Als er erneut zum Fenster sah, stand dort plötzlich eine Frau. Die Silhouette begann in vertrautem Ton auf ihn einzureden. Wie er sich fühle und warum es denn nicht endlich einmal regnen könne, sagte sie. Er überlegte, dass sie ihm eigentlich gefiel, da war sie auch schon wieder verschwunden.
Taubheit erfasste seinen Geist, nun, da seine Augen sich schlossen. In der Nacht kommen oft die selben Bilder wieder und wieder, von endlosen, gelben Meeren kleiner Felsen und weiße Zuckerwatte, die über dem Meer an blauem Pergament herabfließt. Dort blickt er dann herab auf seine Füße und erinnert sich wie schmerzhaft jeder Schritt ist, den er gehen muss. Doch er geht weiter und weiter, schmeckt das Blut aus seinem Zahnfleisch pressen, sein Kopf den Füßen Schatten spendend. Dort kennt er ein Ziel, ist sich sicher mit jedem Schritt, dass die Leute einst seinen Namen wussten.
Als er wieder zum Fenster sah, bemerkte er Geräusche neben sich. Da war noch jemand im Zimmer, jemand, den er auch irgendwie mochte. Die Lippen des anderen Mannes bewegten sich und einen kleinen Moment lang erinnerte er sich an den Klang dieser Stimme. Sie war ihm vertraut, ist direkt neben ihm. Tröstend ist sie, motivierend und aufmunternd. Aber auch irgendwie einsam, trocken und zart. Er möchte nichts sagen aus Angst, dass sie verstummt. Denn jetzt ist das einzig Wichtige das, was es schon immer war. Dass er zuhört und weiter geht, noch einmal zu Allah betet er möge ihm die Chance geben sich würdig zu erweisen. Denn diesmal schafft er es ganz bestimmt.
Außen vor steht er, vor der Tür. Die Klingel bleibt ungehört; drinnen laufen die üblichen Geschäfte. Er wird nervös. Wasser dringt durch den kaputten Regenschirm, ruiniert langsam die akkurate, ordentliche Frisur. Es regnete beständig die letzten Tage, meistens saß er nur zu Hause und beobachtete wie das Regenwasser die löchrige Dachrinne scheinbar planlos verließ. Sie schien es wenig zu kümmern, als hätte sie geahnt dass es eines Tages so kommen würde. Ihre poröse Haut, ein Anblick den sie gewöhnt war in trockenen Sommern, wenn die Erde unter ihr rissig und spröde wurde, ist doch alles was sie hat.
Das sah er von seinem Fenster aus, hin und wieder ein Blick auf die Uhr, den Kalender, die Wand zur Rechten und zur Linken. Er las sich in fremde Köpfe, erlebte Geschichten die nie passierten. Wie die eine, in der ein Pärchen die Liebe fand bei einer gemeinsamen Reise nach Rom, nachdem sie ihm schon alle Hoffnungen ausgeredet hatte. In Rom aber, auf diesem hübschen Campingplatz auf dem sie sich einen Bungalow gemietet hatten, fand sie sich in seiner Nähe geborgen. Ein Gefühl, das sie lange nicht mehr kannte, das er wiederum spürte wenn sie es am wenigsten vermutete. Beim Ausgehen mit den Freunden, die beide gemeinsam haben, wenn er es schaffte sich ihr zu nähern, so unbeholfen. Nun sind sie zusammen und blicken in eine ungewisse Zukunft voller Abenteuer und Prüfungen ihrer Liebe.
Ach ja. Auf seine Art kann er es empfinden, riechen, schmecken; sehen was dort passiert. Dort im Buch, mit der Geschichte dieser zwei Menschen, die nie exsistierten. Auch wenn er alleine schläft. Mittlerweile ließ der Regen etwas nach. Die Regenrinne seufzte leise, sah ihre Frist verlängert, ein weiteres Mal.
Jetzt steht er vor der Tür, fasst sich Mut und klingelt erneut. Diesmal geht er dazu noch auffällig vor der Fensterfront auf und ab, aber nur kleine Schritte.
Schließlich wird er reingelassen.
Licht dringt durch die Bretter
an der Wand steht ein alter Mann
hält seine Pfeife und die Leine
für seinen Hund und die Vergangenheit
bestimmt seine Zukunft.
Gegenwärtig steht ein alter Mann
an der Wand, hält seine Pfeife
und die Leine für seinen Hund,
die Vergangenheit dringt durch die Bretter,
bestimmt seine Zukunft;
Licht.
Umwoben von Meeren trüben Starrsinns, hier,
Verschwimme ich, dort, in buntem Grau.
Gedrungen kriechend auf Laubgeflecht, vier,
Höre Stimmen flüstern, halb, vom Wolkenbau.
Eins: es passiert in meinen Träumen
Zwei: da bist du - und ich - Kopf an Kopf
Drei: Farben werden namenlos
Vier: Es war gestern, Morgen wird
Hier webt Starrsinn das trübe Meer,
Dort schwimmt Grau, wird bunt im ich,
Vier gedrängt Kriechen auf Laubgeflecht;
Halb nähert sich der Stimmen Wolkenbau.
Fünf: mein Traum passiert
Sechs: Kopf an Kopf
Sieben: Namen werden farblos
Acht: Morgen war, es wird Gestern.
Leicht ist die Nadel im Auge
Das Auge, Tür und Tor
Zu Feldern voller Postkarten
Mit Rosen und Geld bedruckt
Zwischen zwei Händen
Hände, die gieren – hin und her; ein Schlüssel
Der Schlüssel zu dir und mir, unserem Bett
Das Bett, noch feucht von letzter Nacht
Nachts, als wir nur wir selbst waren
Das Teleskop der guten Zeiten
Zeit, in der Nadeln das Auge nicht stechen
Vielmehr zieren, schmücken den Blick
Der Blick, stets gerichtet nach vorn
Die Ferne, die Reflektion der guten Erinnerung
Die Erinnerung, sie kommt, ich halte sie fest
Ein Polaroid in meinem Herzen.
hat wirklich lange genug gedauert, auf mehr davon, prost.
Wir fühlen in zwei Körpern ganz anders und so gleich
Lassen wir uns treiben in Wogen von Gefühl und Sorge
Um uns, riskieren einen Blick durch Regenbogenaugen
Auf eine Welt aus grünem Sandstein
Der blüht und welkt, zerfällt und sich schichtet.
Es scheint uns sicher, dass wir nicht alles sehen
Wollen und können - Vermächtnisse in Schrift und Tat
Zeugen von der Urgewalt aller Ordnung -
Von allem was sich in uns dreht: regenhaft
Verblasst ein Bild im Spiegel aus Sonnenschein.
Nur wenige Worte am Tag die uns beschreiben
Eine Totenmaske ziert unser Gesicht
Voller Angst und neidisch eines zweiten Blickes
Erstarren wir, wenn totes Holz
Durch die Wut neuer Bäume lebendig wird.
Es klingen wir beide auf dem Meer und Sand:
Mächtige Felsen gleiten wie Luft durch meine Finger
Folgend einem höflichen Abschied von alten Sitten
Jetzt, im Frühling, bei einem Glas Wein
Und es ist, als wäre nie etwas geschehen.
Etwas nährt die Ohnmacht in mir
Bei meinen Versuchen, ihr nahe zu kommen
Nahe genug, dass meinen Lippen ihr Lächeln umarmen
Und ich kann meine Augen nicht schließen
Vor dem Licht, das Schatten bringt
Wie der Wind, der die Wolken formt, gegenwärtig.
Wieder und wieder gehen wir durch die Eingangstür
Legen unsere Kleider ab als gäbe es nichts zu verstecken
Geben uns neue Namen die wir nicht haben
Und dann die Wende: Ein fatales Wort, ein dummer Satz.
Vieles ist ein offenes Geheimnis, du erkennst es
Ohne Absicht, aber nach und nach
Und so bin ich dann verschwunden
Zu der Zeit als die Wolken verblassten
Ich hoffe du bist gut angekommen
Dass dir keine bösen Dämonen
Erinnerungen wachrufen,
Von Kriegen, die wir streiten mussten
Als zerbrechliche Herzen an Nahrung armten
Und allen die Zeit davon lief
Die Zeichen mit Wein zu ertränken
Ehrlich und nett sollen wir sein
So wie wir geben, sollten wir bekommen
Wann bin ich abgestumpft
Seit wann nur noch nutzlos in Einsamkeit.
Vernunftgeschwängert vergeht die Massendiskrepanz als Lösungsmittel des Höllengängers niemals bald. Basisscherz wird der Gliedmaßen Ringen nach Halt Jalousie. Neurot kalter Stellen Liebeslied im Äther. Kot, alter Asche Totentanz.
Wer ist’s, der sich im Wald versteckt,
Nicht von mandligen Augen erspäht.
Hier und da grünen Samen gesät
„Lasst marmorgleich Gesicht verdeckt!“
Im weiten Forst gestrüppgeschützt
Entbindet er all seine Kinder mit Licht.
Die eitleren Worte erreichen ihn nicht
„Was soll ich euch, was hab’ ich genützt?“
Ernte trägt reich, ist lang nicht verdorben,
Könnte gut sein, dass er war verstorben,
Noch heute sind wir schon zu spät.
Einmal gelbe, dann rote Pillen,
Unsre Weisheit gleicht Vanillen,
Er, so scheint’s, versteht das nicht.
ganz, lach!
lösung dass du/ich
es macht-e-n-s-ein-e
ä-ö-ü-bricht
reize sie mögen
und er-schaffen
un-verstand-licht! er
fühlen? gesetz-t!
wir – mit – ihr
nicht
Oleanderblüte im Morgentauen,
Meine Finger im Laub,
Erdgeruch in der Nase;
unverbraucht.
Niedriger Sitz, Aushöhlen und Drängen;
Sinken.
Stetig meine Hände,
Regenwürmer, Steine, Wurzeln;
je tiefer desto schwerer.
Erste Sonne blinzelt, erleichtert und beschwert;
zugleich.
Ein Kontakt, ein Spüren, Wärme!
Schneller, gründlicher, weiter.
Kreisen Geier über Aas
Der Dichter nicht Lektüre las
Sehen hungrig und mit Spaß
Wie dieser eignen Knochen fraß
Nun hat jeder seine Freude
Killen Reime alte Träume
Revolution Revolution!
Wer kennt sie nicht, wer mag sie schon
Eines noch, falls Du’s nicht weißt:
Auf diesem Klo da haust ein Geist,
Der jedem in die Eier beißt.
Mir hat er auch in die Eier gebissen
Und ich ihm auf den Kopf geschissen.