http://www.E-LIEratum.de

#1

Stationen

in Philosophisches und Grübeleien 02.01.2012 10:34
von Kara | 162 Beiträge

Im Grenzland zwischen
war und ist
verweht das Gelächter
der Geister im Wind
winterlich kahle Hecken
unbegangene Herzwege
dazwischen
dunkle Wacholderinseln
einsam bin ich hier
und wollte doch
ganz woanders hin


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

nach oben springen

#2

RE: Stationen

in Philosophisches und Grübeleien 02.01.2012 19:37
von alba | 92 Beiträge

liebe kara

solche schattigen wanderwege führen grenzgänger auf den weg ihrer bestimmung. fern von banalen ablenkungen öffnen sich unsere sinne für die nahe geisterwelt. das was wir wollten brachte uns nicht
notwendigerweise weiter.

"das herz ist ein einsamer jäger" hat carson mccullers geschrieben. sie war eine grosse dichterin.
menschen kennen die sinnlosigkeit, die am ende der sackgasse den größten schrecken bedeutet.

wir fürchten wacholderinseln so wenig wie den pulsschlag des eigenen herzens. wandernde grüße alba

zuletzt bearbeitet 02.01.2012 19:37 | nach oben springen

#3

RE: Stationen

in Philosophisches und Grübeleien 03.01.2012 21:34
von phlox | 172 Beiträge

Aber schon geht es weiter auf dem Weg, das Gelächter verfliegt, und ein "Non, je ne regrette rien" soll ihm nachgeschickt sein, denn was weiß es schon, der Weg ist das Ziel, es gibt kein anderes, aus dem Grenzland hinaus geht es schnurstracks zum nächsten Grenzübertritt. Kein Aufenthalt an dieser Station.

So ein schönes Gedicht

zuletzt bearbeitet 03.01.2012 21:35 | nach oben springen

#4

RE: Stationen

in Philosophisches und Grübeleien 04.01.2012 12:14
von Kara | 162 Beiträge

"das Herz ..."
liebe Alba, ich wünschte, es gäbe weniger Wacholderinseln.
Ich danke dir für deinen Kommentar.
frdl.Grüße
Kara



Hallo phlox,
ein neues Jahr und hoffentlich ein problemloserer Grenzübertritt.
"Non je ne regrette rien"
frdl. Grüße
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

zuletzt bearbeitet 05.01.2012 14:50 | nach oben springen

#5

RE: Stationen

in Philosophisches und Grübeleien 05.01.2012 00:39
von Michael Munk | 271 Beiträge

hi kara,
ein wirklich nahes. ein lion-feuchtwangerisches "wenn es hart kommt, sind wir allein". ein text für ewig suchende, fast süchtige, die sich wünschen, auch immer an einem andern ort zu sein. stationen verorten uns situativ und wärtig, lassen uns mitunter nimmer los und doch finde ich in den wacholderinseln, einen ort, der weit weg ist von der mergelgrube einer droste-hülshoff und sehnsüchte noch zulässt.

gern gelesen, feines


zuletzt bearbeitet 05.01.2012 10:27 | nach oben springen

FSM Listinus Toplisten Die Top100 Literatur-Seiten im Netz Listinus Toplisten Die Top100 Kunst-Seiten im Netz Listinus Toplisten FSM

Besucher
0 Mitglieder und 7 Gäste sind Online:

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: incubu
Forum Statistiken
Das Forum hat 7169 Themen und 61679 Beiträge.

Heute waren 2 Mitglieder Online:
Joame Plebis, perry

Besucherrekord: 420 Benutzer (07.01.2011 19:53).