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#1

Kein Entkommen

in Düsteres und Trübsinniges 04.09.2011 20:56
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge

Wie könnte den Gedanken ich entfliehen;
die wurzelgleich sich tief in mich gegraben.
Mir drohen hinter Wiesen Schlucht und Kluft,
die Bergeshänge wollen schier erdrücken
und jedes Baumes Schatten mahnt an Gruft,
Fürwahr ist das kein Anlaß für Entzücken,
mitnichten Grund, mich fröhlich zu gehaben.
Derart Gefühle kann ich nicht vollziehen.

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#2

RE: Kein Entkommen

in Düsteres und Trübsinniges 05.09.2011 07:28
von pistacia vera | 448 Beiträge

Hallo Joame,
zumindest aber kannst du mich mit diesem professionell gestalteten Gedicht entzücken, insbesondere mit dem Reimschema
a
b
c
d
c
d
b
a
worin die zentralen Wort "Kluft" und "Gruft" umschlossen werden; LyrI fällt (immer) wieder auf seine gegenwärtige, vielleicht determinierende Trübsal zurück.
Das ist formal perfekt gelöst. Auch sprachlich sehr ansprechend.

Liebe Grüße
pista


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#3

RE: Kein Entkommen

in Düsteres und Trübsinniges 05.09.2011 10:03
von Rubberduck | 558 Beiträge

Liebe Joame,

wie schön, eins deiner Gedichte lesen zu dürfen.

Wurzelschlagenden Gedanken zu entfliehen, ja wie schwer das ist!
Die tragende, etwas behäbige Sprache und Satzstellung passt sehr gut zum Thema.
Dein Reimchema ist wie der Gedanke: Bummerangartig.
Einzig der Ausdruck:

Zitat
mahnt an Gruft

mag mir nicht richtig munden.
Vorschlag: gleicht der Gruft/ mahnt der Gruft
oder: und Schattenbäume mahnen meiner Gruft/
der Bäume Schatten mahnen mir die Gruft

Solche Gefühle sind schwer zu vollziehen und zu ertragen.
Deinem Gedicht aber bin ich sehr gerne gefolgt.

Lg,
rubber

zuletzt bearbeitet 05.09.2011 10:04 | nach oben springen

#4

RE: Kein Entkommen

in Düsteres und Trübsinniges 05.09.2011 10:11
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge

Danke, pista, für Deinen freundlichen Kommentar. Du selbst warst auslösender Gedanke dazu, als ich Deine 'Lehrgänge' sah, in denen Du Dich offensichtlich engagierst, Wissen zu vermitteln. Ganz ohne Reaktion sollte Dein Bemühen nicht bleiben. Zu Deinen Ausführungen störend dazwischen schreiben, wäre mir nicht passend erschienen.
Anmerken muß ich wohl nicht, wie wenig erquickend mir das Thema erscheint; aber für ein Beispiel reicht es doch,
so hoffe ich und grüße freundlich zurück.

Joame

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#5

RE: Kein Entkommen

in Düsteres und Trübsinniges 05.09.2011 11:01
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge

Auch Dir einen schönen Tag, Rubberduck!
Du hast recht, kaum etwas von mir ist im Forum von meiner Löschwut verschont verblieben.
Könnte es sein, daß der Dich störende Ausdruck mahnt an
in dieser Anwendung nicht so sehr geläufig ist wie in einer anderen; das würde Dein großes Plus, die Jugend, unterstreichen.
Bestimmt eine unserer Zeit fremd gewordene Verwendung, die zu gebrauchen, ich mich nicht scheue;
im Gegenteil, vielleicht in Hinkunft vermehrt heute schon exotisch anmutende Ausdrücke verwenden will.
Meine Ansicht zum Umstand, wo befehlsartig diktiert wurde, die Schreibweise abzuändern, habe ich noch nicht revidiert. Wenn es auch ein sinnloses Unterfangen wäre, gegen ausländische Einflüsse der Sprache anzukämpfen, bin ich doch bestrebt, ein deutsches Wort einem englischen vorzuziehen, ebenso wie es uns ein Anliegen sein sollte, viele Wörter wieder in Erinnerung zu rufen.

Trotz dieser ausholenden Erklärung räume ich ein, mich oft schon geirrt zu haben, weshalb ich auch nicht starr an meinem Standpunkt festhalten will. So bin ich, was dieses 'mahnt an' anbelangt, jeder Erklärung oder einem besserem Wissen zugängig. Bis dahin halte ich es, so wie von mir verwendet, für richtig.

Mit freundlichem Gruß danke ich Dir!
Joame

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#6

RE: Kein Entkommen

in Düsteres und Trübsinniges 05.09.2011 12:33
von Rubberduck | 558 Beiträge

Ja, natürlich Joame,

so möchte ich es verstanden wissen, als mein persönliches Sprachempfinden....das nunmal so ist wie es ist
(Ob nun meiner (ähem...) Jugend oder anderer Faktoren zufolge...), aber ja noch geschult werden kann.

Du verfahre mit meinen Anregungen/Empfehlungen/Assoziationen bitte so, wie du es für richtig empfindest.

Oft ist eine Wendung dem einen schmackhaft, dem anderen nicht. Das habe ich schon oft so widersprüchlich erlebt.
Ein Diktat ist für niemanden hilfreich, der Austausch miteinander aber sehr.

Ich freue mich sehr, dass ich dein Gedicht kommentieren durfte und wünschte mir mehr von dir zu lesen....

ganz liebe Grüße,
rubber

zuletzt bearbeitet 05.09.2011 12:34 | nach oben springen

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