herrschte auf dem schulhof, den hinterhöfen, bis er uns aufforderte, die fäuste sinnvoll einzusetzen, anstatt zu pöbeln, einen ball über die leine zu schlagen, mal für den mitspieler aufzustellen, zusammen zu siegen, aber auch zu verlieren. zwar spürten wir arme und hände manchmal nicht mehr, fühlten uns trotzdem gut.
gezeichnet das gesicht der erde. unbedachtes stiehlt den eisglanz von den polen, lässt vertrautes untergehen. wir messen fieber in kilometertiefen bohrungen, stellen ferndiagnosen, während sich erste flüchtlinge aufs oberland retten, gläubige nach der arche rufen, ist der rest ungläubiges staunen.
Auf gestreuten Wegen eile ich zum Bahnhof. Am Himmel platzen Sterne, regnen Wünsche ab, die glimmend vergehen. Mein Ticket brennt in der Hand. Der Schaffner löscht es mit der Lochzange, gibt trillernd Signal.
Die Lokomotive bahnt sich ihren Weg durch die Nacht. Vögel begleiten den Zug, schneiden Schattenbilder ins keimende Rot. Gerädert komme ich an, es herrscht Frühling. Von der Uferpromenade aus sehe ich, wie sich
wir brausten übers land die b8 richtung straubing unser highway ins nächtliche treiben: rotierende laser verwandelten discohöhlen in flackernde scheinwelten wie steppenwölfe streiften wir durchs magische theater bis uns ernüchterung auf dämmrige gassen trieb nur noch der heimritt auf röhrenden rohren blieb
sie scheint so friedlich, die donau von der brücke aus betrachtet, wäre nicht das flehen in den strudelaugen, der nie verstummende hilferuf der wellen.
sie war schön, die baderstochter, gefiel dem herzogssohn so sehr, dass er sie freite. doch missgunst verleumdete sie als hexe, stieß sie gefesselt in die fluten.
viel wasser ist seither geflossen, aber noch immer wohnt hinterlist in den weiden, sodass ich den blick nicht wenden kann, von ihrem nassen grab.
im wintergarten konserviertes (wann endet die hibernation) das tv-gerät im stand by wartet auf morgengymnastik ein auslaufmodell nicht nur das walkingband wo einst am strand gejoggt wurde (die frühe möwe fing den fisch) hängt heute der elan am haken träumt von flatternden schals im frühlingswind dein parfüm
hier ist daheim unterm giebel des kopfes die heimkehr ins leere haus die lampe überm küchentisch trüb auch die tage vorm fenster von ästen greiser bäume gepeitscht auf denen schwarze vögel wache halten
und immer wieder gedanken an die die einst mit am tisch saßen das dankgebet sprachen über gott und die welt redeten der hund räkelt sich vorm ofen ich inhaliere den sonntag
1. Fassung.
hier ist immer sonntag
hier ist daheim, unterm giebel des kopfes, immer die heimkehr ins leere haus, die lampe überm küchentisch trüb auch die tage vorm fenster, von ästen greiser bäume gepeitscht, auf denen schwarzvögel wache halten, warten, bis das haupt sich senkt.
und immer wieder gedanken an die, die mit am tisch saßen, die hände falteten zum gebet unterm kruzifix. ich trage den braten auf und teile ihn, inhaliere den sonntagmittagsgeruch. der hund freut sich auf die reste.
wintertage das sind bäume die weiße pullover tragen manchmal mollig wie angora aber auch frierend dünn bestickt mit eisigen pailletten
mit rabenschwarzen augen starren sie in eine welt die ihnen fremd geworden ist zwischen ihren füßen geht der tod durch die reihen markiert mit roter farbe die die das frühjahr nicht mehr sehen
holzfäller gießen tee in thermoskannen aus edelstahl bevor sie ihr tagwerk beginnen fällen was die erde gebar nun hingibt für dich und mich
sich im dunklen zur musik zu drehen ist das eine mit elfen zu flirten das andere man sieht sie selten manchmal im morgennebel verzaubern sie wie die lichtorgel zu der the witch queen of new orleans den voodoogöttern huldigte wir fahren auf der überholspur bis der morgen graut tau den blick für den tag klärt ihr reigen ein letztes mal unsere fantasie verzärtelt
biertische weigern sich reservierungen anzunehmen. bei den schankstellen ist anstehen obligatorisch. fremdworte gestikulieren, erstaunlich auch die obstigkeit einiger stände, frischgepresst oder vergärt schmeicheln sie dem gaumen. meeresbewohnern ins kalte auge geblickt, legen wir lieber würste auf weißblaue teller, schließlich gibt man sich heimatverbunden.