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Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 10:16von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Es hat sich einer bei Nacht gehängt,
ist auf die Leiter gestiegen,
hat seinen Kopf durch die Schlaufe gezwängt,
am Dienstag sah man ihn liegen.
Der Knöchel zersplittert, Gesicht voller Blut,
die Leiter war schnellstens beim Kippen
Die Zähne sie fehlten, er brüllte vor Wut,
hielt sich die gebrochenen Rippen.
So lag er im Garten mit Erde verdreckt,
als wir ihn zu Mittag gefunden.
Er krümmte sich ächzend und war sehr defekt;
Insekten, sie schlürften aus Wunden.
Wir riefen ihm zu, steh doch auf, sei ein Mann!
Er hob einen Finger und glotzte;
beim Hochstemmen keuchte er, fiel aber dann
zurück in die Pfütze und kotzte.
"Das Leben" rief er "ist nicht Rauch oder Schall,
ein Horror und nicht zu ertragen.
Die Welt ist am Ende und kurz vor dem Knall,
fast sinnlos, das auch noch zu sagen."
"Verknüpft ist das Denken an Glaube und Zeit
ein sinnloses leeres Begehren.
Das Streben nach Macht und Profit macht sich breit,
und ständige Lust zum Vermehren.
Intrigen sind üblich; für Brutalität
sind Schwache zu Zielen geworden.
Dem Einhalt gebieten, ist längst viel zu spät,
die Dummheit regiert schon in Horden."
"Kommt, haltet die Leiter, ich habe genug."
Er klettert, es nochmals zu wagen.
Von hoch oben fällt er - es gleicht einem Flug;
er fällt, flucht - und bricht sich den Kragen.
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 11:15von Rubberduck •
| 558 Beiträge
Liebe Joame,
ein interessanter Text, mit dem ich mich gern beschäftigt habe:
Zitat
Es hat sich einer bei Nacht gehängt,
(hier denke ich, er ist bereits tot...)
Zitat
ist auf die Leiter gestiegen,
(das geht nicht mehr, wenn er tot ist.... war auf die Leiter gestiegen)
Zitat
hat seinen Kopf durch die Schlaufe gezwängt,
(Auch hier wäre die Vergangenheitsform besser.)
Zitat
am Dienstag sah man ihn liegen.
(Wieso liegen? Ich denke, er hängt? Witzige Irreführung von dir, die sich ja noch aufklärt.)
Zitat
Der Knöchel zersplittert, Gesicht voller Blut,
die Leiter war schnellstens beim Kippen
(Also hat er gar nicht mehr geschafft seinen Kopf in die Schlinge zu stecken, wie zuvor behauptet?)
Zitat
So lag er im Garten mit Erde verdreckt,
als wir ihn zu Mittag gefunden.
Er krümmte sich ächzend und war sehr defekt;
Insekten, sie schlürften aus Wunden.
(Na, lecker – echt anschaulich beschrieben...!)
Zitat
Wir riefen ihm zu, steh doch auf, sei ein Mann!
Er hob einen Finger und glotzte;
beim Hochstemmen keuchte er, fiel aber dann
zurück in die Pfütze und kotzte.
(Auch wieder ein echtes Highlight dieses Gedichtes! Besser geht’s meinem Empfinden nach nicht.)
Zitat
"Kommt, haltet die Leiter, ich habe genug."
Er klettert, es nochmals zu wagen.
Von hoch oben fällt er - es gleicht einem Flug;
er fällt, flucht - und bricht sich den Kragen.
(Man möchte fast sagen:“ Der Glückliche!“)
Ein starkes Stück, liebe Joame.
Es hat Kraft und gefällt mir sehr. Die Dinge die ich zu bekritteln habe, sind rein Formelle.
Lg,
rubber
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 14:16von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Danke für das Lesen, Rubberduck!
Betrachte die erste Zeile als Schlagzeile/Aufmacher, wie sie in Zeitungen üblich ist, um Interesse zu erwecken. In der Folge klärt sich der Vorgang auf. Den Kopf konnte er noch in die Schlaufe zwängen, dann aber muß etwas geschehen sein. Frag mich nicht, bitte, ich war nicht dabei, bin nur für die Schlagzeile verantwortlich.
Für Deine gute Beurteilung danke ich Dir. Du ahnst vielleicht die Umstände, sich schnell von der Zeit etwas abzuzwacken, damit ich nach langer Zeit endlich auch wieder einen Beitrag leiste.
Freundlichen Gruß!
Joame
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 14:37von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge
Sauglatt, Joame,
formal und in der Kraft der Wortwahl beeindruckend.
Auch mit dem Plot, und Prosa Schreiber sind da kritisch, habe ich kein Problem.
Es handelt sich um einen Selbstmordversuch. Da es gar nicht so einfach ist, sich umzubringen, mißlingt es beim ersten Mal. LI fällt runter, tut sich weh, flucht und kotzt. Dann bittet er vernünftigerweise um Unterstützung.
Also die Sterbehelfer machen sich strafbar; das sei am Rande erwähnt.
LI klettert erneut die von o. g. kriminellen Elementen gehaltene Leiter hinauf und rutscht wieder ab. Und diesmal beschreibt die traurige Ballade einen Sturz mit Todesfolge. Auf suicidalen Wegen aufgrund häufiger Fehltritte zunächst erfolglos, schafft es LI endlich, letal zu verunglücken.
Dramatisch, witzig, und letztendlich nicht ohne eine ernste Pointe (wenn wir sie hineinlesen können oder wollen): Wir gehen, wenn wir gerufen werden, schicksalhaft fremdbestimmt, nicht wenn wir gerade die Schnauze voll haben.
Eine Anmerkung: Krägen brechen nicht, können aber zerreißen. Ansonsten sehr schön. HG - mcberry
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 14:43von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Danke mcberry, meine Überlegungen, ob unter Humor oder unter Düsteres zu geben, ließ ich fallen.
Schließlich ist eine Portion nachdenkenswerter Ernst auch im Inhalt, der von den meisten überlesen wird.
Das ist womöglich gut, denn der Mann ist durch und durch Realist bei der Betrachtung dieser Welt. Er hat doch recht! (Übrigens: Aldi hat derzeit günstige Leitern im Angebot.)
Gruß
Joame
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 16:09von pistacia vera •
| 448 Beiträge
Also, ich teile die allgemeine Begeisterung nicht ganz, finde den Text
mit Tendenz nach unten.
Zunächst fällt mir das schlichte Reimschema auf, dass m. E. eher für einen rein komischen Text geeignet wäre. Dies ist er aber nicht, vielmehr eine Mischung aus ernsten und "witzigen" Elementen, ohne dem Begriff "tragikomisch" gerecht zu werden.
Es hat sich einer bei Nacht gehängt, [erhenkt, sich selber gehängen ist nicht möglich]
ist auf die Leiter gestiegen,
hat seinen Kopf durch die Schlaufe gezwängt,
am Dienstag sah man ihn liegen. [zweimal "hat" in kurzer Abfolge]
Der Knöchel zersplittert, Gesicht voller Blut,
die Leiter war schnellstens beim Kippen
Die Zähne sie fehlten, er brüllte vor Wut, [Die Zähne (Komma, sie fehlten; Semikolon), mal abgesehen davon sind derlei Formulierungen wie "die, sie" eigentlich in guter Lyrik tabu]
hielt sich die gebrochenen Rippen. [hier fällst du aus dem Metrum: XxxxXxxXx
So lag er im Garten mit Erde verdreckt,
als wir ihn zu Mittag gefunden.
Er krümmte sich ächzend und war sehr defekt; [Komma anstatt Semilon]
Insekten, sie schlürften aus Wunden. [wiederum: sie, die]
Wir riefen ihm zu, steh doch auf, sei ein Mann!
Er hob einen Finger und glotzte;
beim Hochstemmen keuchte er, fiel aber dann
zurück in die Pfütze und kotzte.
"Das Leben" rief er "ist nicht Rauch oder Schall,
ein Horror und nicht zu ertragen.
Die Welt ist am Ende und kurz vor dem Knall,
fast sinnlos, das auch noch zu sagen."
"Verknüpft ist das Denken an Glaube und Zeit
ein sinnloses leeres Begehren. [sinnloses (Komma)]
Das Streben nach Macht und Profit macht sich breit, [Komma weg]
und ständige Lust zum Vermehren.
Intrigen sind üblich; für Brutalität [Tipp: hier könntest du besser einen Punkt setzen (Klang)]
sind Schwache zu Zielen geworden.
Dem Einhalt gebieten, ist längst viel zu spät,
die Dummheit regiert schon in Horden." [Eine Dummheit kann nicht in Horden regieren]"
Kommt, haltet die Leiter, ich habe genug."
Er klettert, es nochmals zu wagen.
Von hoch oben fällt er - es gleicht einem Flug;
er fällt, flucht - und bricht sich den Kragen. [Metrum? Was evtl. ginge: er flucht, fäll ...]
Von der Idee her finde ich den Text recht ansprechend, doch solltest du dich m. E. für eine Richtung [Komik oder doch lieber nicht] entscheiden und die Mängel beheben. Ich hoffe, dass du mir meine Anmerkungen nicht verübelst und als Textarbeit und Vorschlag begreifst. Immerhin hast du auch so schon zwei Leser gefunden, die weniger anspruchsvoll sind als ich . 
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 17:40von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Schönen Tag!
Keine Bange, Begeisterung verlangt niemand. Jeder hat seine eigene Betrachtungsweise.
Dein Aufwand war groß.
Ich muß mehr darauf achten, diesmal war ich bei ein paar Beistrichen flüchtig. In diesem Punkt hast Du recht.
Das Semikolon durch einen Punkt ersetzen zu wollen, wäre nicht richtig.
Wer will dieses Tabu erfunden haben : die erneute Aufnahme eines Satzgliedes durch ein Pronom ?
Im Klartext könntest Du auch gleich schreiben, es ist schlechte Lyrik, auf was Deine Aussage hinauszulaufen scheint. - Das störte mich absolut nicht, da ich klarophil bin.
Die Reihenfolge ist hier meines Erachtens nach logischer: Er fällt, flucht und bricht sich den Kragen.
Selbstverständlich könnte ich ihn vorher fluchen lassen, ehe er fällt.
In beiden Fällen hat das keinen Einfluss auf das Metrum, das Dich etwas zu nerven scheint.
Siehe hier:
Die Zähne sie fehlten, er brüllte vor Wut,
hielt sich die gebrochenen Rippen.
xXxxXxxXxxX
xXxxXxxXx
Du siehst es mit der Betonung: hielt sich die gebrochenen Rippen: XxxxXxxXx
So etwas kann passieren, sieht man auch oft bei Anfängern, dass sie hinter hellen Vokalen eine Hebung vermuten.
Wenn in 8 Zeilen das Wort 'hat' zweimal vorkommt und Dir das zu viel ist, dann hast Du ein Problem.
Soll ich der selbsterklärenden Behauptung widersprechen, 'Eine Dummheit kann nicht in Horden regieren.' ?
Na und ob sie das kann, sehen wir doch in der Praxis. Die kann sogar in ganzen Völkerscharen regieren!
Ich danke Dir für Deinen Kommentar und den Einblick in Deine Sichtweise.
Du hattest aber sooo viel Arbeit damit.
Mit Gruß
Joame 
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 15.09.2011 18:19von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge
Zitat
Es hat sich einer bei Nacht gehängt, [erhenkt, sich selber gehängen ist nicht möglich]
Wenn einer etwas, in diesem Falle sich selbst, irgendwohin gehängt hat, wird er so gleichzeitig unmöglich?
Oder wurde das Objekt, mit Bedacht, bereits endgültig kalt gemacht?
Beim Henker, das gibt mir zu denken. Wir sollten immer lernfähig bleiben. Grüße alle miteinander - mcberry
[quote]Du ahnst vielleicht die Umstände, sich schnell von der Zeit etwas abzuzwacken, damit ich nach langer Zeit endlich auch wieder einen Beitrag leiste.[/quote]
Ja, Joame, das ahne ich.
Bei mir beginnt der eigentliche Feinschliff oft erst nach dem Einstellen eines Gedichtes, weil ich so wenig Zeit zur Vorarbeit habe und weil andere meine Gedichte mit anderen Augen lesen und mir Dinge zeigen, auf die ich selbst nicht gekommen wäre.
Am Anfang steht die Idee und ihre Umsetzung - die finde ich grundsätzlich gelungen.
An dem Feinschliff kannst du ja noch arbeiten, wenn du magst und Zeit dazu hast. Genug Anregungen hast du ja bereits erhalten.
lg,
rubber
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 16.09.2011 00:11von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Ein leises Hallo zur nächtlichen Stunde, Mcberry!
Ich könnte es fürchterlich kompliziert machen, das wäre nicht schön von mir, so wähle ich eine ganz
einfache Variante:
sehen wir es einfach als die Freiheit, das auf weggelassen zu haben, diese Möglichkeit ist erlaubt.
Das Verständnis wird dadurch nicht getrübt (außer jenes der ganz akribischen Tüftler, die nie zufriedenzustellen sind.) Ich kenne auch genügend ähnliche Beispiele, allerdings hatten die Schreiber größere Namen.
Den Henkell-Sekt lasse ich aus dem Spiel. Es reicht schon, den Hang zu haben, mich ins Bett zu hängen und Deinetwegen hängende Henkeln zu sehen.
Nun ohne Spaß, es sollte diese Form beitragen, einen leicht humoristischen Anstrich zu geben (sozusagen als Gegengewicht für die Brüche und Blut), so wie ich auch mit Absicht die schlürfenden Insekten, den Finger, das Wort 'defekt' und die Aufforderung, die Leiter zu halten, bewußt hineinnahm.
Man hätte es auch tierisch ernst als totale Tragödie aufziehen können. Aber Fingerübungen mache ich lieber humorvolle oder makabere. 
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 16.09.2011 08:54von Rubberduck •
| 558 Beiträge
Liebe Joame, lieber Mac,
ja - so sehe ich das auch. Ich las gerade gestern, daß am Anfang der Novelle "Das Erdbeben in Chile", von Kleist,
sich einer "erhenken" wollte....
Im Übrigen möchte ich noch sagen, wenn es um den Anspruch geht, dann halte ich es mit Jean Cocteau der sagte:
Zitat
Unter Stil verstehe ich die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt.
Damit hat dein Werk meinem Anspruch entsprochen. Die richtige Metrik und Grammatik ist auch für mich wichtig, aber sie läßt sich nachträglich verbessern. Dafür sind unsere Kritiken gedacht - um aus etwas Gutem das noch Bessere herauszukitzeln. Doch Stil ist mir weitaus wichtiger - und den hat ein Gedicht oder eben nicht. Sollte das anspruchslos sein, bleibe ich gern dein anspruchsloser Leser.
Liebe Grüße,
rubber
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 19.09.2011 00:55von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.925 Beiträge
Mit diesem Gedicht hast du genau meinen Nerv getroffen, Joame. Deshalb muss ich zum einen zwar die hervorragende und anregsame Besprechung des Gedichtes loben, es zum anderen aber auch frugal darüber hinaus loben.
Die formale Kritik an dem Gedicht möchte ich zum Teil unterstützen, inhaltlich kann ich keine Fehler sehen. Es ist duchaus der dichterischen Freiheit zuzurechnen, dass der Tote noch einmal aufersteht, um auf unsere Welt verdientermaßen noch einmal zu kotzen.
Die Vorstellung des Menschen, der die Welt erkennt, daran zerbricht und sich ihr folgerichtig entzieht, ist eine konsequente Verkörperung des Zwiespaltes zwischen Erkenntnis und Ablenkung. Wären wir nicht fähig, uns in dieser Informationsgesellschaft von den wahnwitzigen Nachrichtenmeldungen abzulenken, wäre der im Gedicht aufgezeigte Ausweg sehr viel verführerischer. Wer die systematisch-immanenten Schwächen unserer Gesellschaft und auch des Menschen an sich sieht und halbwegs durchmisst, dem fällt die traurige Rolle einer Pandora zu, die das Verhängnis erkennt und daran verzweifelt und zerbricht.
Ich glaube fast, im Grunde ist die spannende Frage nicht einmal, was uns bei Nutzung unserer geistigen Kraft und Erkenntnis des vielgestaltigen Bösen zur Verzweiflung treibt, sondern was uns dabei vom sofortigen Suizid abhält. Wenn man es darauf reduzieren könnte, dass die einzige Bastion gegen den Suizid das einfache Universalmodell der Religion und der hedonistische Egoismus sind, dann sind wir schlichtweg widerlich, und gehören von der Erde getilgt. Natürlich kann man das nicht! Trotzdem ist der Gedanke daran verheerend.
Gerne gelesen (auch die vielschichtige Besprechung),
Willi

E-LITEratum: reimt Laute - traut Meile - Mut elitaer - eitel Armut - Traum leite - Eile tut Arm - Reimtet lau - Laut Metier - Maul eitert - Team Urteil
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 19.09.2011 01:21von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 19.09.2011 23:07von Ein Gassenbaum •
| 144 Beiträge
hallo JOAME - an sich ein exquisites thema, das du hier fast moritatend schilderst. nur: ich muss mich RUBBERs kritik vollinhaltlich anschliessen. auch wenn man den aufmacher ...hat sich einer bei Nacht gehängt... als einen echten teaser sehen kann, bleiben dann wie RUBBER betonte, einige dinge ein wenig widersprüchlich.
Jeder Trottel kann einen Käfer zertreten. Doch können alle Ingenieure und Wissenschaftler dieser Welt keinen bauen.
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 19.09.2011 23:53von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Oh, dankeschön, Ein Gassenbaum!
Nur her mit den Anregungen. Vorweg brauche ich gerade Dir nicht zu erklären, was da geschrieben wurde und wie sehr Niederschriften der Vorstellungskraft und Spontanität unterliegen. Einen plötzlichen Einfall exaktest auszufeilen, bekommt einem Gedichtchen nicht immer; es wäre dann ein wohlüberlegtes, logisch bis wissenschaftlich ausgebautes Gebilde. Diese würde durch hemmende Befürchtungen, es könnte nicht vollkommen stimmen, nie fertig werden und nie hier zu lesen sein.
Ich hätte ja noch einen Trick auf Lager, wie ich mich allem entziehen könnte.
Nein, nicht so, wie man vermuten könnte, sondern einfach eine Titeländerung, schriebe ich, Wie hänge ich mich nieder ... oder so ähnlich.
Mir war in meiner Vorstellung die Angelegenheit ganz klar. Ich wollte nicht meterlang begründen, was und wie ihm etwas dazwischen gekommen ist. Entweder ist schon beim Schlaufe überziehen ein unachtsamer Schritt erfolgt (schließlich konzentriert man sich in solchen Augenblicken darauf, den Kopf richtig hineinzustecken und kann nicht auf die Sprossen der Leiter achten).
Oder noch eine Möglichkeit: die Schlaufe riss, was auf einen Qualitätsmangel des Strickes schließen ließe. Wenn der gute Mann etwas minderbemittelt war, wie ich es stark annehme, war das gar kein neues Seil, nur irgend ein alter sonnengebleichter Strick - oder gar eine untaugliche Schnur, eventuell sogar feucht oder faserig zerschlissen. Wer weiß das schon so genau? Zerstreutheit ist auch oft ein unberücksichtigter Faktor, der zu Unfällen führt.
Dem Leser will ich keine Vorgaben machen, was er sich vorzustellen hat, er soll ruhig auch ein bißchen aktiv werden. Wie ich sah, wurde bisher rege gedacht.
Für mich gibt es auch keine sichere Meinung, nur nehme ich an, der dem Vitalismus Entstrebende war hudelig und ein bisserl patschert. 
In allen Fällen könnte auch das Sprichwort 'Der Teufel schläft nicht' Anwendung finden. Wie ärgerlich! Nicht einmal der gewählte Abgang ist vergönnt, wenn sich das Schicksal einmischt.
Des weiteren könnte ich eine 'Rutschhals-Theorie' entwerfen, die vorwiegend bei fast halslosen Menschen anzuwenden ist. Du kennst solche Leute sicher, die von ihrem Mascherl ständig am Kinn gekitzelt werden, weil ihr Hals zu kurz geraten ist.
Diese Theorie würde allerdings den 'Kragen (Genick) -bruch unwahrscheinlich erscheinen lassen.
Ehe ich so weiter sinniere, täte ich besser daran, einen Kriminalroman zu schreiben. Also lasse ich lieber Dich zu Wort kommen; Du brennst ja schon darauf, Deine Gedanken vom Widerspruch bekanntzugeben. 
Danke vorerst einmal
mit Gruß
Joame
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 20.09.2011 00:26von Ein Gassenbaum •
| 144 Beiträge
Zitat
Der Knöchel zersplittert, Gesicht voller Blut,
die Leiter war schnellstens beim Kippen
Die Zähne sie fehlten, er brüllte vor Wut,
hielt sich die gebrochenen Rippen.
allein in der S2 sind es widersprüche, die einander nicht auffressen können, denn sonst wären sie sprüche. beim sturz von einer leiter kann einem nichts von alledem passieren. man hat einige kleine prellungen und blaue hämatome. unlese: the ladder is about 50 feet (15 meter) high.
Jeder Trottel kann einen Käfer zertreten. Doch können alle Ingenieure und Wissenschaftler dieser Welt keinen bauen.
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 20.09.2011 00:59von Ein Gassenbaum •
| 144 Beiträge
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 20.09.2011 01:07von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Danke, Ein Gassenbaum!
Eine lange Leiter kann es gewesen sein, wobei wir nicht wissen, ob er auf Steine oder Beton stürzte und wie er aufschlug.
Deine Meinung in Ehren, doch ich kann Dir versichern, ein Sturz ohne Leiter, nur während des Gehens,
kann derart katastrophale Folgen haben, die man nicht für möglich hielte. Ich habe Fälle gesehen, zerschunden voller Blut und sogar mit mehreren Brüchen. Es ist gut, Optimist zu sein. Du vermutest richtig, es ist unglaublich.
Ich will Dich nicht mit Details verwöhnen, könnte Dir von Verletzungen berichten, die von einem Drehstuhl mit Armlehne herrühren, wobei der Betroffene von diesem gar nicht gefallen ist, sondern nur, sich über die Lehne beugend, einen Zettel aufheben wollte. Allerdings war das 'nur' eine stumpfe Verletzung und nur innere Organe betroffen.
Kein schönes Thema, auch nicht die fehlenden Zähne, also Themenwechsel:
Gute Nacht!
Joame
Nachsatz: Gut gemachter Reim von Dir (obiger)
dieses 'Am Tage darauf schien er dennoch in Weile.' gefällt mir nicht ganz.
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 20.09.2011 01:21von Ein Gassenbaum •
| 144 Beiträge
So lag er im Garten mit Erde verdreckt,
als wir ihn zu Mittag gefunden.
Er krümmte sich ächzend und war sehr defekt;
Insekten, sie schlürften aus Wunden.
da scheinen aber weder steine noch beton, sondern eher weiche erde als untergrund gedient zu haben. welche arten von insekten schlürfen aus wunden? bekannt als schlürfer sind bienen, was wieder an das alte testament und den guten samson erinnert.
Jeder Trottel kann einen Käfer zertreten. Doch können alle Ingenieure und Wissenschaftler dieser Welt keinen bauen.
RE: Vor dem Knall
in Philosophisches und Grübeleien 20.09.2011 01:34von Joame Plebis •
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