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  • NächstenliebeDatum13.05.1970 04:29
    Thema von Feaníl im Forum Liebe und Leidenschaft
    Nächstenliebe

    Beständig suchen meine Hände
    nach deinem Lebenselixier.
    Du trägst es tief in deinem Herzen,
    öffne dich, komm zeig es mir!

    Ein kurzer Blick soll mir gestattet,
    unter Glashaut weiß und rein.
    Etwas in dir sacht ermattet,
    legt sich mild um dein Gebein.

    Du stirbst nur laut, mit einem Schrei
    wickelst Blut um taube Finger.
    Was ich suchte und noch immer,
    bricht in meinem Arm entzwei.

  • Was es istDatum12.05.1970 22:07
    Was es ist

    Als er erneut zum Fenster sah, stand dort plötzlich eine Frau. Die Silhouette begann in vertrautem Ton auf ihn einzureden. Wie er sich fühle und warum es denn nicht endlich einmal regnen könne, sagte sie. Er überlegte, dass sie ihm eigentlich gefiel, da war sie auch schon wieder verschwunden.

    Taubheit erfasste seinen Geist, nun, da seine Augen sich schlossen. In der Nacht kommen oft die selben Bilder wieder und wieder, von endlosen, gelben Meeren kleiner Felsen und weiße Zuckerwatte, die über dem Meer an blauem Pergament herabfließt. Dort blickt er dann herab auf seine Füße und erinnert sich wie schmerzhaft jeder Schritt ist, den er gehen muss. Doch er geht weiter und weiter, schmeckt das Blut aus seinem Zahnfleisch pressen, sein Kopf den Füßen Schatten spendend. Dort kennt er ein Ziel, ist sich sicher mit jedem Schritt, dass die Leute einst seinen Namen wussten.

    Als er wieder zum Fenster sah, bemerkte er Geräusche neben sich. Da war noch jemand im Zimmer, jemand, den er auch irgendwie mochte. Die Lippen des anderen Mannes bewegten sich und einen kleinen Moment lang erinnerte er sich an den Klang dieser Stimme. Sie war ihm vertraut, ist direkt neben ihm. Tröstend ist sie, motivierend und aufmunternd. Aber auch irgendwie einsam, trocken und zart. Er möchte nichts sagen aus Angst, dass sie verstummt. Denn jetzt ist das einzig Wichtige das, was es schon immer war. Dass er zuhört und weiter geht, noch einmal zu Allah betet er möge ihm die Chance geben sich würdig zu erweisen. Denn diesmal schafft er es ganz bestimmt.

  • Drei Tage lebenDatum12.05.1970 21:04

    Mit gebundenen Händen
    Durch rauchvergilbte Gassen
    Einer blutleeren Stadt.

    Getrieben von Hunger
    Auf schwarze Tinte
    Von geschmolzenen Uhren.

    Im Nachgesang
    Träumt farbenfrohe Einsamkeit
    Von weißer Zeit.

  • lautDatum10.05.1970 04:59
    Thema von Feaníl im Forum Zwischenwelten
    verortet

    beronnen

    ausgekehrt.

    --

    ölig

    summend

    grün.

    --

    Fabrikmüll

    Genozid

    Sex.
  • Der TerminDatum10.05.1970 04:59
    Außen vor steht er, vor der Tür. Die Klingel bleibt ungehört; drinnen laufen die üblichen Geschäfte. Er wird nervös. Wasser dringt durch den kaputten Regenschirm, ruiniert langsam die akkurate, ordentliche Frisur. Es regnete beständig die letzten Tage, meistens saß er nur zu Hause und beobachtete wie das Regenwasser die löchrige Dachrinne scheinbar planlos verließ. Sie schien es wenig zu kümmern, als hätte sie geahnt dass es eines Tages so kommen würde. Ihre poröse Haut, ein Anblick den sie gewöhnt war in trockenen Sommern, wenn die Erde unter ihr rissig und spröde wurde, ist doch alles was sie hat.
    Das sah er von seinem Fenster aus, hin und wieder ein Blick auf die Uhr, den Kalender, die Wand zur Rechten und zur Linken. Er las sich in fremde Köpfe, erlebte Geschichten die nie passierten. Wie die eine, in der ein Pärchen die Liebe fand bei einer gemeinsamen Reise nach Rom, nachdem sie ihm schon alle Hoffnungen ausgeredet hatte. In Rom aber, auf diesem hübschen Campingplatz auf dem sie sich einen Bungalow gemietet hatten, fand sie sich in seiner Nähe geborgen. Ein Gefühl, das sie lange nicht mehr kannte, das er wiederum spürte wenn sie es am wenigsten vermutete. Beim Ausgehen mit den Freunden, die beide gemeinsam haben, wenn er es schaffte sich ihr zu nähern, so unbeholfen. Nun sind sie zusammen und blicken in eine ungewisse Zukunft voller Abenteuer und Prüfungen ihrer Liebe.
    Ach ja. Auf seine Art kann er es empfinden, riechen, schmecken; sehen was dort passiert. Dort im Buch, mit der Geschichte dieser zwei Menschen, die nie exsistierten. Auch wenn er alleine schläft. Mittlerweile ließ der Regen etwas nach. Die Regenrinne seufzte leise, sah ihre Frist verlängert, ein weiteres Mal.
    Jetzt steht er vor der Tür, fasst sich Mut und klingelt erneut. Diesmal geht er dazu noch auffällig vor der Fensterfront auf und ab, aber nur kleine Schritte.
    Schließlich wird er reingelassen.
  • LichtDatum10.05.1970 04:19
    Thema von Feaníl im Forum Diverse
    Licht dringt durch die Bretter
    an der Wand steht ein alter Mann
    hält seine Pfeife und die Leine
    für seinen Hund und die Vergangenheit
    bestimmt seine Zukunft.
    Gegenwärtig steht ein alter Mann
    an der Wand, hält seine Pfeife
    und die Leine für seinen Hund,
    die Vergangenheit dringt durch die Bretter,
    bestimmt seine Zukunft;
    Licht.
  • KopieDatum10.05.1970 03:17
    Thema von Feaníl im Forum Liebe und Leidenschaft
    Umwoben von Meeren trüben Starrsinns, hier,
    Verschwimme ich, dort, in buntem Grau.
    Gedrungen kriechend auf Laubgeflecht, vier,
    Höre Stimmen flüstern, halb, vom Wolkenbau.

    Eins: es passiert in meinen Träumen
    Zwei: da bist du - und ich - Kopf an Kopf
    Drei: Farben werden namenlos
    Vier: Es war gestern, Morgen wird

    Hier webt Starrsinn das trübe Meer,
    Dort schwimmt Grau, wird bunt im ich,
    Vier gedrängt Kriechen auf Laubgeflecht;
    Halb nähert sich der Stimmen Wolkenbau.

    Fünf: mein Traum passiert
    Sechs: Kopf an Kopf
    Sieben: Namen werden farblos
    Acht: Morgen war, es wird Gestern.
  • Erinnerungen der guten ZeitDatum10.05.1970 02:47
    Thema von Feaníl im Forum Diverse

    Leicht ist die Nadel im Auge
    Das Auge, Tür und Tor
    Zu Feldern voller Postkarten
    Mit Rosen und Geld bedruckt
    Zwischen zwei Händen
    Hände, die gieren – hin und her; ein Schlüssel
    Der Schlüssel zu dir und mir, unserem Bett
    Das Bett, noch feucht von letzter Nacht
    Nachts, als wir nur wir selbst waren
    Das Teleskop der guten Zeiten
    Zeit, in der Nadeln das Auge nicht stechen
    Vielmehr zieren, schmücken den Blick
    Der Blick, stets gerichtet nach vorn
    Die Ferne, die Reflektion der guten Erinnerung
    Die Erinnerung, sie kommt, ich halte sie fest
    Ein Polaroid in meinem Herzen.






    hat wirklich lange genug gedauert, auf mehr davon, prost.
  • MundtotDatum09.05.1970 23:16
    Thema von Feaníl im Forum Diverse

    SeiStillWennDieErwachsenenRedensEisTillwEnndIeeRwachsenenrEdenseIstIllweNndiEerWachsenenreDenSeIstilLwenNdiEerwachsenenNredeNseistillwenndieerwachsenenreden.
  • VersuchungDatum09.05.1970 11:29
    Thema von Feaníl im Forum Liebe und Leidenschaft
    Wir fühlen in zwei Körpern ganz anders und so gleich
    Lassen wir uns treiben in Wogen von Gefühl und Sorge
    Um uns, riskieren einen Blick durch Regenbogenaugen
    Auf eine Welt aus grünem Sandstein
    Der blüht und welkt, zerfällt und sich schichtet.

    Es scheint uns sicher, dass wir nicht alles sehen
    Wollen und können - Vermächtnisse in Schrift und Tat
    Zeugen von der Urgewalt aller Ordnung -
    Von allem was sich in uns dreht: regenhaft
    Verblasst ein Bild im Spiegel aus Sonnenschein.

    Nur wenige Worte am Tag die uns beschreiben
    Eine Totenmaske ziert unser Gesicht
    Voller Angst und neidisch eines zweiten Blickes
    Erstarren wir, wenn totes Holz
    Durch die Wut neuer Bäume lebendig wird.

    Es klingen wir beide auf dem Meer und Sand:
    Mächtige Felsen gleiten wie Luft durch meine Finger
    Folgend einem höflichen Abschied von alten Sitten
    Jetzt, im Frühling, bei einem Glas Wein
    Und es ist, als wäre nie etwas geschehen.
  • MelpomeneDatum09.05.1970 09:39
    Thema von Feaníl im Forum Liebe und Leidenschaft

    Etwas nährt die Ohnmacht in mir
    Bei meinen Versuchen, ihr nahe zu kommen
    Nahe genug, dass meinen Lippen ihr Lächeln umarmen
    Und ich kann meine Augen nicht schließen
    Vor dem Licht, das Schatten bringt
    Wie der Wind, der die Wolken formt, gegenwärtig.

    Wieder und wieder gehen wir durch die Eingangstür
    Legen unsere Kleider ab als gäbe es nichts zu verstecken
    Geben uns neue Namen die wir nicht haben
    Und dann die Wende: Ein fatales Wort, ein dummer Satz.

    Vieles ist ein offenes Geheimnis, du erkennst es
    Ohne Absicht, aber nach und nach
    Und so bin ich dann verschwunden
    Zu der Zeit als die Wolken verblassten
    Ich hoffe du bist gut angekommen
    Dass dir keine bösen Dämonen
    Erinnerungen wachrufen,

    Von Kriegen, die wir streiten mussten
    Als zerbrechliche Herzen an Nahrung armten
    Und allen die Zeit davon lief
    Die Zeichen mit Wein zu ertränken
    Ehrlich und nett sollen wir sein
    So wie wir geben, sollten wir bekommen
    Wann bin ich abgestumpft
    Seit wann nur noch nutzlos in Einsamkeit.
  • Von Wind und SchneeDatum09.05.1970 09:33
    Thema von Feaníl im Forum Liebe und Leidenschaft
    Es kommt geschwind mit Rückenwind,
    Der warme Klang, aus Süd und Ost.
    Er lässt nicht los, was er so liebt,
    Ist rein und voll, ein Sinnesdieb!

    Der Ursprung liegt in Shishaduft,
    Bei einer Lagerfeuernacht.
    Tothes Wahrheit leitet Geister,
    Entsteigt dem Buche Weitgereister.

    Und Beckentanz fängt halb verhüllt
    Die Kälteschauer sicher, sacht.
    Augen, Lippen; Gesicht zum Mund,
    Steter Schneefall; kunterbunt.





    _____________________________
    t79131230f019-Forum.html
  • Verkehrskontrolle 1-5Datum09.05.1970 08:49
    Thema von Feaníl im Forum Zwischenwelten
    Verkehrskontrolle 1:

    Papiere, Fahrzeugschein.
    Aussteigen ? Nein.
    Heute nicht.

    „Alles in bester Ordnung, vielen Dank.“

    1. Gang.
    Anfahren, kein Berg.

    -Ende-


    Verkehrskontrolle 2:

    Papiere, Fahrzeugschein.
    Aussteigen. Fragen.
    Einsteigen.

    „Achten sie beim nächsten Mal besser auf ihre Geschwindigkeit!“

    1. Gang.
    Anfahren, Gas und Kupplung.

    -Ende-


    Verkehrkontrolle 3:

    Papiere, Fahrzeugschein.
    Blicke. Aufregung.
    Handschellen.

    „Sie kommen mit uns auf’s Revier.“

    1. Gang.
    Blaulicht, keine Sirene.

    -Ende-


    Verkehrskontrolle 4:

    Papiere, Fahrzeugschein.
    Funkruf, Schüsse.
    Benzin.

    „In den Wagen, los!“

    1. Gang.
    Licht, Dunkel und Kurven.

    -Ende-


    Verkehrskontrolle 5:

    Papiere, Fahrzeugschein.
    Aussteigen ? Nein.
    Heute nicht.

    „Alles in bester Ordnung, vielen Dank.“

    1. Gang.
    Anfahren, kein Berg.

    -Ende-
  • Von Wind und SchneeDatum09.05.1970 08:41
    Thema von Feaníl im Forum Arbeitshügel
    Es kommt geschwind mit Rückenwind,
    Der warme Klang, aus Süd und Ost.
    Er lässt nicht los, was er so liebt,
    Ist rein und voll, ein Sinnesdieb!

    Der Ursprung liegt in Shishaduft,
    Bei einer Lagerfeuernacht.
    Toth birgt Wissen, doch kein Geist
    Verlässt die Bücher, die er weiß.

    Und Beckentanz fängt halb verhüllt
    Die Kälteschauer sicher, sacht.
    So bleibt niemand im Schnee stehen,
    Selbst wenn Winde ewig wehen.




    ______________________________
    AdA: ein versmaß wurde (noch) nicht berücksichtigt.
  • Das kurze LebenDatum09.05.1970 08:26
    Thema von Feaníl im Forum Zwischenwelten

    Vernunftgeschwängert vergeht die Massendiskrepanz als Lösungsmittel des Höllengängers niemals bald. Basisscherz wird der Gliedmaßen Ringen nach Halt Jalousie. Neurot kalter Stellen Liebeslied im Äther. Kot, alter Asche Totentanz.
  • EigenständigkeitDatum09.05.1970 07:44
    Thema von Feaníl im Forum Diverse

    Wer ist’s, der sich im Wald versteckt,
    Nicht von mandligen Augen erspäht.
    Hier und da grünen Samen gesät
    „Lasst marmorgleich Gesicht verdeckt!“

    Im weiten Forst gestrüppgeschützt
    Entbindet er all seine Kinder mit Licht.
    Die eitleren Worte erreichen ihn nicht
    „Was soll ich euch, was hab’ ich genützt?“

    Ernte trägt reich, ist lang nicht verdorben,
    Könnte gut sein, dass er war verstorben,
    Noch heute sind wir schon zu spät.

    Einmal gelbe, dann rote Pillen,
    Unsre Weisheit gleicht Vanillen,
    Er, so scheint’s, versteht das nicht.




    v1.1
  • Das ohne allesDatum09.05.1970 06:31
    Thema von Feaníl im Forum Diverse

    Das ohne alles

    ganz, lach!
    lösung dass du/ich
    es macht-e-n-s-ein-e
    ä-ö-ü-bricht
    reize sie mögen
    und er-schaffen
    un-verstand-licht! er
    fühlen? gesetz-t!
    wir – mit – ihr
    nicht
  • Späte ErkenntnisDatum09.05.1970 06:31
    Thema von Feaníl im Forum Zwischenwelten
    Oleanderblüte im Morgentauen,
    Meine Finger im Laub,
    Erdgeruch in der Nase;
    unverbraucht.
    Niedriger Sitz, Aushöhlen und Drängen;
    Sinken.
    Stetig meine Hände,
    Regenwürmer, Steine, Wurzeln;
    je tiefer desto schwerer.
    Erste Sonne blinzelt, erleichtert und beschwert;
    zugleich.
    Ein Kontakt, ein Spüren, Wärme!
    Schneller, gründlicher, weiter.

    Gefunden.

    Du lebst noch:

    Gott sei Dank.
  • KlogedankenDatum09.05.1970 05:44
    Thema von Feaníl im Forum Humor und Fröhliches

    Kreisen Geier über Aas
    Der Dichter nicht Lektüre las
    Sehen hungrig und mit Spaß
    Wie dieser eignen Knochen fraß

    Nun hat jeder seine Freude
    Killen Reime alte Träume
    Revolution Revolution!
    Wer kennt sie nicht, wer mag sie schon

    Eines noch, falls Du’s nicht weißt:
    Auf diesem Klo da haust ein Geist,
    Der jedem in die Eier beißt.
    Mir hat er auch in die Eier gebissen
    Und ich ihm auf den Kopf geschissen.
  • Der Geist nimmt seinen Schatten mitDatum09.05.1970 04:44

    Der Geist nimmt seinen Schatten mit.
    Einzig auf die Ratten tritt
    Er aus Versehen, enge Röhre, warme Feuchte;
    Eisig Jammern umher keuchte.

    Auf der Reise, folgend stets dem einen Pfad,
    Vernarbt geruhsam Lebens Naht.
    Feuers Arbeit, Dunkel und das andre Licht,
    Stören ihn am Ende nicht.

    Züge brachten die Kontur,
    Im Schatten rinnen Tränen nur.
    Da war er schon lange tot;
    Wie man so liest: die alte Not.
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