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#1

Der heimliche Brief

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.10.2011 23:59
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge


Ein weißes Kuvert wurde mir durch den Türspalt geschoben. Als ich zur Tür eilte und hinaussah,
vernahm ich nur noch eilende Schritte und hörte das Zuschlagen des massiven Eichentores.
Ich kehrte ins Zimmer zurück und nahm an meinem Schreibtisch Platz.

Mißtrauisch lugte ich vorsichtig in das Kuvert, schnupperte kurz daran und zog ein mit
säuberlich geschriebener Handschrift beschriebenes Blatt heraus. Die Anrede verwundert mich
etwas.


Euer Gnaden!
Durch eine wundersame Fügung konnte ich die Adresse Eurer Residenz in Erfahrung bringen.
Seit meiner Kindheit ist es einer meiner größten Wünsche, deren ich nicht allzuviele habe,
Schriftsteller zu werden.
Als Vorbild schwebt mir Euer Wirken vor, Euer Ansehen und Bedeutung für den gesamten deutschsprachigen Raum. Soferne es mir vergönnt wäre, bäte ich untertänigst um eine Beurteilung meines Könnens und um Unterricht. Dafür würde ich gerne alle meine bescheidenen Mittel zur Verfügung stellen, obwohl es weithin bekannt ist, dass Eure Freundlichkeit kein Geld von Armen nimmt und gerne unentgeltlicher Helfer ist.

Zur ersten Beurteilung meines Schaffens, lege ich eine Geschichte bei, um deren schonungslose Beurteilung ich inständig bitte.


Hofrat Schnabel (Kurzgeschichte von Christian Gehweg)

Ein schönes herrschaftliches Haus mit einem großen Garten ist am Rande unserer Ortschaft gelegen. Häufig dehne ich meine Spaziergänge bis dorthin aus und bestaune die alten Bäume und die auf dem leicht einsehbaren Grund, prächtig angelegten Blumenbeete, die von Zierhölzern und Rosenstöcken umgeben sind.
Dort wohnt Familie Schnabel. Das Familienoberhaupt, soferne Herr Schnabel so bezeichnet werden kann, ist Hofrat, ein wirklicher Hofrat. Es soll auch unwirkliche geben. Auf welchen Hof sich dieser Titel bezieht, ist mir nicht bekannt.

Hofrat Erwin Schnabel bedient sich seit über drei Jahren einer Putzfrau. Da er Bürokratie nicht mag, meldete er sie nirgendwo als Arbeitskraft an. Somit ist sie eine Schwarzarbeiterin. Das ist komisch, auch ich arbeite mich schwarz. Ärgere ich mich sehr, dann verwende ich dazu andere Farben: Blau und Grün.

Allem Anschein nach hat Herr Hofrat Erwin mit dieser Putzfrau nicht nur ein Arbeitsverhältnis. Das besteht aber schon längere Zeit, fast fünf Jahre. Ihr Name ist Irma. Bei der Auswahl der Haushaltshilfe hat ihm seine Frau, Klara, völlig freie Hand gelassen.
Die laute Stimme von 'Klärchen' ist jedem der näheren Umgebung bekannt. Wenn sie diese rufend oder scheltend ertönen läßt, kommt meistens aus der neben der Auffahrt befindlichen Hütte der Hund gelaufen und stimmt mit lautem Jaulen mit ein. Klara Schnabel hat wenig Zeit, da sie sich um ihre Mietshäuser kümmert, ebenso um den großen Garten. Der Garten bedarf intensiver Pflege. Als dafür ein Gärtner angestellt wurde, zeigte sich Herr Schnabel großzügig und überließ die Auswahl des Gärtners seiner Frau.

Der Gärtner, jung und stark, nahezu athletisch gebaut, heisst Otto. Das weiss ich nur, weil es mir die Putzfrau erzählte. Sie verbringt viele ihrer freien Stunden im Garten, ansonsten in ihrer nett eingerichteten Wohnung auf dem Anwesen von Familie Schnabel. Mehr als oft bekommt Frau Klara Besuch vom Gärtner, der ebenfalls im großen, als feudal zu bezeichnendem Haus der Familie wohnt.

Immer wenn Herr Hofrat fortfährt, was hörbar und durch die Fenster sichtbar ist, verläßt der Hausgärtner Otto Irma, die gerne hätte, wenn er noch bliebe. Er begründet die Beendigung seines Besuches meistens energisch mit dem Hinweis auf einem Auftrag von Frau Schnabel, der erledigt werden müsse.

Kinder hat das Ehepaar Schnabel keine. Deshalb ist es im Haus und im Garten recht ruhig. Knabbernde Eichhörnchen sind gelegentlich zu sehen oder dabei zu beobachten, wie sie von Zweig zu Zweig schnellen. Die sind ungemein flink.
Auch der Gärtner ist flink, ebenso Irma. Manchmal ist auch Herr Schnabel flink wieder zürück von einer Ausfahrt. Dann öffnet Frau Schnabel das Fenster und ruft ganz laut hinaus "Wie erfreulich, dass Du wieder da bist, Erwin. Ich dachte Du würdest länger zu tun haben!" Das hört sogar Irma in ihrem Zimmer. Wie zufällig überquert Otto, der Gärtner, meistens kurz darauf den Hof.

Immer wenn Frau Klara Schnabel weggefahren ist, gerät Irma in Arbeitswut und eilt zur Arbeit ins Büro des Herrn Hofrat. Dort herrscht eine gewaltige Unordnung. Nichts als Papiere und Bücher. Otto weiß das von Irma und hat es mir erzählt. Irma, die äußerst häufig dort viel zu tun hat, ist in ihrer Gewissenhaftikeit bestrebt, dort Ordnung zu halten. Sie wischt und poliert, damit alles wie spiegelblank ist.

Unter der Aufsicht und fürsorglichen Hand von Otto, ist der Garten verständlicherweise sehr gepflegt; alle Besucher, die bisher kamen, hatten bei seinem Anblick das Gefühl, eine andere Welt zu betreten. Mit sichtlichem Wohlwollen beobachtete der Hausherr den Eindruck, den der wohlgefällige Anblick seiner blumenreichen Grünanlage bewirkte. Bewundernde Ausrufe waren meistens die Folge.

Für heute hatte eine auserlesene kleine Gesellschaft einer Einladung zugestimmt. Niemand konnte wissen, dass sich heute zu den erstaunten und begeisterten Ausrufen Laute gesellen würden, die hier noch niemand vernommen hatte. Keiner dachte an Ereignissen, die sich bereits anbahnten, als der erste Besucher den Fuß auf den Kies des Weges setzte. Unmöglich, das Grauen zu erahnen, das in dem Moment begonnen hatte, als der Hund zu jaulen begann.
-----
Diese Zeilen mögen eine kleine Probe meiner Schreibart sein. In Erwartung einer gütigen Entscheidung zeichnet
mit Bewunderung und Respekt

Ihr ergebener Christian Gehweg



Nachdenklich blickte ich auf das Blatt, legte es dann auf den Stapel zum Posteingang.

Seit ich Strom im Haus hatte, hatte ich auch einen PC - und Strom hatte ich immer,
abgesehen bei ganz heftigem Gewitter. Doch heute, ich weiß nicht warum, griff ich
zu Papier und Feder. Zu keiner Fasan- oder Gänsefeder, auch zu keiner Füllfeder,
sondern einer gewöhnlichen Kugelspitzfeder aus Stahl.
Auf ein Löschblatt hatte ich ein Tintenfass positioniert, in das ich eintunkte, etwas
abstreifte und schrieb mit königsblauer Tinte:


Sehr geehrter Herr Christian Gehweg!

Ihr Schreiben ehrt mich genauso wie Ihr Ansinnen. Es wäre nicht notwendig gewesen, den Brief heimlich durch die Tür zu stecken und zu flüchten. Wenn Sie so viel Positives über meine Person zu wissen glauben, sollten Sie auch davon Kenntnis haben, dass ich kein Menschenfresser bin; also war Ihre Flucht unberechtigt und nicht angemessen.
Hier setzt meine Überlegung an, indem ich mich frage, wer sich so verhält. Haben Sie kein Vertrauen zu sich selbst, sind Sie komplexbeladen oder so fürchterlich entstellt, um mir Ihren Anblick ersparen zu wollen?
Meine Überlegungen habe ich für mich nicht beantwortet, sondern abgebrochen, da es doch in erster Linie um die Schreibkunst geht, zu der Sie mir eine Probe Ihres Könnens gesandt haben.

Durchaus ein ungewöhnlicher Stil, der Sie berechtigen könnte, an einem Fortsetzungsroman für eine Serie eines Fernsehsenders zu schreiben. Die alleinige Beurteilung Ihres Genius aufgrund eines beschriebenen Blattes Papier alleine, entzieht sich meinem Können. Wäre es Ihnen möglich, mir eine weitere Kostprobe zu senden, zu der allerdings ich die Bedingungen stellen will, dann ließe sich Ihre Schreibkunst besser beurteilen.

Aus diesem Grunde schlage ich vor, Sie verfertigen mir zwei Gedichte. In einem drücken Sie bitte Ihren Hass auf die Zivilisation aus, im zweiten behandeln Sie das Thema, warum es von der Natur eine Dummheit war, zwei Geschlechter zu schaffen.

Stecken sie die Gedichte, wie bereits beim ersten Schreiben, durch den Türspalt. Sollten sich Ihre Gedichte als nichtswertiger Unfug erweisen, bräuchten Sie sich nicht zu schämen; die Korrespondenz bliebe ein geheimes Vorkommnis.
Im Falle, dass sich Ihre Werke als gut erweisen und von mir als lobenswert befunden werden, will ich dafür Sorge tragen, sie ins rechte Licht zu rücken und Sie öffentlich aufsuchen; nicht geheim und nicht durch einen Türspalt.

Joame Plebis

zuletzt bearbeitet 24.10.2011 20:19 | nach oben springen

#2

RE: Der heimliche Brief

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.10.2011 13:18
von MarleneM • ( Gast )
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Diese Geschichte hinterlässt mich ratlos, lieber Joame.
Die gGschichte in der Geschichte ebenso.
Gerahmt von dem Gerüst, dass der Brief heimlich eingesteckt wurde, was ja eigentlich sinnlos ist, weil er mit Absender versehen war.
Die Antwort des Schriftstellers, mehrfach, fast aggressiv zu betonen, dass er es nicht heimlich hätte machen müssen.
Dann fast beleidigende Mutmassungen darüber, weshalb er es tat.
Es tut mir leid, ich finde da weder einen roten Faden, noch irgendeinen Sinn dahinter.
Vielleicht mit viel gutem Willen, dass die meisten Schgriftsteller ein wenig seltsam sind?

Mag an mir liegen- durchaus.
LG von marlene

zuletzt bearbeitet 17.10.2011 13:20 | nach oben springen

#3

RE: Der heimliche Brief

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.10.2011 17:17
von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge

Hi Joame,

der kurzweilige Rahmen macht die Schwächen der Story nicht wett: Vorhersehbares Setting, holpriger Stil.

Zitat
Immer wenn Frau Klara Schnabel weggefahren ist, gerät Irma in Arbeitswut und eilt zur Arbeit ins Büro des Herrn Hofrat. Dort herrscht eine gewaltige Unordnung. Nichts als Papiere und Bücher. Otto weiß das von Irma und hat es mir erzählt. Irma, die äußerst häufig dort viel zu tun hat, ist in ihrer Gewissenhaftikeit bestrebt, dort Ordnung zu halten. Sie wischt und poliert, damit alles wie spiegelblank ist.



Umständliche Berichterstattung: In Abwesenheit der Hausherrin läßt Irma ihre Arbeitswut am Chaos des Schnabelschen Arbeitszimmers aus. Stundenlanges Wischen und Polieren, hat sie Otto erzählt.

Am besten gefällt mir die gewitzte Replik des Erzählers. Mein Highlight:

Zitat
Aus diesem Grunde schlage ich vor, Sie verfertigen mir zwei Gedichte. In einem drücken Sie bitte Ihren Hass auf die Zivilisation aus, im zweiten behandeln Sie das Thema, warum es von der Natur eine Dummheit war, zwei Geschlechter zu schaffen.



Danach könnte die Geschichte enden, mit dem Vermerk: Bisher nix eingetroffen. Der Anreiz, ins rechte Licht gerückt
zu werden, ist auch sparsam genug. Aber vllt motiviert das einen Leser, die Gedichte zu liefern, wer weiß? HG - mcberry


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#4

RE: Der heimliche Brief

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.10.2011 19:53
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge

Schönen Abend wünsche ich, Dir Marlene und Dir McBerry!

Es ist für mich unvorstellbar, wie ein Klartext irgendwelche Schwierigkeiten bereiten könnte. Der Hinweis auf den holprigen Stil, ist mir willkommen. Dabei habe ich die vorher beinhalteten Übertreibungen am Stil sogar noch gestrichen und auf ein Maß reduziert, wie es tatsächlich vorkommen könnte.

Muß separat betont werden, daß ein Schreiber, dessen Herzenzwunsch es wäre, ein guter Schriftsteller zu werden, sich mit seinem Ansinnen an einen berühmten Dichter wendet?

In seinem Schreiben, seiner Kurzgeschichte, die gezeigt wird und den Großteil des Textes ausmacht, wird seine Art zu Schreiben samt seinen Fehlern und Eigentümlichkeiten wiedergegeben.
Der Meister hat hatte viele Möglichkeiten. Er wählte nicht das Ignorieren, er antwortete sogar persönlich und mit Handschrift, was eine große Auszeichnung bedeutet.

In seiner Antwort, bezieht er auch psychische Aspekte ein, muntert den Schreiberling sogar auf, keine Angst zu haben, er sei kein Menschenfresser. Er vernichtet nicht mit seiner Kritik, läßt aber erkennen, indem er die Geschichte für einen Serie im Fernsehen (sagt ja schon viel aus) geeignet erachtet,
nicht viel davon hält. Zusätzlich gibt er zu bedenken, daß doch durch eine Kurzgeschichte alleine keine Bemessung von Qualität sein kann.

Er, der Dichtkunst besonders zugetan, fordert Gedichte als entscheidendes Kriterium. Nach diesen will er den angehenden Schriftsteller beurteilen. Das ist seine Bedingung durch die er deutlich zu verstehen gibt, nicht x-beliebiges vorgesetzt bekommen zu wollen, sondern, wer etwas von ihm will, muß sich seinen Bedingungen unterwerfen.
Durch diese wenigen Sätze wird das Wesen des Dichters etwas beleuchtet. Er, als bekannte Größe, kann es sich leisten, diesen Ton anzuschlagen, der gar nicht unhöflich ist; zu bedenken ist, es wurde an ihn herangetreten, was offensichtlich bisher kaum jemandem gelang.
Zugleich sichert er unaufgefordert Diskretion zu, stellt im günstigen Falle - falls lobenswert - die Ungeheuerlichkeit in Aussicht, 'Sorge zu tragen und ins rechte Licht zu rücken', was für den Schreiber ein Glücksfall wäre, von dem er nur träumen könnte.
Hier können wieder Schlüsse auf die Persönlichkeit des Dichterfürsten gezogen werden, der als Philantrop gilt;
was als bestätigt erscheint. Ebenso ist der letzte Satz kein einfacher Vorwurf, sondern freundlich gehalten, gekleidet ihn in eine kleine humorvolle Bemerkung.

Natürlich können alle jene, die bis zum Schluß durchgelesen haben, sogar noch erfahren, wer dieser freundliche Philantrop ist, der sich trotz seiner Größe die Mühe machte, persönlich mit Handschrift einem gewöhnlichen Schreiber zu antworten, in freundlicher und höflicher Form. Er unterzeichnete den Brief doch,
mit Joame Plebis

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#5

RE: Der heimliche Brief

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.10.2011 21:31
von Michael Munk | 271 Beiträge

hallo joame,
ich bin mindestens sieben mal um deine geschichte geschlichen und fand sie von der idee her amüsant. der vorsichtig angesprochenene kritikus wählt eine retourkutsche, die sich der absender so nicht hätte vorstellen können ;).

als nichtkritikus: skizze:
vom höchstförmlichen und gedrechselten anschreiben her, hätte ich den schreiberling aus einem anderen jahrhundert vermutet, doch entpuppte sich die hofratsgeschichte dann vom sprachlichen sehr heutig. die fehler, die sprachvermische, sprachformen, wortstellungen u.s.w. wirken unfertig, gestelzt, dann wieder fast trivial, fallen also auch dem otto normalverbraucher auf.
[vielleicht nimmt diese gewollte, fast aufgesetzt wirkende form, der geschichte die fahrt, sodass sich manche leser enttäuscht zurücklehnen. vielleicht hätte man sie noch mehr straffen sollen, um sie spannender zu gestalten, obwohl der rahmengeschichte und dem feedback ein besonderer fokuss zukommt, denn sie ist ja marginal und so finde ich die reaktion des kritikers auch originell geschrieben. der zu gestaltende widerspruch ist aber für mich, dass gerade die rahmengeschichte der eingereichten autorengeschichte bezüglich des short-story-charakters leider von der wirkung her das wasser abgräbt, obwohl du ja diese schon sehr gekürzt hast. mhmm, wenn ich jetzt die form noch mal anschaue, ist die autorengeschichte sogar fast gleichgewichtet, entspricht also in etwa vorgeschichte+anschreiben+nachspann+antwort. vielleicht ist ja diese konstellation unglücklich? vielleicht sollte vor- und nachspann weggelassen oder zumindest noch knapper angelegt werden?


was mir noch auffällt, hier folge ich ganz mcberry, ist das

"Aus diesem Grunde schlage ich vor, Sie verfertigen mir zwei Gedichte. In einem drücken Sie bitte Ihren Hass auf die Zivilisation aus, im zweiten behandeln Sie das Thema, warum es von der Natur eine Dummheit war, zwei Geschlechter zu schaffen." etwas so tragendes und markantes, dass es das folgende fast erschlägt und ich auch hier die geschichte enden lassen würde. diese passage ist aber auch so wirksam, weil hier kurz und knapp aussagen gemacht werden ....

warum dominiert dieser satz so. vielleicht, weil viele andere sätze zu sehr beschreiben und schachteln. (aber das ist auch geschmackssache, stendhal vermochte ja in der hinsicht phänomenales.)


mit freundlichen grüßen
munkel

p.s.:
"Die alleinige Beurteilung Ihres Genius aufgrund eines beschriebenen Blattes Papier alleine" das ist unglücklich formuliert

Wäre es Ihnen möglich, mir eine weitere Kostprobe zu senden, zu der allerdings ich die Bedingungen stellen will, dann ließe sich Ihre Schreibkunst besser beurteilen.

[das ist meine persönliche begegnung mit deiner geschichte und alles, was ich schrieb, soll nur dazu dienen, dir zu helfen, die geschichte spannender zu gestalten.// die idee finde ich famos!]


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#6

RE: Der heimliche Brief

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 18.10.2011 00:07
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge

Werter Michael Munk!

Sei Er gegrüßt und meines Dankes sicher. Nicht einzig ob der unverhohlenen Freundlichkeit, die ich dargeboten sehe, auch der Last wegen, die es Ihm war, indem er sich der Behäbigkeit des Alltages entwand und sich bebürdete, sein minder Wohlgefallen mir kund zu tun. Dies in einer Form, die er für mich als erträglich erachtete und mir zumutete.

Nichtsdestoweniger kann ich versichern, bedacht gewesen zu sein, die Strapazen möglichst gering zu halten, indem ich das näher erläuternde Schreiben zur stattgefundenen Korrespondenz anschließend recht frühzeitig schrieb.
Tatsächlich brachte diese Art meiner indirekten Ermunterung Erfolg. Mit Bedauern sah ich doch, wie Er bereits sieben Mal um die Geschichte geschlichen war. Dabei frug ich mich, ob es Zufall war oder bewußt, da Sieben doch eine mystische Zahl sein soll, mit der es ein Bewandtnis haben könne, die mir nicht bekannt ist.

Zu Pudels Kern zurückkommend, kann ich die hemmschuhartige Wirkung der ungelenken Erzählung, welche mir Ärgernis bedeutete, vollauf bestätigen. Noch immer will mir die Zornesröte aufsteigen, denke ich an diesen unglückseligen Schreiber, dessen Name mir als Christian Gehweg leidlich in Erinnerung blieb.

Da mir dieser werte Herr bis heute Gedichte zu den von mir geforderten Themen schuldet, betrachte ich den einseitigen Kontakt, der zwar nur in schriftlicher Form stattgefunden hatte, als abgebrochen.
Es hat sich weit und breit auch noch kein anderer Dichter gefunden, der die Themen aufgegriffen hätte.
Vielleicht war mein Ansinnen zu hoch gestellt.

Ich danke freundlich für den Kommentar und grüße freundlich
Joame Plebis

p.s.:
Doch noch will ich meine Hoffnung aufrecht halten, eine Mutige Dichterseele wagt es,
Gedichte zu den zwei kleinen Aufgaben zu schreiben:

1. drücken Sie bitte Ihren Hass auf die Zivilisation aus
2. warum es von der Natur eine Dummheit war, zwei Geschlechter zu schaffen.

Sollte sich trotz meines Hinweises niemand dazu finden, könnte auch in Erwägung gezogen werden,
diese Aufgabe einmal als Wettbewerb auszuschreiben (das sei aber nur am äußersten Rand vermerkt).

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#7

RE: Der heimliche Brief

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 18.10.2011 17:40
von Michael Munk | 271 Beiträge

werter joame plebis

oh ... grins ... ich werde daran arbeiten werte dichterseele und nun, schreib ich mir's hinter die ohren, hör mit meinen augen. aber teuerster, ich werde mich daran wagen, so ich nun mal ertappt bin, mich vor dieser aufgabe gedrückt haben zu wollen. seufz: meine aufgeflogene tarnung lässt nur eine konsequenz zu ! es werden in bälde die zwei geforderten gedichte folgen.

fg der munkel


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