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#1

uralt gefunden ca. 1962

in Philosophisches und Grübeleien 19.02.2019 00:29
von Joame Plebis | 3.573 Beiträge | 3549 Punkte

Unter meinen Füßen spüre ich die Erde,
atme ein der Blumen und des Waldes Duft.
Höre während meines Gehens leises Wispern
und vermute zu verstehen, was der Wald mir ruft.

"Du bist nur ein Mensch auf dieser Erde.
Vieles wird hier noch geschehen.
Du wirst leben deine kurzen Jahre,
dann aber wirst du vergehen."

"Zeiten werden immer weiter schreiten,
ob du je gewesen oder nicht.
Noch ein Grab wird mehr sein und ein Holzkreuz;
möglich, dass man dann noch von dir spricht."

"Weiter blüht die Welt und immer weiter:
Städte, Menschen werden kommen und vergehen,
auf der Erde wird noch viel geschehen.
Davon aber wirst du nichts mehr sehen."

Doch ich bin noch, fühle Sonne Wärme,
atme ein die Waldluft voller Lust.
Meine Angst vor später wird betrunken;
dennoch schlummert sie in meiner Brust.

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#2

RE: uralt gefunden ca. 1962

in Philosophisches und Grübeleien 23.02.2019 19:50
von yaya | 616 Beiträge | 616 Punkte

Guten Abend, Joame,

diese Verse sind gut angedacht und verdienen eine Überschrift.
Warum verweigerst du beharrlich eine metrische Überarbeitung?
Diese S2 scheint mir ein unnötig spitzer Stolperstein: Besser wäre ganz darauf zu verzichten.
Anders herum rammt in S3 das Holzkreuz das Versende geradezu. Das finde ich handwerklich gut gemacht.
Aber S5Z3 wirkt unbeholfen: Zukunfts - oder eine dumpfe Angst wären besser geschliffen als "vor später".
Und betrunken werden kann kein Gefühl, nur das LI fühlt sich so.
Eine Anmutung von Wehmut überträgt sich dem Leser. Gleichzeitig kommt auch die Waldeslust bei mir an.
Die Zeilen sind es wert noch einmal überholt zu werden. Insgesamt gerne gelesen. Grüße von Yaya

zuletzt bearbeitet 23.02.2019 19:57 | nach oben

#3

RE: uralt gefunden ca. 1962

in Philosophisches und Grübeleien 24.02.2019 01:21
von Joame Plebis | 3.573 Beiträge | 3549 Punkte

Danke für das Lesen, yayah.

Von Beharrlichkeit kann nicht gesprochen werden, zumal Überarbeitung von mir überhaupt nicht angedacht wurde.
Titel wurde auch keiner vergeben; ich schrieb nur, dass ca. 1962 das geschrieben wurde. Jetzt wo ich eine Entrümpelung meiner Schreibereien vornehme, weil mich das viele Papier nervt, stieß ich auf diese notierten Gedanken.
Ich scanne alles was ich finde ein und fülle die Mülltonne für Papier. Eine mühsame Arbeit, wobei ich die Stapel von Blättern nur flüchtig lese, weil ich irgendwann mit dieser Beschäftigung fertig werden will.

Deshalb steht mir der Sinn derzeit nicht nach Überarbeiten oder irgend einer Korrektur. Das würde meine Arbeitswut bremsen. Ich brauche unbedingt mehr Platz in meinen Schränken, da mein kleiner Raum förmlich überquillt. Ich will nicht täglich über Musikinstrumente steigen und vor dem Essen Pinsel vom Tisch fegen oder Papiere umstapeln, damit die PC-Tastatur frei wird.
Das wirst Du bestimmt verstehen.
Versprechen kann ich gar nichts, aber sollte mir einmal das Wort 'Langweile' in den Sinn kommen, werde ich mich gerne Deines Vorschlages erinnern, und mir einiges durchlesen, was ich bisher nur raschen und trüben Blickes überflog.

Gruß von Joame

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