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#1

Gegen das Warten

in Minimallyrik 11.04.2018 07:52
von munk | 666 Beiträge | 617 Punkte

Verstecke, steinbruchtief,
auf die Schilfkante gesetzt,
Kahn, Traum, Echos.
Sie werden sichtbar,
verletzlicher Saum,
Umkreise,
nicht hörbar,
die Fütterung der Seele.

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#2

RE: Gegen das Warten

in Minimallyrik 12.04.2018 02:36
von Joame Plebis | 3.401 Beiträge | 3363 Punkte

Guten Tag, munk!

Das E-Literatum ist derzeit fast auf jeden Schreiber angewiesen, da es in den letzten Zügen liegt.

Du bezeichnest es wahrscheinlich als Literatur.
In Deinen Gedanken hast Du Vorstellungen und denkst an etwas Bestimmtes, das der Leser erraten sollte.
Selbst wenn er es kann, vermisse ich die einem Gedicht üblicherweise innewohnende Eleganze,
die Schönheit der Worte, die es dem Leser immer wieder lesen lassen.
Ich könnte jedoch keinen Vergleich zu Goethe, Heine, Rilke,... anstellen.
Notizen von mir vielleicht, die auch ohne Rhythmik sind. Schlimmstenfalls nehme ich meinen
Einkaufzettel, der sich für Dich so anmuten würde, wie für mich das:

Zitat
Verstecke, steinbruchtief,
auf die Schilfkante gesetzt,
Kahn, Traum, Echos.
Sie werden sichtbar,
verletzlicher Saum,
Umkreise,
nicht hörbar,
die Fütterung der Seele.


Ich nehme schon an, dass Du eine gute und überzeugende Erklärung dafür hast, doch auch wenn,
ist es ein Produkt der Elite dieses Forums?

Du kennst mich etwas und weißt, dass ich keine Aversion gegen Dich - gegen niemanden habe.
Wie immer kann die Meinung eines Einzelnen sehr von Irrtum behaftet sein,
ich hoffe, dass es in diesem Fall auch ist.

Gruß
Joame

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#3

RE: Gegen das Warten

in Minimallyrik 12.04.2018 10:33
von mcberry • Administrator | 2.563 Beiträge | 2470 Punkte

Kein leichter Text aus deiner Feder, lieber Munk,

aber erwarten wir das?
Meine Vorliebe für apokryphe Texte habe ich nie geleugnet. Die Gefahr so versehentlich mal eine Wäscheliste
anzubeten, bleibt mir bewußt. Hier haben wir keine so vage Aussage. Im Text glaube ich einen Seelenzustand
wiederzuerkennen, der schwierig und schmerzlich ist.

Geheimnisse auf der Schilfkante, das wäre, im Schlaf laut schwätzend alles preisgegeben zu haben. Oder wenn
Mutter mein Tagebuch liest. Die Geliebte alle Briefbotschaften öffentlich stellt. Eine Hausdurchsuchung. U. a.

Schwieriger in mein Verständnis zu packen finde ich die Fütterung der Seele. Wahrscheinlich ist der rationale Zugang
unter den Grenzen einer Dichtung. Dennoch: Vllt ernähren sich fremde Seelen gern vom verletzten Gefühl. Warum
sonst die Schaulust, die kollektive Suche nach den Schmerzen der Anderen?

Zur Form: Die eckigen Geheimnisse in runden Schwingungen zu beschreiben wäre kaum mehr zeitgemäß.

Eigentlich gefallen mir die Zeilen, das totale Mißverständnis vorbehalten. Und mal einen umstrittenen Beitrag
eingestellt zu haben, das hälst du gut aus. Immer gerne gelesen. HG - mcberry


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#4

RE: Gegen das Warten

in Minimallyrik 12.04.2018 20:06
von munk | 666 Beiträge | 617 Punkte

lieber joame,
ich habe niemals einen anspruch auf literatur oder auf hier elitäres erhoben. ich bin ein nichtdichter, so habe ich es in meinem profil auch vorangestellt. ich schreibe aus empfindsamkeiten heraus. so entstehen diese notizen und "waschzettel" immer. meine vielen unfähigkeiten sind mir sehr wohl bewusst, jetzt um so mehr.

lieber mcberry,
vielen dank nochmal für deinen versuch, sich meinem text anzunähern. ein kleidungsstück kann man ausfüttern, damit es seele und körper wärmer hält. vielleicht kann man die seele mit erinnerungsbildern so umfüttern, dass der schmerz nachlässt.

vielen dank für eure einlassungen.
vielen dank für die zahlreichen gern gelesen.
vielen dank für die zeit hier.
adieu.

munkel

zuletzt bearbeitet 12.04.2018 22:59 | nach oben

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