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#1

Was haben uns die Bäume getan?

in Gesellschaft 05.12.2018 02:13
von Joame Plebis | 3.510 Beiträge | 3400 Punkte

Was haben uns die Bäume getan?


Sie werden geschlagen, gebunden, beschwert;
es hat sich noch keiner von ihnen gewehrt,
dass er es könnte, ist nicht bekannt.
Nur lichterloh sind manche verbrannt.

Und abermals wird zum herrlichen Fest,
von Menschen zum Brauch, auch aus Freude geschmückt.
in einer Zeit, wo die Sorge uns drückt.
wo Scheinheiligkeit am meisten uns stresst.

Schon wieder naht die Besessenheit,
die menschliches Leid mit Profitgier behängt,
von klaffender Einigkeitsfreude bedrängt.
Profit, Hass und Baumbrand ist Weihnachtszeit.

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#2

RE: Was haben uns die Bäume getan?

in Gesellschaft 05.12.2018 02:18
von mcberry • Administrator | 2.818 Beiträge | 2564 Punkte

Sehr schön, JP,
sollen wir mit dem Gedicht einen Weihnachtsthread anbrennen lassen?

zuletzt bearbeitet 05.12.2018 02:19 | nach oben

#3

RE: Was haben uns die Bäume getan?

in Gesellschaft 05.12.2018 07:35
von gugol | 216 Beiträge | 42 Punkte

Ich nehme zur Kenntnis, dass dieses Gedicht dem elitären Qualitätsanspruch an Metrum, korrektes Deutsch und Auseinandersetzung mit einem Thema von E-Lit zu entsprechen scheint und denke mir den Rest. LG gugol

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#4

RE: Was haben uns die Bäume getan?

in Gesellschaft 05.12.2018 11:53
von Joame Plebis | 3.510 Beiträge | 3400 Punkte

Ja, so ist es. Bemerkung: was nicht geschrieben wird, kann auch nicht beantwortet werden.
Es wurde verzichtet, mehrere Schaffende des Beitrages anzuführen, da üblicherweise Beiträge
von einer Person stammen.

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#5

RE: Was haben uns die Bäume getan?

in Gesellschaft 05.12.2018 12:46
von gugol | 216 Beiträge | 42 Punkte

Hey Joame, ich habe keine Ahnung, was du mir mit der Ko-Autorenschaft sagen willst (was gibt es fruchtbareres als zu zweit schreiben?), aber ich kann gerne ein paar Beispiele geben, warum ich das Gedicht nicht über alle Zweifel erhaben finde und es mir nicht unbedingt zum Massstab nehme.
Das Thema wirkt für mich abgedroschen und mit Stammtischweisheiten gespickt, aber Themen sind nun wirklich Geschmacksache, also ja, kann man machen.
Zum Rest schreib ich gleich ins Gedicht rein, das macht es am einfachsten. LG gugol


Sie werden geschlagen, gebunden, beschwert; xXxxXxxXxxX

es hat sich noch keiner von ihnen gewehrt, xXxxXxxXxxX

dass er es könnte, ist nicht bekannt. XxxXxxXxX kein Auftakt
“er” ist hier unklar und passt nicht zum obigen “keiner”. Wenn, dann “dass einer es könnte”, würde auch dem Metrum helfen.

Nur lichterloh sind manche verbrannt. xXxXxXxxX
Der Satz passt nicht zum vorangehenden und ohne das Adjektiv würde er lauten: “Nur sind manche verbrannt”, was kein Hauptsatz ist, es wäre ein okayer Nebensatz.


Und abermals wird zum herrlichen Fest, xXxxXxXxxX

von Menschen zum Brauch, auch aus Freude geschmückt. xXxxXxxXxxX
Falsche Kommasetzung, oder dann ist das “auch” ein reines Füllsel mit 0 inhaltlichem Wert.
Korrekt: Komma weg nach “Fest” dafür eines nach “Freude”: "wird von Menschen zum Brauch, auch aus Freude, geschmückt." "Auch aus Freude" ist der Einschub. Zum Fest zum Brauch ist ausserdem sprachlich ziemlich arm.

Was ist gegen schmücken an sich einzuwenden? Der Baum wird missbraucht und geschmückt, dies ist doch das Thema des Gedichts, da fehlt ein Subjekt im Satz.

in einer Zeit, wo die Sorge uns drückt. xXxXxxXxxX (mit gutem Willen)
Nach einem Punkt schreibt man gross. Ausserdem ist das kein vollständiger Satz.

wo Scheinheiligkeit am meisten uns stresst. xXXxXxXxxX Scheinheiligkeit verträgt sich schlecht mit dem Daktylus. Das “uns” ist an einer unnatürlichen Stelle im Satz, ausserdem ist auch dies kein vollständiger Satz, sollte aber trotzdem nach Punkt gross beginnen. Inhaltlich: Scheinheiligkeit stresst? Dann lassen wir sie doch einfach. Scheinheilig ist man doch eher aus Bequemlichkeit. Und den Bäumen ist das eh egal, ob wir gestresst sind.

Schon wieder naht die Besessenheit, xXxXxxXxX

die menschliches Leid mit Profitgier behängt, xXxxXxxXxxX

von klaffender Einigkeitsfreude bedrängt. xXxxXxxXxxX
Wie sieht klaffende Freude aus? Kann ich mir nichts drunter vorstellen. Auch ist Freude normalerweise nichts, was bedrängt.


Profit, Hass und Baumbrand ist Weihnachtszeit. xXXxXxxXxX
3 Nomen, also “sind Weihnachtszeit”, aber es ist ohnehin mit nur einem Hilfsverb ein sprachlich schwacher Satz. Wenn dann "es ist Weihnachtszeit".
Hass hat mit der Freude am Weihnachtsbäume schmücken recht wenig zu tun, damit driftest du thematisch völlig ab.

zuletzt bearbeitet 05.12.2018 15:24 | nach oben

#6

RE: Was haben uns die Bäume getan?

in Gesellschaft 05.12.2018 19:39
von mcberry • Administrator | 2.818 Beiträge | 2564 Punkte

Darf ich mal etwas Grundsätzliches anmerken?
Wer die Meßlatte höher hängt, erreicht nicht unbedingt mehr. Schreiben darf auch Spaß machen.

Einerseits schätze ich Gugols Ansatz zu ernsthafter Textarbeit. Andererseits fürchte ich, daß ihr
jetzt in Streit geratet und so mehr verderben könnt, als euch die Auseinandersetzung einbringt.

Hätten wir mit dem Gedicht einen Dezemberfaden eröffnet, würde es ohnehin kaum kommentiert
und die metrischen Stolpersteine wären weniger wichtig. So traut sich hier doch keiner mehr eine
aufpolierte Banalität zu präsentieren und die Saison zu begrüßen. Pessimistische Grüße - mcberry

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#7

RE: Was haben uns die Bäume getan?

in Gesellschaft 05.12.2018 20:06
von gugol | 216 Beiträge | 42 Punkte

Hier Deutlicher mitgeteilt #3 hat Joame selbst die Messlatte elitär hoch gelegt. Da finde ich schon, ist es berechtigt, bei seinem (ihrem?) ersten Gedicht danach etwas genauer hinzuschauen, zumal er/sie in letzter Zeit sein/ihr Augenmerk mehrheitlich auf negatives gerichtet hat. Auch meine ich, dass ich hier auf Joames Aufforderung hin seriöse Textarbeit geleistet und keinen Streit gesucht habe. Wenn der Beitrag Anlass zu Streit gibt, dann weiss ich auch nicht, wozu ein Forum wie dieses da ist. Wir können aber auch gern einen lustig leicht-banalen Dezemberfaden eröffnen, bin ich dabei!! Es muss nicht immer alles super ernsthaft und für die Ewigkeit sein, nur bitte soll das für alle gelten. LG gugol

zuletzt bearbeitet 05.12.2018 20:42 | nach oben


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