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  • Brief an PaulDatum19.05.1970 09:07
    Thema von Ciprofloxacin im Forum Zwischenwelten

    Lieber Paul,

    ich war ja nie einer, der sich großartig mitteilte, weder mündlich, noch schriftlich. Es war für mich, als wenn alles Wichtige bereits gesagt worden wäre, mündlich wie schriftlich, dass es nur darum gehe, es von Zeit zu Zeit aufzulesen, wie man von Zeit zu Zeit einen Stein aufliest, um ihn in ein Gewässer zu werfen. Denn abgesehen von wetteifernden Jugendlichen und jenen, bei denen das sich-zur-Schau-stellen-müssen im Geiste hängen geblieben ist; also jenen, die schon beim Auflesen nach dem besonderen, nicht zu leichten, nicht zu schweren, flachen glatten Stein suchen, um ihn dann unter gründlicher Betrachtung im bestmöglichen Winkel zur Wasseroberfläche auf jener springen zu lassen, was einer Prozedur gleichkommt, Hierarchien von Stärkeren und Schwächeren aufzustellen, wobei gänzlich vergessen wird, dass wir alle nur Menschen sind -die Macht ist eine außermenschliche - von diesen Fällen abgesehen meine ich vielmehr das sinnlose Auflesen und Hineinwerfen eines Steines, das dadurch erst Sinn macht, dass es eben nicht darum geht, die Spannung aufrecht zu erhalten, sondern sie zu durchbrechen. Diesem Wunsch nach Durchbruch, das sicherlich jedem schon einmal bildlich aufgezeigt wurde, in der Werbung, in der Fotografie, wie sich die Spannung zerreißt beim Aufschlag, dem Stein Platz macht, ihm für einen Augenblick sogar seine Form mitempfindet, während die Tropfen ringsum fast ekstatisch aufspringen; diesem Wunsch gilt es. Im Moment des Aufpralls arbeiten beide, der Stein und das Wasser zusammen, unausweichlich, dann gibt der vermeindlich Klügere nach, der es deshalb nicht ist, weil er, also das Wasser, ebenso wie der Stein abwartend gewesen ist. Es bedarf äußerer Kräfte, sie zu bewegen, den Anstoß zu geben, ins Rollen zu kommen. Nun, wenn beide gearbeitet haben, verschlingt das Wasser den Stein in sein tiefstes Inneres. Es ist die kraftvollste Möglichkeit einer Wahrnehmung, dieses Aufnehmen eines in der Sonne gelegenen Steines, eines Ursteines, der bis zum Grund bewegt sein wird, genau wie das Wasser.

    Mit Martha war ich einige Male am Deich gewesen. Sie, die sie ihre roten Haare vergeblich unter die Mütze zu stecken versuchte, die sie die Hände im Wollmantel trug, weil ihr immer kalt war und die immer den sehnsuchtsvollen Blick in die Abendsonne richtete, ging etwas neben mir, etwas schneller entlang der Uferseite, während ich, die Hände hinterm Rücken, sie und das Meer beobachtete und in mir tiefere Sehnsucht trug, als sie wusste. Manchmal schaute sie zu mir zurück und hatte dabei einen solch offenen, empfänglichen Blick, dem ich nichts als das immergleiche Lächeln zu bieten hatte. Sicherlich, Martha, ich und das Schweigen führten eine Dreiecksbeziehung, die oft für heftigen Streit sorgte. Ich versuchte ihr zu erklären, dass, wenn wir uns im stillen Blick verstehen, es keiner Worte bräuchte, was sie dann verständnisvoll und gerührt aufnahm oder aber, und immer öfters, in seinem Gegenteil.

    Ich mache ihr keine Vorwürfe, besonders nicht an diesem Tag, da sie gestorben ist. Sie liegt im Wohnzimmer auf der Couch, als ob sie schliefe. Als ich vor einer halben Stunde in die Wohnung kam und feststellen musste, dass sie gestorben war, friedlich, dass nun eine Spannung durchschlagen war, ging ich gleich in die Küche und fing an, dies zu schreiben. Du wirst dich sicherlich nach den Gründen fragen.

    Ich will es dir anhand einer Geschichte erklären, die ich als Kind erzählt bekommen habe. Es geht um einen König, der über ein riesiges Reich herrschte. Allerdings war sein Reich eine Wüste und sein Volk darum ein sehr kleines, was den König unglücklich stimmte. Er konnte sich nicht mit den andren Königen messen, die es sich erlauben konnten, gigantische Festungen auf fruchtbarem Land zu bauen, über ein starkes Heer verfügten und in deren Reich so viele Menschen lebten, dass ein reger Austausch stattfand, ein Leben, aus dem große Kulturen enstehen konnten. In seinem Reich hingegen herrschte die Leere, die Unfruchtbarkeit und er lebte in einem Zelt. Er hatte nur einen Krieger, einen Mediziner und einen Schreiber und war darum sehr traurig.

    Eines Tages machte er wie sehr oft einen Spaziergang, früh am Morgen, wenn es nicht mehr kalt und doch die Sonne noch nicht brannte und wanderte alleine durch die Dünen, da tobte auf einmal ein Sandsturm und riss ihn zu Boden. Er wickelte sich in seine Kleidung voller Angst und lag zusammengekauert am Boden. Der Wind riss riesige Sandmassen mit sich und begrub fast den König. Als der Sandsturm vorüber war und sich der König wieder aufgerichtet hatte, glücklich über sein Überleben, ragte vor ihm ein ungewöhnlich sauberer Stein aus dem Sand hervor. Er zog ihn heraus und stellte fest, dass es eine beschriftete Steintafel war. Er erkannte die Schrift als die seines Volkes und verschlang jedes seiner Worte. Darin waren alle Generationen vor ihm vermerkt und der König war erstaunt, wie weit die Kette seiner Ahnen zurückreichte. Und weiterhin konnte er lesen, dass seine Ahnen auch bemängelt hatten, was er bemängelte und fand aber gleich eine Erklärung:

    Das Reich der Wüste in deiner Hand,
    König in dem Wüstenland,
    von Ferne satt und Nähe leer,
    fehlt dir auch das Leben sehr?

    Du König, sei der Macht gewiss,
    die dir in deinem Äußern liegt.

    Sogleich lief der König in sein Zelt und ließ seinen Schreiber kommen. Er diktierte ihm eine Schrift, die er an alle Könige sandte, in der er jedem einzelnen den Krieg erklärte. Die Empfänger waren ganz erbost über diese Herausforderungen und stellten, ihres Sieges sicher, ein Heer in Bewegung, die Wüste nach dem König zu durchsuchen. Der König der Wüste hingegen versteckte sich mit seinen Gefolgsleuten in Höhlen. Erschöpft von dem harten Klima, trafen die Könige aufeinander und bekämpften sich in der sengenden Hitze bis auf den Tod. Alle wurden dahingerafft, sei es durchs Schwert oder als Opfer der Wüste. Daraufhin reiste der König der Wüste als Sieger in alle Länder und ernannte sich zum Kaiser des größten Reiches, das es je gegeben hatte.

    Wenn du dich nun fragst, lieber Paul, ob das ausreiche: Nein, sicherlich nicht, aber der Tod meiner Frau ist eine derartige Äußerung, ein aus der Versenkung aufgetauchter Stein, eine derartige Bestimmung, dass es sie weiterzugeben bedarf.

    Hochachtungsvoll,

    dein Johann
  • Die HarfeDatum19.05.1970 00:42
    Sanftbesaitete,
    schlügen meine Finger dich,
    oh Ton für Ton, entlockt,
    kurz doch kraftvoll stockt
    eine Melodie aus dir hervor,
    schwänge deine Stimme hoch,
    füllte aus den Raum mit Traum,
    und fiele mir als Saum
    in mein starres Angesicht.
  • Mein SchrankDatum18.05.1970 22:18
    So offen weit stehn dir die Türen
    und hoffe, dass wie diese Flügel,
    ein Engel käm und hier mal räumte,
    von alledem, was ich versäumte.

    Die harten Bretter tragen lange
    schon Stoffe, Seife, Flaschen bange,
    als ob es wär ein letzer Wille:
    Ein hohes Grab und dunkle Stille.

    Erschein ich mir als eig´ne Beute,
    betret´ ich ihn: Im Stand versterben?
    Mein Herz will sich dem Schicksal sträuben.

    So seh ich klar den Schrank wie heute,
    und will ich doch das Leben erben,
    bleibt mir nichts als überschäumen.
  • OktoberwindDatum18.05.1970 21:08
    Thema von Ciprofloxacin im Forum Natur
    Oktoberwind

    Dein Wandern im Aste zu steigender Zahl,
    als ob es noch reichte die Lücke zu schließen,
    verrinnt dir beim Schlage als weitere Wahl:
    Vom alten Kirchturme hinab sie sich ließen.

    Im Atem der Sonne so dunstend ein Wort,
    dass fern der Bestimmung noch fassen sich ließe.
    Die Geister, gerufen, sie schreien nach Mord,
    verwegene Zeiten; auf Liebe man stieße.

    So heult in der Nacht dein beängstigter Ruf,
    als Winde im Schatten das Tempo zu halten
    und giltest du auch als des Sommers Verruf!

    Noch golden dein Atem, so nimm meine Hand-
    den raschelnden Walde auf ewig verwalten-
    und binde mir um dieses herbstliche Band.

    __

    Ja, kein Sonett!


    In S3 bin ich jetzt in eine Zwickmühle gekommen, weil ich verwegene in S2 eingesetzt habe, beängstigter ist nicht wirklich toll, also wenn jemand einen Einfall hat, bin ich dankbar
  • Bleihalt (Der)Datum18.05.1970 18:42
    Sorry, ich war lang nicht mehr aktiv, auch hab ich beim KGWettbewerb nicht mitgemacht, auch wenn ich es wollte. Ich muss hier mal wieder etwas umreißen. Hier schonmal mein aktuellstes Gedicht:

    Bleihalt

    Kleine Schritte richten
    keinen Trampelpfad aus.
    Sie tasten sich die Tonleiter entlang,
    die über einem Abgrund spannt.

    Im Takt der Sprossen
    ergreift das Schreien Schritt
    und fällt als Fehltritt
    hinab.

    Dort liegt es inmitten
    der Jungtoten,
    beblumter.
    Auf ihren Grabsteinen,
    von denen Schmetterlinge hinabbröckeln,
    kann man lesen:

    So nah am Wort,
    kann keine Liebe sein.
  • WeinköniginDatum17.05.1970 21:55
    Weinkönigin

    Zeichne ein stilles Lachen;
    mit dem Zeigefinger auf den Lippen
    läufst du den Weinberg hinauf.

    Du läufst mir voraus, Abstand, ab=
    gestandene Symbolik von Sternen
    und Mondsicheln. In der Ferne
    stauben die Wüstenkrieger heran.

    Die Zwischenreben saugen
    das Licht und dunkeln
    mir das Glas ein – du schwindest,
    Schwindel in den Sinnen,
    dass ich dich am Weinberg sah.

    ___

    Ein erster Entwurf, der noch nach Arbeit ruft

    FG,
    Cipro
    ___

    Entwurf Nummer 2:

    Zeichne ein stilles Lachen
    mit Wolkendunst ins Mondgesicht;
    mit dem Zeigefinger auf den Lippen
    läufst du den Weinberg hinauf.

    Du läufst mir voraus, Abstand, ab=
    gestandene Symbolik von Sternen
    und Mondsicheln. In der Ferne
    stauben die Wüstenkrieger heran.

    Sie schwingen die silbr'en Säbel,
    im Gleißen der Sonne
    reiten sie gen Jerusalem.
    Ich werde nur beobachten.

    Die Zwischenreben saugen
    das Licht und dunkeln
    mir das Glas ein – du schwindest,
    Schwindel in den Sinnen,
    dass ich dich am Weinberg
    lachen sah.



  • NachsichtDatum17.05.1970 21:01
    Wegesrand mit Schottersteinen,
    abseits wankt das Gras sich fern,
    ausgestreckt sind weit die Beine,
    der Bauch erwärmt vom Sonnenstern.

    An deiner Seite noch ein Herz,
    das in deinem Rhythmus schlägt,
    lächelnd Lippen, doch kein Scherz,
    der von Mund zu Mund sich wägt.

    Fast symbolisch Wolkenschatten,
    zeigten uns das Lebensspiel,
    hell und dunkel; was wir hatten,
    war der Alternanzen viel.

    Blickst du in die alten Tage?
    Teilst du dieses Wechselbad?
    Heiss zu kühl mit einem Schlage,
    schweigend auch verstummt die Tat.
  • 9. SymphonieDatum17.05.1970 20:51
    Und ich singe:
    "Freude schöner Götterfunken",
    und wische die Asche
    zwischen Wirklichkeit und Traum

    zusammen

    zu dem Haufen,
    auf dem nie Feuer brannte
    und warte auf
    den mir die Augen ausstechenden Phönix.
  • Am MeerDatum17.05.1970 20:51
    Thema von Ciprofloxacin im Forum Natur
    Meinen Ölteppich klopf ich aus,
    heraus fallen Milbenschiffe,
    die wie Blütenstaub entschwinden.

    Im Ölteppich schwimmt doppelt Goldl,
    einmal schwarz,
    einmal klar;
    zusammen geben sie
    uns Form.
  • Ich darf mich vorstellen?Datum17.05.1970 20:51
    Thema von Ciprofloxacin im Forum Vorstellungen
    Hallo,

    vor 10 Minuten aufs Forum gestoßen, vor 5 Minuten begeistert registriert, jetzt bereit mitzuwirken!

    Ich bin 23 Jahre alt, studiere neuere deutsche Literaturgeschichte und Geschichte, schreibe seit etwa 3 Jahren intensiver an Gedichten, davor eher sporadisch und experimentell im Alter von 17, noch davor im Alter von 13 herum Kurzgeschichten und "Erlebnisaufsätze". Weiteres sieht sich später.

    Auf gute Zusammenarbeit,

    Freundliche Grüße
  • Am MeerDatum19.06.2007 12:52
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema Am Meer

    Zitat:

    Margot schrieb am 19.06.2007 09:19 Uhr:
    Hi Cipro (Ich hoffe, Dir macht die Abk. nichts aus)

    Den Ölteppich, den man ausklopft, finde ich ein originelles Bild, wobei es mir dabei natürlich sofort irgendwelche auslaufenden Öltanker (Exxon Valdez) und schwarz verklebte Seevögel, die krepieren, vors geistige Auge klickt und ich sofort eine gewisse Abneigung für das Kommende hege. Die Milbenschiffe kann ich mir dann nicht recht erklären, bzw. verstärken sie mein Unwohlsein, da man doch oft aufs Tausendfache vergrösserte Milben in Zeitschriften sieht .... und mit denen leben wir ... ja ... örks. Und dann kommt so ein friedliches Wort wie Blütenstaub. Tja ... Du wirfst den Leser – mich – ja ganz schön hin und her und irgendwie sehe ich keinen rechten Zusammenhang der einzelnen Bilder, bzw. habe ich nicht die geringste Ahnung, was Du mir damit eigentlich sagen willst. Aber es geht ja noch weiter ...

    Ah, der Ölteppich wieder ... finde ich jetzt nicht gut, dieses starke Wort in einem so kurzen Text zweimal zu gebrauchen ... aber Du hast sicher Deine Gründe. Die da wären?
    Was ist den Goldl? Tippfehler oder Dialektausdruck für Gold? Klingt nach Dirndl .... he, he ... kleiner Scherz am Ölteppichrande.
    Also, ich kann mir jetzt eine Fahne vorstellen. Deutschland? Hat aber doch nur einmal Gold? Ein anderes Land? Oder doch schwarzes Gold? Und das klare? Das Wasser? Das wird ja in Zukunft vermutlich bald so rar und daher auch so kostbar. .. aber dann plötzlich dieses ‚uns’, wo ich doch vorher dachte, da gehe es um Natur und evtl. eine Beschreibung des lyr. Ich-Befindens mit Naturmetaphern. Uns? Die Menschheit? Die Erde?

    Sorry, Cipro, ich krieg’s echt nicht auf die Reihe. Das ist mir zu kryptisch und ich finde keinen wirklichen Ansatz oder einen – für mich – annehmbaren Sinn hinter Deinen Zeilen. Evtl. sieht ein anderer klarer .... ich stecke im Öl fest ..... und sonst bin ich natürlich für jede Info deinerseits dankbar.

    Gruss
    Margot




    Hallo, Cipro geht in Ordnung
    Erstmal ist es toll, dass du so viele Fragen aufwirfst, viel versuchst zu assoziieren. Ich gebe ehrlich zu, dass dieses Gedicht mir selbst noch Rätsel aufgibt, da es sehr schnell entstanden ist, daher nur einige Gedanken:

    Recht hast du allemal, dass der Ölteppich nicht zweimal so vorkommen darf, beim Einstellen hatte ich den gleiche Gedanken, wusste aber ehrlich gesagt nicht, wie ich es umschreiben sollte. Die Assoziation zu den Ölkatastrophen ist schon richtig und ich wollte mit dem Teppich auch gleichzeitig die Ölföderer in den Emiraten miteinbringen, was wohl nicht so gelungen ist, Teppiche assoziiert man nicht so leicht mit "Perserteppichen" und der Region.

    Die Milbenschiffe haben sich spontan ergeben, weil man Milben aus einem Teppich nicht herausbekommt, sie sind quasi verankert, nicht wegzudenken, sie gehören in den Meeresalltag hinein und mit ihnen die potenziellen Gefahren.
    Blütenstaub: Man kennt es, wenn man ein Kissen oder auch den Teppich ausklopft, wirbelt der Staub im Sonnenlicht, das fand ich ein "romantisches" Bild, was in diesem Kontext als entschärfend wirkt - vielleicht weil ich kein überzeugter Greenpeace-Aktivist bin, eher ein "Realist", da man sich die Öltanker nicht wegdenken kann, da alles von ihnen hier (noch?) abhängt.

    Doppelt Gold (natürlich Tippfehler) Die Anspielung auf Deutschland hatte ich zwar im Kopf, aber sie lässt sich, wie du es angesprochen hast, nicht realisieren. Hier sollte sich der Bruch "zu mir hin" zeigen. Einmal das schwarze Gold, das die Natur so oder so schädigt, andrerseits die aus ihr gewonnene Energie, die uns "voranbringt". Beides findet sich in jedem von uns wieder, das ewige Spiel zwischen Gut und Böse?

    Ich gebe zu, dass Gedicht ist teils kryptisch, teils unkonsequent, also im Endeffekt nicht wirklich gut.

    Danke jedoch für die Gedanken und die Zeit
  • 9. SymphonieDatum19.06.2007 17:09
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema 9. Symphonie
    Hallo Ulrich,

    Ernüchterung ja, Erkenntnis aus Wirklichkeit und Traum, ja.
    Das Gedicht erweckt den Anschein, dass es Wirklickeit und Traum "wirklich" gebe, sollte es etwa nicht so sein? Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst, ich zweifele beide in ihrer Existenz nicht an, dass sie nicht von einander zu trennen sind, auch.

    Diese Asche bin ich, ein "Häufchen Elend" wenn man so will, das verstreut zwischen Wirklichkeit und Traum lebt und doch nie gelebt hat. Der Rest eines Verbrennungsprozesses, der so jedoch nie stattgefunden oder empfunden wurde, Sparflamme, Dahin"köcheln"

    Ich war sicherlich nicht sehr innovativ, was meine Wortwahl angeht und jongliere kalt mit Symbolträchtigem und leeren Hülse, zurecht kritisiert.

    Auch zurecht kritisiert ist der Titel, der im Moment des Einstellens auf die Schnelle her musste.

    Nun zum Wesentlichen: Ich habe bewusst die Zeile "Freude schöner Götterfunken" gewählt, weil es einen solchen vielleicht gebraucht hätte, um den Verbrennungsprozess in Gang zu setzen, der hier vermisst wird. Das lyr. Ich wird zum Vermittler zwischen Leser und mir selbst und wird zuletzt vereinnahmt vom Wunsch, dass sich wenigstens noch der Phönix aus dem Existenzhaufen erheben würde und mir die Augen ausstechen würde, damit ich es nicht mehr mit ansehen kann.
    Ich denke, dass insofern die zweite Strophe wirklich Wirklichkeit und Traum zusammenbringt und das sich die fast Floskelhaftigkeit der Metaphern erklären lässt, da sich das lyr. Ich weder auf die Wirklichkeit, noch auf den Traum einlassen will. Die Forderung nach Blindheit ist eine reale, keine "innere Blindheit", (kann es zumindest sein), die des Ausstechens ist zumindest sicher nur ein Ding des Traumes.

    Du hast Recht mit der Aussage, dass ich vielleicht zu viel voraussetze. Ich sollte versuchen, einer Linie in einem Gedicht treu zu bleiben, anstatt quer durch den Vorgarten der Metaphern zu wildern.

    Es frappiert mich doch, dass es kein Gedicht sein soll, denn dann ist es nichts.

    Danke fürs Kommentieren und freundliche Grüße,

    Cipro


  • Ich darf mich vorstellen?Datum19.06.2007 17:17
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema Ich darf mich vorstellen?
    Danke für die Begrüßungen.
    Mit Pharma hab ich nichts zu tun.

    In nächster Zeit werd ich mich dann auch ans Kommentieren von Gedichten machen

    Fg,
    Cipro
  • 9. SymphonieDatum20.06.2007 11:47
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema 9. Symphonie

    Zitat:

    Erebus schrieb am 19.06.2007 20:01 Uhr:

    Zitat:

    Das Gedicht erweckt den Anschein, dass es Wirklickeit und Traum "wirklich" gebe, sollte es etwa nicht so sein? Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst, ich zweifele beide in ihrer Existenz nicht an, dass sie nicht von einander zu trennen sind, auch.



    Jein, keine Ahnung..

    Der Raum, der zwischen Wirklichkeit und Traum liegt, der in Deinem Text die Strophen trennt und dort mit einem "zusammen" ausgefüllt ist.
    Dort, wo das LyrIch ohne Feuer zu Asche wird.
    Gibt es den denn? Wie würde der empfunden? Weder Traum noch Wirklichkeit? Ist LyrIch nicht beides? Nur durch den Verstand kategorisiert?
    Deshalb finde ich das ja auch so gut dargestellt.
    Das meinte ich. Und die Möglichkeit zur scharfen Trennung von Traum und Wirklichkeit, das, woran das LyrIch scheitert, gibt es die wirklich?

    Ist das nicht nur eine Überheblichkeit, zu der uns unser Gehirn, unser Verstand verführt?


    Stimmt, ich wusste zunächst selber nicht mehr, was ich mit diesem alleinstehenden Zusammen ausdrücken wollen, das darüber hinaus jeweils vier Verse gruppiert. Klar oder zumindest denke ich, dass es diese scharfe Trennung nicht geben kann, das drückt das zusammen auch unmissverständlich aus.


    Zitat:


    Zitat:

    Es frappiert mich doch, dass es kein Gedicht sein soll, denn dann ist es nichts.



    Das ist ja lediglich meine Empfindung dazu. Egal, was oben drüber steht, ob Gedicht, Bauanleitung oder Denkansatz. Es bleibt was es ist.

    Mich nimmt's halt nicht mit, nicht auf die Weise, wie ich das von Lyrik erhoffe.
    Es regt mich zum Denken an, läßt mich über seine Konstruktion und Montage nachsinnen, konfrontiert mich mit Fragen.
    Ist interessant.

    LG
    Ulrich



    Ok, ich hatte den Aspekt mißverstanden und bedanke ich mich alsdann für deine Ehrlichkeit.

    Freundliche Grüße
  • NachsichtDatum20.06.2007 11:57
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema Nachsicht

    Zitat:

    Kisker schrieb am 20.06.2007 06:43 Uhr:
    Hallo Cip,

    ich bin jetzt dreimal durch mit deinem Werk.

    Gratulation

    Zitat:



    In S1Z4 änderst du das Versmaß, hat das einen Sinn?


    Leider nicht.


    Zitat:



    Der Titel verrät zu viel vom Inhalt, vielleicht magst du ihn ändern?

    Das habe ich mir schonmal überlegt, bin dann aber zu dem Schluss gekommen, dass das Ende dadurch noch offener und die Wirkung dann gänzlich verloren ginge. Vielleicht würde ein zweideutiger Titel wie der Ausdruck "mit einem Schlag" passender sein. Ich überlegs mir mal.

    Zitat:


    Die zweite Strophe zeigt, dass alles vorbei ist. "Lächelnde Lippen" und "kein Scherz" bilden einen Kontrast, der mehr verrät.


    Könnte doch auch nur ein Kuss zwischen Liebenden sein?

    Zitat:


    Die Alternanz ist eine Wechselspiel; die Frage ist nur, was wechselt? Die Rolle geben doch nicht viel Raum für ein mehrfaches Wechselspiel?


    Es soll das Auf und Ab einer jeden Beziehung zeichnen, also klarmachen, dass es mehr als nur ein One-Night-Stand war. Als Funktion soll es die letzte Strophe en évidence setzen:

    Zitat:



    Die letzte Strophe wirkt aus der Sicht des Opfers schwer zynisch und wird mit einem Schlag beendet. Der Täter
    tötet sein Opfer; das lässt zumindestens vermuten.
    Das Gedicht wirktso leicht und poesievoll, dass man gar nicht glauben mag, dass um Vergewaltigung und Tod geht.
    Es scheint selbstgefällig und zynisch, wie man es von so einem Psycho erwarten könnte. Ich finde die Umsetzung daher
    weitestgehend gelungen.

    lg
    Kisker



    Finde ich auch.
    Es hat zumindest bei andren für heftige Diskussionen gesorgt. Ich für meinen Teil wollte von einer einfachen Idylle abweichen und Nichtgesagtes zum Vorschein bringen, das Hässliche, das mitunter hinter der Beziehungsfassade ablaufen kann, das Perverse, wenn mißhandelte Frauen trotzdem bei ihren Ehemännern bleiben, gewissermaßen diese Schwäche ankreiden, auch wenn die Situationen, besonders wenn Kinder im Spiel sind, um einiges komplexer sind.

    Ich bedanke mich für den Kommentar

    FG,

    Cipro
  • Restpromille?Datum20.06.2007 16:52
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema Restpromille?

    Zitat:

    Joame Plebis schrieb am 08.01.2007 20:20 Uhr:
    Restpromille?

    Es gäbe so viele Dinge, die uns erfreuen könnten.

    Wahrlich, die Zeit ist angebrochen, wo es nur Blinden
    vergönnt ist, Schönes zu sehen!
    Jene, die aufmerksamen Auges und wachen Geistes
    Geschehnisse verfolgen, werden vergeblich nach einem
    Mittel greifen, das gegen Brechreiz hilft, denn er ist zu stark.

    Dieser Tage hat er sich für jene verschlimmert, die Live
    erleben wie das Wort sozial, von dem sich auch Hauptwörter ableiten,
    plötzlich eine ganz andere Bedeutung hat.

    Jene, die diese Eigenschaft besitzen, können sich, wenn sie sich
    zu dieser Eigenschaft bekennen, ein -istisch dazu hängen.
    So können diese, die feminin sind, feministisch nennen,
    wer sozial ist oder dafür einsteht, kann sich als sozialistisch bezeichnen.

    Ist doch praktisch! Es tut nicht weh und hat keinerlei Nebenwirkungen.
    Reden kann man wie vorher, lauter schönes Zeug.

    Die Bedeutungsänderung ist leicht und schnell erklärt. Gegenüber dem
    ursprünglichen Sinn hat es Bedeutungen dazugewonnen.
    Ich werde doch nicht irren, wenn ich meine, Sozialist sein, ist freier
    geworden? Ich meine schon, denn man braucht alles was man sagt,
    gar nicht zu halten.

    Man kann sogar Unsoziales tun oder ihm Vorschub leisten,
    sich kapitalistisch aufführen, den Pöbel an der Nase herumführen
    und lachen. Kann man, wobei der Zeitpunkt unbekannt ist,
    wann das Lachen vergehen wird und wenn man in den Spiegel
    blickt, ob einem dann nicht irgend ein Haustier entgegengrunzt.

    - Aber daran könnten ja auch die Restpromille von irgend einer
    Neujahrsfeier Schuld sein. Oder ist es nur die eigene Überheblichkeit,
    ein winziges Quäntchen Dummheit?

    Oder war man vielleicht doch nie einer und hat immer nur so getan,
    als wäre man einer, ein Sozialist.

    Joame



    Hallo

    Ich will den ersten Schritt wagen:

    Restpromille

    Bei erstem Satz war ich geneigt, nicht weiterzulesen, oder hatte zumindest meine Bedenken, denn dass es vieler "schöner" Dinge gäbe, zeigt eine Abhängigkeit von anderen, sonst wäre es einem doch egal und man würde für sich das Schöne erleben, das es gibt!


    Zitat:

    Jene, die aufmerksamen Auges und wachen Geistes
    Geschehnisse verfolgen, werden vergeblich nach einem
    Mittel greifen, das gegen Brechreiz hilft, denn er ist zu stark.



    Mit er ist der Brechreiz gemeint? Also einerseits können nur die Blinden noch das Schöne sehen und die Aufmerksamen können es nicht ertragen? Dann frage ich mich doch, welche Position du eigentlich einnehmen willst?
    Geschehnisse finde ich als Begriff reichlich wage und zeugt von einem gewissen Fatalismus, diesem Quentchen Dummheit, das du im späteren Verlauf erwähnen wirst als möglicher Grund für diesen Text.


    Zitat:


    Dieser Tage hat er sich für jene verschlimmert, die Live
    erleben wie das Wort sozial, von dem sich auch Hauptwörter ableiten,
    plötzlich eine ganz andere Bedeutung hat.




    Wieder der Brechreiz? Noch schlimmer kann er fast nicht mehr werden! "Live" würde ich wohl klein schreiben, möglicherweise schräg gesetzt. Dann "das Wort sozial, von dem sich auch Hauptwörter ableiten"
    Ja eine reichlich wage Aussage, von vielen Wörtern lassen sich Hauptwörter ableiten oder: Was sind eigentlich Hauptwörter? Dem Wort kommt also eine ganz andere Bedeutung zu:



    Zitat:

    Jene, die diese Eigenschaft besitzen, können sich, wenn sie sich
    zu dieser Eigenschaft bekennen, ein -istisch dazu hängen.
    So können diese, die feminin sind, feministisch nennen,
    wer sozial ist oder dafür einsteht, kann sich als sozialistisch bezeichnen.

    Ist doch praktisch! Es tut nicht weh und hat keinerlei Nebenwirkungen.
    Reden kann man wie vorher, lauter schönes Zeug.



    Die Brechenden können also aus dem "sozial" "sozialistisch" ableiten, gleichermaßen wie bei anderen Begriffen. Vermute ich hier richtig die Kritik von Pauschalisierungen? Dass man diese Worte "feministisch", "sozialistisch", "kapitalistisch" wie Schutzschilde hochhält und sie zu nichtssagenden Floskeln degradiert werden?



    Zitat:

    Die Bedeutungsänderung ist leicht und schnell erklärt. Gegenüber dem
    ursprünglichen Sinn hat es Bedeutungen dazugewonnen.
    Ich werde doch nicht irren, wenn ich meine, Sozialist sein, ist freier
    geworden? Ich meine schon, denn man braucht alles was man sagt,
    gar nicht zu halten.






    Die Begründung find ich etwas platt und ich kann sie nicht ganz nachvollziehenden. Der Satz "Ich werde doch nicht irren..." ist problematisch, da fehlt meiner Meinung nach "Sozialist zu sein".
    Dann:


    Zitat:

    Ich meine schon, denn man braucht alles was man sagt,
    gar nicht zu halten



    Schwammige Aussage, meinst du hier dass man es nicht einzuhalten braucht, dass also diese Wörter so eine Art leere Aussagen sind? Klingt zunehmend nach Politikkritik, von wegen "Versprechen einhalten".


    Zitat:

    Kann man, wobei der Zeitpunkt unbekannt ist,
    wann das Lachen vergehen wird und wenn man in den Spiegel
    blickt, ob einem dann nicht irgend ein Haustier entgegengrunzt



    Hier fehlt irgendwie ein Satzteil, der mit "Kann man" in Verbindung setzbar ist. Ist der Spiegel hier zweideutig zu verstehen? Haustier entgegengrunzen - verstehe ich nicht!



    Zitat:

    - Aber daran könnten ja auch die Restpromille von irgend einer
    Neujahrsfeier Schuld sein. Oder ist es nur die eigene Überheblichkeit,
    ein winziges Quäntchen Dummheit?

    Oder war man vielleicht doch nie einer und hat immer nur so getan,
    als wäre man einer, ein Sozialist.



    Der Wendepunkt, ich würde meinen, bitte nicht böse nehmen: Hände weg vom Alkohol!

    FG,

    Cipro
  • Ich darf mich vorstellen?Datum23.06.2007 07:00
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema Ich darf mich vorstellen?

    Zitat:

    Joame Plebis schrieb am 22.06.2007 23:46 Uhr:
    Auch meinen Willkommensgruß, Ciprofloxacin!
    Bei der Anrede mache ich mich auf verknotete Finger gefaßt,
    kann sein, daß ich um die Erlaubnis ansuche, nur ProFlo schreiben zu dürfen. Das spart auch etwas Farbband und trägt indirekt zum Klimaschutz bei.

    Neuere Deutsche Literaturgeschichte zu studieren, das liest sich gut. Wenn das Studium beendet ist, wirst Du merken, das Wissen bezíeht sich auf die Alte Deutsche Literaturgeschichte.

    Willkommensgruß von
    Joame Plebis



    ProFlo, dann klinge ich zusehr nach "Grünen", wie wärs mit Cipro?

    Und die alte deutsche Literaturgeschichte bezieht sich wahrscheinlich auf die Antike, so der Historiker? So bastelt sich jeder seine Existenzberechtigung

    FG
  • WeinköniginDatum23.06.2007 15:44
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema Weinkönigin
    Hallo und danke erstmal für deinen Kommentar. Ich war nicht ganz bei Sinnen, als das Gedicht letzte Nacht entstand, muss doch einigem widersprechen:


    Zitat:

    Arno Boldt schrieb am 23.06.2007 12:07 Uhr:
    Hallo Ciprofloxacin

    Die Symbolik der Mondsichel und der Sterne ist hier nicht eindeutig zu klären. Es gibt so viele Dinge, für die die beiden stehen können, dass es schon beliebig wirkt. Mit "abgestanden" (wenn man diese zusammenlesen möchte), deutest du es sogar an - aber gerade deshalb frage ich mich, weshalb du dieses mit Soda versetzte Wasser hineinnimmst?



    In der Tat ist diese Symbolik "abgestanden", daher ist sie auch beliebig. Warum ich das explizit kontextualisiere, werde ich erstmal offen lassen. Vielleicht gibt die zweite Fassung mehr Aufschluss über den Sinn der Passage.


    Zitat:

    Was mit den Wüstenkriegern passiert, wird auch nicht weitergeführt. Ihre Existenz in deinem Gedicht ist daher der Frage nach der Berechtigung ausgesetzt. Oder benennt dieses Wort in der "Weinkunde" einen bestimmten Fakt/Personenkreis?



    Die feiern in v2.0 ihr Comeback. Hängt mit dem von mir vorher Gesagten zusammen. Mit Wein hat es schlicht gar nichts zu tun.


    Zitat:

    Die Passage mit den "Glas eindunkeln" hat etwas Flair, aber weshalb ist das so wichtig für den Text? Wenn das Du zuvor entschwunden wäre, dann ergäbe es Sinn, wenn dem lyrischen Ich das Glas dunkler erscheinen würde. So kann ich mir leider keinen Reim draus machen.



    Ich will mich darauf nicht aufhängen, aber im Text schwindet das Du doch, bezeichnenderweise nach einem Gedankenstrich und nach dem Glas.

    Zitat:

    Zuletzt hätte ich mir noch gewünscht, dass das stille Lachen - der Zeigefinger auf den Lippen - irgendwo noch einmal auftaucht. Es steht - so finde ich - etwas verloren am Anfang.

    Soweit.

    BG,
    arno.



    In dem Punkt muss ich dir allerdings Recht geben, es ist unmöglich, selbst für micht, den Zusammenhang des Du zu verstehen. Ich überdenk es!

    Grüße,

    Cipro

    Hallo und danke erstmal für deinen Kommentar. Ich war nicht ganz bei Sinnen, als das Gedicht letzte Nacht entstand, muss doch einigem widersprechen:
  • WeinköniginDatum25.06.2007 22:18
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema Weinkönigin

    Zitat:

    Don Carvalho schrieb am 25.06.2007 21:32 Uhr:
    Hallo Cipro,

    ich muss gestehen, der Sinn der Zeilen wird mir mit der neu eingefügten Zeile auch nicht deutlicher. Im Gegenteil, die gen Jerusalem reitenden Wüstenkrieger verwirren mich als Leser noch mehr. Zu der den Weinberg hinaufschreitenden Weinkönigin gesellen sich so vor meinen Augen noch Lawrence von Arabien oder alternativ die gegen die Kreuzritter kämpfenden Sarazenen .

    Mit dem Schlagworten Mondsichel, Wüstenkriegern und Jerusalem stellst Du in meinen Augen einen Bezug zum Islam her. Aber wie passt das in den Kontext der Weinkönigin, umso mehr, da die meisten Gläubigen Muslime sich vom Wein fernhalten. Ich bin irritiert...

    Deine Zeilen sind jedoch interessant, so dass man ihnen gerne auf die Schliche käme, mir fehlt jedoch bislang leider der richtige Hebel.

    Sprachlich missfällt mir die Wiederholung des "läufst" Ende des 1. und Anfang des 2. Abschnitts. Im Gegensatz zu Stellen, an denen Du auch Worte aufgreifst (schwinden - Schwindel, Abstand - abgestanden) wirkt das eher plump.

    Die Elision bei "silbr'en" vermag ich auch nicht nachzuvollziehen. Wozu überhaupt, schließlich unterwirfst Du Dich keinem metrischen Korsett, dass eine Auslassung dieser Art gar nicht nötig ist. Oder ist mir irgendetwas entgangen?

    Insgesamt stehe ich Deinen Zeilen daher zwiespältig gegenüber; reizvoll, doch mit zuvielen Fragezeichen versehen.

    Gruß,

    Don



    Hi,

    Das ist mein größtes Problem. Prinzipiell besteht Reiz, aber ich leg mir quasi selber Steine auf den Weg.

    Aufjeden Fall hast du Recht mit der unsinnigen Elision wie auch der "läufst"-Wiederholung, wäre das gleich ändern.

    Danke erstmal und *grübel*

    FG,
    Cipro
  • KG-WettbewerbDatum01.07.2007 19:36
    Foren-Beitrag von Ciprofloxacin im Thema KG-Wettbewerb
    Würde gerne mitmachen, für nen Juryposten hab ich allerdings nicht die Zeit.
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