http://www.E-LIEratum.de

#1

Grenze

in Gesellschaft 11.07.2011 22:42
von Michael Munk | 271 Beiträge

2,90!Euro für eine
unverschämte Metropole-Eiskugel
haben wir nicht gespart
an Ausdrücken
an Schnappschüssen
am Brandenburger Tor
kreuzen wir verschämte Augenblicke
die flüchten
von Kreuz zu Kreuz
von Namenlosem zu Namen
sie versetzen uns
ungewappnet
zu den Mauern
zur Stille
hinter den Stillen
werden wir
verwegen
geht sie
steht kindlich


nach oben springen

#2

RE: Grenze

in Gesellschaft 14.07.2011 18:30
von Salome | 140 Beiträge



nachdem ich mir nun schon einige deiner werke genauer angesehen habe, michael munk,
erscheint mir dieses noch am zugänglichsten. da fangen bilder in meinem kopf zu tanzen an,
erinnerungen an anno dazumal (als ich berlin touristisch und auf freundschaftbesuch erwandert habe)
werden im sog deiner worte heraufbschworen, scheint sich in den letzten 10 jahren wenig verändert zu haben...
zur stille hinter den stillen fühle ich mich besonders hingezogen.

liebe grüße,
salome

zuletzt bearbeitet 14.07.2011 18:31 | nach oben springen

#3

RE: Grenze

in Gesellschaft 15.07.2011 22:01
von Michael Munk | 271 Beiträge

hi salome,
ja, zeiten ändern sich oder eben auch nicht. vielleicht gibt es ja eine art zeitstase, in der wir unsre phantasien miteinander verbinden können. danke für deine komm.

liebe grüße,
der munkel


nach oben springen

#4

RE: Grenze

in Gesellschaft 17.07.2011 17:59
von otto | 411 Beiträge

OK Michael,

als eingeborener, altgewordener Berliner wuerde ich Dich ganz woanders hin ver-fuehren. Z.B.:

wo da ein Bauwagen stand, direkt in der Mitte der Stadt,
mauernah, lebte eine,
die eine Zeitung las,
immer die gleiche,
20 Jahre lang dieselben Nachrichten,
lebte zusammen mit " Maulheld",
der sich Ostbier rueberschmuggeln liess,
lebten die beiden
ohne Dusche mit einer Sonnenblume,
im Winter dachten sie
sich eine,
und sahen die Grenzer
auf ihre Titten im Sommer,
ach wurden die abgelenkt,
wenns nicht knallte,
ja Kreuzberg war die Grenze,
kulturell galt das fuer Insider,
und kamen Touristen aus dem Westen,
waren sie sprachlos vorbei,
na ja, wems gefiel,
der musste ja nicht bleiben,
auch meinen Buddelkasten haette ich Dir gezeigt,
den wir mit Brettern ueberdachten,
und Marmelade in den Sand mischten,
und einen Granatsplitter,
wo ich noch nicht
vom Granatapfel wusste,
es gab noch keine Denkmale,
doch es gibt noch immer
die Wege auf Kunstbergen aus Ruinensteinen,
fein Gemahlene,
auf denen unsereins
die Meter der Erinnerung ablaeuft, ja Michael,
aber Touristen aergern sich,
verstaendlich, den Eis hat einen Halbwertzeit.

Liebe Gruesse,
otto

nach oben springen

#5

RE: Grenze

in Gesellschaft 17.07.2011 23:33
von MarleneM • ( Gast )
avatar

die Grenze, nicht irgeneine Grenze, sondern DIE Grenze, die die deutschen trennte.
Geheimnisvoll, legendenumwittert, düster.
Heute nicht mehr da, zumindest nicht mehr optisch.
Ließen wir uns auf sie ein, still, kindlich, würde sie vielleicht vollkommen verschwinden.
Das sagt mir dein Werk, lieber Michale.
LG von Marlene

nach oben springen

#6

RE: Grenze

in Gesellschaft 19.07.2011 21:52
von Michael Munk | 271 Beiträge

hi ihr beiden, danke für eure zuwendungen :)!

@otto
so kann also begegnung passieren. deine lebendigen zeilen sind bei mir angekommen, deine lyrgeschichte ergänzt, bereichert, zeigt ein andres bild von berlin. hab dank dafür :)!

@marlene
du bist nah dran. ja, so könnte sie enden. :)!

liebe grüße
munkel


nach oben springen

FSM Listinus Toplisten Die Top100 Literatur-Seiten im Netz Listinus Toplisten Die Top100 Kunst-Seiten im Netz Listinus Toplisten FSM

Besucher
1 Mitglied und 6 Gäste sind Online:
perry

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: incubu
Forum Statistiken
Das Forum hat 7166 Themen und 61655 Beiträge.

Heute waren 4 Mitglieder Online:
Arno Boldt, Joame Plebis, perry, Wilhelm Pfusch

Besucherrekord: 420 Benutzer (07.01.2011 19:53).