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Verrat mich nicht, ich stürz ins Bodenlose
Die Brücke bricht, sticht der Dorn der Rose
Kein Engel spricht, Gefühle aus der Dose
Seit ich mich kenne tanze ich
Unschuldig im langen Kleid
Mit dem Alter dieses wich
Passiv Tanz ich nun erleid
Und doch bin ich immer noch das Kind
Das ins Kissen schreit, nach der Mutter weint
Stille weit und breit, seelisch angeleint
Und alle andern schauen weg wie blind
Verrate mich nicht, ich stürze ins Boddenlose
Die Brücke bricht, sticht der Dorn der Rose
Kein Engel spricht, Gefühle aus der Dose
Einmal wude ich verkannt
Heimkehrend nachts im Dunkeln
Solch Schmerz bisher unbekannt
Starb ich im Zahnesfunkeln
Verrat mich nicht ich könnt's nicht ertragen
Wer mich verficht, soll mich nie beklagen
Alles zerbricht, würdest du ein Wort sagen
Und doch verbleiben ich ewiglich die Frau
Die nur leben will, doch die Liebe sucht
Sterne schweigen still, schimmern unverrucht
Und darum ich dir nimmermehr vertraut
Toten Lebenssafts ein Schluck
Gab ewiges Unleben
Riss ins Wesen mich ein Ruck
Ein stummes Erdenbeben
Verrat mich nicht, ich könnt's nicht ertragen
Wer mich verficht, soll mich nie beklagen
Alles zuerbricht, würdest du ein Wort sagen
Die Stadt in der Oase
Für die Ewigkeit erbaut
In liberaler Phase
Blüht im Herz der Missgunst Kraut
Der ich Asyl gewährte
Mich denn schamlos hinterging
Bevor die Ankunft jährte
Ihfamst Verrat sie beging
In Briefen voll der Lüge
Mich auszuliefern dem Mord
Sie sparte nicht an Rüge
Spielte nur falschen Akkord
Verräterin nun leide
Gefühle weicht von mir
Wenn Glück und Leid ich meide
Spreche nimmermehr zu dir:
Erschafferin der Bösen
Dunkle Mitverschwörerin
Die Bande will ich lösen
zur größten Verräterin
Es bleibt nichts mehr zu sagen
Die Bitte will ich wagen
Verrat mich nicht
Zitat
Es handelt sich mal wieder um eins meiner Silbenexperimente... Irgendwie glaube ich, dass das Metrum stimmiger ist als in meinen vorigen Gedichten, ich habe hier doch dazugelernt :). In einer Strophe habe ich trotzdem einen Hänger, wo ich auch etwas unsauber gereimt habe, aber mir will einfach nicht einfallen, wie ich den umgangen bekomme...
Ansonsten bin ich gespannt auf die ausgelösten Assoziationen, ehe ich auflöse, worum es hier wirklich geht.
Guten Tag, Evanesca!
Auch wenn es ein Silbenexperiment zu sein glaubt, wäre es gut, ergäbe sich Sinn.
Der Vermerk eines Experimentes war notwendig, würde ohne diesem die Zeilen stehen,
käme man zu folgendem Schluß:
Auffallend sind Wortstellungen, wie
'Mit dem Alter dieses wich' anstatt wie zu erwarten war 'dieses wich mit dem Alter'
oder
Passiv Tanz ich nun erleid anstatt 'ich erleid nun Passiv Tanz'; separat bleibt zu überlegen, was Passiv Tanz ist.
Eigentümliche Ausdrücke gibt es einige : Wer mich verficht,..../ Sterne schimmern unverrucht / Riss ins Wesen mich / Alles zuerbricht
Abgesehen von der Sinnhaftigkeit, vermute ich Artikelfehler bei
'Der ich Asyl gewährte' (was sich auf das Kraut der Missgunst zu beziehen scheint)
Nicht klar erkennbar ist, wird hingeschrieben 'Sie sparte nicht an Rüge'.
Unter Gefühle aus der Dose
stelle ich mir Gefühle vor, die mir nicht als spontane Stimmungsempfindung erscheinen, sondern eher einen kommerziellen Charakter haben, vorgegeben, leicht vorzuzeigen sind, wie üblich, die als bekannte Reaktion häufig gezeigt werden, ohne dabei eine individuelle Qualität zu haben.
Entweder soll damit jemand veräppelt werden oder wurden Worte reimgeschuldet hingeschrieben?
Am Schluß steht
Zitat
'Es bleibt nichts mehr zu sagen
Die Bitte will ich wagen
Verrat mich nicht'
Nein, das wird nicht verraten!
Der Gesamteindruck wird nur für mich gelten, wirkt auf mich wie eine katastrophale Zeilenfüllung. Über Sinn, Schönheit lasse ich mich gerne aufklären.
Mit freundlichem Gruß
Joame
Oh je, welch Verriss am frühen Morgen *G*.
Zitat
Auch wenn es ein Silbenexperiment zu sein glaubt, wäre es gut, ergäbe sich Sinn.
Also ein Sinn ist eigentlich schon dahinter... Sogar ein ganz klarer, zumindest meiner Meinung nach.
Zitat
separat bleibt zu überlegen, was Passiv Tanz ist
Eine - offenbar außerhalb des slawischen Kulturkreises unbekannte (?) Metapher für Geschlechtsverkehr.
Zitat
Eigentümliche Ausdrücke gibt es einige
Wobei ich zugeben muss, bisweilen auch im Alltag so zu sprechen bzw. auch in Briefen etc. so zu schreiben. Für mich sind das ganz normale Metaphern...
Zitat
'Der ich Asyl gewährte' (was sich auf das Kraut der Missgunst zu beziehen scheint)
Nein, es bezieht sich auf eine konkrete, weibliche Person, nämlich auf die, der das Asyl gewährt wurde.
Zitat
stelle ich mir Gefühle vor, die mir nicht als spontane Stimmungsempfindung erscheinen, sondern eher einen kommerziellen Charakter haben, vorgegeben, leicht vorzuzeigen sind, wie üblich, die als bekannte Reaktion häufig gezeigt werden, ohne dabei eine individuelle Qualität zu haben.
Na wenigstens ein Bild aus meinem ganzen Dichtgebilde ist dann genau so angekommen, wie ich es gemeint habe :D.
Zitat
Entweder soll damit jemand veräppelt werden
Wieso sollte ich sowas tun?
Zitat
oder wurden Worte reimgeschuldet hingeschrieben?
Naja... ich habe mir selbst extrem strenge Regeln auferlegt, was sich reimen darf und was nicht. Und musste somit teilweise recht lange an Formulierungen knobeln, aber das mag ich eigentlich am Dichten. Reimlos kommt bei mir meist nichts zuwege, was ich nicht sofort in den Papierkorb werfen würde.
So können Selbst- und Fremdeinschätzung auseinandergehen... ich hielt dies für eins meiner besten Werke *erröt*. Es sollte im Grunde genommen die 1500 Jahre der Existenz einer meiner Romanfiguren zusammenfassen, ist ganz konkret an eine bestimmte andere Figur (Erschafferin der Bösen / Dunkle Mitverschwörerin) gerichtet und hat ein konkretes Canon-Ereignis zum Auslöser (den besagten Verrat).
LG, Evanesca
Ach ja, Evanesca, ich habe glatt vergessen, Du schreibst doch über die Engel oder zumindest so ähnlich.
Zitat
'Der ich Asyl gewährte' (was sich auf das Kraut der Missgunst zu beziehen scheint)
Nein, es bezieht sich auf eine konkrete, weibliche Person, nämlich auf die, der das Asyl gewährt wurde.
Nur wurde diese weibliche Person vorher leider nirgend erwähnt. Du läßt mich ganz schwer raten.
Ich habe nur einige Fragen: Gefällt es Dir? Wenn ja, dann lass es so stehen. Bist Du überzeugt, dann lass es ebenfalls stehen. Macht Dir das Schreiben Freude? Dann lass Dir von niemandem die Freude nehmen.
Das sind wichtige Punkte. Besser ist, du hast Freude und gefällst niemanden, als umgekehrt.
Lieben Gruß!
Joame
Über die Vampire schreibe ich :). Aber das ist nicht schlimm - um ehrlich zu sein habe ich sogar etwas sehr Wichtiges aus dem Verriss gelernt. Nämlich, dass ein Gedicht, welches über und für eine Geschichte geschrieben wurde, außerhalb dieser Geschichte schlicht und ergreifend nicht verstanden werden kann. Was nicht am Leser liegt.
Im Gedicht wird die weibliche Person nirgends erwähnt, weil ihr Verrat einen so großen Platz in der Geschichte einnimmt. In dem Sinne war mir die Kritik wirklich sehr, sehr wertvoll!
Mir selbst gefällt es gut :) - wie gesagt, ist es sogar eins der wenigen Gedichte, mit denen ich mehr oder weniger zufrieden sind, weil ich es geschafft habe, es so zu machen wie ich es wollte und nicht so, wie das Gedicht wollte. Ich habe es sozusagen... bezwungen.
Die Freude kann mir niemand nehmen - aus Fehlern wird man schließlich klug und kann mit größerer Freude schaffen.
LG, Evanesca
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