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#1

Abschaffung der Schreibschrift?

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.01.2015 11:06
von Joame Plebis | 3.476 Beiträge | 3363 Punkte

Beim Durchblättern von Zeitungen, stockte mein Blick. Wiederum wurde in einem Beitrag die Frage aufgeworfen, ob die Schreibschrift abgeschafft werden solle. Mir war bewusst, nicht zum ersten Mal wurde diese Thema aufgegriffen. Interessiert las ich die dazu abgegebenen Kommentare durch. Einer davon fiel mir auf, den ich wiedergeben will:

Abschaffung der Schreibschrift ....Verarmung

1/3
Wenn wir kaum noch Einfluss nehmen können auf die Verarmung der Sprache, die sich mit ähnlichen Wörtern wie 'cool' und 'super' oder 'geil' förmlich erschöpft, wäre das Beiseitelassen der Schreibschrift eine Steigerung des geistigen und kreativen, somit auch kulturellen Niederganges.

Jeder hatte schon die Möglichkeit, sich von der Versumpfung der Orthographie zu überzeugen, wenn Erwachsene! mit schulischem Wissen 'bebackt' postings 'schiecken'. Zur 'Höhle' mit nicht engagierten Lehrkräften und an der Sprache Desinteressierten.

2/3
Nicht verwunderlich, wenn ihre Haupt-Lehrer die Werbesendungen sind und sie ihr Wissen aus phantasielosen Filmen mit niederstem Niveau beziehen. Der Geist stumpft ab, die Schrift verkümmert. Konversation wird zum Abtausch von Schlagworten. Sollen wir, zielgerichtet auf Profit und Konsum, in diesem, der Natur widersprechenden System, in das wir und Eltern uns hineinmanövrierten, nur ein williger Teil der Masse sein?

Wollen wir tatsächlich Individualität und Kreativität ablegen, von der so viel gesprochen wird?

3/3
Sollen wir letztendlich Meinungsmachern das Feld überlassen, Mode-Zwängen folgen? Müssen wir uns oft einer Mehrheit anschließen, weil sie Mehrheit ist? Differenzieren wir doch zwischen Ideen, Zwängen und Suggestionen. - Ergründen wird dahintersteckende Motivationen, ehe wir dem Unterschriftensammler unsere drei X hinmalen, zum Beispiel diesem Verein gegen überflüssige Bürokratie, der für die Verbrennung nutzloser Literatur eines Theodor Storm, Gottfried Keller, .... eintritt, zugleich aber im Kleingedruckten für die Abschaffung der Handschrift steht.

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#2

RE: Abschaffung der Schreibschrift?

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.01.2015 12:50
von Ringelroth | 213 Beiträge | 213 Punkte

Wir sollten das Schreiben auf Papier im Deutschunterricht gänzlich abschaffen.
Im Zeitalter von Pads und Pods, von Smartphones, Laptops und PC ist es völlig überflüssig, Kindern das Schreiben mit Bleistift, Kugelschreiber und Füller auf Papier beizubringen.
Das tut doch, außer in der Schule, eh niemand mehr.
Ausgenommen eine immer weiter abnehmende Anzahl von Gestrigen und Romantikern.
Individuelles Schreiben ist unnötig, sein Erlernen mit veralteten Methoden ist zeitraubend und anachronistisch.

Die Vorteile liegen auf der Hand:
zum Beispiel die Zeit- und Ressourcenersparnis
Man denke an die vielen Schulstunden, die sinnlos vergeudet werden, um Schülern das Schreiben von Buchstaben auf teures Papier beizubringen.
Der Verbrauch von Schreibmaterialien (Holz, Kunststoff, Chemikalien) und Papier (abgeholzte Wälder, Wasserverschmutzung) ist völlig indiskutabel.
Außerhalb der Lehranstalten schreibt niemand mehr auf diese Art.

Es gab eine Zeit, in der Schüler mit Griffeln auf Schiefertafeln schrieben -
trauert irgendjemand dieser Zeit nach? Nein!
Hat das Abschaffen dieser urzeitlichen Instrumente, die Welt verschlechtert? Nein!

Mein Vorschlag:
Die eingesparte Zeit in den Schulen sollte für das Einführen eines Kunstunterrichtes genutzt werden.
Dort könnte man, neben Zeichnen, Malen und Gestalten, auch das Schreiben von Buchstaben fördern.
Da gehört es hin - denn es ist eine Kunst.


Mein neues ebook: "Himmelthor und Hondo" - ISBN 978-3-7368-5196-2
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#3

RE: Abschaffung der Schreibschrift?

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.01.2015 17:10
von Joame Plebis | 3.476 Beiträge | 3363 Punkte

Schönen Tag!
So eine Ansicht habe ich nicht erwartet. Sollte sie ernsthaft sein, kann ich diesen Schlag nur mit einem stärkeren parieren:

Kunstunterricht? Kunst ist doch verlorene Zeit, ein sich Verlieren in gefälligen Ansichten.
Ob nicht gleich der Vorschlag gemacht werden soll, alles Überflüssige abzuschaffen und uns, unser Umfeld bis global hin alles zu überdenken, sogar Produktionen und Export.

Damit dieser Schritt nicht zu radikal wirkt, könnten wir bei einer Kleinigkeit beginnen, indem wir einfach Erfindung und den Gebrauch von Handys rückgängig machen. Aber vielleicht fiele vielen der Verzicht des Fernsehens leichter. Verständigungen per Rauchsignale und mittels Trommeln ließen sich in kürzester Zeit erlernen, wären zugleich Erheiterung.
Doch wozu Erheiterung, wozu überhaupt Verständigung? Sind nicht Medien die Verbreiter von üblen Nachrichten, Träger zum Erkennen von misslichen Zuständen und der meisten Übel?

Reduzieren wir doch gleich unsere Kommunikation auf das unbedingt Notwendigste, ergründen wir, was notwendig ist, überspringen wir, was uns ablenken könnte, vom Hineilen zum eigentlichen Ziel, was dabei nur Ballast und unnützer Schmuck ist.

Auch wenn ich nicht dazu gehöre, so glücklich jeder, der das Ziel, den Sinn und Zweck des Daseins erkannt hat; dann also nichts wie auf und hin!
Wobei wir jeden unnützen Schritt überspringen sollten, auch Informationen, Fernsehen, Handy, Lesen und Schrift!
Widmen wir uns ausschließlich dem, was unbedingt notwendig ist, es zu erreichen: dem Essen und Trinken. Das ist notwendig und dient dem Lebenserhalt. Na also, für viele doch ein Grund zum zufriedenen Grunzen; auch ohne Schrift.

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#4

RE: Abschaffung der Schreibschrift?

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.01.2015 17:47
von Ringelroth | 213 Beiträge | 213 Punkte

Hallo Joame,

da kann ich nur sagen:
Ich hoffe, genau wie du bei meinem Kommentar, dass deiner nicht ernst gemeint ist.

Gruß
Ringelroth


Mein neues ebook: "Himmelthor und Hondo" - ISBN 978-3-7368-5196-2
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#5

RE: Abschaffung der Schreibschrift?

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 29.01.2015 17:37
von mcberry • Administrator | 2.765 Beiträge | 2470 Punkte

owwer jern, det machemer jleich

midde stüererklärig do fangemer an, owwer midde baggrezebbte do tätisch misch schwerer

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#6

RE: Abschaffung der Schreibschrift?

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 31.01.2015 18:06
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

sobald die kleinen smarties und die großen compies erstmal alle anweisungen per sprache verstehen, wird sich die beschäftigung mit dem schreiben in den turm der wissenschaft zurückziehen, vielleicht noch in den der kunst ...

In 15 Jahren stellt sich die Frage so wohl nimmer

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#7

RE: Abschaffung der Schreibschrift?

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 01.02.2015 02:10
von Joame Plebis | 3.476 Beiträge | 3363 Punkte

So ähnlich kann es sein. Vor 10 Jahren dachte ich auch noch, hier sei ein Platz für Gedichte.

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