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#1

Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 12.01.2012 08:38
von Kara | 162 Beiträge

Schmal
der bleiche Sichelmond
zwischen schwarzen Zweigen
Versprechen
von Frieden und Trost
in den Winkeln der Nacht
lockt Erlkönigs Land
und das Einhorn lächelt
löst auf mit seinen Tränen
den Stein in der Brust
bange Fragen
wie weiße Federn auf
dunklem Grund
bleiben zurück


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

zuletzt bearbeitet 15.01.2012 16:43 | nach oben springen

#2

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 12.01.2012 17:00
von mcberry • Administrator | 1.204 Beiträge

Schöne Bilder, liebe Kara

und eine märchenhaftes Ambiente. Die Bildfolge unter dem Mond hätte ich mir stimmiger gewünscht:
Erlkönig, Einhorn, Stein, Federn (<- von wem bleiben denn Federn zurück?) um ihrer Metaphorik willen.
Grammatisch - muß man vllt nicht so eng sehen - wurden Federn (als) Schwebefall der Tropfen hinterlassen.

Lächelt das Einhorn unter der Mondsichel, um uns durch Erlkönigs Reich zu lotsen oder daran vorbei? Netter
Gedanke. Ein ineinander verwobenes Bangen und Hoffen bleibt als Eindruck zurück. Gerne gelesen - mcberry


zuletzt bearbeitet 12.01.2012 17:00 | nach oben springen

#3

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 12.01.2012 17:37
von Kara | 162 Beiträge

Lieber Mcbarry,
das Einhorn lächelt, weil es soviel weiser ist und die Macht der Erlösung hat. Erlkönigs Land? Bedrohung und Verheißung zugleich. Befürchtungen werden nicht ausgelöscht. Die Essenz: Bangen und Hoffnung zugleich sollen ausgedrückt werden.
Danke für deine treffenden Überlegungen dazu und frdl. Grüße.
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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#4

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 13.01.2012 13:09
von Bärlauch | 9 Beiträge

ein fein durchdachter text, der schöne metaphern birgt. der bemerkung mcbarrys bez. der federn schliesse ich mich an. die müsste man sich als angefrorene schneeflocken versinnbildlichen, um seinen punkt zu nivellieren. aber man weiß was du meinst. was mir nicht zur lyrik passt, ist der titel.

vllg
b

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#5

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 15.01.2012 16:46
von Kara | 162 Beiträge

Hallo Bärlauch.
danke für deine Überlegungen zu meinem Gedicht. Nat. kann ich das Empfinden - für jeden verschieden- nicht erklären. Mit frdl. Gruß
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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#6

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 15.01.2012 17:43
von ilmenau | 16 Beiträge

Hallo Kara.

Ein sehr ... stimmungsvolles Gedicht mit schönen Bildern.
Ich war davon spontan so angezogen, dass ich es laut vor mich hinsprach.

Dabei fielen mir zwei Stellen auf. Am Anfang eine, bei der meine Zunge stolperte,
und am Schluss "oszillierte" das Bild zwischen den Federn und der Rückschau: ich hing. (Kann natürlich Absicht sein, dann hättest Du dein Ziel erreicht ;-)

Ich probierte Alternativen. Was meinst Du zu:

1a. Schmal
der bleiche Sichelmond
hinter schwarzen Zweigen
...

oder auch (weniger logisch, dafür m.E. poetischer und inhaltlich näher an deiner Vorlage:)
1b.
1a. Schmal
der bleiche Sichelmond
in den schwarzen Zweigen
...

2a. ...
löst auf mit seinen Tränen
den Stein in der Brust
bange Fragen
bleiben zurück
wie weiße Federn
auf dunklem Grund

Allerdings bin ich mir hier nach dreimaligem Lesen nicht mehr sicher, ob sich das Auflösen auch auf die Fragen bezog, dann wäre diese Alternative NICHT mehr stimmig... gar nicht so einfach ... vielleicht eher:

2.b. ...
löst auf mit seinen Tränen
den Stein in der Brust
bange Fragen
sinken
wie weiße Federn
zum dunklen Grund


Bin gespannt...

zuletzt bearbeitet 15.01.2012 17:50 | nach oben springen

#7

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 15.01.2012 18:52
von Kara | 162 Beiträge

Guten Abend Ilmenau,
(auch ohne schmalen Sichelmond)
jetzt spreche ich das Gedicht in der veränderten Fasung vor mich hin!
Mal sehen, was dabei herauskommt: Ich lasse mich "lesen".
bb und danke
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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#8

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 16.01.2012 09:55
von Michael Munk | 271 Beiträge

ja kara,
soviel feedback schon und mir gefällt es. sehr lyrisch, fast magisch. die alten mären werden wach, die archetypen vom wunderland erzählen.

gern gelesen


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#9

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 17.01.2012 15:21
von phlox | 172 Beiträge

Schön auch die bildliche Entsprechung der Mondsichel in der Nacht und der weißen Federn auf dunklem Grund, von etwas, das sich löst, und etwas das bleibt, weil dies eben noch nicht Erlkönigs Land ist - eine nächtliche Schwebe, wie sie das Gedicht in mir hervorruft.

Gruß phlox

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#10

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 17.01.2012 15:35
von Kara | 162 Beiträge

Hallo Michael,
danke für deinen frdl. Kommentar.
Frdl. Grüße
Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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#11

RE: Ein tiefer Schlaf

in Philosophisches und Grübeleien 17.01.2012 15:36
von Kara | 162 Beiträge

Hallo Phlox,
ich grüße zurück und danke dir für deinen frdl. Kommentar. Kara


Jede Angst, die man denkt, macht unterlegen.
(H. Müller)

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