also ich kann Don Carvalho da nur zu stimmen. ich interpretiere es auch, dass sich das lyr. ich von den großmachtambitionen, denen deutschland nun mit gewicht nachgehen kann, entsetzt ist und erstmal zusammenzuckt. obwohl ich dieses zusammenzucken als reaktion nicht gerade nachvollziehbar finde. man ist doch erstmal eher reserviert und betrachtet alles argwöhnisch, was da gerade passiert. ein affektives zucken ist ja nur gegeben, wenn man sich wirklich existentiell bedroht fühlt.
das deutsche gelächter - die zeile interessiert mich am meisten: ist es die deutsche borniertheit, die in der wiedervereinigung so gar nicht die gefahr sehen will, sondern nur dass das "reich wieder vereint ist" in den augen des lyr. ichs ist es dann eher gelächter als freude.
oder die deutschen wissen, was für chancen es deutschland bietet. dann ist es hämisches gelächter. letzteres scheint mir aber dann an den haaren herbeigezogen.
im grunde gefällt mir dein text, aber da hat man dir wohl die unterhaltsame, erheiternde story erzählt, wie der name altona entstanden sei. also man könnte altonatürlich mit allzuna(h)türlich übersetzen, was dem ganzen bezogen auf den text sicher nicht ganz gerecht wird. warum du es so und nicht anders geschrieben hast, ist jedoch nicht ganz nachvollziehbar. der ort spielt ja keine rolle. oder verlässt einem die muse in altonaer kneipen grundsätzlich?
ich kenne mich beim rauchen nicht aus. ist das paffen schon der idealzustand einer zigarre, oder kann es auch richtig rauchen? also ich habe da so den qualm vor augen.
was haben wir denn da? ich sehe eine seitenansicht eines bildschirms. darüber steht aber als überschrift: computer
aus dem folgere ich nun, dass der bildschirm nicht ohne den rechner (copmuter) existieren kann, oder zumindest nutzlos ist. da sind aber noch die bewusst eingestreuten fehler im wort "copmputer" - vielleicht kann man es erklären, dass der computer auch mal murks macht, ohne dass wir eine wirkliche erklärung dafür haben (kommt mir zumindest so vor).
als überschrift hätte ich aber etas originelleres schön gefunden. z.b. "das ist ein computer" in anlehnung und umkehrung an magritte. das würde deutlich machen, dass das was im inneren des computers pssiert, wir nicht sehen können, sondern der bildschirm immer nur ein abbild dessen bildet, was gerade passiert und in eine visualisierung übersetzt.
du bietest dem leser einen kleinen einblick in das hofstaatische ameisenleben. im großen und ganzen sind es biologische fakten, in gedichtform vorgetragen. in s5 dann ein kleiner seitenhieb: sozial gedacht, sieht aber scheiße aus
nur die allerletzte zeile - da weiß ich nicht so recht, was da los ist. also die ameisen trinken den regen, damit sie nicht überschwemmt werden, laufen dann raus und pieseln an anderer stelle. so bleibt der ameisenhaufen trocken. oder wie oder was? ist das jetzt deine humoristische weiterführung, oder hält sich das auch an biologische fakten?
den smiley würde ich am ende wegnehmen, oder gehört der zum gedicht?
also ich habe gegen die begriffe nicht wirklich etwas. ich glaube diese begriffe werden ja auch in der biologie verwendet, oder nicht? bei bienen redet man ja auch von einem volk [13]
die begriffe können nur in deinem gedicht nicht ihr ganzes potential entfalten, weil du das thema nur randständig behandelst. du könntest den sozialen, darwinistischen, evolutionären aspekt ausbauen. es gibt ja auch diese wanderameisen, die sehr kriegerisch leben. und wenn sie einen fluss überqueren müssen, bauen sie eine brücke aus ihren körpern, dabei ertrinken natürlich auch ein paar. sie opfern sich zugunsten der mehrheit, damit der großteil unbeschadet ans andere ufer gelangt.
gefällt mir, schon lakonisch rausgerotz. erinnert mich von der idee ein wenig an bukowski und seine zwölf fickende affen. obwohl in dieser text ja damit spielt, dass der autor den prot. in seinen handlungen nicht lenken könnte.
ja ja die schweißnaht - die weckt in mir die assoziation eines trockendocks hervor in dem die schiffe wieder auf vordermann gebracht werden. das passt dann auch mit dem rost, der an den schiffen dran ist. in den docks wird auch geschweißt was das zeug hält.
verdammt ich bin mal wieder ein wenig spät und es ist schon viel über das gedicht geschrieben worden. es ist sicherlich jedoch nicht zu spät zu sagen, dass mir das gedicht sehr gut gefällt. es ist eben gerade diese vermischung der gefühle: hoffnung und wehmut, vertrauen und trauer, die hier zusammen kommen.
in s3 wird in der indirekten rede sogar ein wenig "mit dem zwinkerndem auge" betrachtet.
das seepferdchen habe ich genauso verstanden, wie ulli nois es erdacht hat. kann mich noch irgendwie sehr gut daran erinnern, als meine schwester am beckenrand stand und eben diesen sprung machte, um danach stolz ein kreisrundes abzeichen auf ihrem badeanzug zu tragen. ich war noch nicht so weit
ohne eine vorabbegründung warum er verschoben wurde. sowas wie: wir prüfen das gedicht dahingehend... / wir haben es verschoben, weil...? hätte ich gut und nachvollziehbar gefunden.
ich kenne ali baba als abwertende bezeichnung ebenfalls nicht.
finde aber darüberhinaus den ersatz "Nachbar von nebenan" wesentlich besser, auch wenn es sicher eine doppelung darstellt. jedoch: verstehe ich jetzt den text nicht, weil ich nie atein in der schule oder sonst wo hatte?
@ Peter Graedel: nur weil du angibts diverse "rassen" in dir zu vereinen, entbindet dich das noch lange nicht davon rassistisch seinzu können.
das ist natürlich ein kunstgriff deinerseits (wenn man denn das vorherige gedicht kennt) ich bin gespannt, wass die moderation nun sagt, denn so lese ich es: dadurch, dass du nur die namen ausgetauscht hast, hast du m.e. einen entscheidungsspagat hervorgerufen. das muss man erstmal verkraften.
ich habe zwar keine entscheidungsbefugnis, jedoch lag mein vorwurf auch nicht in dem begriff "ali baba" sondern:
"Doch dazu ist er viel zu dämlich."
dieses ressentiment bleibt bestehen.
neee, das überzeugt mich auf sprachlicher ebene überhaupt nicht. auch kann ich jetzt das satirische da nicht richtig einordnen. findet sich das in den unauthentischen dialogen wider, oder im ende, wo ein mädchen - höchstwahrscheinlich nicht muslimischen glaubens - ein kopftuch tragen soll?
alles im allen nichts neues. wenn es dir auf das ende ankommt, solltest du das ausbauen und zuspitzen.
erpressungen, ehrenmorde - natürlich gibt es das alles. ging auch durch die medien. sind jedoch zwei paar schuhe, nämlich sind die straftaten aus verschiedenen motivationen heraus verübt worden. ob schutzgeld nun von türken, deutschen, sonst wen erpresst wird ist egal. will sagen, schutzgelderpressung ist kein kulturelles, sondern ein soziales phänomen.
aber wie du schon sagst knud, du bist kein insider. deshalb ist das immer problematisch über so etwas zu schreiben.
einen interessanten einblick gibst du da und machst immer wieder deutlich wie der schaffensprozess von rückschlägen durchzogen ist.
ich habe selbst ins auge gefasst, in naher zukunft mich an das schreiben eines romans zu machen. die idee habe ich schon. sie ist ähnlich wie bei dir aus einer kurzgeschichte entstanden. bin nun dabei ideen zu sammeln und hoffe, dass ich nach meinem studium arbeitslos werde.
deine tipps helfen mir sicherlich dabei ein paar fehler oder schwierigkeiten zu umgehen. z.b die sache mit dem büchlein in den man die charaktere skizziert, sodass man alles zusammen hat.
gern gelesen, es war sehr aufschlussreich.
ich steig da nicht ganz durch durch.
also mahmud a. ist präsident des irans, dem nachbarland des iraks, welches dem amerikanischen präsidenten untertänig ist. habe ich das so richtig verstanden? oder ist es so, dass mahmud a. sich dem wahn ergibt, dass er dem amerikanischen präsidenten untertänig ist?
ich habe da wirklich keine ahnung.
jetzt ist das problem des bombenbauens dran: "der mann" kann zusammen mit a. bomben bauen. welcher mann? der amerikanische präsident? und die wollen dann zusammen den staat israel zerstören? das deutet ja auf eine verschwörungstheorie hin, nur in der umgekehrten form. georgieboy macht einen auf scheinheilig. bastelt jedoch mit einem achsenteil des bösen an einer a-bombe, um dies später als rechtfertigungsgrund für einen präventivschlag zu nehmen. hmmm
die israelis rufen dann gott (wohl eher nicht, denn israel ist kein gottesstaat) und george an. letzterer, auch nicht völlig befreit vom aberglauben, willigt ein, weil er das ja sowieso vorhatte und sagt (in englisch - wie auch sonst) in seiner primitiven texanischen cowboy-manier (so wie es das alte europa am liebsten hat, weil sie den revolverheld dann am besten hassen kann) ein paar einfache worte.
ganz böse zungen lesen einen antisemitischen unterton heraus: wenn israel schnippt, kommt amerika gesprungen. das weiß auch der herr a. und die verschwörungstheorie ist wieder am rechten fleck.
also ist ja alles in butter, oder eben auch nicht.
ein wenig hast du nun um sonst tinte gepisst, denn ich konnte in der tat den plötzlichen wechsel des zeichens "a." nicht folgen und stand somit auf dem schlauch. demnach konnte ich auch nicht das subjekt zuordnen. es ging mir also nicht, wie du vermutet hast, um erbsenzählerei.
es ist m.E. auch nicht offensichtlich, weil hier eben eine signifikatenverschiebung vorliegt.
den anderen kram lasse ich jetzt mal. es ist zu schönes wetter.
einen schönen sonntag noch
barfly
kulturalismus vs. universalismus - ein gut bearbeitetes thema.
sicher, ein paar punkte sind vielleicht fragwürdig, aber in der gesamtheit gefällt es mir.