Natürlich hoffen wir - nach dem Schlaf- wenn wir aus dem Fenster schauen, dass sie wieder da ist: die liebe, liebe Sonne. Wir leben in der Fragilität des Unberechenbaren. Das scheint mir einer der Gründe der Wißbegierde, die auch Qual sein kann. Ist sie wieder aufgegangen, hat sie den wünschenswerten Verlauf genommen. In Wirklichkeit war es die Erde, deren Drehung Tag und Nacht scheidet. Dergleichen Scheidungen in der Zeit erlauben uns eine Atempause. Aber Atempausen lassen uns zu wenig über das hinaus fragen, was uns selbstverständlich geworden ist. Immer währende Sicherheit ist nur ein Traum. Der Wandel ist das Beständigste. Wann er stattfindet ist das Rätsel der Schöpfung. Vielleicht warten wir zu ängstlich darauf, dass er kommt. Aber das Leben braucht auch Verdrängen, damit Platz zum Handeln bleibt. Ja, ich liebe die Sonne, den Mond und die Sterne. Das ist das Kind in mir. Meine Eltern
sind die Hoffnung und das Unabänderliche. Und diese Eltern bedürfen einer gewissen Gelassenheit, damit ich, solange es mir gewährt ist, Verantwortung tragen kann, so gut ich es vermag.
Einmal wird kein Tag sein,
einmal keine Nacht,
füge mich dem Nichts ein,
hab als Mensch gemacht.
Nichts ist schlimmer, außer wenn ein Kind weint.
Das will ich nicht vergessen.
Liebe Grüße,
otto.