ich kannte eine. sie schien, stetig, meine. eben u. anmutig trug sie mich. immer im september,
wenn lusiza aus ihren abgebaggerten land in meine hände floh, um ihr das grillen-
schweigen zu ersparen, fügte ich einen tusch mehr poesie in den strand. der war nach dem
sommer in lehmgruben mit tiefblauen seen und feinstem libellengesumm um brombeerenrot
rotkappig; lohend glockengeläute, stahlhelme, hammer und zirkel über demselben erd-
hügel schallen die pflugscharen unter strohhüten, mehrsam. einsam am findling, das späte
proben für ackerfurchenzieher, tiefschürfer, steinbrecher, liebeschöpfer, seiler, in salto vitale
und ich wünschte, ich wär mit ihr in ihrem segelboot mit den purpurnen segeln davon-
gekommen. aber der ewig farbwechselnde teich nahm jene dimensionen an, die das
fassungsvermögen jedes ozeans sprengen würde. er zog uns immer wieder so in seinen bann,
dass wir alle strände dieser welt, so irdisch verzaubernd sie auch sein mochten, vergaßen. an
unsrem strand mit weichen, waggons, kohlestaub, zelten aus dreiecksplanen fand ich ihren
krabatcharme, unsre versteckten mühlensteine, die wirklich mahlten; slawengötter, die uns
einen august lang zu einem verliebten paar soufflierten bis sie die bernsteinkette, ihren zauber
chauffierte, als ob sie seit unsrer ersten berührung nicht mehr aufhören konnte, strände zu ge-
bären mit zittrigen lächeln auf lippen ewige sommer nach zu brüsten, jahraus, jahrein beben
in schlechten und guten tagen immer wieder unter ihrem dünnen dünenkleid aus gefühlen aus
selbst gezimmerten märchen möwen und muscheln, räusche rauszulassen; das war immer
dasgleiche, das einzig weiß gebliebene, das sie später auf jede distel warf, um unschuldig zu
bleiben, setzte sie sommers wie winters eine weiße schapka auf und auf immer demselben,
auf silbergrauem mantel, streckten wir uns. nur ging sie später immer zu ihrer geliebten, über
die frierende ostsee, der liebe nach. bis der tod ihre freudin für immer u. ewig plastinierte. auf
ihrer bühne tanzte sie seitdem nur für sie in kähnen, auf wällen, in kneipen als dinner for one
drinnen im fensterkasten, in dem alle nächsten sommer über selbstgeblasene glaskugeln unsre
magnolie immergrün hielten u. im winter mich und dich als fluffige flachpapierfiguren.
im letzten mo-nat sah ich sie nicht mehr am niedrigen fenster, aber sie war noch, am leben, das
fühlte ich, ge-stern, wanderten wir wider euch, aus einem bunten eishaus, schnitt niemand
mehr die vertrauten schönen. sie führen uns in derselben stund an hund und wolf vorbei. wie
das erste mal legen sie stroh um uns und kreisen mit mundig-mondigen nebel redend. da
schliefen die leuchttürme sich still und flach aus der stadt. aus allen rollen flogen brandung,
schilf und silbergras mit jenem und jedem sommer huckepack und nordwärts. auf unsren
endlosen muschelstrassen schlug mucksmäuschenlaut ein kutscher auf rappen, schimmel, die
glückshufeisen ein. über stock und stein glitten sie, litten sie durch kabbelnde wasserwege,
die sich an jene küste schmiegten, die uns so unverhohlen verwunschen schien und ein
wunderbaren aufbruch mit märhorn auf verruchten u. abgetriebenen barkassen gestattete
bis wir uns ganz erschöpften, zogen die singenden fischer uns aus vollen netzen wieder durch
hafenwasser bis wir zurück sprangen und weit ins meer hinaus schwammen, als wollten wir
den traum ersäufen, den wir in den letzten jahren nicht verlassen hatten und die muscheln
sanken in die tiefe hinab und wir drängten uns unter eine insel, durch hohle stämme und äste,
um abfaulende füße strichen wild gemalte luftzüge bis uns der kleinste kutter den verlust aus-
glich. schlich an den ecken mit türen ohne riegel und schlösser ihr gesicht. schmal u. verloren