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  • EM 08Datum21.05.1970 11:14
    Thema von Fabian Probst im Forum Plauderecke
    Heute gegen Kroatien.

    Machtr es klar, Jungs!

    Drückt die Daumen.

    Gruß, Fabian
  • UnsagbarDatum21.05.1970 09:17
    Unsagbar

    Mit jedem Lidschlag ändert sich die Sicht,
    und ganz am Ende bleibt nichts zu verstehen.
    Die Dinge, wie sie sind, durchschaun wir nicht,
    weil wir sie nur mit eignen Augen sehen.

    Und doch, wir suchen nach dem einen Sinn,
    der uns bestimmt, und glauben, ihn zu finden;
    solange bricht sich Widerschein darin,
    bis wir am selben Gegenlicht erblinden.

    Was wirklich wichtig ist, ist schwer zu sagen
    und was zu sagen ist, ist wirklich schwer.
    Weil Worte unser Innerstes nicht tragen
    und kleiner machen, spricht sie irgendwer.

  • Panini Fußball-Bilder Euro 08Datum21.05.1970 05:15
    Thema von Fabian Probst im Forum Plauderecke
    Sammelt hier jemand und hat Interesse, zu tauschen?

    Gruß, Fabian
  • UnlösbarDatum20.05.1970 23:47
    Unlösbar

    Noch bauscht der Himmel sich um uns. Vielleicht
    sind wir soweit. Uns bleibt kein Irrweg mehr,
    kein Fehler, den wir nicht begangen, der
    uns jetzt noch übertrifft. Das Schicksal gleicht

    dem Fallwind, der die Äolsharfe streicht.
    Vergib mir, was ich ohne dich nicht wär;
    nicht ganz, auch nicht Fragment - so ungefähr.
    Wir sind verzahnt, in uns vernarbt. Bald weicht

    das Zaudern und Gewissheit steigt empor:
    Der Regentanz, im Park, der erste Kuss,
    der uns so unbedingt zusammenband.

    Und sieh: Der Himmel sternt sich überm Fluss.
    Er ahnt, dass ich mich selbst mit dir verlor
    und zu mir kam, als ich dich wieder fand.
  • HardcoreDatum20.05.1970 04:32
    Thema von Fabian Probst im Forum Gesellschaft
    Hardcore

    Sieh her, was ich für dich in Worte kleide,
    wie ich mich öffne, anders schaff ich’s nicht.
    Denn ich bin Dichter, meine Seele spricht
    in zarten Reimen. Lobe, doch vermeide

    Kritik, sie drückt mir auf die Eingeweide
    und treibt mir gleich die Tränen ins Gesicht.
    Ich bin doch, was ich schreibe, mein Gedicht
    Identität. Siehst du nicht, wie ich leide?

    Hast du was gegen mich? Was soll das heißen,
    es sei ausbaufähig? Und was ist Metrik?
    Ich schreibe aus dem Bauch, und du kommst her

    um, was du nicht verstehst, gleich zu zerreißen.
    Dir fehlt der Zugang, du bist miesepetrig,
    und voll gemein. Jetzt grüß ich dich nicht mehr!
  • ScriptumDatum19.05.1970 15:55
    Scriptum

    Ich schrei im Halsumdrehen ein Gedicht,
    in dem ich Wort um Wort für Wort verschwende,
    und jedes Ungefühl darin beende;
    doch bleibt es mir Bericht, verinnerlicht,

    denn hilflos schweige ich ins Angesicht,
    verrate mich, wenn ich mich von ihm wende,
    als sei die Gegenwart gleich einer Blende,
    in der selbst Urvertrauen jäh zerbricht.

    So fall ich doch aus jedem Gleichgewicht,
    und schriebe ich mich gänzlich nieder, fände
    die Feder keinen Fluchtpunkt dieser Sicht,

    denn ich bin Kür im Konterfei der Pflicht,
    wo Löschpapier verbaler Flächenbrände
    die wahre Liebe nur von fern bespricht.
  • StadtromanzeDatum19.05.1970 15:10
    Stadtromanze

    Gleich acht! Mein Kopf liegt schief am Badewannenrand.
    Es ist so still hier drin, du hast nicht angerufen;
    die Frau im Flur verflucht die hohen Kellerstufen.
    Ich denk an dich und zähl die Kacheln an der Wand.

    Wir saßen am Hans-Albers-Platz vor einer Bar
    und sprachen über Kant in der Entwicklungsfrage,
    verpasste Träume und den Wein der letzten Tage,
    der auch mit Schraubverschluss ein wenig korkig war.

    Die Stadt um uns war ungefähr und doch vertraut,
    dieselben Unbekannten kamen und verschwanden,
    in dunklen Gräbernischen, die sie schlafend fanden;
    wir waren flüchtig, Suchende in fremder Haut.

    Du lächeltest, ich gab dir zaghaft einen Kuss;
    von Sehnsucht, Liebe, war kein Sterbenswort zu hören;
    (man hebt sich auf um es am Ende zu beschwören).
    Die Zeit verging, dir wurde kalt; dann kam dein Bus.

  • auf dem sprungDatum19.05.1970 11:56
    auf dem sprung

    du leben,
    wie misanthrop du mich umgibst
    was muss ich geben
    dass du mich liebst

    du liebe,
    wie letztlich einsam du mich machst
    das wenn - das aber, das mir bliebe
    ist doch, was du belachst

    du wenn und aber,
    wie konjunk-tief du mich berührst
    unauf hör(l)-ich dein gelaber
    wenn du von fern mich ganz verführst

    du ferne,
    unerblickte, fremde stille
    wie gerne
    wär ich in dir, idylle

    du stille,
    wie entspannt du mich umhüllst
    mein letzter wille
    dass du mich füllst
  • Kleine InselDatum19.05.1970 11:55
    Dieses Gedicht war eines der ersten, die ich geschrieben habe.
    Überarbeitete Version:


    Kleine Insel (für Raphael, Noah, Michel und Piet)

    Du Stürmer auf den Gipfel,
    das Höchste - schmaler Grat;
    bist Klippenhänger mir an jedem freien Zipfel
    und ich steh stets parat.

    Du lässt mir keine Ruhe,
    bist rastlos, aufgedreht;
    schon rennend steigst du gern in viel zu große Schuhe
    und zeigst mir wie es geht.

    Du bist im Regenschauer
    ein rotziger Patient;
    ich bin dir Taschentuch und immer Klagemauer;
    dein Trostrezept-Patent.

    Du bist ein Essen-Fasser,
    berührst gern, was du siehst;
    und reich ich wieder einmal saftlos dir das Wasser,
    auch manche Träne fließt.

    Du musst für Königstiger
    noch nicht einmal aufs Klo;
    hast nen Toilettenpanzer, stolzer Windelkrieger -
    mit schmutzigem Popo.

    Du bist mir Märcheninsel
    und kein Wunsch bleibt zurück;
    auf meinem Lebensbild führst du geschickt den Pinsel
    und malst mir darauf Glück.


    Edit: hab gerade erst von dem Projekt gelesen.
    Für Kinder ist das natürlich nicht wirklich verständlich, aber es ist trotzdem für Kinder gemacht.

  • HerbstdämmerungDatum19.05.1970 08:54
    Thema von Fabian Probst im Forum Natur
    Herbstdämmerung

    Im Wendekreis von Wiederkehr und Tod
    zieht sie vorbei, und fällt aus den Gesichtern;
    Septembersonne - tropft aus Wattetrichtern
    und tupft ins Grau ein letztes Abendrot.

    Noch weilt der Kranichtrupp im Flugverbot,
    und Damwild röhrt im Schein von Autolichtern;
    vor Igeln und den andern Laubaufschichtern
    versteckt der Häher ein Kastanienbrot.

    Das Leben mausert sich, wird Ruhe suchen;
    mit Speck im Mantel unter Tage flüchten;
    und weiß, es findet seinen Weg zurück.

    Es riecht nach Moos und windgegerbten Buchen;
    am Waldesrand spaziert jemand ein Stück,
    und träumt von Glühwein zu kandierten Früchten.



    ----------------------------

    Man mausert sich, und wird bald Ruhe finden;
    mit Speck im Mantel unter Tage flüchten;
    und spürt, das Leben holt sie doch zurück.

    Es riecht nach Moos und erdigeren Winden,
    am Waldesrand spaziert jemand ein Stück
    und träumt von Glühwein zu kandierten Früchten.
  • ErmüdungsbruchDatum19.05.1970 07:24
    Ermüdungsbruch

    Was lauthals
    durch die Scherben bricht
    und mich in deinem Blick entstellt,

    ist nur der schmale Grat,
    der aufgezerrt,
    mir klirrend aus dem Rücken fällt.


    Versuche nicht,
    mich aufzurichten;
    es sei für diesen Tag vergeblich.

    Ein Sterben lang
    lass mich allein.
    Befreit - und unerheblich.

  • ZuletztDatum18.05.1970 10:32
    Zuletzt

    Vielleicht bleibt nichts von uns zurück. Es scheint
    als seien Fundamente weg gebrochen
    und Worte unter falschem Stolz gesprochen -
    wie Wut, die Gleichmut schreit und Sehnsucht meint.

    Und es ist wahr, ich habe Angst. Die Spur
    führt immer noch zu dir; und Bilder wischen
    sich in den Staub; und Liebeslieder zwischen
    gepackten Koffern; und dein Blick im Flur.

    Die Tage spiegeln sich, im Neonlicht
    pulsiert die Zeit - dann bricht (wie ein Durchschauen)
    die alte Sicht und hinter müden Brauen
    steigt etwas auf, das schon von Morgen spricht.
  • FlügellahmDatum17.05.1970 23:01
    Flügellahm

    Ach ja, was ich zuletzt noch sicher sagen sollte:
    auch wenn ich gehen will, du bist mir nicht egal.
    Dass dieser schöne Traum nicht wahrer werden wollte,
    lag nicht an dir, mein Schatz. Doch sieh es rational.

    Es gibt sie, diese Tage, die ich nie vergesse,
    nur die Erinnerung daran ist etwas schal.
    Zu oft schrie ich dich an, schlugst du mir in die Fresse;
    so unterm Schlussstrich war das nicht ganz optimal.

    Wir haben tausend Neuanfänge ausgesprochen,
    und es ist wahr, der Sex danach ist genital.
    Der feuchte Kuss nach leeren, lippenlosen Wochen
    verschluckt die Zweifel. Komm! Versuchen wir’s noch mal?




  • Sommer in der StadtDatum17.05.1970 08:47
    Sommer in der Stadt

    Er sitzt nicht da, er kauert auf den Steinen,
    das Bier in seiner heimatlosen Hand.
    Und eingewickelt in zerfetztes Leinen,
    träumt er von Glück und etwas Dosenpfand.

    Sie bummelt, schaut verträumt in Fensterläden,
    die Sonne brennt und zeichnet sie ins Glas;
    auf einem blauen Auge schimmern Fäden,
    dann rennt sie heim, weil sie die Zeit vergaß.

    Zwei Kinder in den flirrend hohlen Gassen,
    im Dunst von Abfall und zu heißem Teer
    hat man sie Einbahnstraßen überlassen
    und ihre Blicke finden sich nicht mehr.
  • KindDatum17.05.1970 04:43
    Kind

    Und dann fiel uns der Himmel in den Rücken,
    wie blanker Stahl, aus dem ein Ende sprach.
    Die Welt, sie sank von eingestürzten Brücken,
    an diesem Morgen, als dein Lachen brach.

    Die Sonne schien verfrühter aufzugehen,
    der Schulbus kam, - ein letzter Blick von dir -,
    du ranntest und ich hab dir nachgesehen,
    dann riss die Zeit, wie feuchtes Löschpapier.

    Es ist so falsch, dein Ende zu beschreiben;
    wer auch in diesem Akt die Feder führt,
    er wird mir die Erklärung schuldig bleiben.
    Sie sagten uns, du hättest nichts gespürt.

    Der tiefe Schnitt verklebt sich unter Nähten,
    die Sicht der Dinge ordnet sich mit mir;
    in deinem Zimmer Bilder auf Tapeten
    und Legosteine fragen still nach dir.

    Ich seh dich jetzt und was wir immer waren,
    ein Licht, das durch den Ascheregen fällt,
    wie ein Verbundensein im Unlösbaren,
    den Weg, und deine Hand, die meine hält.
  • SublustrisDatum16.05.1970 23:38
    Sublustris

    Die Dämmerung zerwühlt und wölbt den Wolkenbrei;
    im Wiesengrund schleicht grauer Dunst aus müden Auen,
    flussabwärts, zieht vorbei an Segelbooten, Tauen,
    und weicht und legt ein Bild im Schleiernebel frei.

    Verwaschen kauert er im Schilf. Sein müder Blick
    scheint sich im Sog der Zeitenbrüche zu verlieren.
    Er zuckt zusammen, zittert, so, als würd er frieren,
    und schaut sich suchend um, stampft taumelnd durch den Schlick,

    als hätte er kein Ziel, nur etwas, das ihn treibt.
    Sein Brustkorb bebt und Blut tropft aus Blessuren;
    im aufgewühlten Ufersand versickern Spuren
    von Ungelöstem, das sich aus den Venen reibt.

    Da platzt ein dunkles Tosen aus dem Flussverlauf
    und etwas steigt mit stumpfer Kraft aus großen Tiefen,
    erstickend laut, als ob ihn tausend Stimmen riefen,
    und greift nach ihm und reißt ihm beide Schläfen auf.

    Er steht am Bootshaus. Blutleer, starr ist sein Gesicht;
    Zerbrochen klammert er die Zeichen aus den Fragen.
    Dann schreit er plötzlich und sein Herz hört auf zu schlagen,
    als er mit der Gewissheit tot zusammen bricht.
  • Aus dem GrundDatum16.05.1970 22:16
    Aus dem Grund

    Noch lähmt ein Zögern meine Lippen,
    pocht leise mir die Angst im Blut;
    um doch in Zuversicht zu kippen,
    denn nur aus Zweifel hebt sich Mut.

    Nicht jeder Gang nach vorne endet
    mit Fortschritt, und was strebt, das fällt;
    doch wie ein Blatt im Wind, so wendet
    mit jedem Lidschlag sich die Welt.

    Ich weiß jetzt um der Fehler Früchte,
    was bitter schmeckt, belebt den Geist;
    bestärkt mich dann auch, wenn ich flüchte,
    weil die Erkenntnis Richtung weist.

    Ich hab doch Herz, will Wunder wollen,
    durch Höhen fallen, nieder geh’n;
    und aus den schönen, wundervollen
    Momenten wieder aufersteh’n.

  • In manchen NächtenDatum16.05.1970 21:29
    Thema von Fabian Probst im Forum Gesellschaft
    In manchen Nächten

    Kennst du das, wenn alles ruht,
    und du wach liegst in den Nächten,
    weil aus tiefen Kellerschächten
    etwas steigt zu dir ins Blut?

    Wie ein Wort, das dich beschleicht,
    und du kannst es kaum verstehen,
    dieses Flüstern, wie ein Flehen,
    dass kein Atem dir entweicht.

    Angst zerfrisst dich, denn der Geist,
    der dich einst an sich gebunden,
    sucht und hat dich hier gefunden,
    geifert, als er dich umkreist.

    Es ist Zahltag, deine Zeit
    ist verraten, totgeschlagen,
    und man greift dir an den Kragen,
    „gleich!“, denkst du, „es ist soweit.“

    All die Lügen, all das Gift
    pocht und puckert in den Venen,
    reißt die Haut auf, Knochen, Sehnen,
    wie ein Axtschlag, der dich trifft.

    Zweifel haben dich entstellt.
    Und aus Scharen von Dämonen
    tritt, sich fürstlich zu belohnen,
    jener Sohn der Unterwelt.

    Hitze schneidet deinen Blick,
    Blut spritzt aus den Augenbrauen,
    gottverdammte Riesenklauen
    brechen grinsend dein Genick!

    Doch es tut nie lange weh!
    Denn du hörst den Wecker läuten,
    schälst dich aus den alten Häuten -
    Aspirin schwimmt im Kaffee.
  • Das muss Liebe seinDatum16.05.1970 20:17
    Das muss Liebe sein

    Als sie ihm sagte,
    er habe
    gar nichts begriffen
    und sei nur
    ein Stein
    in ihrem Schuh,

    antwortete er,
    dass es ihm
    nichts ausmache
    und er
    trotz alledem
    mit ihr
    bis ans Ende der Welt
    gehen würde.

  • Beim GriechenDatum16.05.1970 18:21
    Thema von Fabian Probst im Forum Diverse
    Beim Griechen

    Sie stand wie jeden Freitag an der Bar;
    mir war, als lutschte sie an der Limette,
    wie eine, die noch viel zu geben hätte,
    und ihr Metaxablick, lasziv und klar,

    gebar in mir den Wunsch nach einem Kuss.
    Ich saß am Tisch beim (siebten?) Elixiere,
    trank aus und fühlte, dass ich existiere;
    erhob mich, das zu tun, was Mann tun muss,

    wenn Dunst auf den Synapsen kondensiert.
    Sie selbst hing schon ein wenig schräg am Tresen,
    da traf ich sie gezielt mit ein paar Thesen,
    von Anmut, Glanz - das hat sie austariert;

    sie war oral fixiert, der Dialog
    banal, sie machte Dinge mit der Zunge
    als bräuchte sie den Abdruck meiner Lunge,
    dann zahlte sie! (gleich für mich mit) und zog

    mich heftig Richtung Ausgang, bog dann doch
    noch ab auf die Toilette (die der Damen)
    und presste mich behände an den Rahmen
    der Klotür - dann war da nur noch ein Loch …

    Ich schreckte hoch, saß auf der Nebelbank,
    war krank vor Selbsthass, Ekel, im Ermessen,
    die letzte Nacht im Kopfschmerz zu vergessen -
    mich selbst! Wie immer, wenn ich Lethe trank.
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