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Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 10.09.2011 13:57von Evanesca Feuerblut •
| 165 Beiträge
Zitat
Hintergrund zu diesem Gedicht:
Ein Post in einem meiner Foren, seitens einer Userin die sehr abfällig über junge Menschen gesprochen hat, die eine Familie gründen wollen, hat mich so auf die Palme gebracht, dass ich spontan angefangen habe vor mich hinzudichten.
Ich weiß, dass es nicht perfekt ist und werde nach erhaltener Kritik auch daran feilen - muss aber erst eine Nacht darüber schlafen um mich zu beruhigen, weil die ganze Chose mich unsagbar wütend gemacht hat.
Frau glaubt im Twinset die Freiheit gegessen zu haben
Auf Stelzchen mental den Kollegen auf den Kopf zu spucken
Das Köpfchen beim Tippen mit der Krallenhand zu rucken
Und sich am Salätchen voll Genuss hochnäsig zu laben
Beifälliges Gemurmel verfolgt ihre Mahlzeit in der Kantine
Adrett ist ihr Stil auf der elektronischen Schreibmaschine
Und vergessen ist das verjährte Gespräch in der Amtskabine
Als sie auf Knien und mit einer Schachtel voller Pralinen
Bettelte um diesen Job
Und hinter ihrer kühl-emsigen Bürofraufassade
Wovon sie nichts wissen will, der Kopf abends brummt
Ihr Sohn die Melodie des heiligen Fliegenpilzes summt
Und ihre Tochter allabendlich spielt Scharade
In des Einen psychedelischen Gefielden
bunte hanfene Feen tanzen unter Bäumen aus Rauch
Der Anderen Top ausgeschnitten ist bis zum Bauch
Bei Cocktails aus Amoniak will sie sich bilden
Doch selbst wenn - kann es Frau Twinset nicht egal sein?
Kinder sind wie Gras und wachsen von selbst übern Kopf
Schiebt man ihnen nur genug Tiefkühlessen in den Kropf
Und Erziehung erledigt sich nebenbei mit einem halben Bein
schon wieder beim Chef im Büro
Bei verbotenem Mittags-Feurio
Und der Erzeuger der eigenen Kinder - oh Graus!
Den schmiss Karriere-Frau schon vor Jahren hinaus
Denn der wollte nicht täglichst raus aus dem Haus
Sondern sich kümmern um Frechdachs und Babymaus
Statt zu finanzieren und zu brillieren im Applaus
Doch obwohl ich harte Worte wählte
ist nicht wenig Mitleid mit im Reimespiele
Denn solcher Schicksale sinds leider Viele
von denen in Einem ich erzählte
Gleichberechtigung steht auf dieser Damen Fahnen
Hosen tragen, Häuser baun und schwere Eisenbahnen
Überall stehn zierliche Damen nunmehr ihren Mann
Der sich zumeist über die Kollegin nicht beklagen kann
Doch im Leben ist nie alles sonnig-heiter
Hat auch diese Story ihre Schatten, leider...
Hausarbeit blieb der Dame Familienpflicht
Die an Doppellast durch Job und Familie zerbricht
Doch wahre Gleichberechtigung besteht nicht darin
Beiden beides aufzuzwingen - Geld und Familie zugleich
Sondern beiden sowohl Wahl zu lassen als auch Vergleich
Den Weg zu finden am Besten für sie und ihn
ohne zu beachten die Reden von Frau Nachbarin.
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 12.09.2011 00:01von MarleneM • ( Gast )
Hausfrau zu sein ist ein Fulltimejob, wenn man Kinder erzieht.
Ich stimme dir also durchaus zu.
Wer sich für Kinder entscheidet und dafür seine Karriere aufgibt, hat allemal Respekt verdient./ Bekommt ihn aber selten).
Ich weiß es aus eigener Erfahrung und würde es genauso wieder machen!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wie sache mer he in Kölle:
Losse schwade..., die, die nix zu sachen han
LG von Marlene
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 12.09.2011 11:06von Evanesca Feuerblut •
| 165 Beiträge
Danke, Marlene, für deinen Beitrag :). Auch meine Mutter hat sich für den Weg der Hausfrau und Mutter entschieden und damit mich erst zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Und auch mein Schwesterchen ist froh, die Mutter immer um sich zu haben, wenn sie ihre Hilfe braucht.
Ich selbst werde einen Beruf ergreifen, bei dem ich um dieselbe Zeit zu Hause bin wie meine künftigen Kinder - ich werde Lehrerin.
Und es hat mich einfach in diesem Moment tierisch aufgeregt, dass eine 18-Jährige verurteilt, dass eine andere Gleichaltrige bereit für diesen Weg ist - der alles andere als einfach ist - nur weil das nix für sie selbst wäre.
Darum auch dieses bissige Gedicht oben, in dem ich mal aufgezeigt habe, was im schlimmsten Falle passieren kann, wenn frau sich nur noch auf die Karriere konzentriert und niemand auf die Kinder achtgeben kann.
Es gibt ja auch die Tendenz zu Hausvätern - also Männern, die zu Hause bleiben und auf die Kinder achtgeben. Das finde ich toll, weil das wie gesagt echte Gleichberechtigung ist: Sowohl Männer als auch Frauen sollen die Wahl zwischen Kind und Karriere haben :).
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 12:41von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Guten Tag, Evanesca Feuerblut!
Mir gefällt es, daß Du das aussprichst und ich stimme Dir zu.
Hausfrau und zugleich Mutter zu sein ist nicht nur Schwerstarbeit, die voll auslastet. Wer den Tagesablauf bis in Details kennt, weiß wie oft die physischen und psychischen Grenzen überschritten werden müssen - und trotzdem durchgehalten wird. Eine Mutter ist oft ein bestaunenswertes Wunderwerk, eine richtige Künstlerin und zugleich oft auch Diplomatin.
Wie viele Quellen sind es, die ihr die Kraft geben, den Alltag zu schaffen. Liebe und Aufopferungsbereitschaft alleine genügen nicht. An die vielen Schwierigkeiten, die sich ihr tagtäglich in den Weg stellen, mag ich gar nicht denken. Solche Frauen sind wert, geehrt und mit vollem Respekt behandelt zu werden.
(Aber nicht alle, die sich Mutter oder Hausfrau nennen, gehören zu diesen fabelhaften Wesen. In zunehmendem Maße wächst eine andere Generation heran, die sich Mütter oder Hausfrauen bezeichnen, aber nicht mehr viel gemeinsam haben mit dem, was wir uns darunter vorstellen.)
Danke für Deinen Beitrag!
Gruß : Joame
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 14:29von Evanesca Feuerblut •
| 165 Beiträge
Guten Tag, Joame Plebis :)
Vielen Dank für die Zustimmung - ich habe ja Tag für Tag erlebt, wie meine Mutter an ihre Grenzen ging für meine Schwester und mich und hoffe, es ist ihr nun nicht mehr ganz so schwer, jetzt da nur noch die Schwester noch bei den Eltern wohnt.
Zitat
Eine Mutter ist oft ein bestaunenswertes Wunderwerk, eine richtige Künstlerin und zugleich oft auch Diplomatin.
So ist es!
Zitat
Aber nicht alle, die sich Mutter oder Hausfrau nennen, gehören zu diesen fabelhaften Wesen. In zunehmendem Maße wächst eine andere Generation heran, die sich Mütter oder Hausfrauen bezeichnen, aber nicht mehr viel gemeinsam haben mit dem, was wir uns darunter vorstellen.
Welche Art Mensch meinst du denn damit?
Ich danke dir! :)
LG, Evanesca
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 17:00von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Guten Tag, Evanesca!
Ich meine jene, die durch ihre gut verdienenden Männern genug Zeit haben, durch durch Einkaufsstraßen zu wandeln, wo sie auch häufig Cafes bevölkern. Oft haben sie ihre Kinder bei sich, die sie schnell mit Pommes verköstigen, beim Durst sorgt Coke oder ein ähnliches Getränk für Abhilfe. Sie sind häufig so beschäftigt, ihren Freundinnen Begebenheiten zu schildern, daß sie kein Ohr für die Kinder haben und diese gewähren lassen. Ihr funktionierendes Feuerzeug und Pearcings scheinen ihnen für ein gutes Familienleben zu genügen. Abwasch kommt für sie kaum in Frage, da sie doch aus der Tüte essen; Gespräche innerhalb der Familie beschränken sich auf die Erkundigungen nach der Fernsteuerung. Wirkliche schweißtreibende Arbeit ist ihnen unbekannt; als solche betrachten sie schon das allmorgendliche Ankleiden der Jüngsten und das Besorgen neuer Adidas für den Sohn, der mißraten ist, weil er sich für Cello interessiert.
Das sind zwar nur wenige Kleinigkeiten, wobei ich das Wesentliche vermutlich nicht traf, hoffentlich ist es aber ein ungefährer Ansatz zur Beantwortung Deiner Frage.
Freundlichen Gruß!
Joame
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 17:10von Evanesca Feuerblut •
| 165 Beiträge
Ich verstehe, was du meinst - gegen Chickimickivorzeugdesignmamas habe ich auch was - aber das sind meiner Meinung nach auch keine echten Hausfrauen mehr, sondern im Grunde genommen Mädchen, die mit ihren Kindern wie mit Puppen spielen und sie teuer und hübsch ausstaffieren, um mit ihren Freundinnen zu sitzen und einander gegenseitig zu erzählen, dass sie ein neues Designertäschchen gekauft haben.
Und auch die Kinder degenerieren bei diesen Frauen oft zu einem Objekt, das nur zum Prahlen da ist. Sieht man ja oft genug bei den Promi-Kids... Ich selbst kenne so eine Person - die obwohl meist zu Hause und in der Lage, selbst auf ihre Kinder aufzupassen, ein Kindermädchen beschäftigt... :(
Vielleicht widme ich denen irgendwann einmal auch ein Gedicht, aber sowas kann man leider nicht planen, entweder küsst die Muse - oder nicht.
LG, Evanesca
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 17:24von Joame Plebis •
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Voll verstanden, Evanesca! Wenn es Deine Zeit einmal zuläßt und Du dazu Lust hast, könntest Du vielleicht gleich den mir noch gut in Erinnerung gebliebenen Fall verarbeiten, wo der 'Mutter' in der Fussgängerzone beim Rauchen die Glut ihrer Zigarette zum Baby in den Kinderwagen gefallen ist. Das gab ein Gezeter; so ein Bild prägt sich ein. Die ganze Stadt war Schuld: das Gedränge, der an der Leine mitgeführte unruhige Hund, der Wind. Alle wurden dafür verantwortlich gemacht. 
Freundlichen Gruß
Joame
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 17:28von Evanesca Feuerblut •
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Wann ist das denn passiert? Dieser Fall ist nämlich leider an mir vorbeigegangen, sonst hätte ich mich völlig berechtigt sehr darüber aufgeregt und vielleicht auch so ein spontanes Wutgedicht geschrieben.
Aber dazu kommt es noch - mir kommt jedes Mal einfach nur die blanke Wut hoch, wenn ich Mütter mit teilweise mehreren Kindern sehe, mit der Zigarette in der Hand...
LG, Evanesca
RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 17:41von Joame Plebis •
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RE: Falsch verstandene Gleichberechtigung
in Gesellschaft 13.09.2011 17:51von Evanesca Feuerblut •
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