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Ordnung muß sein - Das Euro
Ordnung muß sein - Das Euro
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 25.11.2011 17:19von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Unlängst las ich einen Kommentar zu einem Thema, wo es um Frauen ging.
Ein Schreiber drückte dort seine Unzufriedenheit mit der Unterscheidung nach Mann und Frau aus.
Da will ich mich gleich mit meiner Meinung einhaken, auch mir sagt das zu wenig aus. Ich zitiere kurz:
Zitat
das Wissen um den anatomischen Unterschied ist jedem gegeben, damit ist aber keine Eigenart, keine Eigenschaft oder Verhalten näher bestimmt.
In Formularen bei Ämtern (nicht bei allen) wird in letzten Jahren oft auf den Punkt nach Angabe des Glaubensbekenntnisses verzichtet.
Das ist so richtig, denn die Sichtweise, Ziele von Hoffnung, ob er schwärmerisch oder sentimental, ob sich jemand Chancen ausrechnet, im Jenseits Harfenspieler zu werden, sind nicht nur vielfältig, auch sehr privat. Deshalb gehören sie auf keinen Fragebogen oder irgendwo gespeichert.
Jetzt kam mir die Idee, wäre nicht ein weiterer Schritt zu erwägen? Was wäre, ließen wir die Bezeichnung Frau und Mann weg und stellten nicht die Frage nach dem Geschlecht?
Wer bisher zum Beispiel in einem Verzeichnis eingetragen war als Wähler 1224, Frau Mausbär, könnte dann registriert sein als Staatsbürger 1224, Mausbär. Für den Wahlvorgang ist ohne Belang, ob Mann, Frau, Zwitter, Frau mit Vorliebe für Frau oder Mann mit Vorliebe für alles. Das könnte eventuell bei medizinischen Angelegenheiten von Belang sein. Doch für eine Partei sollte es nicht von Interesse sein. Genausowenig dem Stromlieferanten oder der Fernsehgesellschaft, die ihr Verblödungsprogramm ausstrahlt.
Mit diesem Argument plädiere ich dafür, die Bezeichnung Mann/Frau abzuschaffen! Nennen wir den anderen nicht Fräulein, Frau oder Herr, nennen wir sie schlicht Bürger, Miteinwohner oder Europaregistrierter.
Schon höre ich die Emanzenvereinigung keifen, die sich über die jeweiligen Endungen -er empört. Denen kann geholfen werden. Die Endung -er (in Bürger,-registrierter, -bewohner), die doch wahrlich einen maskulinen Beigeschmack hat, muß eliminiert werden. Somit ist die Vereinfachung noch umfangreicher als ursprünglich angenommen: wir müssen diese ER-Worte neutralisieren.
Das soll gleich der nächste Schritt sein. Die weibliche Endung -IN soll auch nicht Männer empören, somit ergibt sich statt Bürger oder Bürgerin ein viel unverfänglicheres Wort, das mit ei enden könnte. Es heisst somit Bürgei, Bewohnei, Registriertei. Das sieht schon viel besser aus und hat die zu erwartende Zustimmung dafür mehr als verdient.
Wir sind nicht nur von einfachen Zeitgenossen umgeben, mit denen wir das Auskommen finden müssen; es sind schon welche dabei, die uns gelegentlich den letzten Nerv kosten können. Mit denen können wir nur unter Aufbietung all unserer Zurückhaltung und Beherrschung kommunizieren. Laut einer im Moment verlegten Statistik, befinden sich in deren Reihen viele Lehrer. Welcher Art von Lehrer, das sei einfachheitshalber dahingestellt. Die Eigenart dieses Berufsstandes, den wir auf keinen Fall diskriminieren wollen, sondern im Gegenteil, wie gleich bewiesen wird, liegt darin, dass er spitzfindig ist. Genau, so könnte man auch dazu sagen; das mag ein Ausdruck der Gewissenhaftigkeit sein, der mit dem Auftrag des Unterrichtens einhergeht, dem man eine gewisse Präzision nicht absprechen darf.
Aus diesen Reihen könnte der Vorschlag (oder Einwand) kommen, warum nur Namen betroffen sein sollen. Im täglichen Leben sind wir andauernd einer er/ie - Bezeichnung ausgeliefert. Substantiva, ob Straßenzüge oder Gebrauchsgegenstände werden durch die Sprache ungefragt so dargestellt, als hätten sie einen Bezug zum Makulinen oder Femininen. Greifen wir also diesen Vorschlag des 'aufmerksamen Berufsstandes' auf, der sich ja bereits in Österreich durchsetzen konnte, die Hymne abzuändern (anstatt Heimat bist du großer Söhne, jetzt auf Heimat bist du Töchter und Söhne). Mit Berücksichtigung dieses wesentlichen Anliegens der Pädagogen, falls welche darunter sind, könnte dann das Wort Käfer, das gedankenlos verwendet wurde anders lauten.
Stimmt, es grenzt doch fast schon an Überheblichkeit des Menschen, einen Käfer, an dem keine geschlechtsspezifierende Untersuchung stattgefunden hat, Käfer zu bezeichnen, einfach so leichthin.
Ein neuer Artikel der Verfassung, die allerdings geändert gehört, wobei der Änderungsvorschlag momentan zu Begutachtung den Landeshauptleuten vorliegt, muß gezwungenerweise lauten:
Zusatz§ 1 zur Entgeschlechtlichung von Wörtern.
a) Solange einem Indivudiuum, einer Sache oder einem Abstraktum nicht geschlechtsspezifische Merkmale durch eine gründliche eingehende Untersuchung zugeordnet worden sind oder werden, können diese auf eigenes Verlangen oder Beantragung durch eine sie und ihre Interessen vertretende Person oder Personenkreis (private oder juristische Personen), darauf bestehen, unspezifische Endungen in ihrer Benennung und Schreibweise zu erhalten.
Also ganz einfach - und die Angelegenheit ist schon gelöst. Solange der Käfer nicht seziert wurde, nicht festgestellt wurde, daß er eigentlich ein weiblicher Käfer ist, eine Käferin, solange muß ihm das -er entzogen werden und wir werden fairerweise von einem Käfei sprechen, ihn ebenso beschreiben.
Sollte sich herausstellen, daß er doch dem angeblich 'starken Geschlecht' zugeordnet werden kann, dann hat er mit vollem Recht die Bezeichnung Käfer verdient. Er wäre günstig, den Beweis dafür (Urkund, Untersuchungsergebnis in schriftlich Form) immer dabei zu haben.
Wenn die Regierungsklausur zum zustimmenden Ergebnis kommt, im Europaparlament ebenfalls zugestimmt wird, werden die dafür erforderlichen Schriften in den jeweiligen Sprachen sämtlicher Staaten der Europäischen Union vorhanden sein und können angefordert werden. Es wird vermutet, dass das Gesetz einstimmig verabschiedet werden kann. Lediglich Frankreich hat seine Bedenken geäußert, Italien ließ durchblicken, es wird sich der Stimme enthalten. In der deutschen Bevölkerung wird der Vorschlag mit Skepsis aufgenommen. Enthusiastische Kommentare wurden vereinzelt laut, die der Ansicht sind, bei dieser Gelegenheit könnte eine weitere Abänderung stattfinden, nämlich es soll nicht mehr der Euro heissen, sondern das Euro.
RE: Ordnung muß sein - Das Euro
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.11.2011 19:32von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge
Oder sollte gleich Eurei heissen, als Kürzel für ->Euro-Windei durchaus gelungen.
Dem Plädoyer kann ich mich nur anschließen.
Das Weihnachtsei hätte schon längst erfunden werden sollen, angeboten von Kaufeiern beiderlei Geschlechts.
Gestern sah ich eine archäologische Dokumentation auf Phönix über den Kusch, wo in antiker Vorzeit eine Schrift
in Hieroglyphen ähnlichen Kürzeln entwickelt wurde. Bis heute nicht entschlüsselt, glaubt man doch sicher zu sein,
daß die Sprache ohne Artikel auskam. Dem Namen konnte das Wort Mann oder Frau beigegeben werden.
Bedenke wieviel unnötig vertippte Zeit wir sparen, Tintenfässeier und Papierberge. Auswirkungen kämen einer
Kulturrevolution gleich und wären gleichzeitig so ökonomisch, daß sie zur Rettung unserer Wirtschaft beitragen.
Womit wir wieder beim Euro sind.
E-literaten als Vorreiteier sollte ihre Texte entsprechend formulieren. Es grüßt ein hochentzücktes Usei - mcberry
RE: Ordnung muß sein - Das Euro
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 30.11.2011 18:13von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Schönen Tag, Mcberry!
Eine wahre Freude, es gibt noch gewissenhafte Menschen, die sogar meine Texte durchlesen. Dahinter steckt eine gewisse Berechnung.
Erstens könnte es ja ein guter Text sein, wenn dem nicht so ist, könnten einige Stellen annehmbar sein; auf diesen Genuß zu verzichten, läßt schon die Neugierde nicht zu.
Zweitens wird der Schreiber bei Laune gehalten, hat nicht das Gefühl, mit seinem Beitrag gänzlich uninteressant zu sein. Sein Selbstwertgefühl hebt sich etwas, was eine Qualitätssteigerung bewirken könnte. Jetzt heisst es nur noch abzuwarten, bis sich diese zeigt.
Danke und Gruß!
Joame
RE: Ordnung muß sein - Das Euro
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 06.12.2011 14:48von MarleneM • ( Gast )
GGG das Männerei. nettes Wort.
Besonders emanzipierte Parteien wie die Linken sagen ja auch gerne: Genossinen und Genossen, um allen den Wind aus den Segeln zu nhemen.
Um die Entstehung der Artikelzugehörigkeit zu ergründen, müsste man in die diachronische Sprachforschung gehen.
Und wer will das schon.
Das sanfte, Weibliche wird zunehmend dem zugeordnet, was man als sanft und weiblich ausgeben will. Die Samftmut, abr der Mut. Männlich ist also stark
Die Gardine-Männer kommen auch ohne aus, aber eben auch der Arsch.GGG
Lehrer sind Menschen, die gewohnt sind genau hinzusehen und nachzufragen. dass sie nicht das beste Image haben, ergibt sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass es eben der Lehrer ist, der eine Note für all den Erziehungsmist geben muss, den andere vor ihm angerichtet haben.
Und den letzten beissen bekanntlich die Hunde.
Schmunzeln von Marlene
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