http://www.E-LIEratum.de

#1

Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 28.01.2012 19:27
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Ich fordere mein Recht
Einsam zu sein in der Menge
Ich fordere mein Recht
Zu schweigen voller Strenge
Ich fordere mein Recht
Unbetüddelt hier zu verweilen
Ich fordere mein Recht
Mich ohne Morgengruß zu beeilen
Ich fordere mein Recht
Auf völliges Desinteresse

Ich fordere mein Recht
Auf kein "Wie gehts dir?"
Auf kein "Wie fühlst du dich?"
Auf kein "Was hast du heute vor?"
Auf kein "Warum schaust du so finster?
Auf kein "Wie kann ich dir heute helfen?
Auf kein "Willst du über deine Probleme reden?
...
Auf kein "Sicher, dass du nicht darüber reden willst?"

Ich fordere mein Recht
Darauf, dass Privates privat bleibt
Darauf, dass kein Beamter X meine Mails liest
Darauf, dass sie nicht gehortet werden, weil die Party bombig war
Darauf, dass niemand sechs Monate lang lesen kann, dass die Uni heute der reinste Terror war
Darauf, nicht verdächtigt zu werden nur weil ich existiere.

Ich fordere mein Recht
Auf negative Höflichkeit
Privat.
Öffentlich.
STAATLICH

Zitat
Negative Höflichkeit ist ein Begriff aus der Soziolinguistik. Höflichkeit wird durch das Unterlassen einer Handlung ausgedrückt, z.B. indem man Personen in Ruhe lässt, die eindeutig nach außen hin signalisieren, dass sie keine sozialen Interaktionen wollen.

Politische Hintergründe: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/static/portal_de.html

zuletzt bearbeitet 28.01.2012 19:43 | nach oben springen

#2

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 28.01.2012 20:00
von ilmenau | 16 Beiträge

Hallo Evanesca.

Sobald ich mich eingelesen hatte, kam richtig "Sturm und Drang" rüber. Die Emotionen werden deutlich.

Was mich sofort irritierte, waren die Reimsetzungen zu Beginn. Das wirkt auf mich für dieses Thema zu niedlich, zu "gartenlaubisch". Ich glaube, hier wäre stilistisch die durchgehend freie Rhythmik Bert Brechts erheblich angebrachter, zumal du da auch mit deinem Thema ziemlich nah dran bist (Bsp: http://de.wikipedia.org/wiki/Bücher...#Bertolt_Brecht)

Natürlich auch, weil du ab Strophe 2 auf genau diesen Stil einschwenkst. Es könnte natürlich sein, dass Du mit diesem Stilbruch etwas Bestimmtes bezweckst. Bei mir ist das jedenfalls nicht rübergekommen.

Wie klingt für dich (akustisch und visuell):

Ich fordere mein Recht
Einsam zu sein
(auch in der Menge!)
Ich fordere mein Recht
Zu schweigen
(strengstens!)
Ich fordere mein Recht
Zu verweilen
(Unbetüddelt!)
Ich fordere mein Recht
Mich zu beeilen
(auch ohne Morgengruß!)
Ich
fordere
mein Recht
Auf völliges Desinteresse.


(Und überleg Dir noch mal, ob du in S1Z2 wirklich "einsam" gemeint hast, oder nicht doch "allein")


Ich finde, Du hast mit deiner Gestaltung den Blick auf etwas gelenkt, was heute Vielen zu viel ist, die meisten aber viel zu erschöpft sind, um noch angemessen darauf reagieren zu können. Find ich gut.

gruß, ilmenau

zuletzt bearbeitet 28.01.2012 20:03 | nach oben springen

#3

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 28.01.2012 20:11
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Hallo ilmenau!

Die Reimsetzungen für den ersten Teil waren beabsichtigt - das ist nämlich der persönliche, lyrische und an aufdringliche mir nahe Mitmenschen - Freunde und Verwandte - gerichtet. Hier appeliere ich an meine Eltern, Leute die sich für meine Freunde halten und sich in meine Sachen einmischen. Da ich ein lyrischer Mensch bin, der immer reimt, spricht hier sozusagen meine Empfindsamkeit. Die erste Strophe steht für das Fordern nach privater negativer Höflichkeit.

Die nächsten Strophen werden direkter, weniger "niedlich", da ich mich zusehends an eine breitere Masse wende - der erweiterte Freundeskreis, süßlich-hilfsbereite Dozenten und Kommilitonen, Leute die nicht zu meinem engsten Umfeld gehören und trotzdem sich in mein Leben mischen wollen.

Am Direktesten werde ich dem Staat gegenüber. Der Staat ist anonym und abstrakt, ich muss keine Höflichkeitsnormen mehr wahren, muss nicht mehr darauf achten, meine Worte in Lyrik zu kleiden oder auch nur im Geringsten zu verschleiern, was ich wirklich will. Statt dessen kann ich ungereimt auf den Punkt bringen, was genau mich stört und was ich will.

Habe mir ja schon was dabei gedacht, Strophe eins zu reimen :).

Zitat
(Und überleg Dir noch mal, ob du in S1Z2 wirklich "einsam" gemeint hast, oder nicht doch "allein")

Sonst hätte ich es nicht geschrieben :).

Danke für deinen kritischen Kommentar! Ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken, wie ich die Strophen klarer abgrenzen kann, damit der Stilbruch radikaler und begründeter vermittelt wird.

LG,
Evanesca

nach oben springen

#4

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 28.01.2012 21:09
von ilmenau | 16 Beiträge

Hallo Evanesca.

"Abgrenzen" ist, glaube ich, nicht das treffende Wort, soweit es mich betrifft. Für mich stellt sich wie bei Haikus die Frage: wie kann ich durch die poetische Form die Absicht rüberbringen, ohne sie erklären zu müssen...

Wenn Du für die drei Strophen unterschiedliche Adressaten hast, vielleicht hilft ja mal eine inspirative Anleihe
bei der Figurendichtung: http://de.wikipedia.org/wiki/Figurengedicht
oder bei der konkreten Poesie: http://www.anatol.cc/konkrete_poesie_friedhof.html
?

Viel Spaß beim Experimentieren.

Gruß, ilmenau

nach oben springen

#5

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 28.01.2012 23:43
von MarleneM • ( Gast )
avatar

es kommt rüber, was du sagen willst, liebe Evanesca- und ich bin da völlig deiner Meinung. Übertriebene Hilfsbereitschaft bis hin zum Sich einmischen in Privates, Eigenes, wenn auch aus Zuneigung- schlimmer noch aus Neugierde oder Schadenfreude lehne auch ich ab. Ein gutes Thema. Auch in der Splittung zwischen Näherstehenden bis hin zum Staat, wo die persönliche Distanz immer größer wird.

Formal gefällt es mir gut, jedoch sehe ich auch die Reime in Vers ein als nicht notwendig an, umal sie sich etwas "angestrengt" anhören.
Zu schweigen voller Strenge. Die Strenge pass da nicht. Es reicht, zu schweigen. Irgendwie passt der Zusammenhang nicht. Vielleicht eher konsequent?
beeilen auf verweilen kommt mir auch bemüht vor. da der Reim nicht notwendig ist, fände sich sichrlich ein besser passendes Wort.
Wenn du aber reimen möchtest aus stilistischen Gründen, würde ich da noch einmal nach anderen Paaren suchen.

Dann noch ein Wort, wo man zwar weiß, was du sagen möchtest, aber was mir auch nicht so passend scheint: völliges Desinteresse.
Es muss nicht sein, dass jemand desinterssiert sein soll, wenn man aber dennoch Intimität verhindern will.

Weißt du, was ich meine?

Gerne gelesen
und LG von Marlene

nach oben springen

#6

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 30.01.2012 19:57
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Guten Abend!

@Illmenau:

Zitat
"Abgrenzen" ist, glaube ich, nicht das treffende Wort, soweit es mich betrifft. Für mich stellt sich wie bei Haikus die Frage: wie kann ich durch die poetische Form die Absicht rüberbringen, ohne sie erklären zu müssen...


Ich bin eigentlich - auch wenn ich Haikus mag - einfach keine Freundin von experementeller, bildlicher Poesie - zumindest nicht als Schreiberin. Für mich ist es schon ein riesiges Experiment, überhaupt mal ungereimte Formen einzusetzen :). Normalerweise bin ich die mit den fast schon übertrieben durchreimten Songtexten, die mit den bizarren Silbenexperimenten samt Binnenreim und Zäsur in jeder dritten Strophe oder die mit den Sonetten, die mit einem echten Sonett nur noch die Reimschemata gemeinsam haben.
Die Form eines Gedichts... kann handschriftlich so aussehen, abgetippt so, in jenem Forum oder Browser anders als in diesem - darum ist mir wichtig, was und wie etwas gesagt wird. Wie es von außen aussieht, ist dabei (fast) zweitrangig :).
Dennoch danke für die Anregung! Auch wenn ich selbst keine schreibe, betrachte ich diese Art der Poesie sehr gern...

@Marlene:

Zitat
Übertriebene Hilfsbereitschaft bis hin zum Sich einmischen in Privates, Eigenes, wenn auch aus Zuneigung- schlimmer noch aus Neugierde oder Schadenfreude lehne auch ich ab.

Freut mich, dass wir einer Meinung sind! Ich habe dich immer als sehr kritische Kritikerin erlebt und freue mich, wenn du positive Worte zu meinen Versen findest. Und zwar aufrichtig.



Zitat
umal sie sich etwas "angestrengt" anhören.

Seltsam... ich hatte bei der Reimfindung nicht wirklich Mühe...

Zitat
Zu schweigen voller Strenge. Die Strenge pass da nicht. Es reicht, zu schweigen. Irgendwie passt der Zusammenhang nicht. Vielleicht eher konsequent?

Das strenge Schweigen ist einfach eine Andeutung auf mich selbst - zumindest dachte ich das. Habe aber eben noch mal gefragt und tatsächlich ist "strenges" Schweigen Quatsch... Muss da ein wenig nachdenken.

Zitat
Wenn du aber reimen möchtest aus stilistischen Gründen, würde ich da noch einmal nach anderen Paaren suchen.

Mal schauen, was sich finden lässt...

Zitat
Es muss nicht sein, dass jemand desinterssiert sein soll, wenn man aber dennoch Intimität verhindern will.

Habe jetzt eine Weile gebraucht, um gänzlich zu begreifen, was du meinst - vermutlich, dass jemand zwar Interesse verspürt, es aber nicht bekundet? Oder habe ich dich falsch verstanden?

Zitat
Weißt du, was ich meine?

Ich hoffe es - wenn nicht, bitte ich um Korrektur :).

Danke und LG,
Evanesca

nach oben springen

#7

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 30.01.2012 23:04
von MarleneM • ( Gast )
avatar

es freut mich, dass ich dich mit meinem Kommentar ein wenig zum nachdenken veranlassen konnte, liebe Evanesca. Es sind ja nur Feinheiten, die es zu verbessern gilt.
Du hast es so verstanden wie ich es auch meinte.
Manchma schweigen Menschen, nicht weil sie desinteressiert sind, sondern aus vielerlei persönlichen Gründen.

Du forderst im Gedicht " das Recht auf völliges Desinteresse"- ich vermute aber , dass du meinst auf "persönliches In Ruhe Lassen, also sich sich nicht einmischen in Privates, nichts vorschreiben.
Ich denke nicht, dass du dir Desinteresse wünscht, sondern eher das Gegenteil, aber in angenehmer Umgansform.

Jemandes Recht auf "persönliches Distanzieren, auf eigene Freiräume- also auf Toleranz!" beinhaltet ja ´grade auch das Interesse.
Wer desinterssiert ist am anderen, dem sind auch des anderen Gefühle, Wünsche egal.
Aber du hast mich ja längst verstanden--lächel. ich wollte es nur noch mal ausführen.
Das Wort Desinteresse müsste man also ersetzen.

Ansonsten muss ich eines meiner Lieblingskarnevalslieder von "De Paveier" denken: " Losse schwade, die die nix zu saache han..."
In diesem, mir sehr nahen Gedankengang frohe abendliche Karnevalsgrüße von Marlene

nach oben springen

#8

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 03.02.2012 07:19
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Guten Morgen!

Zitat
Ich denke nicht, dass du dir Desinteresse wünscht, sondern eher das Gegenteil, aber in angenehmer Umgansform.

Naja, manchmal schon. Es stört mich, wenn die ganze Welt auf einmal an mir interessiert ist und etwas von mir will. Aber du hast Recht, insofern dass es bereits eine Verbesserung wäre, wenn das Interesse nicht gezeigt wird.
Besorgte Anrufe eines Verwandten, der immer wissen will "Hast du schon zu Abend gegessen?" und jedes Mal zu hören bekommt, dass ich Dinner Cancelling betreibe seit ich acht Jahre alt bin. "Was macht die Schule?" Ähm... ich studiere schon seit 2,5 Jahren... Und dergleichen mehr. Da wünsche ich mir manchmal doch, dem Menschen einfach egal zu sein.

Zitat
Jemandes Recht auf "persönliches Distanzieren, auf eigene Freiräume- also auf Toleranz!" beinhaltet ja ´grade auch das Interesse.

Stimmt auch wieder - vielleicht liegt das Problem hier in einem Kulturclash - in der Kultur meiner Eltern gilt es als Zeichen von Verachtung und Gleichgültigkeit, jemanden nicht nach allem Möglichen zu fragen. Meiner Meinung nach ist aber das Fragen nach bestimmten Dingen einfach unhöflich und indiskret. Da prallen einfach Welten aufeinander, weil ich in Deutschland aufgewachsen bin.

Zitat
Das Wort Desinteresse müsste man also ersetzen.

Ich werde mich auf die Suche nach einem Wort machen, das genau das ausdrückt, was ich oben genannt habe. Wahrscheinlich ist es total naheliegend, aber momentan bin ich so von allen möglichen Sorgen eingenommen, dass mir der Blick auf das Offensichtliche verschleiert wird.

Danke nochmals auch für die ergänzenden Kommentare!

LG, Evanesca

nach oben springen

#9

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 03.02.2012 14:02
von MarleneM • ( Gast )
avatar

naj, Kulturclash- das kann natürlich sein. Verrätst du mir, aus welchem Kulturkreis du kommst? Ich kenne das eigentlich nur aus asiatischen Kulturen, dass man sich persönliche Fragen verkneift, weil es nicht üblich ist.
Vom Bild her würde ich dich in den südlichen Raum einordnen- Italien, Spanien, Portugal. Oder östlich, Jugoslawien, so die Ecke GGG. Aber da hat man ja ein sehr enges Familienverhälnis... . ja, würde mich inteerssieren.
Meine Vorfahren kommen aus Polen.
LG von Marlene

nach oben springen

#10

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 03.02.2012 18:37
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Ich stamme aus der Ukraine :). Auch dort sind die Familienverhältnisse sehr eng - und man wird geradezu bis ins kleinste Detail ausgefragt, was ich schlimmer finde. Man hat es als Einzelgänger in einer solchen Kultur schwer.

LG, Evanesca

nach oben springen

#11

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 03.02.2012 20:01
von MarleneM • ( Gast )
avatar

ah Ukraine- schön. Hat man es als Einzelgänger nicht in jeder Kultur schwer? GGGGGGGG von Marlene

nach oben springen

#12

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 31.03.2012 19:52
von Gemini • Long Dong Silver | 2.654 Beiträge

O.K. Wut!
Eine Frage, wann hast du eigentlich vor zu beginnen zu schreiben?

Gem


That until there are no longer first class
And second class citizens of any nation
Until the colour of a man´s skin
Is of no more significance than the colour of his eyes
Me say war


Bob Marley

http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

nach oben springen

#13

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 31.03.2012 19:58
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Ich verstehe nicht wirklich, wie die Frage gemeint ist.

LG, Evanesca

nach oben springen

#14

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 31.03.2012 20:28
von Gemini • Long Dong Silver | 2.654 Beiträge

O.K.

Mir gefällt die Wut.
Aber dieses Werk hat eher einen rebellischen kindischen Aufschrei.
Keine Form, keine Struktur.
Wenn du einmal gut schreibst, kannst du absichtlich keine Struktur erschaffen.
Du reduzierts am Ende alles auf etwas Aussenstehendes. Staat.
Pass auf.
Nimm deine Wut und schreibe einmal eine Minimallyrik.
Nimm die schlimmsten Wörter, die dir gerade einfallen und betrachte die Wörter sehr genau. Jedes Wort hat eine Geschichte. Wenn du ein Gedicht schreibst, dann zählt jeder Funke, jeder Moment, jede Pause.
Dann stell das ein.
Sei nicht verbittert über Kritik. Mir gibt es auch jedesmal einen Stich.

LG

Gem


That until there are no longer first class
And second class citizens of any nation
Until the colour of a man´s skin
Is of no more significance than the colour of his eyes
Me say war


Bob Marley

http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

nach oben springen

#15

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 31.03.2012 20:58
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Erstmal - danke für die Kritik - wieso sollte ich verbittert sein? Jede Meinung über das was ich schreibe hilft mir nur, besser zu werden.
Form und Struktur habe ich dem Gedicht nur insofern gegeben, als dass ich es in mehrere Teile geteilt habe - die Bitte um Privatsphäre gegenüber Familie (oben, gereimt, vergleichsweise lieb und harmlos), mehr oder weniger zufällige Bekannte (da aber deutlich genervter) und schließlich gegen den Überwachungsstaat, die Vorratsdatenspeicherung etc. Da bin ich am Direktesten. Um ganz am Ende noch mal klarzustellen, was ich eigentlich will.
Vielleicht merkt man dem Gedicht aber auch an, dass ich eigentlich über was ganz anderes schreiben wollte und dann davongedriftet bin und plötzlich bei Gesellschaftskritik war, obwohl ich eigentlich nur einen persönlichen Aufschrei gegen den Kontrollzwang meiner Eltern schreiben wollte. (So schnell geht das...)

Zitat
Wenn du einmal gut schreibst, kannst du absichtlich keine Struktur erschaffen.

Wie genau meinst du das, absichtlich keine Struktur zu schreiben?

Zitat
Nimm die schlimmsten Wörter, die dir gerade einfallen

Hm... die werden gemessen an den Worten, die andere nutzen, immer noch sehr harmlos sein - so seltsam das klingt, aber ich fluche nicht und selbst das Schlimmste was ich sagen könnte, wäre immer noch etwas handzahm. Versuchen kann ich es natürlich trotzdem, auch wenn ich sowas noch nie gemacht habe.
Bin immer offen für neue lyrische Formen.

LG, Evanesca

nach oben springen

#16

RE: Negative Höflichkeit

in Gesellschaft 31.03.2012 21:47
von Gemini • Long Dong Silver | 2.654 Beiträge

Ich denke, ich würde diese Wut und diesen Zorn gerne einmal einfach serviert bekommen.


That until there are no longer first class
And second class citizens of any nation
Until the colour of a man´s skin
Is of no more significance than the colour of his eyes
Me say war


Bob Marley

http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

nach oben springen

FSM Listinus Toplisten Die Top100 Literatur-Seiten im Netz Listinus Toplisten Die Top100 Kunst-Seiten im Netz Listinus Toplisten FSM

Besucher
0 Mitglieder und 5 Gäste sind Online:

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: incubu
Forum Statistiken
Das Forum hat 7169 Themen und 61679 Beiträge.

Heute waren 2 Mitglieder Online:
Joame Plebis, perry

Besucherrekord: 420 Benutzer (07.01.2011 19:53).