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Das Licht entweicht und mit ihm geht das Lärmen.
Nur Dunkelheit fließt bis in alle Ecken,
die nichts als Krümel anzubieten haben.
Fixierte Blicke treffen durch die Leere
auf Farbenflackern, süße Illusion.
Und ferne Hände greifen ineinander,
bemerken nicht, dass Popcorn runterfällt.
Wenn Märchen nur in Kinderherzen strahlen,
wie kommt das Glimmen in dein Augenlicht?
Hallo Rubberduck,
Z1: legt viel Betonung auf ein nicht personifiziertes „ihm“. Absicht? (Licht entweicht, nimmt auch das Lärmen mit)
Die fließende Dunkelheit bis hin zu Krümeln mag ich leiden, wird im runterfallenden Popcorn auch weitergeführt. Überhaupt ist es eine Stärke des Textes, daß die Bilder zueinander passen und die Atmosphäre eines Kinosaals im Dunkeln vermitteln.
Z4: Fixiert gilt per definitionem einem Objekt. Folgen Augen einem bewegten Objekt, flackern sie notwendigerweise auch, entwickeln einen Nystagmus. Der Text verläßt hier also die Realebene. Das dürfen Dichter wohl, sollten es aber bewußt tun. (Starre /stierende Blicke?)
Z6: Die fernen Hände mit rieselndem Popcorn dazwischen finde ich klasse.
Z9 bietet die Chance, das Augenlicht thematisch wieder aufzugreifen, (weswegen ich darauf herumreite) und sollte bedacht sein. Glimmen kommt von innen, seine Herkunft könnte sprachlich schöner geklärt werden (was entfacht...).
Du überraschst mit deinen Texten und wirst irgendwie immer besser. Ich hoffe, meine Anregungen entnerven dich nicht. Viele Grüße mcberry
Hallo Bärbel,
das Kind bleibt immer in uns, wir verdrängen es nur bis wir es im Alter wiederentdecken.
Formal würde ich Artikel und Adjektive auf das Nötigste beschränken. Hier ein Vorschlag dazu:
Licht entweicht und mit ihm geht das Lärmen.
Nur Dunkelheit fließt bis in alle Ecken,
die nichts als Krümel anzubieten haben.
Blicke fixieren Leere, treffen auf Farbenflackern.
Und ferne Hände greifen ineinander,
bemerken nicht, dass Popcorn runterfällt.
Wenn Märchen nur in Kinderherzen strahlen,
wie kommt das Glimmen in deine Augen?
LG
Perry
Hallo Mac,
es nervt mich überhaupt nicht, es ehrt mich, dass du dich mit meinem Text beschäftigst.
Z1 würde ich gern so lassen.
Bei Z4... das fixieren....ich habe lange gerätselt, welches Verb ich nehmen soll. Ich wollte das Gefühl des Suchens, Abtastens, Wünschens transportieren. "Starren" ist mir zu kalt zu unbewegt. Etwas zu fixieren bedeutet ja auch, es nicht aus den Augen zu lassen, festzuhalten...
Bin weiterhin für Vorschläge offen diesbezüglich...
Z9 Ja, das ist wieder eine von mir gewollte Doppeldeutigkeit. Ich habe Glimmen den Vortritt vor Leuchten gegeben. Denn ein Märchen, das uns bewegt, lässt uns von Innen leuchten, eben glimmen.
Ich danke dir sehr für dein Nachspüren, Mac
LG,
Bärbel
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Lieber Perry,
ich danke dir für deinen Kommentar. Ich habe dich also richtig eingeschätzt, dass du mir den meinen nicht übelgenommen hast. Es ist schön, mit solchen Autoren im Gespräch zu sein.
Ich habe das Gedicht als Blankvers geschrieben und kann darum nichts kürzen.
Der Wellenartige Rhytmus des Blankverses unterstreicht meiner Meinung nach die süße Träumerei.
LG,
Bärbel
Ok. Kinovorstellung.
" Licht entweicht", dass wäre sprachlich schwach. Wenn im Kino das Licht schwächer wird, dann entweicht es nicht, was etwa einem Verschwinden ähnlich würde, sondern es wird gedimmt. Aber das klingt nicht. Jetzt eine Frage:
Natürlich fixiert der Kinobesucher die Bilder. Andersherum könnte man auch von blickfixierenden Bildern schreiben. Denn es sind die Bilder, die die Blicke fixieren ( also, was ist hier aktiv oder passiv? Nach Deiner Version sind es die Bildillusionen, das Farbenflackern. Demnach also sind nicht die Blicke das Aktive). Es ist auch keine Leere zwischen Zuschauern und Leinwand. Und: gerade im Kintopp gibt es vergleichsweise sehr wohl auch körperliche Nähe, und das nicht nur zwischen den Händen des angenehmen Nachbarn ( könnte ja Freund oder Mann oder Kind sein sein). Ok,das mit dem "Strahlen", wenn es denn ein spannender, guter Film ist. Oder wenn ein Kind mit dabei ist, dann ist es vermutlich weniger reizgesättigt und schaut wie in die Glotze, ohne mal die Bilder anzuhalten. Uns fallen ganz andere Dinge als Popcorn herunter. Aber kommt ja häufig vor. Also auch die erste Zeile finde ich sprachlich nicht genügend: "ein Lärmen das geht" finde ich doppelt schwach und ist eine sprachliche Stilblüte: erstens bezeichne ich die Geräuschkulisse vor dem Filmbeginn nicht als Lärm, eher als Brabbeln, Getuschel, Gequatsche, o.ä( ich meine " lärmen ist zu undifferenziert). Zum anderen "geht" der Lärm nicht, wenn es denn einer sein muß: er ebbt ab, dünnt aus, verliert sich in Erwartung o.ä.
Also, liebe Bärbel, ein eher inhaltlich und sprachlich schwächelnder Text aus Deiner Feder, der so ein bißchen aufgemotzt als leicht dechiffrierbares Rätsel daherkommt. Du kannst es besser.
Mein Kommentar halte ich natürlich nur aufrecht, solange es sich um eine Kinovorstellung mit einem Kind handelt.
Liebe Grüße,
otto.
Alles Illusion, lieber Otto!
Meine Illusion, die ich mit denen teile die sich ähnlich fühlen....
Ich danke dir für deinen diesmal ungewohnt kritischen Kommentar.
Das Entchen macht Flugübungen
Liebe Grüße,
Bärbel
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Lieber Perry
auch die verknappte Art des Schreibens ist eine Form, oder nicht? Es gibt so viele Formen von Gedichten, so viele Spielarten. Es gibt so viele Blumen, und auch wenn ich eine Lieblingsblume habe, so sind doch auch die anderen schön und liebenswert.
Liebe Grüße,
Bärbel
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