#1

Sturmbälle & Wellenreiter

in Liebe und Leidenschaft 10.01.2020 16:47
von munk | 869 Beiträge | 1144 Punkte

Sie bleiben draußen,
vielsam im Traum,
ohne die Fahrenheit der Sterne,
verbunden, verdichtet,
zwei Leben lang,
und darüber hinaus,
ein Frieden
eine besondere Stille,
ein Foucaultsches Pendel,
an jenem geliebten Ort,
wo die Liebe sich aufblättert
zuhört,
in den Dünen nachspürt,
was wir hinterlassen können;
der Tod darin ist schwer zu finden,
nicht aufhaltbar,
das Lied, der Möwen Pflug,
unsre Spur im Sand.


A.S./9.1.2020

zuletzt bearbeitet 10.01.2020 16:53 | nach oben

#2

RE: Sturmbälle & Wellenreiter

in Liebe und Leidenschaft 16.01.2020 19:09
von mcberry • Administrator | 3.033 Beiträge | 3059 Punkte

Es wundert mich, lieber Munkel,

dass Yaya diesen Text noch nicht abgegriffen hat und trefflich zu kommentieren wußte. Denn Liebeslyrik
liest die Dame mit weitaus mehr Kompetenz als ich. Meine Bemerkungen kommen vergleichsweise tolpatschig.

Mir fiel eine Verdichtung oder Zentrierung auf. Der wilden Fahrt weit draussen wird eine innere Versenkung
entgegengesetzt. Ein weit schwingendes Pendel - welch gewaltiges Bild - nähert sich unabänderlich dem Punkt,
unausweichlicher Stille, der wir nicht entgehen können. Wo wir zuhören, des immanenten Todes nicht gewahr.
Und er scheint sich zu relativieren, wo die Liebe aufblättert, eine Spur findet, einem Lied zu lauschen versteht.

Der Text stimmt mich demütig. Wahrscheinlich fasse ich ihn quer auf. Aber bekanntlich kommt es darauf nicht
so sehr an. Aus dem unwinterlichen Norden am Strand lang spazierende - herumstolpernde - Grüße - mcberry

zuletzt bearbeitet 27.01.2020 06:27 | nach oben

#3

RE: Sturmbälle & Wellenreiter

in Liebe und Leidenschaft 26.01.2020 10:55
von munk | 869 Beiträge | 1144 Punkte

Lieber mcberry,
ach, Gott sei Dank, gibt es diese verschiedenen Wahrnehmungen und Empfindsamkeiten bezüglich des Lesens und Nachspürens von Inhalten und Zusammenhängen. So verschieden wir Erlebtes filtern und auf unsre ganz eigene Weise verarbeiten und wieder hinauslassen in die Welt, so facettenreich wird auch interpretiert, mitunter entstehen ganz andre Aspekte, die der Text trägt, obwohl sein Erzeuger diese gar nicht im Sinn hatte. Manchmal sind sie einfach in einem verwoben, ohne dass der Schreiber es bemerkt oder doch, denn er entlässt sie ja, um vielleicht Seelenverwandten ein Staunen oder zumindest ein Aha zu entlocken, weil sie Ähnliches erlebt haben.

Vielen Dank für dein Hineinlesen

Mit freundlichem Gruß

Munkel

zuletzt bearbeitet 26.01.2020 12:13 | nach oben


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