... Danke für den Tipp!
Na, mit dem Zitat machst du ja auch deutlich, wer gemeint ist. Stell den Text mal ohne das Zitierte in irgendein Forum und frage die Leute, um wen es sich handeln könnte. Aber es ist nicht meine Kritik, der Text sei ein Suchbild ohne Auflösung.
Für mich hätte das Gedicht mehr bernhardsche Färbung haben müssen, Dunkelheit, Anklage, Einsamkeit ... mehr Kraft. Und ein bisschen Mut zur Uneindeutigkeit, um dem Leser nicht alles vorzusetzen. Beschreibungen wie "ihr nervt mich doch nur / Ich bin mal kurz weg" klingen, entschuldige bitte, etwas lapidar. Versteh das bitte nicht als Nachtreten, ich will nur klarstellen, was ich meine.
Viele Grüße
Kjub
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