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#1

Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 30.01.2018 05:05
von HajoHorst | 57 Beiträge

Erdogan am Bös-
porus, Zwerg Kim Il Un in
Koreas Morden.

Krass-Putin im Kreml
und Trumpeltier in New York!
Wie wird das enden?


(HajoHorst, Zwei Haikus, röstfrisch aus der Gift- und Gabenküche, 30.1.2018, 5:02). Neuere Version am 7.1.2018, 6:55 vorgetragen.

zuletzt bearbeitet 07.02.2018 07:27 | nach oben

#2

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 30.01.2018 15:49
von Joame Plebis | 3.409 Beiträge | 3363 Punkte

Solche Themen als Haikus sind aber nur für 'Wissende'.
Es gehört eine Portion Zurückhaltung dazu, nicht mit einen Wortschwall
die Personen mit ihren Praktiken und Einstellungen zu analysieren,
was selbstverständlich nur aus unserer Sicht den Tatsachen entspräche.

Vielleicht wage ich mich aus diesem Grund nicht an diese Ausdrucksweise
heran, weil sie in dieser Form, die doch knapp ist, nicht auf Feinheiten
näher eingehen kann und sie als bekannt voraussetzen muss.

Gruß
Joame

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#3

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 31.01.2018 14:30
von HajoHorst | 57 Beiträge

Hi Joame,
ein Haiku wendet sich weniger an "Wissende", denn die wissen bereits; es wendet sich vielmehr an Wissen-Wollende, denn die sind auf der Suche, nicht träge sitzend in der Nische. Die genannten Politiker sind weltbekannt und von großen Einfluss.
Ästheten mögen sich nicht berührt fühlen (in ihrem Elfenbein-Türmchen). Ich gehöre (noch) einer Generation an, die 12 Jahre lang gekuscht hat, was der Menschheit Millionen Leben kostete. Warum sollte ich heute schweigen? "Wehret den Anfängen"! (Die "Druckfehler" in meinen beiden Haikus sind gewollt - wie dem Sprecher selbst nicht bewusste Sprechfehler in seine Rede, die in sein Inneres blicken lassen.( = eine (neue?) Technik, mit Hilfe von Schreibfehlern) Hintergründe anzuleuchten und damit eine weitere Tiefe im Gedicht zu öffnen?)

Die gegenwärtige Weltpolitik treibt mich um. Vor Jahren schrieb ich in Sorge um einen atomaren Krieg :

Im Mund roter Staub
krächze ich nach dem Tod wie
zerbrechendes Glas.

Und ich war als Bildhauer aktiv - aus Schmerz, Empörung, Protest gegen Hunger und Kriege. Falls Ihr mal etwas Zeit habt: Schaut Euch in meinen Webseiten meine Skulpturen an: "Ich, Zeitgenosse von Auschwitz und Hiroshima" (Bronze), und die Lindenhölzer "Sahel-Madonna", und "Das verhungerte Mädchen". Vielleicht könnt` Ihr dann nachfühlen, wie mir zumute ist bei den genannten "Führern" unserer Welt.

Gruß
HajoHorst

zuletzt bearbeitet 31.01.2018 14:33 | nach oben

#4

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 31.01.2018 18:11
von mcberry • Administrator | 2.590 Beiträge | 2470 Punkte

Zitat
Im Mund roter Staub /krächze ich nach dem Tod wie /zerbrechendes Glas.


Wir kannten es noch nicht: Dieses schöne Haiku hätte eine eigene Veröffentlichung verdient.
Wir beschreiben unseren Zustand. Mit Worten Einfluß nehmen zu können wage ich nicht zu hoffen. HG - mcberry


zuletzt bearbeitet 31.01.2018 18:12 | nach oben

#5

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 01.02.2018 02:32
von Joame Plebis | 3.409 Beiträge | 3363 Punkte

Schönen Morgen!

Indem ich schrieb 'für Wissende', dachte ich daran, dass alle, die nicht unsere Geschichte kennen, nicht ahnen können, was ausgedrückt werden will. Für diese sind es Worte. Doch diese sind bewusst mit Gefühlen geschrieben, von denen die jüngere Generation keine Ahnung und Vorstellung hat. Das eventuelle Nachlesen in Geschichtsbüchern ist nicht mit Erlebtem zu vergleichen.

Gruß
Joame

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#6

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 01.02.2018 19:56
von HajoHorst | 57 Beiträge

Hallo Joame
mich würde interessieren, was Ihr alle zu meiner von mir im letzten Haiku angewendeten "Technik" , durch einen (absichtlichen) Schreibfehler (in einer Rede ein Lapsus linguae) meint. So ein "Fehler" regt zu weiterem Grübeln an: warum dieser Fehler?, was ist sein Hintergrund? etc.
Gruß
HajoHorst

zuletzt bearbeitet 13.02.2018 12:34 | nach oben

#7

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 01.02.2018 20:17
von HajoHorst | 57 Beiträge

Hi mcberry,
das zitierte Haiku "Im Mund roter Staub..." ist veröffentlicht in meinem Buch "Akt als Skulptur und Zeichnung", Monoceros-Verlag, 2003, ISBN 3-933723-02-7. In meiner Webseite <http://www.aktaquarell.de > kann man einen Einblick bekommen. Dort kann man auch meine schon erwähnten Lindenholzskulpturen "Sahel-Madonna" und "Das verhungerte Mädchen" sehen.
Gruß
HajoHorst

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#8

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 05.02.2018 01:55
von Joame Plebis | 3.409 Beiträge | 3363 Punkte

Guten Morgen, HajoHorst!

Über den Lapsus Linguae gibt es meinerseits kein Grübeln; die Absicht ist offensichtlich und der Aussage dienlich,
kreativ und geschickt gemacht.

Joame

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#9

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 07.02.2018 06:48
von HajoHorst | 57 Beiträge

Ich habe eine bessere Version für mein Haiku gefunden:

Erdogan am Bös-
porus, Zwerg Kim Jong Un in
Koreas Morden,

Krass-Putin im Kreml
und Trumpeltier in New Talk!
Wie wird das enden?


(HajoHorst, 7.2.2018, 6:55);<Beim Lesen/Vortragen sollten die unterstrichenen Satzteile betont werden>

zuletzt bearbeitet 09.02.2018 21:46 | nach oben

#10

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 28.03.2018 05:57
von Alcedo • Mitglied | 2.494 Beiträge | 2351 Punkte

Zitat von HajoHorst im Beitrag #1
Erdogan am Bös-
porus, Zwerg Kim Il Un in
Koreas Morden.

Krass-Putin im Kreml
und Trumpeltier in New York!
Wie wird das enden?


(HajoHorst, Zwei Haikus, röstfrisch aus der Gift- und Gabenküche, 30.1.2018, 5:02). Neuere Version am 7.1.2018, 6:55 vorgetragen.



hallo Horst

die ursprüngliche Version gefällt mir besser.
den „Talk“-Seppl halte ich für künstlich überdreht, und er schwächt mir da die eindeutige geographische Lokalisierung ab, in diesem erneut so Kaltem Krieg, nichtwahr, dies- und jenseits des Atlantiks, beziehungsweise, Pazifiks: schön, weil dicht & treffend. gefällt mir.

meine Audiointerpretation befindet sich im Anhang.

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#11

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 29.04.2018 21:18
von Artbeck Feierabend | 104 Beiträge | 52 Punkte

Guten Abend, HajoHorst und Alcedo!

Einem Reibeisen gleich raspelt und schmirgelt sich hier eine Stimme in aller Ruhe durch diese interessanten Verse. Ihr gelingt es souverän, einem lyrischen Ich, das zwischen Spott und Hände ringender Fassungslosigkeit zu pendeln scheint, akustisch Ausdruck zu verleihen. Text und Vertonung bilden in diesem Fall eine hervorragende Einheit.

Die bange Frage des Kalten Krieges („Wie wird das enden?“) war für mich als Jugendlicher einst omnipräsent – als Schüler konnten wir von unseren Klassenzimmern aus die Köpfe der Kampfpiloten der F16 und Phantom sehen, als sie den Schornstein der Ibbenbürener Preußag als Markierungspunkte im ohrenbetäubenden Tiefflug umkreisten. So wurde man ständig daran erinnert, was kommen könnte. In Vertretungsstunden wurde „The Day after“ gezeigt… Dann schien die Frage im Laufe von Glasnost vergessen und begraben. Hier in den Versen bricht sie wieder durch.

In hysterischen Zeiten sind gelassene Stimmen in kleinen und großen Zusammenhängen von immenser Bedeutung, auch das transportiert die angenehm ruhige Vertonung auf sehr gelungene Weise!

Einzig die Verbindung des Haiku als Gedichtform mit dem Inhalt des politischen Weltgeschehens erscheint mir persönlich als gewöhnungsbedürftig – aber das ist drittrangig und da gibt es ja offensichtlich unterschiedliche Lager!

Insgesamt sehr gerne in Kombination gelesen und gehört!
Gut, dass sich Nord- und Südkorea gerade anzunähern scheinen – unglaublich!

Viele Grüße,
Artbeck

zuletzt bearbeitet 29.04.2018 21:44 | nach oben

#12

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 30.04.2018 19:10
von Alcedo • Mitglied | 2.494 Beiträge | 2351 Punkte

danke, Art.

Gruß
Alcedo


e-Gut
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#13

RE: Weltpolitik

in Philosophisches und Grübeleien 28.05.2018 21:03
von HajoHorst | 57 Beiträge

Das Haiku ist für mich eine gute Kurzform, um Geschmader zu vermeiden. Prägnant sein!
Hajo Horst

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