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#1

Unbarmherzig

in Philosophisches und Grübeleien 04.01.2012 12:22
von Kara | 162 Beiträge

Der Himmel ist
glasblau und gegen
die Sonne hin fast weiß.
Eine Sonne, die so bleich
ist wie der Mond der
vergangenen Nacht,
wirft gleißend ihre
Strahlen über das Eis.
Worte zersplittern und
Schreie fallen vom Himmel.
Zerbrochene Eisränder
am schwarzen Wasser
bleiben zurück,
gebrochene Spiegelung
des Seins im
unbarmherzigen Licht.


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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#2

RE: Unbarmherzig

in Philosophisches und Grübeleien 05.01.2012 18:51
von yaya | 85 Beiträge

Hallo Kara,

die Stimmung, die von den Zeilen ausgeht, fängt mich ein als etwas, das ich kenne. Dieses Licht habe ich irgendwo gesehen. Die Erkenntnis, daß an Eisrändern Träume mit der Wirklichkeit aneinander geraten, schon einmal gemacht.

Nicht jeder Bruch bedeutet Vernichtung. Deine Verse beschreiben eine gefühlte Realität mit derselben objektiven Ausleuchtung, die Gegenstand der Betrachtung ist. Ohne Wertung oder moralisch erhobenen Zeigefinger. Diese Stimmigkeit von Form und Inhalt gefällt mir gut. Grüße von yaya

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#3

RE: Unbarmherzig

in Philosophisches und Grübeleien 05.01.2012 19:47
von Kara | 162 Beiträge

Hallo Yaya,
einmal im Winter sah ich dieses gleißende Sonnenlicht über einer Eisfläche und der Himmel schien um die Sonne herum fast weiß zu sein - wie du bemerktest benutze ich das äußere Bild, um das innere Bild dazustellen.
Herzl. Grüße und danke für deinen Kommentar.
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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#4

RE: Unbarmherzig

in Philosophisches und Grübeleien 06.01.2012 17:20
von alba | 92 Beiträge

hallo kara und yaya

farbigkeit entsteht durch lichtbrechung. deren geisterhaftes fehlen geht erbarmungsloser erkenntnis voraus. weiß ist eigentlich keine farbe sondern ein hell strahlender zustand. ob der welt oder des gemüts -
je nachdem.

so gnadenlos gut gesetzte worte ziehen an und schrecken ab, faszinieren und bedingen distanz mit einer
im schwarzen wasser gebrochenen spiegelung als notwendiger folge unversöhnlicher überlegenheit.
(lange habe ich am kommentar getextet solcher dichtung würdig zu sein - armer schwarzer kater ) miau - alba

zuletzt bearbeitet 06.01.2012 17:22 | nach oben springen

#5

RE: Unbarmherzig

in Philosophisches und Grübeleien 11.01.2012 17:27
von Kara | 162 Beiträge

"armer schwarzer Kater" - ich danke dir.
Herzl. Grüße
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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#6

RE: Unbarmherzig

in Philosophisches und Grübeleien 11.01.2012 21:08
von perry • Mitglied | 910 Beiträge

Hallo Kara,
die Naturbilder transportieren die innere "Gebrochenheit" gut.
Interessant wird es für mich beim Schwenk ins Lautliche:

"Worte zersplittern und
Schreie fallen vom Himmel."

weil du hier die Bildebene verlässt, bzw. ins Abstrakte wechselst.

Insgesamt würde ich eine Beziehungsproblematik vermuten, bei der auch "sich Aussprechen" nicht mehr hilft.

Konstruktiv könnte ich mir den Text für den Leser noch spannender vorstellen, wenn du z.B. weniger Adjektive verwenden und die Wiederholung von "zerbrochen/gebrochen" vermeiden würdest.

LG
Perry

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#7

RE: Unbarmherzig

in Philosophisches und Grübeleien 12.01.2012 08:36
von Kara | 162 Beiträge

Guten Morgen Perry (8.30)
wie du sicher inzwischen gemerkt hast, liebe ich Adjektive. Ich versuche trotzdem einmal deinen Vorschlag umzusetzen. Danke für deine Überlegungen zum Gedicht.
Frdl. grüßt
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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