Hallo Rubberduck,
ich lege mal ganz einfach los:
"es grünt so grün" - ein Zitat aus "My Fair Lady". Prima Einstieg! Weiter ginge das Zitat: "wenn Spaniens Blüten blühen..." Bei Dir heißt es: es grünt so grün in der Natur. Wenn Du Dich also auf das Zitat berufst: wo sollte es denn sonst grünen?? Und ein Zitat aus einer spaßigen Operette als Intro für ein solch ernstes Thema zu wählen - ist vielleicht auch nicht prima?
"die Knospen wollen brechen" - wenn sie erst wollen, ist noch nichts grün!
"die Flora gab den Frühlingsschwur" - ich hab noch nie gehört, dass man einen Schwur g i b t. Man schwört halt und basta! Und Flora mit einem Artikel zu versehen (die Flora) ist für meine Begriffe etwas unbeholfen.
In Str2 folgt eine Konstruktion, der ich auch nach mehrmaligem Lesen, Weglegen und wieder Lesen, keinen Sinn abgewinnen konnte:
"Versprach man sich, als ausgeheckt,
kann man es falsch verstehen?"
Wer ist "man", wer ist "sich", was heisst "als ausgeheckt", warum kann ich was falsch verstehen, wenn ich noch gar nicht weiß, was richtig ist??
Und dann kommt für mich, entschuldige bitte, ziemlich plakativ der erhobene Zeigerfinger. "uns wird noch manches (was ist manches?) blühn - klingt so, wie: mal sehen, wie morgen das Wetter wird - manchmal regnets, manchmal schneits, manches ist gut, manches ist schlecht. "blühn" schließt zwar den Kreis zu "es grünt so grün", verpufft hier aber in einer laschen Unbestimmtheit. Und dann im Zusammenhang mit der Darstellung des angesprochenen Problemes das Wort "nett" einzubauen ist aus meiner Sicht eine unzumutbare Verniedlichung.
Bitte nicht böse sein, aber angesichts dieses ernsthaften und existentiellen Problems, plätschern mir Deiner Verse zu seicht dahin.
Liebe Grüße von Mila