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  • Auf der Suche nach MattesDatum16.05.1970 23:30
    Thema von Arkanus im Forum Plauderecke
    Hallo Leute!

    Ich suche momentan den guden Mattes, weil ich ein paar Fragen an ihn bezüglich der Rechte an seinen Werken habe. Nun sehe ich, dass er hier offenbar gesperrt und dementsprechend wohl auch schon eine Weile abwesend ist. Kann mir vielleicht irgendjemand mit einer mail-Addresse, Telefon- oder ICQ Nummer weiterhelfen oder mir zumindest mitteilen, wo er sich denn so im Internet 'rumtreibt?

    Wär klasse von Euch!
  • AbwärmeDatum13.05.1970 04:36
    Wenn die Seele den Körper verlässt,
    Gibt es ein zischendes Geräusch.
    Ich frage mich manchmal:
    Wenn ich ein Zündholz daran halte
    Und die Seele als Abwärme verpufft
    Gibt es dann noch ein Leben nach dem Tod?

    In Zusammenarbeit mit Monologist
  • Von Ratten, Fängern und alter LiebeDatum13.05.1970 01:45
    Thema von Arkanus im Forum Liebe und Leidenschaft
    Hinter meinem Rücken schleichen
    Hundert Schatten, tausend Ratten.
    Meine Seele stellt die Weichen
    Für Flüsse und Ergüsse,
    Die das Nichts erreichen.

    Und ein Rattenfänger schnaubt.
    Hat im Feuer der Reue
    Tropfen von Wasser geklaubt.
    Doch ewig zu wenig,
    Denn mein Herz, es verstaubt.

    Drehe mich um, bin gar mutig.
    Vergeblich, eklig
    Speichelt Dein Körper sich nuttig
    Frauenklauen!
    Alte Liebe rostet blutig.
  • Aus den Tiefen rufe ichDatum13.05.1970 00:27
    Thema von Arkanus im Forum Zwischenwelten
    Locker hängt der graue Vorhang über meinen kargen Schultern. Und Spinnen streifen in Horden ihre seidenen Fäden um mich und klettern mir in alle Höhlen.
    Ich führe die Füße nach vorne, einen linealgeraden Weg entlang. Und entdecke in weiter Ferne Häuser aus Backstein und Holz, exakt ausgerichtet um die Dorfmitte.
    Ich stehe vor einem der Fenster, darinnen sind Menschen aus Salz, stehen regungslos in ihrem familiären Treiben. Eine Mutter beugt sich nieder, ihrem Sohn einen Kuss zu geben. Doch ward ihr Gesicht erstarrt noch vor dem Erreichen der Wange.
    Perlen von Wasser fließen mein Kinn hinunter. Doch in mir ist nur ein Schatten geblieben, ein Nachhall dessen, was die Wasser nach außen tragen. Ich wende mich ab, umstreife die Häuser und finde mich in der Mitte des Dorfes wieder. Von hier aus nur die Häuserrücken, die mich anstarren.
    Ein Brunnen wartet vor den Augen, ich stelle mich vor ihn, schaue hinein. Darinnen ein rotes Wogen und Wabern, ein nicht enden wollender Strudel aus kreischenden Kinderseelen, schwarzen und schlitzäugigen, der bis in den Erdkern führt. Dort unten angelangt züngeln Flammen sich um sie. In Agonie verschmieren ihre Gesichter wie heißes Wachs und fallen von ihren Köpfen.
    Aus dem Brunnenschornstein kriechen Schwaden von Rauch und umfangen mein Gesicht. Ich weine bitterlich. Und Schmerz, als würde auch ich brennen, umrahmt meine Haut. Ich lebe. Der Rauch verteilt sich über die Stadtmitte. Er nähert sich den Häuserrücken aber findet keinen Einlass. Er steigt nach oben zu den Wolken, löst sich auf in ihnen und ist nicht.

  • WinterlandschaftDatum13.05.1970 00:15
    Thema von Arkanus im Forum Natur
    Ein Verlangen zog mich wieder
    In den Raum der leeren Nacht.
    Meines Kopfes viele Lieder
    Umwuchsen die Stadt als Blumenpracht.

    Straßen in der weichen Kälte
    Glitzerten im Winterstaub.
    Weiße Flocken, die ich zählte
    Schwebten zu Boden wie Erlenlaub.

    Die Laterne, die erstrahlte,
    Schloss die Nacht in Silberlicht.
    Bilder, die im Kopf ich malte
    Erblühten auf meinem Eisgesicht.

    Ein Auto auf der Straße brauste
    Knapp an meinem Fuß vorbei.
    Der weiße Teppich, der zerzauste,
    Gab den kahlen Teer nun frei.












    alte Version:

    Ein Verlangen zog mich wieder
    In der Nächte leeren Raum.
    In meinem Kopf, die vielen Lieder
    Flochten der Stadt ein Purpursaum.

    Die Straßen in der weichen Kälte
    Glitzerten im Winterstaub.
    Die einzeln' Flocken, die ich zählte
    Schwebten zu Boden wie Eichenlaub.

    Und die Laternen, die erstrahlten,
    Tauchten die Nacht in Silberlicht.
    Und meine Bilder, die im Kopf gemalten,
    Erblühten mir auf dem Gesicht.

    Ein Auto auf der Straße brauste
    Knapp an meinem Fuß vorbei.
    Der weiße Teppich, der zerzauste,
    Gab den kahlen Teer nun frei.
  • Aus den Tiefen rufe ichDatum19.02.2006 21:19
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Aus den Tiefen rufe ich
    Grüß' Dich, Gemini!



    Zitat:

    Bevor ich es vergesse: Das Einzige was mich stört ist eigentlich nur, dass die Gesichter von den Köpfen fallen. Eigentlich rinnen oder schmelzen sie ja, oder?



    Psychologisch gesehen ist es immer besonders klug, zuerst die positiven Dinge aufzuzählen.
    Ich fand das Bild im übrigen besonders gelungen, ja, besonders stark. Wenn es Dir unstimmig erscheint, verwundert mich das. Ich könnte das Wort "fallen" tatsächlich einfach gegen das Wort "fließen" tauschen, das hätte aber meiner Meinung nach weniger Wirkung, da es einen Prozess ausdrückt. Das seltsame Gefühl, das entsteht, wenn wir uns die Köpfe ohne die Gesichter vorstellen, ist schon beabsichtigt, wenn ich Dich aber richtig verstanden habe, meinst Du das nicht(?).
    Ich hätte gerne mehr Meinungen dazu (was wir nicht alles gerne hätten! ).


    Zitat:

    Woran man sich noch etwas stoßen kann ist, dass du häufig den Satz mit "Ich" beginnst. Hier finde ich das aber sehr passend, da es noch die Einsamkeit und das Individuum hervorhebt.



    Na, wenn Du Deine Kritik schon selbst widerlegst, bin ich ja arbeitslos.


    Mit Deiner Interpretation bist Du jedenfalls definitiv auf dem richtigen Wege - ich hatte ehrlichgesagt schon Angst, dass ich zu verklärt geschrieben hätte.
    Was mich noch interessieren würde ist, ob das mit den "schwarzen und schlitzäugigen" Kinderseelen zu platt daherkommt. Ich habe etwas mit mir ringen müssen, um das so aufzuschreiben, konnte es aber definitiv nicht ganz weglassen. Vielleicht kannst Du / kann jemand einen Alternativvorschlag anbringen, über den ich nachdenken kann?


    Danke für Deine Mühen, Gemini!
  • Wie eine StaubfluseDatum24.02.2006 04:45
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Wie eine Staubfluse
    He, smartie!
    Es ist im übrigen so Gems Art, die neuen Werke der neuen Mitglieder möglichst höflich zu kritisieren - er erhofft sich dadurch so eine Art "Netter-Foren-Onkel-Stellung". Zwar hat es bei mir geklappt, aber ich werde dieses auffällige Verhalten weiterhin beobachten und notfalls dem Admin bescheidsagen, dass Gem das Forum so verlottern lässt!


    Ich helfe hier mal etwas nach:

    Was mir ganz gut gefallen hat, sind die Verse
    "das Licht spinnt mir vergangenes
    in meinem Fenster"
    Zwar habe ich bisher "Licht" noch nichts spinnen sehen, aber das Bild, das dazu in meinem Kopf entsteht ist Folgendes: Der Dreck, der auf Deinem Fenster klebt, sieht, durch das Licht angestrahlt, wie Spinnweben aus. Desweiteren korreliert das Wort "spinnen" noch mit dem Grundmotiv der ersten Hälfte, der Starre. Auch die Metapher des Fensters ist, zwar oft benutzt, im Zusammenhang recht schlüssig: Ein Fenster ist etwas, durch das man zwar schauen, nicht aber gehen kann. Bezogen auf Dein Gedicht würde das also heißen: Zwar kann man sich die Vergangenheit ansehen, aber leben muss man dann doch in der Gegenwart. Soweit so gut.

    Insgesamt jedoch kann mich Dein Werk, smartie, leider nicht überzeugen. Es rührt mich nicht an. Und die Aussage, wenn ich das mal eben so pauschalisieren darf, begnügt sich mit einem schlichten: "Die Vergangenheit ist scheiße, lieber nach vorne gucken."
    Wenn wir großzügig sind, fügen wir noch ein "Aber die Vergangenheit verfolgt Dich, Du wirst sie niemals los." hinzu.

    Richtig schlimm wird es dann in den letzten zwei Versen, die da heißen
    "und alten Holzstaub schweben
    in neuem Raum und neuer Zeit"

    Zuerst wüsste ich mal gerne, was diese konfuse grammatikalische Konstruktion eigentlich zu bedeuten hat. Wie wär's zumindest mit:
    "und alter Holzstaub schwebt
    in neuem Raum und neuer Zeit"
    Und, smartie, dann hätten wir hier noch lange keinen Rilke ausgegraben. Das Wort "Holzstaub" jedenfalls ist mir bislang noch nicht untergekommen. Also gut: Ein Neologismus. Leider kann ich mit dem aber nichts anfangen. Holzstaub? Erste Assoziation: Sägespäne - aber die haben in diesem Gedicht absolut nichts zu suchen. Was könnte es also noch sein? Naja, gut, Staub auf Holz - aber das ist, gelinde gesagt, ungeschickt ausgedrückt. Ich unterstelle Dir einfach, dass Du über dieses Wort nicht nachgedacht hast - und lasse mich gerne eines Besseren belehren.

    Gruß

    Arkanus

    EDIT: Achja, und die Überschrift ist im übrigen wirklich etwas ... ganz Besonderes! "Wie eine Staubfluse" - das klingt nach einer Parodie auf ein Liebesgedicht, eignet sich aber wirklich nicht für die Kategorie "Trauer und Düsteres".
  • Wie eine StaubfluseDatum24.02.2006 15:57
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Wie eine Staubfluse

    Zitat:

    Gemini schrieb am 24.02.2006 08:26 Uhr:


    Was ich nicht verstehe ist, warum ein Wort wie Holzstaub in einem Gedicht keinen Platz hat. Es müssen nicht immer die Gleichen Metaphern verwendet werden. Es ist doch schön, wenn man sich aus dem Fenster lehnt und etwas neues probiert. Aber zu sagen, dass ein Wort in einem Gedicht keinen Platz hat ist Unsinn und anmaßend. Ach so, Rilke hat es nicht verwendet, also muß es ja Blödsinn sein.



    So habe ich das doch gar nicht geschrieben. Natürlich kann man neue Metaphern benutzen - jederzeit! Aber das Wort "Holzstaub" kommuniziert einfach nicht mit mir. Ich dachte, das hätte ich hinlänglich dargestellt: Weder finde ich einen Sinn in diesem Zusammenhang, noch berührt mich das Wort sonderlich.



    Zitat:

    Außerdem denke ich schon, dass es Holzstaub gibt.



    Na, wenn das so ist, hast Du ja sicherlich nichts dagegen, mir zu erklären, was Holzstaub denn nun genau ist.




    Zitat:

    Zumindest hat diese Gedicht eine klare Aussage und einen Faden, den man verfolgen kann, ohne sich in unnötig "genialisierten" und übertriebenen Metaphern zu verheddern.



    Das kann ein gutes Gedicht ausmachen. Zum Beispiel, wenn diese "klare Aussage" etwas Neues für mich beinhaltet. Tut es aber nicht. Und ich will einfach mal mutmaßen, dass es für jemanden mit Deiner Lebenserfahrung auch nicht unbedingt neu ist.



    Zitat:

    Zwar sehe ich auch keinen Grund warum es undebdingt Holz sein muß, aber es stört nicht, weil es ein schönes Wort ist.



    So kannst Du schon an die Sache 'rangehen. Aber eben schreibst Du noch von "klarer Aussage" und einem "Faden, den man verfolgen kann" - woraus man schließen könnte, dass Du das Gedicht in seiner Konkretheit sehr schätzt, und kurz darauf behauptest Du, es gäbe zwar keinen Grund für die hier eingesetzten Worte (sie dienen also nicht unbedingt der Konkretheit), aber Du findest sie einfach schön. Was denn nun?
  • Fotos - oder: was braucht es noch mehrDatum24.02.2006 17:13

    Ja, Gem, es sieht ganz danach aus! Obwohl - Du hast offensichtlich extra beim "Mondlicht" die Zähne gezeigt. Wolltest uns wahrscheinlich soetwas sagen wie "ich kann auch anders!"
    Meiner Meinung nach ganz gut gelungen, wenn auch sehr auffällig, wo Du doch erst noch versucht hast, zumindest den Anschein von Höflichkeit zu vermitteln.

    He, Gem, nimmst Du mich mal auf den Schoß?
  • Fotos - oder: was braucht es noch mehrDatum24.02.2006 17:35
    Meine Prinzipien sind da etwas ander gelagert.
    Es ist übrigens sehr unhöflich, nicht auf PN's zu reagieren.
  • Fotos - oder: was braucht es noch mehrDatum24.02.2006 17:54
    Oh, wie verzwickt und verwirrend! "Admins können Dir immer PN's schicken"

    Jedenfalls sind nun all meine Pforten für Deine Engelszunge geöffnet. Ähm... ja!
  • Wie eine StaubfluseDatum24.02.2006 19:34
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Wie eine Staubfluse
    He, Ashitaka, immer mit der Ruhe! Seine Replik war nicht etwa dazu gedacht, Dich anzugreifen, es verhielt sich eher so:

    a) Arkanus ist angetrunken und übermüdet und schreibt einen gehässigen Kommentar über Gem, um ihn zu provozieren: Er sei nur ein netter Foren-Onkel, der die Leute allzu herzlich begrüßt.

    b) Gem reagiert, indem er mich zu widerlegen trachtet: Er deutet an, dass er andere Postings an Erstlinge verfasst hat, die wesentlich gehässiger waren.


    Im Endeffekt könnte man fast sagen, dass Du auf mich sauer sein müsstest, da ich Gem zu dieser bösen, bösen Tat getrieben habe. Überhaupt wäre das für alle angenehmer, da ich mir hier gerade das Image des Tümpellochs aneigne, während Gem doch in Wirklichkeit nur ein netter Onkel ist. Lasst uns also alle unsere Rollenverteilung akzeptieren - naja, gut, Ashitaka, Deine Rolle solltest Du vielleicht nochmal ändern, aber das schaffst Du am besten, indem Du uns mit Deinen Werken überzeugst.

    Oh, und jetzt bitte wieder on-topic, ja? (Hmm... ich glaube, ich sollte Moderator werden! )
  • resteDatum24.02.2006 20:26
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema reste
    Okay, Mattes! Da Du in diesem Forum nach meinen ersten Eindrücken hochgelobt bist, muss ich mich ja früher oder später mit Dir und Deinen Werken befassen. Das hier scheint ganz geeignet:

    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxXxXxX
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    XxXxXxX
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    XxXxXxX

    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxXxXxX
    XxXxXxX

    Das wäre dann auf jeden Fall ersteinmal metrisch perfekt durchgehalten. Reimtechnisch ein echter Genuss: alles reimt sich auf "acht".
    Die Begründung für Deine Form ist schnell gefunden:

    In einem Gedicht, das die Monotonie des Alltags beschreibt, macht es sich nicht schlecht, eine monotone Form zu wählen. Die Unterstreichung des Inhalts durch die Form ist in jedem Fall sehr gelungen!
    Ob man nun noch die Endsilbe jedes Verses "acht" (im Sinne von "gebt Acht", oder auch im Sinne der Zahl "8", die insbesondere im biblischen Kontext "Unendlichkeit" ausdrückt) interpretieren möchte, bleibt wohl dem Leser überlassen und sind mehr Gedankenausflüge meinerseits.

    Du verwendest in dem Gedicht desweiteren ausschließlich Ellipsen, was Dein Gedicht nicht gerade ästhetisch aufwertet, aber sich in dem Kontext sehr gut macht. Die Ellipsen erzeugen eine sehr triste Wirkung, und durch die konsequente Einhaltung sind auch sie Ausdruck der Monotonie. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass die Monotonie des Alltages dem lyrischen Ich die Realitätswahrnehmung verstellt. Es nimmt die Welt fragmentiert wahr, findet keinen Ausgleich, hat kein "Ganzheitsgefühl" mehr.
    Auffällig ist auch, dass in dem gesamten Gedicht nicht einmal das Wort "Ich" vorkommt. Also fehlt selbst die Wahrnehmung des eigenen Selbst in diesem Brei aus Alltag.
    Der Mensch wird insbesondere durch diese Art der Wahrnehmung immer weniger Mensch und immer mehr Zahnrädchen in den Mühlen der postindustriellen Gesellschaft.
    Wir haben hier also ein Gedicht, dessen Aussage größtenteils über die Form vermittelt wird.

    Fazit: Großartig.

    Habe ich Dich irgendwo falsch verstanden?

    Gruß,

    Arkanus

  • Zitat:

    Gemini schrieb am 28.02.2006 07:57 Uhr:
    ...dass es so viele Nullposts gibt.
    Jetzt sind so viele Neue da und trotzdem tut sich nichts.
    Los Los die newbis.
    Ihr könnt es euch ja auch ein wenig selber machen.
    Wir Alten sehen euch dabei zu.



    Ruhig Blut, Brauner! Ich bin doch schon fleißig am Kommentieren. Und damit ich mich von der Masse abhebe, habe ich mir auch gleich einen netten Avatar geklaut - so kannst Du, Gem, mich trotz Alzheimer hoffentlich von den anderen unterscheiden.

    Kann mir eigentlich jemand erklären, warum hier plötzlich so viele Neue sind (ich schließe mich hier einfach mal mit ein)?
  • Untreue oder das schwarze RösleinDatum28.02.2006 21:15
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Untreue oder das schwarze Röslein
    Dein Gedicht, Acidalia, kann mich leider nicht überzeugen. Deine Metapher mit den Blumen ist ausgelutscht. Und, um ehrlich zu sein, empfinde ich sie gar nicht mehr als Metapher, da Du so obszön deutlich klarstellst, dass es ich bei der Blume um eine Person handelt (nein, das ist auch keine Personifikation mehr), dass ich in keinem einzigen Vers überhaupt eine Blume vor meinem geistigen Auge sehen konnte. Will meinen:

    Die bildhafte Sprache ist Dir nicht gelungen.

    Auch Deine Vergleiche reißen einfach nicht mit. Du schreibst etwa von einem "süßen, lieblichen Wein", was das Attribut "teuer" ohne Originalität und auch nicht exorbitant treffend ausdrückt.

    Dass Dein Röslein "schwarz" ist, erinnert mich an die Kitschtexte auf dem neuen Album von "Subway To Sally" ("Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht" ) - ich nenne das "Gothic-Kitsch", das dürfte dann etwa die Pervertierung von schwarzromantischem Gedankengut sein.

    Überhaupt hältst Du kaum ein Bild lange genug durch, als dass es überhaupt wirken könnte: Hier leuchtet Deine Blume mal, dort führt sie einen Trauertanz aus (Mal im Ernst: Hast Du schon einmal eine Blume traurig tanzen sehen?) und an anderer Stelle werden ihre "weichen" Dornen plötzlich "hart" (auch das ist weder originell beschrieben noch ist die Beschreibung selbst sonderlich originell, sondern voraussehbar).

    Die kleine Liebesgeschichte, die Du uns hier erzählst, ist leider auch nicht sonderlich spannend. Wir können hier in etwa eine traurige Love-Story aus dem Bereich "Neuere Disney-Filme und andere Kunstimitate" erkennen, es hätte nur gefehlt, dass am Ende plötzlich ein Prinz aus einer Kutsche steigt und die schwarze Rose doch noch gut behandelt (und ich schreibe extra "gut behandelt", da "in eine goldene Vase stellt" bereits zu metaphorisch gewesen wäre für Deinen Text).

    Auf die Metrik gehe ich nicht genauer ein, da Du hier meiner Meinung nach kein Konzept gefunden (oder gesucht) hast; der Text liest sich aber dennoch mit wenigen Ausnahmen mehr oder minder flüssig.
  • LebenskraftDatum28.02.2006 21:29
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Lebenskraft
    Das hier ist ein wirklich lieblos gestalteter Text mit belangloser, trivialer Aussage. Deine Reime wirken so herausgepresst, dass ich manchmal das Gefühl hatte, Du hättest beim Schreiben auf dem Klo gesessen.

    Dementgegen steht ein lapidar daherredender Erzähler, der klingt als wäre er ein Straßenscharlatan, der seinen Beruf verfehlt hat (denn besonders überzeugend finde ich ihn nicht gerade). DEMgegenüber steht wieder die Position, in der der Erzähler sich zu befinden scheint, da er immerhin behauptet "...den (toten Planeten) kann ich euch geben ...".
    Meine Interpretation, die ich aus hier nicht nennenswerten Gründen als deckungsungleich mit der Intention des Autors beschreiben würde, wäre die, dass der Erzähler jemand ist, der momentan in der geschlossenen psychiatrischen Anstalt wegen eines verflucht großen Gottkomplexes sitzt und seinem ebenfalls verrückten Kollegen eine kleine Geschichte erzählt. Also ein kleiner Ausflug in die Welt des Wahnsinns, nur ohne genügend Stilisierung.
  • PrometheusDatum28.02.2006 21:54
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Prometheus
    Huhu, who!

    Das Gedicht gefällt mir ebenfalls sehr gut. Es hat mich berührt. In meinem Kopf waren die zwei Personen Jugendliche, die sich auf dem Dachboden hingesetzt hatten.
    Als besonders gut empfand ich Deine Wortwahl, die die Szenerie sehr intensiv beschrieb.
    An Interpretationen möchte ich mich jedoch irgendwie nicht wagen, da ich nur sehr spekulative Aussagen treffen könnte.

    Gehe ich recht in der Annahme, dass Du diesen Text sehr intuitiv geschrieben hast? Wie viel "Sinn" hat Dein Text?
  • Also, Gem, wirklich!

    Alles, was Du tun musst, ist meine Individualität anzuerkennen. Dann höre ich sofort auf mit den Neckereien und bewahre Dich im letzten Moment vor Deiner drohenden Midlife-Crisis.

    Solltest Du meinen Forderungen widererwarten nicht folgeleisten, bleibt Dir und Deiner Altersgefährtin Margot wohl nichts weiter übrig, als Euch Eure Dritten in einem Wortduell mit mir stumpfzubeißen.

    Dass Mattes nicht Matti genannt werden will, möchte ich Dir kurz erklären: Je weniger eine Person Nähe zulässt, desto mächtiger wirkt sie. Das lässt sozusagen Raum für Interpretationen (und im Ernst: Wie viel Würde bleibt einem Menschen, den alle Welt beim Kacken beobachten kann?). Das ist auch der Grund, warum mächtigen Persönlichkeiten (wie Königen) geraten wird, möglichst wenig volksnah zu erscheinen.
    Wenn Mattes sich jetzt also plötzlich Matti-Schnutzi-Puh nennen lässt, dann büßt er schlicht und ergreifend Prestige und Sonderprivilegien ein. Ich kann ihn da schon verstehen.
  • Untreue oder das schwarze RösleinDatum02.03.2006 03:57
    Foren-Beitrag von Arkanus im Thema Untreue oder das schwarze Röslein

    Zitat:

    Acidalia schrieb am 01.03.2006 10:39 Uhr:
    Hach, der Gothic-Kitsch lässt sich einfach nicht von meinem Leibe lösen . Nein,aber im Ernst, als ich noch viel jünger war,war ich so ein kleiner Goth-Kitschanhänger( ich liebte ihre "dunkle Lyrik") *enttarntvorkomm*
    Zu Subway zu Sally sag ich nur, schlimmer kannst du mein armes Herz kaum treffen, dass ist eine der wenigen Bands,die ich eigentlich wirklich gar nicht mag und demnach nicht gern hör.



    Hey, ich hatte Recht!
    Vielleicht solltest Du Dir die "Herzblut" von Subway To Sally aber noch mal milimetergenau von Deinem CD-Player untersuchen lassen, die ist nämlich meiner Meinung nach ein Meisterwerk. Nichts für ungut - ich konnte das auf der armen Band einfach so nicht sitzen lassen.



    Zitat:

    Zu dem Gedicht selbst:
    Die Metapher mit der Blume sollte eher ein Symbol sein,



    Äähhh... ein literarisches Symbol ist ein konkretes Objekt (ich denke, da können wir Rose noch durchgehen lassen), das für etwas Abstraktes, meist ein "großes" Prinzip steht (Liebe, Trauer, Frieden, Einsamkeit wären Möglichkeiten). Selten lassen sich literarische Symbole vollständig aufschlüsseln. Dein "Symbol" ist also definitiv kein Symbol. Du schreibst einfach nur "Rose" und meinst in Wirklichkeit eine Person, was eigentlich jedem halbwegs sensiblen Menschen auffallen dürfte.
    Ausgeleiherte Symbole sind etwa "rote Rose" (für Liebe) oder die "weiße Taube" (für Frieden).


    Zitat:

    ich wollte da auch nicht viel verschleiern.Sollte auch für jeden Nichtpoeten klar sein.



    Nun gut, das dürfte Dir gelungen sein. Wie aber bereits schon erwähnt, scheitert damit Dein Versuch bildhafte Sprache einzusetzen. Meiner Meinung nach ist es verflucht wichtig, dem Leser auch genügend Möglichkeiten zu bieten, die Intention des Autors zu ergründen. Man muss aber aufpassen, dabei nicht platt zu werden (also Verständnis auf Kosten des Inhalts) oder "Unkunst" zu betreiben (also entweder so simple Stilmittel einzusetzen, dass die Ästhetik jämmerlich wird oder so wenige Stilmittel einzusetzen, dass man vielleicht doch lieber einen Essay darüber hätte schreiben sollen).
    Du darfst auch nicht vergessen, dass es in einem Gedicht auch immer noch sehr um die Verdichtung von Sprache geht.



    Zitat:

    Gerade das so gern ausgelutschte Thema der Röschen in der Literatur, war damals, als ich es schrieb, das Hauptthema bei uns in Deutsch. (Jeder musste selbst einen lyrischen Text darüber schreiben.) Wie auch immer, mich interessierte hier eine ehrliche Meinung,da ich diese kaum in der normalen Welt bekam und wenn dann nur schwach und schwammig oder notenmäßig.



    Ja, ich kenne das. Und das macht mich ehrlich gesagt oft ziemlich wütend. Immer diese Idioten, die Angst haben, auch mal Kontra zu geben und so tun, als wären sie mit ihren Lügen und ihrem Drumherumreden auch noch besonders höflich und sensibel.


    Zitat:

    Und noch ein letztes Wort zum Vorhersehbaren:
    Genau das war gewollt,find ich einerseits richtig gut,dass mir wenigstens das gelungen ist,andererseits sollte ja ein "Dichter" nicht umbedingt darüber erfreut sein.



    Hm, naja. Wenn Du das bezweckt hast und Dein Zweck (zumindest bei mir) aufgegangen ist, ist das durchaus positiv. Wenn Du aber mit solchen Mitteln arbeitest, sollte auch irgendein Konzept dahinterstehen. Das heißt, Du musst irgendwie damit arbeiten, dass der Leser da jetzt irgendetwas vorausahnt.


    Zitat:

    Nochmals danke für die Aufmerksamkeit,die du meinen Zeilen gewidmet hast.



    Hey, immer doch!

    Bis dann,

    Arkanus
  • ... dass meine Gedichte konstant ignoriert werden. Ich meine, ich reiß' mir hier den Arsch auf, damit mir von Euch der Arsch aufgerissen werden kann und am Ende kommen mir meine Ergüsse vor wie müde Flatulenz.
    Das wirkt jetzt alles furchtbar unprofessionell, ich weiß, aber mir fällt nichts Besseres ein.
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