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#1

Die Tulpen

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 03.11.2018 02:17
von Joame Plebis | 3.476 Beiträge | 3363 Punkte

Sehr geehrter Herr Schnösel!

Danke für die Zusendung Ihres Manuskriptes über die Tulpen, das ich vor mir liegen habe:

Sie erfreuen jene von uns, die noch fähig sind, diese zierlichen Gewächse zu sehen. Sei es auch nur ein winziger Garten oder ein Fleck Erde, in die im Herbst oder auch erst im Jänner die kleinen Zwiebeln in eine Mulde hineingedrückt und mit etwas Erde zugedeckt wurden.

Glücklich jeder, der das Bunt erschauen kann, das innerhalb weniger Wochen zu sprießen begann; zuerst die unverkennbaren großen grünen Blätter, die Knospen, die sich dann, nach wenigen Tagen öffnen und ihre zarte farbige Schönheit zeigen.
In sattem Gelb oder Rot, Rosa, oder gemischtfarbig. Es gibt unzählige Arten an Züchtungen und Farbtönen. Jeder Blick auf sie beim Vorübergehen kann eine kleine Freude bereiten und die Stimmung heben.

Nur viel zu schnell verblühen sie - und dem Nachdenklichen unter uns, kommt gelegentlich die Frage, warum
dieses rasche Vergehen ist. Manche sogar, zu denen auch ich gehöre, stellen Vergleiche an, zu fast allem auf diesem Planeten, wo ein Kommen und Vergehen herrscht - eine ununterbrochene Veränderung stattfindet.

Nicht jeder macht sich darüber Gedanken. Nicht jeder stellt sich die Frage, warum dieses Erblühen, wenn doch bald darauf das Verwelken, das Vergehen, das Sterben beginnt.


Ich werde es mir gelegentlich näher ansehen und meine Meinung dazu abgeben.
Auf Anhieb scheint es Hand und Fuß zu haben und ohne Hintergedanken geschrieben zu sein.

Doch nun zu dem Forum, über das Sie mir das letzte Mal berichteten.
Auch ich habe derartige Schreibereien satt!
Dieser Mist, der in letzter Zeit überhand nimmt, ist unerträglich.

Das Traurige ist, manch einer denkt noch, er habe ein großes Werk geschaffen,
man müsse es nur richtig zu deuten wissen. Also wird stets dem Leser in die
Schuhe geschoben, er wäre unfähig, Kunst zu erkennen.

Scharenweise übervölkern sogenannte Künstler Literaturforen.
Mir ist jemand, der miserabel erzählt oder schlechte Reime stammelt, viel lieber
als ein eingebildeter Pfau, der es zu Halbwissen gebracht hat.

Damit pflichte ich Ihnen bei und kann Ihre Ansicht nur bekräftigen.

Mit gleichgesinnten Grüßen
Strünz

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#2

RE: Die Tulpen

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 06.11.2018 11:33
von mcberry • Administrator | 2.765 Beiträge | 2470 Punkte

Das sind zwei hochbegabte Komiker, JP,

die hier einen Einblick in ihre Korrespondenz zulassen: Schnösel und Strünz könnten ein Markenzeichen werden.

Den Zusammenhang zwischen einem eingesandten Manuskript über Tulpen und offensichtlich literarischen
kunstschaffenden Foren kann der Leser herstellen. Warum Tulpen als Gegenstand der Betrachtung gewählt
wurden, verstehe ich nicht wirklich: Der Börsencrash? Wird die Kommerzialisierung von Artefakten nahegelegt?

Eine Metapher ließe sich ohne konkrete Nennung dichterischen Schaffens runden, wenn sich Strünz über Gering-
schätzung des künstlerischen Anspruchs von Zuchterfolgen beschwert in seinem Hausforum der Blumenfreunde.

Vllt sagtst du noch etwas über den Zusammenhang dieser Brieffolge. So oder so macht sie Spaß. HG - mcberry

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#3

RE: Die Tulpen

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 10.11.2018 06:04
von TheMonkeyPaw | 133 Beiträge

s Traurige ist, manch einer denkt noch, er habe ein großes Werk geschaffen

Aber du tust das?

Ich wollte nie ein grosses Werk schaffen, bin aber der bekannteste Dichter im Internet. Warum darf man nur schreiben wenn man ein großes Werk erschafft? Oder so wie du großes sehen will? Was du sehen willst?
Alle sollen schreiben. Das kleine Kind der arme Mensch. Diese behämmerte Arroganz von Menschen, die ich persönlich in Grund und Boden Schreiben könnte, wollen etwas erklären? Das ist die Sprache der Armen, der Entrechteten. Die Feder macht keinen Unterschied zwischen Kind, Mann, Moslem, Buddhist.
Das ist unsere einzige Waffe, unsere Macht. Und dich, würde ich in einer Sekunde zerlegen können und es ist egal was du studiert hast. Hier ist mein Pflaster. Und Spar dir dein überhebliches Getue. Lass mich sperren. Zu mehr reicht es euch nicht.

TMP

Hochbegabte Pfeifenheinis.
Gelöscht sry


Once more into the fray
To the last good fight I ever know
Live and die on this day
Live and die
On this day
zuletzt bearbeitet 10.11.2018 06:07 | nach oben

#4

RE: Die Tulpen

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 11.11.2018 01:07
von Joame Plebis | 3.476 Beiträge | 3363 Punkte

Ich liebe diese wunderschönen Tulpen, die mich aber zugleich traurig machen, da sie so deutlich die Vergänglichkeit sichtbar zeigen. Nicht immer sollte man nach einer Metapher suchen; ich wär zu ungeschickt dafür, könnte bei mir nur plump und umständlich ausfallen. (Die Notiz von den Tulpen fand ich zufällig, wusste nicht, ob ich sie einmal schon postete oder nicht.)

Leider keine überraschende und zufriedenstellende Erklärung von mir, der ich bis heute nicht weiß, ob ich mich der Prosa zuwenden sollte oder lieber nicht. Meine Themen sind kein Krimi, erscheinen mir in meiner Beurteilung salzlos und öde.
Vielleicht versuche ich es wieder einmal und warte auf Reaktionen von kompetenter Seite. Doch wer ist kompetent?

zuletzt bearbeitet 11.11.2018 01:08 | nach oben


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