Hallo Marelene, ich bin "Lebensweisheiten" gegenüber immer ein wenig skeptisch, weil sie gern ein wenig den Finger heben. Wer ist schon wirklich "intelligent, klug oder weise" und vor allem im Vergleich mit wem, mit den "Dummen, den Unklugen oder Nichtweisen." Natürlich weiß ich, dass du es nicht so gemeint hast. Vielleicht wäre deshalb ein wenig Distanziertheit oder Ironie hilfreich:
Ein toleranter Mensch analysiert die Fehler der Anderen, benennt sie und wünscht sich modifiziertes Verhalten.
Ein einfühlsamer Mensch erkennt die Fehler des Anderen, führt Gespräche und baut Brücken zum Beheben.
Ein nachdenklicher bemerkt die Fehler des Anderen, er vergleicht sie mit seinen und verzeiht.
Hallo Kara, die Naturbilder transportieren die innere "Gebrochenheit" gut. Interessant wird es für mich beim Schwenk ins Lautliche:
"Worte zersplittern und Schreie fallen vom Himmel."
weil du hier die Bildebene verlässt, bzw. ins Abstrakte wechselst.
Insgesamt würde ich eine Beziehungsproblematik vermuten, bei der auch "sich Aussprechen" nicht mehr hilft.
Konstruktiv könnte ich mir den Text für den Leser noch spannender vorstellen, wenn du z.B. weniger Adjektive verwenden und die Wiederholung von "zerbrochen/gebrochen" vermeiden würdest.
hallo mcberry, in Zeiten, in denen Straßen uns räumlich immer weiter auseinanderführen, ist es wichtig den familiären Kontakt zu halten, wobei es weniger auf das Regelmäßige sondern auf das Verlässliche ankommt. Danke fürs "Schrittaufnehmen" und LG Perry
Hallo Yaya, ich greife hier das Thema "Todesstunde" auf, dazu gehört auch "Pathos" wie es z.B. im Titel zum Ausdruck kommt (The last Farewell - Roger Whittakers Schnulze lässt grüßen). Ich hoffe, der folgende Hinweis auf die Kantate von J.S. Bach (Komm, du süße Todesstunde) hebt dann den Anspruch wieder etwas und der düstere, Heavy Metal geprägte Ausklang (Hour of Death von Warhead) rundet dann das Thema passend ab. Die Szene könnte tatsächlich einem Theaterstück entlehnt sein, wobei ich kein konkretes im Auge hatte und ja, es ist eine Art Selbstgespräch, in dem das LI sich auf seine Todesstunde vorbereitet. Es schreibt (mit Herzblut) einen Abschiedsbrief bei geöffnetem Fenster (Seelentor). Es ist insgesamt ein einsamer Abschied, der hier beschrieben wird, ich hatte aber nicht im Sinn, das LI "Beistands heischend" rüberkommen zu lassen. Ein gewisser Hang zur Dramaturgie ist allerdings Absicht. Danke für deinen Eindruck und LG Perry
Hallo Kara, ich mag die Schwarzen auch sehr gern als Verkörperung des Mystischen. Da hier die prosaische mit Adjektiven ausgemalte Darstellung auffällig ist, möchte ich dir gern eine "reduzierte" Fassung zur Diskussion anbieten:
Mit Gewölk in den Augen sitzen sie schwarzglänzend im Gebälk krächzen sich Geheimnisse zu Gegenwart Vergangenheit Zukunft Was bleibt wenn ich gehe fragt der Wind
Hallo Kara, hier ist die potemkinsche Treppe in Odessa gemeint, mit Blick übers schwarze Meer. Unerwartetes lauert oft im Dämmrigen. Danke fürs Reinschauen und LG Perry
Hallo Klara, habe gerade die Doppelbedeutung von Krähen in den Augen (Krähenfüße) und den tatsächlichen Krähen im Gebälk herausgelesen. Wichtig ist, dass dir der Text zusagt, meine Anregung war nur als anderer Blickwinkel gedacht. LG Perry
Hallo Evanesca, da ich an der Donau lebe, ist für mich das schwarze Meer so etwas wie eine "Lebensmündung." Deine Gedanken zum Text finde ich gut getroffen, wichtig ist nur, sich nie durch potemkinsche Täuschungen vom Kurs abbringen zu lassen. LG Perry
Hallo Kara, Frühling lässt sein "blaues" Band hoffentlich bald wieder flattern, dann wird wieder ausgesät, geturtelt und bald liegen Eier im Nest. Freut mich, dass dir die Bilder gefallen haben. LG Perry
Hallo Alba, ja naturblau ist eine besondere Farbe. Freut mich, dass dir die Farbtupfer in den Bildern gefallen haben. Solange du es nicht auf die Eier im Nest abgesehen hast, darfst du ruhig ein wenig daran schnuppern. LG Perry
Hallo Joame, ja ein wenig Frühlingssehnsucht steckt schon in den Bildern, kein Wunder bei den gerade frostigen Tagen. Ich mag alle Tiere, füttere im Winter die Vögel und streichle gerne Katzen. Problematisch wird es nur, wenn der Mensch, das Gleichgewicht der Natur stört. Umso wichtiger ist es sich für Tiere einzusetzen. Freut mich, dass dich die Bilder ansprechen konnten. LG Perry
eigentlich ein schönes Stimmungsbild von Gemeinsamkeit (ein Paar ...). Konstruktiv verwickelt mich der Text aber in einige Widersprüchlichkeiten (gewollt?) Wie da wäre
"ein paar handschuh steckt in einer tasche und vergeht im jehen treiben" -> vergeht, da wäre mir "verliert sich" näher und was ist "jehen", meintest du "jähen?
Während Bilder wie "die kalten glieder recken sich nach innen" noch überzeugen wird der Text durch die vielen "man" ins Allgemeine gezogen und durch Standardsprüche wie "hegt und pflegt", "am Ende ist man doch am Anfang" verwässert.
Natürlich ist mir klar, dass einige der angesprochenen Stellen formbedingt sind, aber ich finds trotzdem Schade, weil die gute Bildstimmung für mich darunter leidet. LG Perry
Hallo mcberry, ja die Vergänglichkeit der Momente ist es, die uns den kühlen Hauch des Reifs spüren lassen. Schon dieses "Hauches" wegen ist es Schade, dass das "h" im Raureif verschwunden ist. Es ist ja schmeichelhaft, dass du mich für Sylt-Promi-tauglich hältst, aber wenn schon Meer, dann lieber etwas nördlicher. Danke fürs Reinspüren und LG Perry
Hallo Kara, das ist das Geheimnis von lyrischen Texten, sie können mit wenigen Worten eigene Bilder (Erinnerungen etc.) beim Leser anklingen lassen. Freut mich, dass dich der Text ansprechen konnte. Danke fürs Hineinspüren und LG Perry
Hallo Kara, ich habe gerade mal nach "Totentanzbildern" gegoogelt und eine Menge eindrucksvoller Gemälde entdeckt. Das Thema scheint also in Malerkreisen beliebt zu sein. Da das von dir beschriebene nicht dabei war, kann ich deinen Text nur losgelöst davon beurteilen. Vielköpfigkeit und Janusgesichter deuten auf eine ungewisse Aussicht ins Jenseits hin, Tanz und Beschwörung sind Hinweise auf rituelle Vorbereitungen. Am meisten sprechen mich die Rosen an, weil einzig die Liebe dem Tod trotzt. Konstruktiv ist mir zuviel Tonales (tonloses rufen und kreischen) im Text. Ansonsten wäre es natürlich interessant, das Bild dazu anschauen zu können. LG Perry
Hallo Kara, die Reduktion hat dem Text gut getan. Vielleicht wäre bei
"beschwörung von blut und rosen"
ein "mit" besser, weil ja der Tod damit beschworen wird.
Beim Schluss würde ich mir für den Raben etwas mehr wünschen und den verschlingenden Tod weglassen, weil das zu offensichtlich ist: Vorschlag:
"auf der Klippe ein janusköpfiger Rabe" (die Klippe würde hier den Übergang ins Todesreich symbolisieren und der Januskopf den wechselnden Blick vom Leben zum Tod.
ja originell gemalte Bilder, die den inneren Kampf um Abwendung vom Alten hin zu Künftigem gut begleiten. Meiner Meinung nach bist du aber stilistisch etwas übers Ziel hinausgeschossen, zumindest wirken Passagen wie
"seitet korn kimme" und "schilt schilde"
doch etwas konstruiert und
"satteln wir die pferde die pfade die pfuhle die sümpfe schrumpfen rümpfen die spröden rügen die gegenwärtige gegenwart"
etwas überladen.
Konstruktiv wäre für mich hier weniger mehr und auf die einführende Erläuterung würde ich ganz verzichten, der Leser möchte selbst herausspüren, um was es geht.
Hallo mcberry, bitte keinen Rückfall in religös-dogmatische Zeiten. Ich bin zwar auch kein "Tschüß-Freund", aber Guten Morgen, Guten Tag und Guten Abend halte ich bei formellen Anlässen für durchaus ausreichend. Ja der Blick von den Höhen des Lebens fällt einem leichter, wenn man noch die Schlittenschnur der Kinderzeit in der Hand spürt. Danke für die "dynamische Schlidderparty", die man ja nicht wörtlich verstehen muss. LG Perry