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  • WaidherzDatum17.05.1970 05:12
    Waidherz


    Du einst Essenz des Blutes und der faulen Säfte,
    oh Waidherz, Richter über Wachstum und Verderb.
    Die Lebensketten lösen oder nicht, ist dein Erwerb,
    denn dein Karfunkel birgt den Ursprung aller Kräfte.

    Dein Wirken wandelt Zweige in robuste Äste
    und macht die überreifen Früchte süßlich herb.
    Manch einer sagt dein Handeln sei so grausam derb,
    weil sich dein Todesspruch stets an den Falschen hefte.

    Doch schwebst du nur im Kreis, den die Natur bestimmt,
    denn Alles, was gedeiht, muss irgendwann vergehen.
    Und auch, wenn mancher sich ob des Verfalls ergrimmt,

    so dankt man dir doch tausend Leben, die entstehen
    und schwelgt in der Natur die immer darauf sinnt,
    in ihrer Schönheit dir nicht zu sehr nachzustehen.
  • GlutherzDatum17.05.1970 05:01
    Glutherz


    Oh Glutherz, ich verneige mich vor deinem Stolz
    und hebe ehrfurchtsvoll gefaltet meine Hände.
    Dein Blut entfacht im Kreislauf um die Erde Brände,
    mit einem Griff zerbrichst du kalten Fels und Holz.

    Als ob dein Odem jedes Denkers Maske schmolz,
    erfuhr das Sinnen in den Köpfen eine Wende:
    Auch ich verspürte Sehnsucht bald in Herz und Lende,
    denn du vertreibst die Einsamkeit, den Grund des Grolls,

    mit einem Schlagen deiner purpurroten Schwingen.
    Sogleich entfachen wir ein Feuer, dir zum Gruß
    und hoffen die Essenz wird uns die Einsicht bringen,

    in die Gewölbe deines Turms, an dessen Fuß
    wir überwältigt stehen und um Einlass dringen.
    Du wäscht uns gnädig uns’re Leiber rein von Ruß.
  • SturmherzDatum17.05.1970 00:22
    Sturmherz


    Dich zeugte einst ein starker Wind an den Gestaden,
    oh Sturmherz, wellensanftes Brüderchen der Gischt.
    Noch eh der erste Blitz in deinem Blick verlischt,
    entfliehst du schon mit Donnerhall in Dunstkaskaden.

    Du bist mit zentnerschwerer Einsamkeit beladen,
    die sich mit übergroßer Seensucht vermischt.
    Auch wenn dich stets die Leichtigkeit der Luft erfrischt,
    kannst du doch nie der Leere Niederschlag entsagen.

    Dein Weg führt dich vom Meer zum Himmel und zurück,
    voll Hoffnung suchst du stets nach and’ren Heimatlosen,
    verfällst jedoch der steten Trauer, Stück für Stück.

    Seit jeher willst du einsam durch Äonen tosen,
    doch insgeheim erfüllt es dich mit höchstem Glück,
    wenn Regentropfen zärtlich deine Schuppen kosen.
  • Kranzsonett "Jahrmarkt" Der JongleurDatum16.05.1970 22:39
    Thema von *Chris* im Forum Gesellschaft
    4. Der Jongleur

    Dem Spektakel, welches hier geboten wird,
    folgen Augen, Blicke die vor Spannung zittern.
    Kann denn der Jongleur den Weg der Kugeln wittern?
    Man erwartet nur, dass er sich auch mal irrt.

    Seine Säulen scheinen noch nicht allzu fest,
    doch die letzte Kugel ist noch nicht geflogen.
    Jede macht am Ende einen kleinen Bogen,
    bis sie sich in seine Hände fallen lässt.

    Der Jongleur erschafft mit Mustern wahre Bilder,
    die dem Publikum das Hier und Jetzt versagen.
    Jeder ist in seinen Hinterhalt getappt.

    Dann zum Ende werden die Figuren wilder,
    bis die Kugeln polternd auf den Boden schlagen.
    Kleine Körper wiegen sich im gleichen Takt.


    --------------
    Ein Teil des Sonettenkranzes. Weitere werden in unregelmäßigen Abständen folgen.
    Es wird leider kein waschechtes Kranzsonett, weil ich die Reihenfolge der Verbindungsverse und der Verse im Meistersonett nicht einhalte.
  • Oculus non vidit, nec auris audivitDatum16.05.1970 22:17
    Thema von *Chris* im Forum Liebe und Leidenschaft
    Oculus non vidit, nec auris audivit


    Der Stoff aus Licht und Schatten ward gewebt
    und fällt ätherisch über Tal und Hügel.
    Ein Tor, wer in Arkadien nicht lebt,
    verleiht es doch den Leidenschaften Flügel
    und löst seit jeher angelegte Zügel.

    Mein Weg führt mich in den bewahrten Schoß
    sakraler Tempel der arkanen Gluten.
    Ihr Sinnbild im astralen Grenzenlos,
    getaucht in Eos schamesrote Fluten,
    erstrahlt und weckt die Lüste, die noch ruhten.

    Ich trink’ vom Nabel voll Ambrosia
    und wünschte mir, ich bliebe ewig droben.
    In dieser Transzendenz ward mir gewahr:
    Eroten, die in meiner Psyche toben,
    sind einzig und allein in mir verwoben.

    _________________

    Zum Titel: "Was das Auge nicht gesehen, noch das Ohr gehört hat"
  • Kranzsonett "Jahrmarkt" Der ClownDatum16.05.1970 19:27
    Thema von *Chris* im Forum Gesellschaft
    3. Der Clown

    Die Manege ist erfüllt von Heiterkeit.
    Groß beschuht versucht der Clown nun zu stolzieren,
    aber nur um sich beim Stolpern zu blamieren.
    Für spontane Tölpelei ist immer Zeit.

    Das Gelächter spornt ihn immer weiter an:
    Pantomimisch macht er sich zum Oberaffen,
    sein geschminktes Grinsen kann wohl nie erschlaffen.
    Die Pointen zünden wie er’s sich ersann.

    Camouflage versteckt die rotbenaste Trauer.
    Tragisch, denn der Clown muss doch mit Witz gefallen.
    Trotzdem hat er rasch das Publikum gekirrt

    und liegt ungezwung’nen Lachern auf der Lauer.
    Jeder ist ihm wohl ganz unbewusst verfallen,
    dem Spektakel, welches hier geboten wird.


    --------------
    Ein Teil des Sonettenkranzes. Weitere werden in unregelmäßigen Abständen folgen.
    Es wird leider kein waschechtes Kranzsonett, weil ich die Reihenfolge der Verbindungsverse und der Verse im Meistersonett nicht einhalte.
  • Thema von *Chris* im Forum Gesellschaft
    hatte er jetzt doch ein Sicherungsseil oder wie ist das mit dem seidenen Faden gemeint?

    Kein schlechtes Sonett, allerdings gefallen mir ein paar Dinge nicht. Worte, wie "Gekicher" wirken albern und unpassend nach dem Stimmungsaufbau vorher. Mag beabsichtigt sein, ist für mich aber nicht so gelungen.
    An das "Toden" muss ich mich erst gewöhnen, weil ich die Form noch nie gehört habe. Warum schriebst du nicht "Tausend Toden"? Wäre alliterarisch und auch sonst besser, finde ich.
    Anstelle von "entkam" würde ich auch "entkommt" nehmen. Das hat ja eine Allgemeingültigkeit und passt zur sonst benutzten Zeitform besser.

    Insgesamt gefällt mir die Form und Umsetzung. Reime sind gut, der Lesfluss passt.

    Der letzte Schliff fehlt mir aber dennoch, gerade was das Ende betrifft.

    Gruß, Fabian
  • FriedhofsengelDatum16.05.1970 05:35
    Friedhofsengel


    Ihre Mondsteinaugen werfen Asterismen,
    leuchten kalt dem Klageweib bei seinem Nekrolog
    Die saphirne Träne, die durch ihre Steinhaut zog,
    eitert feucht und Patina zerfrisst Charismen

    Ihr asbestnes Herz ist einsam längst zerbrochen
    und die Flügel lahmen schon seit langem durch den Rost
    Festes Mineral verbleibt als Druse voller Frost,
    Hügelgräber zierend hütet sie die Knochen

    Traurig blickt sie demutsvoll von ihrem Throne,
    Lichter sollten ihr zu Ehren angezündet sein
    Schaurig steht sie sterbend Seit? an Seit? mit dem Gebein
    - Nicht der Tote, sie verdient die Totenkrone!
  • WinteremotionenDatum16.05.1970 01:14
    Thema von *Chris* im Forum Liebe und Leidenschaft
    Winteremotionen

    Wenn im Kamin das Feuer von Vergang’nem spricht
    und seine Flammen züngelnd nun mein Herz erobern,
    lässt es Geborgenheit und Leidenschaften lodern
    in denen jede Wand aus Eis in mir zerbricht

    Wenn Glühweindüfte Wege in mein Fühlen schlagen
    und zarter Atem streichelnd meine Nähe sucht,
    verweht die Schwermut unterm weichen Seidentuch
    und milde Stürme werden Zärtlichkeiten tragen

    Wenn meine roten Wangen Schneekristalle schmelzen
    und jede Perle meine Haut gar küssend kühlt,
    zerfließt mein Denken und mein zitternd’ Körper fühlt
    das feuchte Nass und sehnt danach in ihm zu wälzen

    Wenn Mutter Erde ihre Arme offen hält
    und neue Leben ihrem stöhnend’ Leib entspringen,
    wird ihre Lebenskraft auch meinen Geist durchdringen
    in inniger Umarmung und im Einklang mit der Welt

    ______

    Bin insgesamt und besonders mit dem Titel noch nicht ganz zufrieden
  • TrümmerweltDatum15.05.1970 22:17
    Trümmerwelt

    Einst goldverzierte Kathedralen,
    verfallen, sind nur Bröckelhaufen
    Graffiti thront auf weißer Wand,
    erzählt vom Wortschatz der Vandalen,
    der Propaganda für das Land

    Und hoffnungsgrüne Lebensspender
    verdorren durch den Dunst des Fortschritts
    Ein toter Baum an jedem Weg,
    ein Blümchen am Balkongeländer
    für guten Willen der Beleg

    Schwarzgraue Trostloshausfassaden
    verwehren Augen Glücksmomente
    Passagen quetschen sich genormt
    in Reihen trister Turmparaden,
    von Langeweile selbst geformt

    Die Trümmerwelt in der ich lebe,
    verkümmert wie so viele Seelen
    Inspiration und Fantasie,
    ein Luxus den ich so erstrebe
    beim Blick durch meine Jalousie

    ---------------
    Hallo liebe Tümpler
    Dies ist mein Wettbewerbsgedicht von gedichte.com
    Würde mich interessieren, was IHR davon haltet
  • Wenn der Milchmann zweimal kommt...Datum15.05.1970 21:31
    Thema von *Chris* im Forum Gesellschaft
    Wenn der Milchmann zweimal kommt…


    Der Milchmann, ein ganz Moderater,
    im weißen Kittel, fast schon grau,
    verteilt die Milch in den Alleen -
    ein jeder lässt ihn gerne ein

    Er schnackt mit dem Familienvater,
    hebt’s Mützchen brav für dessen Frau
    und wenn sie dann zur Arbeit gehen
    kommt er noch mal fürs Töchterlein:

    Mit einem Lächeln im Gesicht
    beschenkt er sie mit seiner Milch
  • Wie KaleidoskopeDatum15.05.1970 19:55
    Wie Kaleidoskope


    Wo, wenn nicht in deinen Augen, ist die Zeit,
    die ich einst verlor ob meines Blickes Sehnen?
    Im Sekundentakt durchtränkte er die Tränen
    - gegen deinen Zauber war ich nicht gefeit

    Seelenspiegel zeigen deine Eitelkeit,
    lassen aber mich das Gute in dir wähnen
    Denn sie sprühen trügerische Bildfontänen,
    wie Kaleidoskope, in die Ewigkeit

    Lange hieltst du mich in deinem Prismenbann,
    doch nun fordert auch die Zeit von dir den Preis:
    Deinen Tod verkünden blinder Spiegel Scherben

    Keine Illusion mehr, die mich täuschen kann,
    doch die vielen Jahre bringen den Beweis:
    Selbst im Tod, zerbrochen, bist du mein Verderben


    __

    Wo, wenn nicht in deinen Augen, ist die Zeit,
    die ich einst verlor ob meines Blickes Sehnen?
    Im Sekundentakt durchtränkte er die Tränen
    - gegen diesen Zauber war ich nicht gefeit

    Seelenspiegel zeigen deine Eitelkeit,
    lassen aber mich das Gute in dir wähnen
    Denn sie sprühen trügerische Bildfontänen,
    wie Kaleidoskope, in die Ewigkeit

    Lange hieltst du mich in deinem Prismenbann,
    doch nun fordert auch die Zeit von dir den Preis:
    Deine blinden Spiegel zeigen dein Verderben

    Keine Illusion mehr, die mich täuschen kann,
    doch die vielen Jahre machten mich zum Greis:
    Ich erfuhr erst jetzt, ich musste mit dir sterben

    Zur Info: Eitelkeit hat auch die Bedeutung "innere Leere" die ich in diesem Fall auch benutzt habe
  • Deine WünscheDatum15.05.1970 17:33
    Thema von *Chris* im Forum Liebe und Leidenschaft
    Deine Wünsche

    *gewidmet*

    Sechzehn rote Weinrauchkerzen
    seien uns nun Sehnsuchtslichter,
    rosa Immortellenblüten
    betten uns’re Sinnlichkeiten

    Aug’ in Aug’ les ich die Träume
    die in deiner Seele schlafen
    und auf meine Nähe warten
    um im Sein bald zu erwachen

    Diese Nacht im Liebestaumel
    lässt uns in Ekstase schwelgen
    Eins im Körper und im Geiste,
    Zuckerperlen soll’n uns zieren

    Dein Befinden ist mein Sinnen,
    Lippenstürme, zartes Hauchen
    So wie ich, selbst noch am Morgen,
    küsst Aurora deine Wangen
  • TwilightDatum15.05.1970 16:18
    Twilight

    The shady hours of dying even
    unseal the gate to cryptic spheres,
    release their demons, human fears
    into the world this nigthmare-season

    The scenery’s spectral appearing
    concealed behind a creepy guise
    until the twilight-butterflies
    break out and show the magic glearing



    ----------------------
    Hier mal ein erster lächerlicher Versuch von mir, ein english poem zu schreiben
    Inhaltlich gibt es leider nicht so viel her und ist auch ziemlich kurz aber hat trotzdem Spaß gemacht
  • Titel ändernDatum15.05.1970 13:39
    Thema von *Chris* im Forum Feedback & Moderation
    Hallo liebe Modmins,

    ich wollte fragen, ob es hier möglich ist seinen Gedichttitel ändern zu lassen.

    Wenn ja, würde ich gerne den Titel Der Gladiator zu Morituri te salutant geändert haben.


    LG Chris
  • Morituri te salutantDatum15.05.1970 12:16
    Morituri te salutant

    Sandalen scharren Spuren in den Sand,
    nervös vernimmt ihr Träger das Signal
    Posaunen rufen ihn vor's Tribunal,
    zum Kampf mit seinem Schwert in fester Hand

    Der Sturm entfesselt seiner Augen Brand,
    er führt die kalte Klinge infernal
    Des Feindes Schmerz und Leid ist marginal,
    es zählt der Sieg und Blutgeruch fürs Land

    Und endlich beugt der Gegner sich der Macht
    Die Menge fordert nun das Schwert in rot,
    der Todesstich ins Herz ist ihr Gebot

    Den Sieger krönen sie mit Lorbeerpracht
    Indessen wurde er nur schwach geehrt,
    sein Wunsch nach Freiheit bleibt ihm doch verwehrt

    ------------------------------------------------

    Sandalen scharren Kreise in den Sand,
    nervös vernimmt ihr Träger das Signal
    Posaunen rufen ihn vor's Tribunal,
    zum Kampf mit seinem Schwert in fester Hand

    Der Sturm entfesselt seiner Augen Brand,
    er führt die kalte Klinge infernal
    Des Feindes Schmerz und Leid ist marginal,
    es zählt der Sieg und Blutgeruch fürs Land

    Und endlich fällt der Gegner, todesnah
    Die Menge fordert den finalen Stoß,
    der Staub rot färbend tötet, virtuos

    Das Publikum bejubelt den Barbar
    Der Ölzweig hat ihn dennoch schwach geehrt,
    denn Freiheit bleibt ihm wiederholt verwehrt
  • SeelenwortDatum15.05.1970 11:29
    Seelenwort


    Die leere Metapher eröffnet die Seele
    nur jenen mit Lichtern der Kenntnis im Herzen
    - Fantasmen erkennen in ihr nur ein Wort

    Ein jeder erhält es aus göttlicher Sphäre,
    das Brandmark, es soll ihn sein Leben lang krönen
    - es füllt sich mit einem Gemüt immerfort

    Und wiegt sich die Seele mit leichtester Feder
    ziert nur die Metapher des Trägers sein Sandgrab
    - Gedanken ans Innere währen noch fort


    ------------------
    Bin mir mit dem Titel noch unsicher...
    Viel Spaß beim Rätseln^^
  • Der FliegenlordDatum15.05.1970 11:02
    .

    Der Fliegenlord


    Machtgier ist sein böser Samen,
    ohnegleichen das Prinzip:
    Rückt ins Licht von Gottes Namen,
    tötet Engelsschar im Krieg
    Und Dämonen, Gottverräter
    stürzen mit ihm aus dem Äther

    Blitzgleich fällt er auf die Erde
    er, der schwarze Morgenstern
    Lenkt nun seine Schattenherde
    in der Menschen guten Kern
    Archetypen seiner Sünden
    richten sich nach Chaosgründen

    Neid und Missgunst, schlechte Gäste
    einen sich mit Lug und Schein
    Gründen ihre Höllenfeste,
    eine Welt aus falschem Sein
    Omen künden von den Gruben,
    sterben doch darin Cheruben


    .
  • Der FliegenlordDatum21.10.2006 10:08
    Foren-Beitrag von *Chris* im Thema Der Fliegenlord
    Hallo Don,

    ein ganz herzliches Dankeschön für deine Begrüßung und die ausführliche Kritik

    Ich habe dieses Gedicht schon in einem anderen Forum gepostet, deshalb habe ich erwartet, dass eine Kritik dieser Art kommen wird. Dort wurde mir gesagt, ich hätte zu sehr auf das Formale geachtet und den Inhalt zurückgestellt... nagut, sie haben wohl recht

    Ich bin ein bisschen beeindruckt, du hast alles in meinem Text herausgefunden, wofür die Leute im anderen Forum etliche Beiträge gebraucht haben. Lob an dich, keine Beleidigung für die anderen:)

    So zum Inhaltlichen:


    Zitat:

    Inhaltlich gibt der Titel bereits die Richtung vor. Auch wenn die Machtgier sicher nicht des Teufels einziger Samen ist, ist sie zweifellos eine wichtige Stütze seiner eigenen Macht.



    Stimmt, ich meinte damit, dass aus seiner Machtgier alles "Übel" entstanden ist. Es hat ja erst damit begonnen, dass er an Gottes Macht heran wollte.


    Zitat:

    Das Urbild seiner Sünden zieht er aus den Chaosgründen? Aber was sind die Chaosgründe? Steht das Chaos einfach als Gegenentwurf zur (göttlichen) Ordnung? Das würde für mich am Besten passen. Ach, gerade habe ich auch das Akrostichon entdeckt. Hübsch.



    Ich meinte mit diesen Zeilen, dass die ersten Menschen, die er mit all seinen schlechten Eigenschaften pervertiert hat, nun dem Weg des Chaos folgen, den der Teufel und seinte Taten bestimmen.


    Zitat:

    Reime und Metrum sind nach wie vor gut, der Gruben/ Cheruben-Reim könnte Klasse sein, wenn nicht der Plural meines Wissens nach Cherubim lauten müsste - oder macht die Rechtschreibreform da irgendwelche Türen auf?



    Cherubim ist soweit ich weiß der hebräische Plural, im Deutschen ist er Cheruben, kannst ja googlen, dort findet man sowohl Cheruben als auch Cherubim.

    Und die Bedeutung der letzten beiden Zeilen:
    So wie es zu diesem Zeitpunkt auf der Welt aussieht, der Mensch, Gottes perfekte Schöpfung, pervertiert vom Teufel, das Leben ist von Sünden bestimmt zeigt alles auf einen Untergang hin. Aber nicht auf den Untergang der Welt, sondern auf den Untergang des Paradieses. Denn nur Menschen ohne Sünden können dieses betreten. Die Cheruben sind die Wächter des Paradieses und gewähren nur jenen den Durchgang.
    Mit dem Sterben der Cheruben wollte ich deutlich machen, dass sie nun nutzlos sind, denn es gibt keinen Menschen ohne Sünden.
    Somit geht das Paradies, Gottes Reich, unter und der Teufel hat sich auf weit schlimmere Weise an Gott gerächt. Er hat ihm eben nicht nur seine perfekte Schöpfung genommen, sondern auch noch sein Reich "zerstört"



    Zitat:

    Haben die dreimal sechs Zeilen in diesem Zusammenhang auch die entsprechende Aussagekraft?



    Ja, 3 x 6 Zeilen, für die Zahl des Tieres war die Grundidee um die ich alles andere aufgebaut habe.

    So nun aber noch einmal kurz zu den Satzzeichen
    Ich mache Punkte in Gedichte nie, ich finde die gehören da nicht rein. Das ist eine persönliche Sache. Man kann das Ende eines Satzes auch an der Großschreibung (auf die ich großen Wert lege:) ) und der Betonung des Textes erkennen, finde ich.
    Und die Punkte am Anfang und Ende hab ich nur gemacht, damit der Text in der Mitte des Textfeldes steht Das sieht unschön aus, wenn der von den Rändern so erdrückt wird


    So, ich danke dir nochmal für deine ausführliche Kritik, sowas habe ich selten bekommen


    LG Chris
  • MückenstichDatum21.10.2006 10:34
    Foren-Beitrag von *Chris* im Thema Mückenstich
    Lol, das muss Liebe sein, ein persönlicher Mückenstichkratzer

    Hallo erstmal

    Also ich finde es gut, es hat etwas sehr heiteres durch den ständig gleichbleibenden Reim (ich glaub das heißt Haufenreim? )

    Man könnte es meiner Meinung nach schon fast in humorvolles packen (wenn es hier sowas gibt )

    Natürlich hast du ein klein bisschen geschummelt um den Reim zu erhalten
    (S1 V1+4) und du wiederholst die Reimwörter teilweise, aber das vermag mich jetzt nicht zu stören.

    Metrisch ist denke ich auch alles rund, Moment...


    Zitat:

    Ich hoff, dass nie die Brücke brich,
    auf der zu mir das Glücke schlich,
    denn ohne Glück entzücken sich
    selbst kleine, simple Mücken nich.



    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXx/XxXxX

    Jup, alles klar. Im 4hebigen Jambus geht es denke ich mal auch weiter


    So wie gesagt, hat mir gefallen, sehr heiter, ich habe geschmunzelt


    LG Chris
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