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Dort ist die Seele
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 30.11.2011 23:18von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Gerade las ich die Meinungen zum Thema Seele. Ein Thema, das mich bisher schon viele Gedanken kostete.
Ich neige nicht dazu, Philosophen zu zitieren; woher sollten die das Wissen, bin selbst genauso Philosoph wie sie.
Ich frage auch keine Vereinigungen, die an ein höheres Lebewesen glauben, das uns schuf; bisher konnte noch keine Gemeinschaft, man kann sie auch Religionen nennen, eine Verbindung zu einem allwissenden Wesen hergestellt. Das vielleicht nur in Vorstellungen. Somit kann uns auch kein Allwissendes die Antwort geben.
Es gibt keinen Lehrstuhl und hochgelehrte Köpfe über die Seele; was wäre die Basis ihres Wissens?
Bleibt nur der Verstand, der individuell ist. Vorstellungen lassen wir beiseite, das wären wieder nur Spekulationen, die wenig hilfreich sein beim Bemühen, eine Frage zu beantworten.
Ausspruche und Witze kenne ich, die von Chirurgen handeln, von denen keiner bisher noch einer Seele sichtig wurde. Wo sollte sie liegen? Zwischen den Schulterblättern, beim Appendix? Hinter der Gallenblase oder im Stammhirn?
Zwar gibt es eine Parapsychologie, deren Verfechter sie als Wissenschaft unumstösslich anerkennen. Solche wollen schon Seelen gesehen haben, wie sie den Körper verließen. Beschrieben wird die Seele als leichtes und nebelartiges flüchtiges Gebilde. Ich selbst sah Derartiges nie und kann weder bestätigen oder bestreiten, ob es sich um den letzten Atemzug eines Rauchers gehandelt hat. So wie mir geht und ging es vielen - und in einem großen Zeitraum der Menschheitsgeschichte.
Dieser Geschichte wurde viel Platz für Phantastereien gegeben, die wiedergegeben wurden, ausgeschmückt, angereichert, bis endlich etwas entstand, das so ausgefeilt und hingebogen war, um irgendwie verstandesmässig erfasst werden zu können. Nur auf Fakten oder logische Erklärungen kann sich nichts stützen, das ist der wunde Punkt. Es erfordert vernunftverzichtendes Wahrhaben wollen, das sogar zur Bedingung gemacht wird, um die Geistesgrösse des Erkennens zu erlangen. Nötigenfalls wird mit sanften Drohungen oder Verlockungen nachgeholfen. - Also auch von dieser Seite her, von dieser schon gar nicht, ist eine konkrete Antwort zu erhalten.
Hören wir das Wort Seele, springt uns sofort die Phantasie helfend zur Seite, sonst niemand, und läßt uns vermuten, so ein Mischmasch aus Bewusstsein, freundlichem Urinstinkt anderen Menschen gegenüber, könnte die Seele sein, die ein toter Körper nicht mehr braucht, den sie vermutlich auch dann verlässt.
Seien wir doch froh, wenn es keine Seele gibt. Bald läge es im Trend, Seelentransplantationen durchzuführen. Diese könnten im Anschluss von Brustvergrößerungen angeboten werden. Bald wären die ersten Normen und Vorschriften hiefür entworfen und europaweit zum Gesetz erhoben. Asiatische Seelen von Aldi - und tiefgekühlt im Weihnachts-Sonderangebot. Bei Abnahme von mindestens 3 Stück als Gratiszugabe eine Seele aus dem Kongo. Ob uns das erfreuen oder bereichern würde? Wer weiss, wenn die Werbung fix im Chip eines jeden Handy programmiert wäre.
Ich sehe schon, wie sich eine IGSH formiert, die Initiativen gegen Seelenhandel. Sie könnte mit den Tierschützern ein Partnerschaftsabkommen beschliessen. Wahrlich, die Auswahl ist jetzt schon reichlich. Wir können uns entscheiden, ob wir gegen Atomstrom sind oder gegen Rodung der Naturwälder oder für oder gegen beides.
Wir dürfen Waisen beiseite stehen und die Rechte der Homosexuellen einfordern, uns für Katastrophenopfer jeglicher Art einsetzen, gegen Kinderarbeit, gegen Korruption, Feinstaub, Ozon, Dioxin, Robbentötung, Walfischfang, Diskriminierung der Frauen, Unterdrückung der Männer, gegen zu viel Videoüberwachung bis hin zur Euro-Rettung.
Wir treten für vieles ein und gegen vieles auf. Der Themen sind zu viele; fast auf jedem Gebiet haben wir Anliegen und sind gegen Missstände. Ob es die Klimakatastrophe ist, das Aussterben von Orang Utans, Sender-Strahlungen, Atomversuche, ..... da kommt es uns auf die Seele nicht mehr an. Nur müssten wir vorher genau wissen, gibt es sie, wo ist sie?
Diese vielen Anliegen brennen uns so richtig auf der Seele; wir müssen nur noch darauf achten, wo es uns brennt.
Joame
RE: Dort ist die Seele
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 06.12.2011 00:05von MarleneM • ( Gast )
Seelenfänger
Sage ich zum Guru: " Vielen Dank, dass du mir helfen wilsst, meine Seele zu retten!
Wenn wir sie gefunden haben, dann suchen wir mal nach deiner..."
Philosophische Grüße PS: Wenn die Seele als nebelähnliches Flüchtiges gesichtet wurde, dann ist sie bestimmt weiblich. (Interessant , warum ist sie artikelmässig weiblich?)
von Marlene
RE: Dort ist die Seele
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 06.12.2011 00:12von Joame Plebis •
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RE: Dort ist die Seele
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 06.12.2011 18:40von chip •
| 178 Beiträge
hi zur philosophiestunde,
der wortstamm entspricht: see.
germanische vorfahren nahmen an, die idee zu einem jeden von uns käme aus dem wasser und gehe nach seinem tod wieder dorthin zurück. es gab ein wort: saiwaz, welches ethymologen in diesen zusammenhang bringen. bewiesen ist zwar nichts, aber andere nordische sprachen haben ähnlich lautende worte für das totenreich.
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Seele
halten wir also die teiche rein. nehmen kontakt auf zu herumschwimmenden inferi. nichts ist wie es scheint. tschüs chip
RE: Dort ist die Seele
in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 06.12.2011 21:24von Joame Plebis •
| 2.565 Beiträge
Schönen Abend!
Marlene interessierte, warum die Seele als weiblich angesehen wird. Sollen wir vermuten, weil mit Weiblichem Sanftheit, Reinheit, Schönheit verbunden wird? Damit kann man einem argen Trugschluß unterliegen, da genau das Gegenteil der Fall sein kann.
Danke, chip, die Beschreibungen und Definition aus Wikipedia kenne ich, habe sie mir nochmals durchgesehen. Vielem kann ich nicht zustimmen. Überhaupt habe ich vorläufig vom Kapitel Seele genug, diesen unzähligen Spekulationen und religiösen Wirrnissen, schön langsam nervt mich dieser unnütze Ballast. 
Mit freundlichem Gruß
Joame
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