http://www.E-LIEratum.de

Forum suche

Suchoptionen anzeigen
  • AnnagrammDatum15.05.1970 08:46
    Annagramm

    Anna wachte mit verklebten Augen auf, von gestern Abend, oder vorgestern.
    Der erste Zug war bereits abgefahren, sie musste den Zweiten nehmen. Ging am Frühstück vorbei, ging am Briefkasten vorbei, ging vorbei.
    Der Zug war alt. Die Bänke mit zerrissenen Lederbezügen überzogen, der Bahnhof lag im Freien. Das Vordach der Haltestelle musste erneuert werden, hieß es.
    Es wird auch bald ein neuer Zug kommen, hieß es.
    Anna rannte. Sie lief auf die Tür zu und riss am Griff. Sie öffnete nicht. Ein rotes Schild auf der Innenseite bedeutete ihr: Außer Betrieb.
    Sie hechtete zum Nächsten.
    Die Tür öffnete.
    Atemlos erklomm sie die hohen Treppen und betrat das offene Abteil.
    „Du bist aber auch immer die Letzte.“ Der alte Schaffner sah sie an und schüttelte den Kopf.
    „Setz dich hin Kind, dann fahren wir.“ Er betrat die Fahrerkanzel, sie setzte sich.
    Die Fenster waren ungeputzt. In den Rillen sammelte sich Staub und Dreck. Der Mistkübel am Eingang war voll. Die Aschenbecher an den Sitzlehnen auch.
    Freiwillig fuhr niemand mit diesem Zug.

    „Ich kenne dich.“
    Sie horchte auf, sah sich um, sah den jungen Mann in der Ecke.
    Sie kannte ihn auch.
    Er hatte eine Flasche Bier in eine Papiertüte gewickelt, weil es der alte Schaffner nicht so gern hatte, wenn in seinem Zug so offensichtlich getrunken wird. Außerdem meinte er, dass so junge Menschen nicht schon so früh mit dem Trinken anfangen sollten. Das sei Sache der Älteren.
    Der Schaffner war zugleich auch der Lokführer, aber alle nannten ihn nur den Schaffner.

    „Du bist doch die aus dem HSG, ne?“
    Sie nickte.
    Er hatte einen dieser modernen Kinnbärte, die aus Frankreich stammen sollten.
    Anna hatte davon keine Ahnung.
    Das braune Haar war zerzaust, die Jeans zerschnitten.
    Einzig allein das Hemd war ganz und vor allem richtig zugeknöpft.
    Er bemerkte ihren Blick.
    „Ja, ich hab’s heute sogar geschafft alle Knöpfe auf Anhieb ins richtige Loch zu kriegen.“
    „Willst nen Schluck?“
    Er hielt ihr die Flasche hin.

    „Jetzt hörst aber auf!“ schrie der Schaffner und wollte ihm die Flasche aus der Hand reißen.
    Er zog sie zurück.
    Der Zug hatte wieder gehalten. In Flumsdorf.
    „Wenn ich dich noch einmal dabei erwische, wie du die Jugend mit deinem Gesöff verführen willst, dann werf’ ich dich raus!“
    Er drohte ihm mit dem Finger.
    Anna musste lächeln. Es wirkte lächerlich. Beide wirkten es.
    Ein Zischen. Die Tür öffnete.
    Ein Bein, mit Netzstrümpfen.
    Ein Zweites.
    Das Mädchen zog sich hoch, wie Anna zuvor, nur weniger schnaufend.
    „Ich kenne dich.“
    Anna musste wieder lächeln.

    Das Mädchen ging auf ihn zu, warf die Tasche auf den Sitz gegenüber und setzte sich neben ihn. Der Schaffner war wieder in seine Kammer verschwunden.
    „Kenn dich auch.“
    „Ja? Bin der Manni.“
    „Ich weiß. Ich heiße Martina.“
    Sie reichten sich die Hände.
    Anna stütze ihren Kopf auf dem Scheibenrand und sah zu ihnen hinüber.
    Manni bemerkte es, sah sie an.
    Sie wich seinem Blick aus. Tat, als würde sie etwas tun. Sah aus dem Fenster. Tat sich schwer dabei.

    „Und du, was machst heute so?“ fragte sie ihn, der sich mittlerweile wieder auf die Netzstrümpfe konzentrierte.
    „Treffe mich noch mit einem Kumpel aus dem Zwanzigsten und in der Zwischenzeit werde ich mir halt wieder den Kopf zerbrechen, über Gott und die Welt, weißt ja eh.“
    „Über Gott und die Welt?“
    „Ja.“
    „Sag mal ein Beispiel.“
    Er nahm einen kräftigeren Zug aus der Flasche.
    Anna lauschte den Beiden, wagte aber nicht hinzusehen, ihre Augen wollten ihr widersprechen. Sie kämpfte mit sich. Ein Voyeur wider Willen.
    Er setzte an.
    „Na ja, nimm mal den Zug hier.“
    Sie lauschte angestrengt – Anna noch angestrengter.
    „Wenn du in Fahrtrichtung sitzt und aus dem Fenster siehst, dann siehst du schon von Weitem ein Haus. Die ganze Strecke bis dahin, kannst du es sehen, aber wenn es dann bei dir ist, rast es an dir vorbei, so schnell, dass du gar nicht hinsehen kannst und dann ist es weg. Klar?“
    „Klar.“
    „Und wenn du aber gegen die Fahrtrichtung sitzt, dann siehst du das Haus nicht, erst, wenn es da ist, rast an dir vorbei und dann kannst du ihm nur noch nachblicken. Ja?“
    „Ja.“
    „Na also.“ Sagte er zufrieden.
    Anna wurde es schwer, unerträglich schwer.
    „Sitze ich in, oder gegen die Fahrtrichtung?“ fragte sie sich.
    „Blicke ich nach, oder sehe ich kommen.“

    „Aussteigen!“ rief der Schaffner den Dreien zu.
    Haltestelle Kaisereck. Sie musste raus.
    Gegen oder In.
    In oder Gegen.

    Sie lief über den Dietplatz. Die Frage ließ sie nicht mehr los.
    Trotz des zweiten Zuges war sie immer noch spät dran und musste sich beeilen.
    Das Heilenstein Gymnasium war mitten im Ort, in der Nähe der gotischen Kirche und dem Dietplatz, liegt es an der Mündung des Sturzbaches und des Weizerbaches, hieß es in der Broschüre.
    Ein hässlicher Betonbau war damals ihr erster Gedanke, als ihre Eltern entschieden, dass es besser wäre die Schule zu wechseln.

    Als sie die Klasse betrat stachen sie die Blicke.
    Hinter vorgehaltenen Händen.
    Es kam niemand, der sie zur Seite stieß, sie auseinander riss, oder niederstach.
    Sie standen nur dort und sahen sie an.
    Und wenn sie fälschlicherweise meinten, sie höre sie nicht, dann wurde ihr Innerstes gestoßen, gerissen, gestochen, verprügelt.
    Im Minutentakt, wenn sie einen riesigen Löffel in die Müslischale der Gehirnwindungen tauchen, um zerflossene, schleimige Cornflakesgedanken heraus zu holen.
    Stoß, reiß, stich.
    Innerlich wünschte sie sich Abhärtung.
    Stunden vergingen, bis Anna nicht länger konnte und eine Stunde früher den Unterricht verließ.

    „Da bist du ja schon wieder.“
    Sprach der Schaffner und betätigte den Schalter für die Tür. Sie stieg ein, gefolgt von ihm.
    Anna sah sich hoffnungsträchtig um. Sah zum Platz, an dem Manni bei der Herfahrt saß.
    Leer.
    Es begann zu regnen. Hinter den Scheiben, dachte sie, hinter ihr selbst und ihrem Gesicht.
    Herunterrollende Tropfen.
    Der Zug hielt ordnungsgemäß an jeder Haltestelle, aber der alte Schaffner verzichtete darauf seine Visite zu machen. Es stieg ohnehin niemand zu.
    Dunkle Wolken schoben sich vor die Sonne. Vertrieben sie. Vertrieben den Schein auf die Welt.
    Ein Staccato aus Regentropfen und Maschinenlärm begann.
    Klopf, Klopf, Brumm, Klopf, Klopf, Brumm.

    Am Bahnhof angekommen stieg sie aus, lief unter dem kommenden Dach, wie es hieß, vorbei, lief an den Pinien vorbei, lief an asphaltgetränkten Wasserlacken vorbei, lief vorbei.
    Es war immer ganz einfach gewesen.
    Zuhause schälte sie sich aus der nassen Kleidung, warf alles über den Heizkörper im Bad und zog ihr Schlafgewand an. Eine Unterhose und ein langes weißes T-Shirt.
    Sie warf sich aufs Bett und es knallte, als eine der Latten aus dem Rost gedrückt wurde. Sie kümmerte sie nicht, drehte die Nachttischlampe ab und legte sich Schlafen.
    Es wurde Zeit, dass sie sich gänzlich öffnen konnte, ihre Last nicht länger an Seilzügen aufbewahrte, sie vollkommen in sich aufsog.
    Sie bettete sich selbst in eine Traumwelt. Die Seile wurden gekappt, die Last befreit. Sie stellte sich eine Welt ohne sie vor, einen Keller, eine Sandgrube.
    Sie ließ die Stimmen in ihrem Kopf kreisen und widerhallen, immer wieder, als sich ihre Traumgestalt den Sand hinabkämpfte, kämpfte verschlungen zu werden.
    Stimmen der Eltern, Stimmen der Gegenschüler, die Stimme des Schaffners, der Netzstrümpfe.
    Bis zum Hals, war ihre Traumgestalt schon im Sand, als erlösend ein Griff von unten her ihr Bein umfasste und sie zu sich zog.
    Sie stieß sich, riss an sich, stach sich selbst.
    Erkannte ihre Unzulänglichkeit, erkannte die Unzulänglichkeit im Erkennen, erkannte.
    Die volle Wucht ihrer Gedanken traf sie, bis es in einem Höhepunkt aus gewünschter Trauer aus ihr heraus brach und sie zu weinen begann.
    Es kam wie ein Schwall. Kein leises Beginnen, kein Zucken und Zaudern. Sie weinte ungehemmt und frei. Befreite sich, wie eine Sanduhr, von Oben nach Unten
    Morgen würde sie wieder umgedreht werden.
    Stunden vergingen.
    Dieses Mal dauerte es lange, bis sie einschlafen konnte. Es waren Mannis Worte, die sie plagten.
    Sitze ich in, oder gegen die Fahrtrichtung. Blicke ich nach, oder sehe ich kommen.
    Je mehr sie darüber nachdachte, umso trauriger formte sich das Bild in ihrem Kopf.

    Der nächste Morgen. Sie verschlief, rieb sich die verklebten Augen und eilte zum Bahnhof.
    Ein ungewohntes Bild eröffnete sich ihr, als sie zwei Arbeiter dabei beobachtete, wie sie am Dach der Haltestelle werkten. Lautes Klopfen und ein Quietschen der Bremsen, als der Zug einfuhr.
    Es war immer noch derselbe alte, Heruntergekommene, nur, dass sich diesmal einige Jugendliche um das äußere Erscheinungsbild kümmerten.
    Anna glaubte das Gas der Graffitiflaschen noch riechen zu können.

    Als sie einstieg konnte sie Manni schon auf seinem gewohnten Platz ausmachen. Sie ging auf ihn zu. Der Schaffner öffnete einen Spalt seiner Tür und spähte hinaus, verschwand sofort wieder.
    Anna blieb neben Manni stehen.
    „Ich kenne dich.“
    „Ja, ich weiß.“
    Sie nahm ihren Rucksack ab und hielt ihn vor sich.
    „Kann ich mich setzen?“ fragte sie vorsichtig.
    Manni warf, wie selbstverständlich, den Rucksack neben sich auf den Platz gegenüber. Sie setzte sich.
    Es war ihr unangenehm, ein wenig peinlich, da kein Wort zwischen ihnen gesprochen wurde, drei Haltestellen lang. Sie wollte etwas sagen, dachte an den Zug, dachte an die Fahrtrichtung, dachte.
    Haltestelle Frieborg.
    „Das ist meine. Man sieht sich.“ bemerkte er und stand auf.
    „Nein, warte!“ rief sie und hielt ihn am Unterarm fest.
    Verwirrte Blicke trafen sich. Seiner, der schlichtweg verwirrt war. Ihrer, der unschlüssig war und verwirrt schien.
    „Ich habe gestern gelauscht, als du das mit dem Zug erklärt hast.“
    Er lachte und nickte, sie ließ ihn los.
    „Ich weiß, ich habe dich beobachtet.“
    „Ich weiß nicht, ob ich in, oder gegen die Fahrtrichtung sitze.“ Ein verzweifeltes Abbild lieferte sie ihm. Ein fragendes Etwas.
    Er wollte ansetzen.
    „Die Frage lässt mich nicht mehr los.“ unterbrach sie ihn.
    Er öffnete die Tür.
    „Die Frage ist nicht wichtig. Ich meine.“ Die Tür begann sich wieder zu schließen.
    „Ich muss jetzt.“ Er hielt sie auf und hastete hinaus.
    „Man sieht sich!“ rief er ihr zu. Dann verschwand er.
    Anna war niedergeschlagener als zuvor. Hinzu kam nun auch, dass sie nicht mehr wusste, was sie denken sollte.
    Die nächste Haltestelle würde ihre sein.
    Der Zug wackelte und quietschte, als die Bremsklötze auf die Räder trafen. Ein lang gezogenes Quietschen, bevor der Zug zum Stehen kam.
    Gewohntes Zischen öffnete die Tür. Sie strich an der Haltestange entlang, als sie die Treppen nahm.
    Unwillkürlich sah sie auf das Dach der Haltestelle. Es fehlte, als hätten sie es hier abgenommen, um es bei ihr Zuhause anzubringen.
    „Wird auch erneuert!“ rief ihr eine Stimme zu.
    Es war der Schaffner, der aus dem Fenster der Fahrerkanzel lehnte.
    Sie sah ihn kurz an, schenkte ihm sonst keinerlei Beachtung. Mannis Worte hatten sie zu sehr mitgenommen.
    „Warte!“
    Anna wollte nicht, ging weiter.
    „Es kommt nicht darauf an, wie du sitzt, sondern nur, wo du aussteigst!“
    Wie ein Blitz in den Kopf.
    Die Erkenntnis öffnete ihr den Mund, öffnete ihr die Augen.
    Als sie sich umdrehte lächelte der Schaffner nur. Setzte sich wieder hinein. Setzte den Zug in Bewegung.
    So einfach, so schlicht, trommelte es in ihr. Trommelte gegen alle Windungen.
    „Vielleicht.“ dachte sie.
    Die Turmuhr schlug zur dreiviertel Stunde. Sie war schon viel zu spät.
    Sie rannte los.
    Und rannte.

    ---

    Für jene, dies geschafft haben - danke fürs Durchhalten.
  • AttestDatum15.05.1970 02:50
    Gestern ging ich zu meinem Arzt und sagte ihm, dass ich unter Beschreibungsimpotenz leide und legte ihm einen Schrieb hin.
    Er fragte nur, wer mir dies attestiert hätte.
    Ich antwortete: Peter Handke.
    Er nickte, sagte kein Wort mehr und verschwand im Hinterzimmer. Ich hörte wie ein Aktenschrank geöffnet wurde.
    Wiedergekommen war er mit einer dicken Mappe, aus der eine Vielzahl an Zetteln herausquoll.
    Was das sei, frage ich ihn.
    Sammelklagen, seine Antwort.
    Ich musste nicht viel tun, nur meinen Namen und meine Unterschrift unter einen dieser Zettel setzen.
    Danach durfte ich gehen und war geheilt.
    Das werde ich ihm gleich morgen schreiben, dem Peter, dachte ich.
  • UnausgesprochenDatum14.05.1970 23:45
    Unausgesprochen

    Du liegst ganz friedlich neben mir
    doch gibt’s etwas das ich dir nicht erzählte
    weil mich der Augenblick stets quälte
    da wärst du nicht mehr friedlich nur

    Vom Unglück ist uns keine Spur
    ich wünschte mir ein Stück Zufriedenheit
    und dir die Glücklichkeit mit mir zu zweit
    wir lägen beide friedlich hier
  • ErtastenDatum14.05.1970 21:58
    Thema von sEweil im Forum Liebe und Leidenschaft
    Ertasten

    Wenn ich dich ansah
    warst du ein Bild an einer Wand
    wenn ich an dir vorbei ging
    warst du ein Rahmen aus Holz
    und wenn ich dich ansprach
    warst du ein stummer Zuhörer

    Ich fragte mich was wäre
    wenn ich dich ertastete
    zu dir ins Bild stiege
    einen Augenblick nur
    deine Unendlichkeit erfühlte

    Du warst es
    die dort wartete
    und ich
    der nicht mehr ging
  • WohlfühlsardineDatum14.05.1970 20:59
    Thema von sEweil im Forum Liebe und Leidenschaft
    Wohlfühlsardine

    Mit einem Blick zogen sie mich
    aus meinem Teich
    übergossen mich
    in meinem geröteten Nacktsein
    mit Öl
    steckten mich
    wie eine Sardine
    zu den anderen
    ich war
    verängstigt
    schüchtern
    und
    erregt
  • Beim EinkaufenDatum14.05.1970 20:21
    Beim Einkaufen

    „Und da sagst du zu ihm was?!“
    „Ach, jetzt hör auf, Bernhard!“
    Eine Ansage erschallte, in der eine junge Frauenstimme die Slips im dritten Stock anpries, es gebe sie nun für 2,99, statt der handelsüblichen 4,99 und dass die Herren es nicht versäumen sollten die zweite Abteilung der Herrenmode zu besuchen.
    Hermine wurde ganz aufgeregt und zog an Bernhard. „Na los, du hast es doch gehört, dritter Stock, bevor alles weg ist.“
    „Das interessiert mich jetzt nicht, ich will endlich wissen.“
    „Wir sind zum Einkaufen hier!“ unterbrach sie ihn.
    Geschleift eilte Bernhard mit ihr zur Rolltreppe.

    „Ob sie uns sehen kann?“ Waren Lillis Gedanken, als sie unter dem Drehkreuz der Frauenpullover stand und eine Dame mittleren Alters sie entgeistert anstarrte.
    „Wieso sieht die uns so komisch an?“
    Lilli zog vorsichtig an einem der Pullover um sich wieder zu verdecken.
    „..statt der üblichen 4,99.“
    Schallte es aus dem Lautsprecher und im Kopf der Dame.
    Erst wandte sie sich vom Ständer ab, ging ein Stück zur Seite und versuchte Interesse an den Damenshirts aus der Wühlkiste vorzutäuschen.
    Sie nahm einen davon in die Hand, gelblich grüne Streifen waren darauf, blickte sich nach allen Seiten um und eilte dann mit leeren Händen zur Rolltreppe.

    „Nun sieh doch, Bernhard.“
    Hermine hielt ein weißes Hemd hoch, das einen auffällig hohen Kragen besaß, und musterte es. „Das würde dir doch bestimmt gut stehen.“ Sagte sie und hielt es ihm im gleichen Augenblick vor die Brust.
    „Die Ärmel sind viel zu lang und außerdem trage ich kein Large, das weißt du doch.“
    Das Hemd von sich wegschiebend, begann er mit einem langen Atemzug und sah sich verzweifelt um, was er zu verstecken nicht in der Lage war.
    „Du bist ein mieser Schauspieler.“ Brach es aus ihr heraus. Rot lief sie an, als sie bemerkte was sie soeben von sich gelassen hatte, und ehe er seinem Zorn Luft machen konnte entschuldigte sie sich bei ihm.
    Sie wusste wie sie sich in solchen Situationen verhalten musste und schleifte ihn rasch weiter, nur in Bewegung bleiben, sagte sie sich.

    „Wissen sie, der Laufsteg dort soll viel zu klein sein, um richtig wenden zu können.“
    Lilli starrte die Puppe an. Die antwortete nicht.
    „Sehr unhöflich“ bemerkte sie ihm Gehen und entdeckte die Frau von vorhin, wie sie an einem anderen Wühltisch stand und Strumpfhosen verglich.
    Mittlerweile hatte sich die Dame schon einige Accessoires in ihre Tüte gepackt.
    Da schallte es wieder aus den Lautsprechern.
    „Achtung, Achtung, eine Durchsage. Im zweiten Stock findet eine Blitzreduzierung statt – Damenunterwäsche um 25 % reduziert, nur für die nächsten 30 Minuten.“
    Die Dame blickte hoch, der Mund war leicht geöffnet und krallte sich am Tisch fest, biss sich auf die Unterlippe und starrte mit einem sehnsuchtsvollen Blick zur Rolltreppe.
    „Was die wohl tut?“ dachte Lilli.
    Langsam ging sie auf die Frau zu.
    Diese hatte sich bereits wieder vom Tisch losgesagt, Spuren der Fingernägel waren im Holz zu erkennen. Als das kleine Mädchen direkt hinter ihr stand stieß sich die Frau los und eilte zur Rolltreppe.
    „Aber wir wollen doch nur..“ murmelte Lilli und lief ihr hinterher.

    „Dort ist sie wieder!“ rief der Geschäftsleiter zu seiner Mitarbeiterin und zeigte mit dem Finger auf den Bildschirm. Er lehnte neben ihr und sah sich die Bilder der Videokameras aus dem zweiten Stock an.
    „Ja, ich sehe sie.“ Antwortete sie und griff nach dem Mikrofon.
    Der Geschäftsleiter flüsterte in befehlendem Ton nach hinten zu zwei weiteren Mitarbeiterinnen.
    „Sofort in den dritten Stock, klebt 20 % Schilder auf die Pullover und kommt dann so schnell wie es geht wieder. Drehkreuz fünf, nur die hässlich gelb-silbernen, los, los.“
    Diese eilten mit einer kleinen Maschine davon.
    Die Dame mit dem Mikrofon wartete auf die Zustimmung ihres Vorgesetzten.

    „Jetzt bleib doch einmal stehen Hermine, was hetzt du so durch den Laden?“
    Bernhard stoppte sie und sein schleppender Atem ließ ihr ein wenig Zeit zum Nachdenken.
    „Hörst du denn nicht? Heute wird hier alles nach und nach reduziert. Das kommt so schnell nicht wieder.“ Sie wollte gerade weiter gehen, da packte er sie am Arm und hielt sie zurück.
    „Du wolltest einkaufen.“
    Er rang nach Luft.
    „Und wir sind einkaufen gegangen.“
    Sie nickte bei seinen Worten.
    „Aber jetzt will ich endlich wissen, was mit Hermann war.“
    Sie wollte gerade eine empörte Reaktion zeigen, aber Bernhard deutete ihr zu schweigen, immer noch kaum Luft bekommend.
    „Ich will keine Ausflüchte mehr hören.“
    „Was erwartest du von mir? Was glaubst du überhaupt? Als wäre da irgendetwas mit Hermann. Wir sind nur gute Freunde, hörst du?“
    Er wollte gerade wie sie eben ein Widerwort beginnen, als nun er von ihr unterbrochen und zum Schweigen gebracht wurde.
    „Und nun: Zum Einkaufen sind wir hier und das werden wir auch tun.“
    Sie drehte auf dem Untersatz und ging in Richtung Schuhabteilung.

    Lilli hatte sich in der Zwischenzeit wieder unter einem der Drehkreuze versteckt und wartete.
    Eine weitere Ansage wurde getätigt und die Dame und Lilli befanden sich wieder im dritten Stock.
    Als der gelb-silberne Pullover vor ihr von der Stange genommen wurde blickten sich Lilli und die Dame in die Augen. Genauso entgeistert wie zu Beginn sah sie das Mädchen an und hielt mit dem Pullover in der Hand inne.
    Hinter ihr sah Lilli zwei Frauen vorbeilaufen, die eine kleine Maschine mit sich führten.
    „Ob sie uns sehen..“
    Der Gedanke wurde nicht zu Ende geführt, die Frau hing den Pullover wieder an die Stelle und lief gehetzt davon, drehte sich zweimal um und verschwand dann in einer der Umkleidekabinen.
    Lilli hockte sich auf den Kunstteppichboden.
    „Ich glaube die sieht Geister, oder was denkst du Mister Flocke?“
    Das kleine abgenutzte Stofftier, das sie aus der Tasche zog, wippte hin und her.
    „Ja, das glaube ich auch.“ Sie steckte Mister Flocke wieder in die Tasche zurück und wartete darauf, dass ihre Eltern aus der Schuhabteilung zurückkamen.
  • Gutes ChiliDatum14.05.1970 18:38
    Thema von sEweil im Forum Humor und Fröhliches
    Gutes Chili

    Ja, das Chili war
    uff!
    ja
    ein gutes Chili
    ich sitze über der Schüssel
    schwitzend
    aus Schärfe und Angst:
    gutes Chili
    brennt zweimal
  • HinabDatum14.05.1970 16:33
    Thema von sEweil im Forum Diverse
    Hinab

    Hinab
    Jeder sieht auf mich
    Jeder sieht
    hinab
    auf sich
  • se Hall of FÄMDatum14.05.1970 09:01
    Thema von sEweil im Forum Plauderecke
  • BodenlosDatum14.05.1970 05:09
    Thema von sEweil im Forum Diverse
    Bodenlos

    Mein Unglück ist bodenlos
    schreist du
    und sehnst dich nach dem Ende

    In der Firma sitzt du
    während deine Angst
    den Neonröhren entgegen flackert
    und fürchtest,
    dass es schon so weit sein könnte.
  • AbbrechendDatum14.05.1970 05:09
    Abbrechend

    Ich setze den Stift an
    Das Papier ist zu weich
    Zum Schreiben

    Ich drücke durch
    Wie bei einer Matratze
    Bis meine Miene bricht

    Ein Stein an einer Schnur
    Im Innersten, mehr nicht
  • ImkativDatum14.05.1970 04:29
    Imkativ

    Lern den Imkativ
    Sage ich mir

    immer

    Ich bin der vokativ
    Der seinem Imperativ
    Die Stirn nicht bieten kann

    Bis er ihn nur noch schreit
    Den Imperativ
    Und ich ihn nur noch winsle
    Den vokativ

    Bis er endlich
    zuschlägt
  • Stell dir vorDatum14.05.1970 03:28
    Thema von sEweil im Forum Diverse
    Stell dir vor

    Stell dir vor
    Ich meine
    Stell dir vor
    Du schwingst eine Axt
    Nur in Gedanken
    Stell dir vor
    Du willst damit
    Nein hör mir zu
    Du willst damit
    Einen Stamm spalten
    Und wenn du dann
    Wo willst du hin?
    Bleib hier und
    Stell dir vor
    Dir vor
    Wie das Axtblatt rotiert
    Weil
    Du das Holz
    Stell dir’s vor!
    Weil du den Griff
    nicht halten kannst
    Nur in Gedanken
    Nicht
    Kein Unsinn
    Stell dir vor
    Das bin ich
  • Kurze NeugierdeDatum14.05.1970 00:36
    Thema von sEweil im Forum Natur
    Kurze Neugierde

    Ich zähle deine Jahre
    es ist kein Ritual
    nur Neugierde

    Es sind wohl vierzig,
    fünfzig, an der Zahl
    oder so

    Macht nichts
    ich hole aus
    und spalte dich
  • BehütetDatum13.05.1970 22:01
    Thema von sEweil im Forum Arbeitshügel
    Behütet

    Ich kämpfe dagegen an
    in der Stadt zu sein
    während es am Land tobt
    und gewittert

    Ich kämpfe dagegen an
    zu wissen, dass mein Klippan
    mich zu Hause
    erwartet

    So sehr kämpfe ich dagegen an
    dass mein Chef mich
    befördern möchte
  • Beim EinkaufenDatum13.05.1970 10:14
    Thema von sEweil im Forum Arbeitshügel
    Hallöle.

    Daran schriftel ich gerade. Es ist nichtmal annähernd fertig und bedarf noch vieler Überarbeitung, wollte es aber trotzdem mal reinwerfen.

    Beim Einkaufen

    „Und da sagst du zu ihm was?!“
    „Ach, jetzt hör auf, Bernhard!“
    Eine Ansage erschallte, in der eine junge Frauenstimme die Slips im dritten Stock anpries, es gebe sie nun für 2,99, statt der handelsüblichen 4,99 und dass die Herren es nicht versäumen sollten die zweite Abteilung der Herrenmode zu besuchen.
    Hermine wurde ganz aufgeregt und zog an Bernhard. „Na los, du hast es doch gehört, dritter Stock, bevor alles weg ist.“
    „Das interessiert mich jetzt nicht, ich will endlich wissen.“
    „Wir sind zum Einkaufen hier!“ unterbrach sie ihn.
    Geschleift eilte Bernhard mit ihr zur Rolltreppe.

    „Ob sie mich sehen kann?“ Waren Lillis Gedanken, als sie unter dem Drehkreuz der Frauenpullover stand und eine Dame mittleren Alters sie entgeistert anstarrte.
    Lilli zog vorsichtig an einem der Pullover um sich wieder zu verdecken.
    „Wir wollen sie nicht länger damit beschäftigen, sie wirkt so gespannt.“ Dachte sie sich dabei und verschwand.
    „..statt der üblichen 4,99.“
    Schallte es aus dem Lautsprecher und im Kopf der Dame.
    Erst wandte sie sich vom Ständer ab, ging ein Stück zur Seite und versuchte Interesse an den Damenshirts aus der Wühlkiste vorzutäuschen.
    Sie nahm einen davon in die Hand, gelblich grüne Streifen waren darauf, blickte sich nach allen Seiten um und eilte dann mit leeren Händen zur Rolltreppe.

    „Nun sieh doch, Bernhard.“
    Hermine hielt ein weißes Hemd hoch, das einen auffällig hohen Kragen besaß, und musterte es. „Das würde dir doch bestimmt gut stehen.“ Sagte sie und hielt es ihm im gleichen Augenblick vor die Brust.
    „Die Ärmel sind viel zu lang und außerdem trage ich kein Large, das weißt du doch.“
    Das Hemd von sich wegschiebend, begann er mit einem langen Atemzug und sah sich verzweifelt um, was er zu verstecken nicht in der Lage war.
    „Du bist ein mieser Schauspieler.“ Brach es aus ihr heraus. Rot lief sie an, als sie bemerkte was sie soeben von sich gelassen hatte, und ehe er seinem Zorn Luft machen konnte entschuldigte sie sich bei ihm.
    Sie wusste wie sie sich in solchen Situationen verhalten musste und schleifte ihn rasch weiter, nur in Bewegung bleiben, sagte sie sich.

    „Wissen sie, der Laufsteg dort soll viel zu klein sein, um richtig wenden zu können.“
    Lilli starrte die Puppe an. Die antwortete nicht.
    „Sehr unhöflich“ bemerkte sie ihm Gehen und entdeckte die Frau von vorhin, wie sie an einem anderen Wühltisch stand und Strumpfhosen verglich.
    Mittlerweile hatte sich die Dame schon einige Accessoires in ihre Tüte gepackt.
    Da schallte es wieder aus den Lautsprechern.
    „Achtung, Achtung, eine Durchsage. Im zweiten Stock findet eine Blitzreduzierung statt – Damenunterwäsche um 25 % reduziert, nur für die nächsten 30 Minuten.“
    Die Dame blickte hoch, der Mund war leicht geöffnet und krallte sich am Tisch fest, biss sich auf die Unterlippe und starrte mit einem sehnsuchtsvollen Blick zur Rolltreppe.
    „Was die wohl tut?“ dachte Lilli.
    Langsam ging sie auf die Frau zu.
    Diese hatte sich bereits wieder vom Tisch losgesagt, Spuren der Fingernägel waren im Holz zu erkennen. Als das kleine Mädchen direkt hinter ihr stand stieß sich die Frau los und eilte zur Rolltreppe.
    „Aber wir wollen doch nur..“ murmelte Lilli und lief ihr hinterher.

    „Dort ist sie wieder!“ rief der Geschäftsleiter zu seiner Mitarbeiterin und zeigte mit dem Finger auf den Bildschirm. Er lehnte neben ihr und sah sich die Bilder der Videokameras aus dem zweiten Stock an.
    „Ja, ich sehe sie.“ Antwortete sie und griff nach dem Mikrofon.
    Der Geschäftsleiter flüsterte in befehlendem Ton nach hinten zu zwei weiteren Mitarbeiterinnen.
    „Sofort in den dritten Stock, klebt 20 % Schilder auf die Pullover und kommt dann so schnell wie es geht wieder. Drehkreuz fünf, nur die hässlich gelb-silbernen, los, los.“
    Diese eilten mit einer kleinen Maschine davon.
    Die Dame mit dem Mikrofon wartete auf die Zustimmung ihres Vorgesetzten.

    „Jetzt bleib doch einmal stehen Hermine, was hetzt du so durch den Laden?“
    Bernhard stoppte sie und sein schleppender Atem ließ ihr ein wenig Zeit zum Nachdenken.
    „Hörst du denn nicht? Heute wird hier alles nach und nach reduziert. Das kommt so schnell nicht wieder.“ Sie wollte gerade weiter gehen, da packte er sie am Arm und hielt sie zurück.
    „Du wolltest einkaufen.“
    Er rang nach Luft.
    „Und wir sind einkaufen gegangen.“
    Sie nickte bei seinen Worten.
    „Aber jetzt will ich endlich wissen, was mit Roman war.“
    Sie wollte gerade eine empörte Reaktion zeigen, aber Bernhard deutete ihr zu schweigen, immer noch kaum Luft bekommend.
    „Ich will keine Ausflüchte mehr hören.“
    „Was erwartest du von mir? Was glaubst du überhaupt? Als wäre da irgendetwas mit Roman. Wir sind nur gute Freunde, hörst du?“
    Er wollte gerade wie sie eben ein Widerwort beginnen, als nun er von ihr unterbrochen und zum Schweigen gebracht wurde.
    „Und nun: Zum Einkaufen sind wir hier und das werden wir auch tun.“
    Sie drehte auf dem Untersatz und ging in Richtung Schuhabteilung.

    Lilli hatte sich in der Zwischenzeit wieder unter einem der Drehkreuze versteckt und wartete.
    Eine weitere Ansage wurde getätigt und die Dame und Lilli befanden sich wieder im dritten Stock.
    Als der gelb-silberne Pullover vor ihr von der Stange genommen wurde blickten sich Lilli und die Dame in die Augen. Genauso entgeistert wie zu Beginn sah sie das Mädchen an und hielt mit dem Pullover in der Hand inne.
    Hinter ihr sah Lilli zwei Frauen vorbeilaufen, die eine kleine Maschine mit sich führten.
    „Ob sie mich sehen..“
    Der Gedanke wurde nicht zu ende geführt, die Frau hing den Pullover wieder an die Stelle und lief gehetzt davon, drehte sich zweimal um und verschwand dann in einer der Umkleidekabinen.
    Lilli hockte sich auf den Kunstteppichboden.
    „Ich glaube die sieht Geister, oder was denkst du Mister Flocke?“
    Das kleine abgenutzte Stofftier, das sie aus der Tasche zog, wippte hin und her.
    „Ja, das glaube ich auch.“ Sie steckte Mister Flocke wieder in die Tasche zurück.
  • AufgebahrtDatum12.05.1970 15:20
    Thema von sEweil im Forum Diverse
    Aufgebahrt

    Ich liege aufgebahrt
    es ist kein Singsang mehr
    zu hören
    die Tränentücher sind getrocknet
    und auch mein eigen ich
    bin aus-
    getrocknet
    doch immer noch!
    bin ich der Held der Stunde
    wie ich dort liege
    auf-gebahrt.
  • Ein romantischer TraumDatum12.05.1970 05:18
    Ein romantischer Traum.

    Wir sitzen an eine dieser Mauern gelehnt, deren Steine noch selbst zusammengesucht, oder aus dem Berg geschlagen wurden, nicht diese gekauften Ziegel, Steine, die es beim Baumarkt um 2,90 die Packung gibt.
    Selbstgeformte, selbst zusammengetragene Steine.
    Mir ist zwar ein wenig kalt am Rücken, ein dünnes, weißes T-Shirt ist kein Wärmespender, aber die Sonne brennt vom Himmel herab, sonst würden wir wohl bei dem alten Baum auf dem Hügel sitzen.
    Das letzte Mal hat es mich überall gejuckt und Ameisen sind meinen Rücken hinauf geklettert. Ich habe es kaum ausgehalten.
    Es herrscht Stille zwischen uns und die Blicke erforschen das Umland, das, von der Mauer durchzogen, in zwei Teile gespalten ist.
    Saftiges Gras wächst auf Beiden und auch die Vögel singen die selben Lieder. Der vorsommerliche Duft hängt wie eine Wolke darüber.
    Nicht Gedanken, noch Sprünge hält sie auf.
    Kein Hindernis.

    Es sind keine Worte notwendig. Wir genießen es dort zu sitzen, wir genießen die freundschaftliche Nähe und ich genieße den Duft deiner Haare.

    Jahre sind vergangen. Die alte Eiche wurde gefällt. Die selbst geformte Mauer musste einer aus Ziegeln um 2,90 weichen und der Hügel wurde abgetragen.
    Nun stehen dort zwei Fabriken, eingezäunt mit Stacheldraht und „Betreten Verboten“ Schildern.
    Mir ist, als ob wir immer noch dort sitzen und den lauen Wind, gepaart mit den süßesten Düften und den heißen Sonnenstrahlen über uns hinwegfegen lassen.
    Ich bin mir sicher, dass wir an diese Ziegeln gelehnt, am Beton sitzen könnten und das Umland mit seinen Zäunen und Schlöten, den Ketten und Schlössern betrachten könnten.
    Es wären keine Worte notwendig. Wir würden es genießen dort zu sitzen, würden unsere freundschaftliche Nähe genießen und ich, ich würde den Duft deiner Haare genießen.
    Würde mir sagen, dass mein Leben kein romantischer Traum war.
    Dass ich, unter gefällten Bäumen, auf betonierten Wiesen, zwischen maschinernem Vogelgezwitscher und lackschwarzem Frühlingsduft, es genoss bei dir zu sitzen, es genoss deine Nähe zu spüren, es genoss an deinen Haaren zu schnuppern.
    Es genoss, bei dir zu sein.
  • Die Grüne MarkDatum11.05.1970 16:43
    Thema von sEweil im Forum Gesellschaft
    Die Grüne Mark

    Ein Zirkus steht ins Haus.
    der eine Rot, der andre Schwarz
    gekleidet und auf Stirn gebrannt
    verrannt hat sich ein jeder schon

    Die Steiermark, das schöne Land
    von Bergen und von Seen
    da lässt sich .ungeprägt erahnen
    was wortgewandte Laien
    in Hymnenhaften Tönen speien
    dass wir ein Land der Hämmer seien.

    abgestempelt.
  • Eine KleinigkeitDatum11.05.1970 08:08
    Thema von sEweil im Forum Liebe und Leidenschaft
    Eine Kleinigkeit

    Es sind die Kleinigkeiten
    die mir Freude bereiten

    Schwachsinn
    Lüg doch nicht

    Die glänzenden Augen
    bergen mein Vertrauen

    Armselig,
    was du schwatzt

    Das Lächeln umschließt
    was du darin liest

    Ich verachte dich
    du Wurm

    Drei Worte jeden Tag
    die ich dir sag

    Du liebst sie doch nicht!
Inhalte des Mitglieds sEweil
Beiträge: 654
Seite 1 von 33 « Seite 1 2 3 4 5 6 33 Seite »
FSM Listinus Toplisten Die Top100 Literatur-Seiten im Netz Listinus Toplisten Die Top100 Kunst-Seiten im Netz Listinus Toplisten FSM

Besucher
1 Mitglied und 8 Gäste sind Online:
stray

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: incubu
Forum Statistiken
Das Forum hat 7170 Themen und 61683 Beiträge.

Heute waren 3 Mitglieder Online:
Joame Plebis, perry, stray

Besucherrekord: 420 Benutzer (07.01.2011 19:53).