http://www.E-LIEratum.de

#1

Ohne Titel

in Erratum 30.01.2012 23:16
von MarleneM • ( Gast )
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zuletzt bearbeitet 29.02.2012 00:27 | nach oben springen

#2

RE: Ohne Titel

in Erratum 31.01.2012 06:44
von Evanesca Feuerblut | 165 Beiträge

Guten Morgen!

Ein sehr mehrdeutiges Gediht, vor allem weil man geneigt ist, die Zeilen immer wieder zu kombinieren "ohne Titel schlug er sich durch alle Massen" lässt Gedanken an einen Widerstandskämpfer oder einen Protestierenden denken, der sich durchkämpft für sein Ziel, obwohl er eigentlich fürchterliche Angst hätte (sandlos Vogel Strauß). Die nächsten Zeilen stützen diese These noch - obwohl er so viel kämpfte, wollte es einfach nicht gelingen, wurde das Potential dieses Menschen, der so viel könnte erschwert... Und am Ende ist der hehre Widerstandskämpfer nur einer, der beim Shoppen immer wieder einen Fehlkauf tätigt, wenn er zu hastig mit der ganzen Masse Menschen sich besinnungslos auf die Sonderangebote stürzt und sich nicht die Mühe macht nachzudenken, ob das überhaupt nötig ist und passt. Hauptsache billig.
Ich lese noch mal ins Gedicht rein wenn ich etwas munterer bin, aber es gefällt mir!

LG, Evanesca

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#3

RE: Ohne Titel

in Erratum 31.01.2012 13:33
von alba | 92 Beiträge

hi evanesca

so geht es denen kein fell wächst. die frage nach passender größe und dem richtigen brand mitten im gewühle zu beantworten gerät zum stresstest. um so stolzer wem es gelingt ein schnäppchen nach hause zu tragen. wenn die umgebung nicht stimmt verliren wir unsere würde: sandlos ohne titel. interessantes gedicht. miau alba

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#4

RE: Ohne Titel

in Erratum 31.01.2012 16:07
von MarleneM • ( Gast )
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guten Tag, ihr zwei Netten,

in der Tat ist es für mich sehr interessant, wie ihr das Gedicht bewertet.
Ich schreibe an sich diese moderne Prosaform nicht, aber angeregt durch die heftige Diskussion bei radeks Gedicht, habe ich nachgedacht und beschlossen, es selber mal zu versuchen.
Es ist also damit zu rechnen, dass die "Reimtante" Marlene noch mehr davon einstellt. GGG
Ich kann es selber nicht bewerten, ist für mich Neuland.
Darum bin ich dankbar für ehrliche, selkbstverständlich auch kritische Kommentare, um mich auf diesem neuen Feld einzuarbeiten.

Dass man die Zeilen verschieden lesen kann und auch der nächsen zuordnen, das ist eben das sogenannte Enjambement.
Es gibt noch eine dritte Lesart: hn Titel , ohne Geld und Macht ist man nichts unter den Massen...

Es freut mich und lG von Marlene
.

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#5

RE: Ohne Titel

in Erratum 31.01.2012 17:11
von otto | 411 Beiträge

Natürlich kann jeder alles und nichts assozieren, liebe Marlene. Nun ist aber das nach außen nicht Eindeutige ohne inhaltlichen Schwerpunkt, wenn wenn es einer inneren Wahrheit, durchlebten Wirklichkeit entbehrt. Jede Aussage maskiert sich mit Wörtern, Verstellungen, Behauptungen; dies gilt auch für das Selbstdurchlebte.

Es gibt die Auffassung, wonach
eine Erfahrung erst vergessen werden muß, ehe man unbefangen und unverstellt über sie schreiben kann. D.h., dass selbst derjenige, der eine Erfahrung mit einem Ereignis durchlebte nicht mehr bewußt über sie verfügt, denn sie wäre ja in das Vergessen unbewußt gefallen, wenngleich noch in ihm nach außen treibend verfügbar, doch nur in
kryptischer Form. So drängen bei dieser Auf-Hebung Gefühle nach oben, außen, die z.B. Heinrich Heine in die ewig gültige Verszeile verschrieb :

" Ich weiß nicht was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin ...etc."

Das Vergessen sehe ich angesiedelt im Reich der Romantik ( siehe auch mein heute eingestelltes Sonett):

Was treibt vergessen hinter greise fragen
Ins meer der phantasie: versesemantik,
dort heulen hunde, taphern, klänge klagen,
treibt unerforscht das leer: sehnsucht, romantik.

Wohin begleitet menschengeist, verwirrter,
auf hohlem ast beharrlich weiße krähen,
und blüht sich astern, winkt im gruß verirrter,
den wandrer teilnahmslos, will segel blähen?

Wie säumt die seele, tief in bunten träumen,
Vor ihr das riff, gekuppelt von amphoren,
Doch nun schenkt ein, den götterwein laßt schäumen,
Zieht fort ein schiff, verbrannt der strand, verloren.

Das lied führt nie zurück zum trauten hafen,
Wo seine wurzeln in der quelle bettend schlafen.


Also ein jeder nehme sich heraus von dem er hat, alles werde klar im Vergessen.

Liebe Grüße,
DatOtto

zuletzt bearbeitet 31.01.2012 17:20 | nach oben springen

#6

RE: Ohne Titel

in Erratum 01.02.2012 18:51
von Joame Plebis | 2.568 Beiträge

Guten Tag, Marlene!

Mir sind Deine konkreten Gedichte, ob Du etwas beschreibst oder ob Du Empfindungen ausdrückst, viel lieber.
Zwar sind solche auf diese Art für mich in gedruckter Form vorstellbar, nur wären sie in meinem Bücherschrank nicht zu finden; andere von Dir, wie zum Beispiel Deine Sonette, aber schon.

Freundlichen Gruß
Joame

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#7

RE: Ohne Titel

in Erratum 01.02.2012 22:47
von MarleneM • ( Gast )
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ich denke nicht, lieber Joame, dass es von mir ein Buch geben wird und wenn, dann nur für den privaten Kundenkreis.
Mein Ding sind diese modernen Gedichte ja eigentlich nicht, aber wie Alba und Evanesca zeigen, finden sie ein Publikum, was mich freut.
ich habe versucht, aus der Diskussion zu lernen und diese Flashlights, wie ich sie für mich nenne, Momente des banalen Alltäglichen , in eine Gedichtform zu geben, die der modernen Stilrichtung entspricht.
Da du bei der Diskussion schon sagtest, dass diese "Lyrikrichtung" nicht deine ist, kann ich deinen ommentar gut nachvollziehen. Zwinker.
Dennoch möchte ich es mal ausprobieren. Vielleicht magst du, wenn ich dann noch hier bin, trotzdem auf diese Werke ein Auge werfen.
Ja, es wird noch einen Sonettenkranz von mir geben.Muss ihn noch tippen.
Ein Lächeln in den Süden von Marlene



danke, otto.
LG von Marlene

zuletzt bearbeitet 02.02.2012 09:14 | nach oben springen

#8

RE: Ohne Titel

in Erratum 02.02.2012 03:00
von Gemini • Long Dong Silver | 2.654 Beiträge

Hallo Marlene, kein übler Text.
Aber zu geradlinig. Besser würde mir eine kleine Verzerrung gefallen. Ich verstehe schon, dass der Kerl ein Trottel war, aber die Gefühle des Lyri sind banal. Schreib das Gedicht noch einmal mit mehr distanz und härter.


That until there are no longer first class
And second class citizens of any nation
Until the colour of a man´s skin
Is of no more significance than the colour of his eyes
Me say war


Bob Marley

http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

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#9

RE: Ohne Titel

in Erratum 02.02.2012 13:11
von MarleneM • ( Gast )
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danke, liebe Gemini, für die ehrliche Kritik. da es für mich Neuland ist, kannst du mir vielleicht eine Brücke bauen. Machst du's mir mal vor? Dann weiß ich es für die anderen Werke Ich weiß nicht genau, was du mit "härter" in der msetzung meinst. Am besten lernt man immer am Beispiel. Danke schon mal für deine Mühe.

LG vn Marlene

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#10

RE: Ohne Titel

in Erratum 13.02.2012 23:46
von Gemini • Long Dong Silver | 2.654 Beiträge

Ehrlich gesagt, gefällt es mir beim zweiten Lesen nun besser.
Ich habe dich scheinbar zu schnell in eine Schublade gesteckt.

Es passt so. Bessere nur die Schreibfehler aus.

Also eigentlich, gefällt es mir gerade richtig gut.

LG

Gem

Ps.: "Ohne Titel", gib den Gedichten einen Titel


That until there are no longer first class
And second class citizens of any nation
Until the colour of a man´s skin
Is of no more significance than the colour of his eyes
Me say war


Bob Marley

http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

zuletzt bearbeitet 13.02.2012 23:48 | nach oben springen

#11

RE: Ohne Titel

in Erratum 14.02.2012 12:32
von MarleneM • ( Gast )
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Ein Lächeln an Gemini,
ohne Titel ist der Titel, meint: ohne Titel ( Doktorwürden, gesellschaftliche anerkannte Leistung und Würden).

Schreibfehler? Meinst du, dass ich alles klein schreiben sollte? Sonst sehe ich keine Schreibfehler.

Hab mal einen schönen Spruch gelesen: "Dafür bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, dass man mich in eine Schublade steckt."

LG von Marlene

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#12

RE: Ohne Titel

in Erratum 23.02.2012 12:09
von perry • Mitglied | 910 Beiträge

Hallo Marlene,
schön, dass du dich auf das "Eis" der freien Lyrik wagst.
Mit der Doppeldeutigkeit des Titels hast du bereits eine gute Drehung hingelegt. Was das zeilenübergreifende Lesen anbelangt, könntest du noch deutlicher werden (z.B. zwei unterschiedliche Bedeutung in den Lesarten).
Ich wage mal eine Version:

titellos

er schlug sich
durch die massen
hob den kopf
aus dem sand
doch ganz ohne
titel kam er nicht
aus seinem tief
griff daneben
beim schlußverkauf

LG
Perry

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#13

RE: Ohne Titel

in Erratum 23.02.2012 13:30
von MarleneM • ( Gast )
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auf das Eis der freien Lyrik habe ich mich ja schon länger bewegt, lieber Perry- motiviert von dir und Karl.
Dieses Gedicht aber ist ein anderer Stil als der von euch beiden, von denen ich mir viel abgeschaut habe. Beu eurem Stil werde ich auch bleiben. Lächel.
Dieses ist mein erster versuch, diese supermoderne Lyrik zu schreiben, wo man eigentlich die Zusammenhänge selbst
als Leser schaffen muss. Wo Aussagen wie dahingeworfen aussehen und doch Räume schaffen in einer Blitzaufnahme quasi bis hin zum Banalen.
Ich finde deine Variante gut, aber sie ist irgendwie dem Genre, das ich diesmal mal bedienen wollte, nicht angemessen. zu flüssig, zu sanft.
Winter- damit wollte ich die Kälte des Endes, Schluß, verstärken.

Vielleicht schreibe ich es nochmal um in "unseren" Stil. Dann ist es aber nicht mehr dasselbe.
Ein Lächeln und danke von Marlene

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