Da ist als erster meiner Gedanken der Anklang an das Wort. "Perlen vor die Säue werfen". Etwas unangemessen
vergeuden, dessen Wert der "Werfer" erkennt. In diesem Momentum könnte ihn ein Zögern befallen. Gefädelte Perlen, jede könnte ihresgleichen suchen, ja auf einer schmückenden Kette, suchen sie nicht ihresgleichen, sind eng benachbart, sie werden hier als bislang er-lebter-liebter Schatz geschüttet- nach dem Riß, dem Zusammenhalt ( des Fadens. In der ersten Zeile liegen sie geschüttet, so als wären vom ... Beziehungsfaden ... wie umgelagert, zwar nicht gleich wieder gefädelt, zum Schmückenden zurückgefasst, vielmehr, z.B. in einem Glas bewahrt, doch gleich drohend,
wie in einem Anlauf für das nun Folgende, hin und her, noch einmal abwägend, doch längst entschieden... geschüttet.
Zum Wurf, Hinwerfen, ins " Feiste". Gesicht heißt ja auch " ich habe dich erkannt".
Nun stand ursprünglich da " rein" statt " hart. Das führt zu Ambivalenzen. Perlen werden ausgesucht nach Größe und Reinheit. Unreine ... verworfen. Das ist eine schmerzliche Tat, denn der die einen von den anderen trennt, der
macht das aus perfektioniertem Anspruch: eine wie die andere, jede soll rein sein, versrein ( Perlenkette= Gedicht?) Doch natürlich im Gedicht ist vermutlich nicht bewußt die Reinheit der Muschelwerke gemeint, sondern die Entschiedenheit, Wut? Haß? Enttäuschung?...ja die vermutung des eigenen Unvermögens beschrieben, denn "rein" meinte " hinein" ... in das feiste Gesicht- vom Schwein. Also d o c h "Perlen vor die Säue" ? Ja, in der Chronologie einer längst unhaltbar gewordenen Beziehung hat sich die Werferin schon lange davor vertan. Das wirft sie "hart", das Vertane, Vergeudete, weg. Das Werk, im Weiteren wird es vergessen werden, verblassen
Ich beschränke mich auf meine subjektive Interpretation hauptsächlich mit der ersten Strophe, der Rest ergibt sich inhaltlich und in Bildern selbständig aus der ersten Strophe.
Ich fasse zusammen: eine bildhafte Komposition, die aber auch gänzlich anders interpretiert werden kann. Indem nämlich die Perlenkette ein literarisches Werk ist, mit dem die Verfasserin nie wirklich zufrieden war ,und es aus vermeintlicher Unzulänglichkeit hinwirft, vernichtet, ablegt, vergißt. Dies obwohl ihr unmittelbar nach dem Erarbeiten des Werkes alles wunderbar ... buchstabengefädelt ( hier die Rückwärtsmetamorphose) erschien. So zerfällt der
anfänglich geliebt- erlebte Akt einer Werkschöpfung, zerbricht am Anspruch der eigenen Perfektion. Die Suche nach der Form scheitert. Eine dritte Variante schließlich wäre die zunehmende Behinderung sich selbst kreativ auszuleben,
weil das Beziehungsgegenüber und das Lebensbeiwerk zerstörisch wirkt. Hat sich die Werferin mit sich selbst überworfen und zerstört ihre Arbeit, die sie sich als unzureichend ... hart vorwirft, strafend, enttäuscht?
Nicht übersehen konnte ich Deinen eigenen Kommentar zum Gelingen eines Gedichtes, liebe Pista,der meine Vermutung zum Anspruch auf Perfektion in mit Deinen letzten beiden Wörtern zu bestätigen scheint: ...
"
Zitat
wenn überhaupt
".
Liebe Grüße,
otto