Morgen gehn wir Schweine jagen,
blast die Hörner, schärft das Beil!
Morgen werden wir es wagen,
morgen geht es an den Kragen,
Schlagt die Trommeln, spitzt den Pfeil!
Vieles haben wir ertragen,
wähnten uns in ihrer Schuld -
doch es häuften sich die Klagen
und eh wir noch ganz verzagen
reißt der Faden der Geduld!
Morgen gehn wir Schweine schlagen,
reißt die Borsten, sengt den Speck!
Allzu dreist war ihr Betragen,
klatscht die Schinken, trefft den Magen,
jagt sie wieder in den Dreck!
Arbeitslos wird der Osama,
ruhig schläft der Dalai Lama
(ohne oder mit Pyjama).
Buttergleich schmeckt nun die Rama
in Madrid und Yokohama -
glimpflich endet jedes Drama,
denn ab jetzt regiert Obama!
O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf!
Reiß ab vom Himmel Tür und Tor,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel vor!
O Heiland, reiß die Himmel auf,
nimm deinen Knüppel und schlag drauf!
Schlag zwischen uns das Menschenvieh
im neuen Anno Domini.
O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
dass wieder neue Hoffnung werd.
Steck die Verräter in den Sack
und prügle Demut in das Pack!
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
auf den sie all ihr Hoffnung stellt?
Du hast dich lang genug versteckt -
wann wirst du endlich aufgeweckt?
Hier leiden wir die größte Not,
vor Augen steht der ewge Tod;
Ach komm, führ uns mit starker Hand
vom Elend ins verheißne Land.
der text ist eine variante des kirchenliedes aus dem 17.jhdt., die meisten zeilen stammen von diesem originaltext - daher auch die tw. etwas veraltete sprache.
hier der komplette originaltext von Friedrich Spee von Langenfeld, Köln, 1623:
O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf !
Reiß ab vom Himmel Tor uns Tür,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel für !
O Gott, ein' Tau vom Himmel gieß;
Im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
Den König über Jakobs Haus.
O Erd', schlag aus, schlag aus, o Erd',
Daß Berg und Tal grün alles werd'
O Erd', herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
Darauf sie all' ihr' Hoffnung stellt ?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
Komm tröst uns hie im Jammertal.
O klare Sonn', du schöner Stern,
Dich wollten wir anschauen gern.
O Sonn', geh auf, ohn' deinen Schein
In Finsternis wir alle sein.
Hie leiden wir die größte Not,
Vor Augen steht der ewig' Tod;
Ach komm, führ uns mit starker Hand
Vom Elend zu dem Vaterland.
Da wollen wir all' danken dir,
Unserm Erlöser, für und für.
Da wollen wir all' loben dich
Je allzeit immer und ewiglich.
Nun hab ich mich an deine Macht gewöhnt,
du schattenvoll genässte Kaltmamsell.
Ich hab mich nolens volens jetzt versöhnt
und mir dein Grau durch rote Glut verschönt,
denn allzu machtvoll ist das Zeit-Kartell.
Ich danke dir, dass du mich Demut lehrst
und dass die Hoffnung stark ist wie das Licht,
dass du der Sonne ihre Kraft verwehrst,
das leichte Sein in deiner Zeit beschwerst -
denn ohne dich säh ich den Sommer nicht...
Von traumverwirrten Bildern tief durchdrungen
hat der Poet den Leib dem Bett entschwungen
und rührt versonnen seinen Müsli-Brei.
Dann zieht er eine Kippe durch die Lungen
und ordnet sein Gedankenallerlei.
Sein Dichterhirn ist noch vom Traume schwanger,
so mäht er seiner Phantasien Anger
und drischt die Ernte in die Tastatur.
"Die schwarze Dichtkunst steht ab jetzt am Pranger!
Entlarve die Chimäre der Kultur!
Ich schaute letzte Nacht in tiefste Tiefen
und lauschte neuen Geistern, die mich riefen:
Verlogen ist die Trauerpoesie!
Wo Texte Tod und Liebesdrama miefen
stimmt dieses leider selten oder nie!
Der wahre Grund der Dichter Höllenqualen:
Sie können ihre Raten nicht bezahlen!
das - und nichts Andres - zwingt sie in die Knie.
Denn wo Gerichtsvollzieher sie zermahlen,
verdrängen sies und fliehn in Elegie!
Wie soll dem Dichter Positives glücken
Wenn Rechnungsberge, Raten ihn bedrücken?
Die Wirklichkeit wird so zur Dauerqual,
Sie schlägt auf Magen, Herz, Gemüt und Rücken
oh Schmerz, dein Stachel sticht so trivial..."
Der Dichter schwärmt vom goldenen Oktober,
er fabuliert berauscht vom kühlen Wein,
sein Auge blickt verzückt den schönen Schein:
Die Flora leuchtet golden und zinnober.
Auch hüpft das Herz des Dichters im Dezember,
wenn Nikolaus den Kindern Printen bringt
und jeder von Advent und Weihnacht singt...
Doch warum schweigt der Dichter im November?
Warum wird der November ihm zur Plage?
Warum verdrängt er diese grauen Tage,
als seien sie ein Klotz am Bein der Zeit?
Warum bleibt er verstimmt am Ofen hocken?
Es fehlt der weiße Zuckerguss der Flocken,
weil es so selten im November schneit!
Erst platzte ein Scheck bei Amigos in Kiel,
es knallte nur leis und man hörte nicht viel.
Auch fiel es kaum auf, dass beim Beten in Wierthe
ein Pastor dezent am Altar explodierte.
Dann platzte ein Doktor der Rechte in Bern,
das hörte man dann aber auch schon von fern.
Es platzten die Veden, Korane und Bibeln,
Bananen, Tomaten, Kartoffeln und Zwiebeln.
Es platzten die Knappen von Schalke Null Vier
und zwei Tage später der Rest vom Revier.
Das war nur der Anfang vom Puffen und Knallen -
denn bald war der Erdball in Gänze befallen!
Und als dann letztendlich fast alles geplatzt war,
war allüberall ungewöhnlich viel Platz da.
Weshalb das geschah, könnt ihr mich nicht mehr fragen:
Mich hat grad ein Knall ins Nirvana getragen.
Der Gottesbeweiser Ignatius Müller
verspürte ein Glühn nach erleuchteter Nacht.
Denn Ignaz, der allseits verehrte Enthüller
des Göttlichen hatte tief, ganz tief gedacht!
Vom Aldiweinengel gestützt und beflügelt
schwebt Ignaz zum Schreibtisch und greift zum Papier:
"Ich schreib es nun auf, es wird schriftlich besiegelt,
die Welt zu belehren liegt einzig an mir!"
Der Gottesbeweiser Ignatius Müller
hub an, doch der Teufel bewies seine Macht:
es fehlte der Engel der Tinte im Füller.
So wurde die Welt um die Wahrheit gebracht.
Es nahet nun die Zeit der Sabberdichter,
die stets erwachen, wenn der Vorhang fällt.
Im Dunkeln leuchten auch die kleinsten Lichter,
je dunkler - desto heller ihre Welt.
Sie spüren jenes Jucken in den Eiern
das ihresgleichen nun verstärkt bedrängt,
die hustend jedes bunte Herbstblatt feiern,
das noch mit letzter Kraft am Aste hängt.
Das Sterben der Natur erst macht sie munter,
wenn alles welkt, erblühet ihr Talent.
Und frierend holen sie sich einen runter,
denn Frust und Sterben ist ihr Element.
Klaus Guntram war kein Däne und kein Serbe,
kein Desperado und kein Asylant.
Klaus Guntram war ein stinkend reicher Erbe:
Mama von Adel, Vater Spekulant.
Doch als er auf die Platin-Rolex schaute,
um eins, nach sorgenschwer durchkokster Nacht,
weil sich ein harter Tag zusammenbraute,
ging Klausi in sich und hat nachgedacht:
"Ja, MUSS ich denn partout Champagner saufen
und jeden Tag ab fünfzehn Uhr zum Golf?
Ja, WILL ich überhaupt noch Weiber kaufen
und täglich Austern schlürfen bei "Chez Rolph"?
Ich hätt nicht wenig Lust, mich auszuklinken,
des Schicksals Bürde geht mir auf die Nuss!
Ich sende eine Spende an die Linken,
weil sich hier dringend etwas ändern muss."
So zwang sich Klaus zum Weg in neue Freiheit
und aß vereinzelt scharfe Currywurst.
Statt Golf versüßte Fußball seine Freizeit
und Lidl-Bier erstickte seinen Durst.
Dass er genas, genoss er mit Genossen,
die stets man noch wie ihn zur Unlust zwang.
Bei Fertigpizza hat er sich verschossen,
wodurch sein Elend zur Erlösung drang.
Tatsächlich: Sie erhörte die Signale,
sie lud ihn zum Gefecht der Ehe ein!
Und wenn sie noch nicht starben zum Finale,
dann turteln sie noch heut in Liechtenstein.