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#1

Wo du wohnst

in Düsteres und Trübsinniges 31.01.2012 00:44
von Michael Munk | 271 Beiträge

Du bist gewesen, dieses
Wesen, das ich nie gedrückt
ist schon immer Gewesenes
da beim Fließ fließt sie
dort in der Schleuse schließt sie
diese gestrige Geste:

Du bist verwoben, jenes
Wesen war der Jahrmarkt
ich bin dir immer zugewandt
da lagen wir auf Schattigem
dort wagen wir ein langes Lebewohl
diese morgige Geste:

Hier sind wir, nur kurz, erlaubt
beinahe balanciert
wenn wir den Hafen verlassen
sieht man keine Strandbutten mehr
betrachtet man die fliehenden Lagunen

Das Wasser ist kalt.


zuletzt bearbeitet 31.01.2012 00:57 | nach oben springen

#2

RE: Wo du wohnst

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2012 13:53
von mcberry • Administrator | 1.204 Beiträge

Hallo Munkel,

Verse wie ein Blick zurück, vom Bord eines Schiffes, das bereits ablegt.

Was sich nicht ereignete, kann jetzt nicht mehr geschehen. Das LD wird neu konzipiert, wird zu einer anmutigen Utopie, während Sehnsucht die Brücke schlägt zwischen Erinnerung und vorweggenommener Zukunftsfantasie.

Gegenwart präsentiert sich als kippende Balance. Liegen die fliehenden Lagunen hinter mir oder weicht die Zukunft vor meiner Annäherung zurück? - Das Wasser - wie die Wirklichkeit - kühlt ab. Gerne gelesen - mcberry


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#3

RE: Wo du wohnst

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2012 17:06
von yaya | 85 Beiträge

Hallo Munkel,

die Zeilen hinterlassen bei mir den Eindruck eines Nachrufs auf einen Menschen, der nicht sehr nahe stand und den irdischen Jahrmarkt nun verlassen hat. LI kann sich aber nicht losreissen. Irgendetwas wurde nicht verwirklicht. Doch vertieft werden kann Begegnung nur noch in der Vorstellung: Wenn wir den Hafen einmal verlassen, sind die Strandbutten außer Sicht. Das kalte Wasser empfinde ich auch als Erwachen in der Gegenwart. Grüße von yaya

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#4

RE: Wo du wohnst

in Düsteres und Trübsinniges 16.02.2012 10:13
von Michael Munk | 271 Beiträge

hallo mc! hallo yaya!

danke für eure hinterlassenen eindrücke.

grüße, viele und liebe

der munkel


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#5

RE: Wo du wohnst

in Düsteres und Trübsinniges 19.02.2012 23:52
von MarleneM • ( Gast )
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die zweite Strophe: ich bin dir immer zugewandt, obwohl (Vers 1) ich dich nie gedrückt habe, lässt es mir so erscheinen, als spräche da ein Mensch mit sich selbst. Mit seinen vielen Seiten und Facetten, die er im Laufe seines Lebens an oder an sich festgestellt hat.
Auch der Titel deutet darauf hin: Wo du wohnst. Wo dein Selbst wohnt, n deinem Körper, der dir nur geliehen ist.

Jahrmarkt ( der Eitelkeiten?) wie man sich selbst gern hätte, wie andere einen gerne hätten- aber man eben nicht ist.

Kurz ist das Leben, aufgeteilt in gestern, heute und morgen- immer balancierend von einem Selbst zum Nächsten. Ja, ein Mensch wandelt sich im Laufe des Lebens, nicht grundsätzlich, aber in kleineren Facetten.

Irgendwann verlassen wir den Hafen für immer, das Ende ( Tod, hier Wasser) ist kalt.

Besonders gut gefällt mir: man betrachtet die fliehenden lagunen. Im Ende liegt auch Erlösung vom Lebenskampf, vom Kampf richtig sein zu müssen. Man flieht ncht mehr. Das Zurückbleibende flieht.

Ein friedlicher Schluß.
Gefällt mr sehr gut, dein Gedicht, lieber Michael.
LG von Marlene

zuletzt bearbeitet 19.02.2012 23:54 | nach oben springen

#6

RE: Wo du wohnst

in Düsteres und Trübsinniges 22.02.2012 17:58
von Michael Munk | 271 Beiträge

hallo marlene

vielen vielen dank für deine zuwendung und deine gedanken.


lg,
munkel


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