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#1

herbstspännig

in Minimallyrik 13.10.2011 12:34
von Michael Munk | 271 Beiträge

monddurchblässtes flößen
föhrengehöfte
setzen uns sommergelbe mützen auf;
schwibbögen stehn abgeblüht
im erikageträume
als schmiegen sie laub


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#2

RE: herbstspännig

in Minimallyrik 13.10.2011 12:53
von WastelandWarrior | 50 Beiträge

hallo, michael munk!


ich lese hier jemanden, der mit sprache auch in ihrer zweigleisigkeit - dem klang UND der bedeutung - wunderbare verflechtungen wirkt. der aussage erzeugt. ein ganzes, das mehr ist als die summe der einzelnen teile.

ein wenig erschlägt mich die ö-tönende ouvertüre. ich gestehs.
auch der wechsel von der eben- noch- mondlicht - stimmung zur sommerlich leuchtend-gelben mützenbekränzung kommt überraschend und sorgt für kurze desorientierung. vermutlich bin ich da zu unflexibel oder voreingenommen beim lesen herangegangen?

dennoch: der gesamteindruck und nachhall: ganz großartig!
natur ohne klischee in wort UND klang festgehalten und zu einem eigenen geformt.
es gibt so wenig gute naturlyrik, die keine variation des ewiggleichen darstellt. ich selbst versuche, das zu meiden. bin mir jedoch nicht sicher, ob es mir wirklich gelingt.

hier lese ich das sehr gelungen gemacht.

sehr genossen also - die lektüre. danke!


lieber gruß,

warrior

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#3

RE: herbstspännig

in Minimallyrik 13.10.2011 23:33
von Michael Munk | 271 Beiträge

hi warrior!

danke für dein lesen und dein ein- und ausspüren. diese zeilen kamen mir heut einfach so in den sinn. das ö-tönende fand ich grad faszinierend und so ergab sich das andre fast von selbst. es oktöbert halt xD!

es freut dein sehr genossen!

lieben gruß zurück

munkel


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#4

RE: herbstspännig

in Minimallyrik 14.10.2011 12:31
von WastelandWarrior | 50 Beiträge

herbstdurchflößte, oktöberliche föhrengehöfte muss man auch erst einmal entdecken, munkel,

um sie dann so gekonnt in szene zu setzen. schon allein das ist eine leistung, die gehörig gewürdigt gehört.


lieber gruß,

warrior

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#5

RE: herbstspännig

in Minimallyrik 14.10.2011 19:19
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Ich musste spontan an diesen Wahnsinn in den Supermärkten denken: Da hast du teilweise noch Sommerblumen, dicht daneben auch ganz viel Halloween-Dekoration und... viel zu früh, jedes Jahr früher, jedes Jahr unpassender, die ersten Vorboten der Weihnachtskonsumsaison. Erst heute sah ich mich versucht, im Supermarkt Spekulatius zu kaufen, hab mich aber dann für Haselnusskekse entschieden.
Und Schwippbögen... hach, Sachsen, oh du holder Ort meiner Kindheit...

Danke für dein Gedicht!
LG, Evanesca

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#6

RE: herbstspännig

in Minimallyrik 16.10.2011 00:43
von perry • Mitglied | 910 Beiträge

Hallo munkel,

ich finde es toll, dass du hier eine "moderne" Lanze für die Naturlyrik gebrochen hast. Ich bin ja selbst ein passionierter Naturdichter und sinke gern auf die Knie vor Bildern wie

"abgeblüht
im erikageträume."

Konstruktiv möchte ich dir gern meine Version dalassen, natürlich völlig unverbindlich:

herbstspännig

monddurchblässtes
flößen im föhrengehöft
setzen wir uns sommergelbes auf
schwibbögen steh'n abgeblüht
im erikageträume
als schmiegten sie sich in's laub

Daumen hoch und LG
Perry

zuletzt bearbeitet 16.10.2011 00:44 | nach oben springen

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