Ich habe das Böse dann doch noch entdeckt.
Es saß auf dem Lokus und hat mich erschreckt.
Ich hätte es beinahe gar nicht erkannt.
Dabei sind wir Menschen doch mit ihm verwandt.
Ich hoffte für lange Zeit, dass es nichts gibt,
das jeder verurteilen kann wie beliebt,
dass alles doch beiderlei Seiten enthält,
die gute, die böse. Und jeden Tag wählt
man sein Schicksal und jeder meint's gut,
egal wieviel Unrecht man letztlich dann tut.
Doch als ich ins Bad kam, da hockte mein Hund
und kackte ins Klo, und zwar ganz ohne Grund.
Die Haustür stand offen, damit er nach Plan
die Notdurft im Freien verrichten gehn kann.
Doch nutzte die Töle mein Bad ohne Recht,
und dieses Verhalten war böse und schlecht.
Die Mühle steht leer, doch das Dach ist gedeckt,
die Tür schließt noch richtig, ein Schlüsselbund steckt.
Ich küsse verborgen dein Herz wie es schlägt.
Auch wenn sich das Windrad schon längst nicht mehr regt,
so raunt es, als wenn sich der Mühlstein bewegt.
Es füllt sich ein Wind, der sich über uns legt.
Ich schien wohl kläglich in der Unterzahl
als ich dir heut mein ganzes Leben bot.
Doch Regen stürzt nicht wie ein Wasserfall
von Klippen tosend in den Heldentod.
Er setzt die Schritte tropfend überall
und trippelt so durchs Land als nasser Schrot.
Und merke, sie sind Brüder. Beide stammen
sie ab vom Meer mit seinem blauen Blick.
Ein Hauch streicht zart nur über Kerzenflammen,
doch er begeistert trotzdem ihr Geschick.
und fällt ein Kartenhaus in sich zusammen,
so bleibt doch jede Karte ohne Knick.
Ich begradige dich,
meine schlängelnde Spur,
und mal schwinge ich dich
gleichsam einer Gravur.
Ich blick nicht mehr nach vorn,
sondern schau dir nur nach.
Ich verfliege den Zorn,
der dich früher oft brach.
Vielleicht wirkt das verworrn,
doch dem geh ich nicht nach.
Ich begnadige dich
meine schlingelnde Spur
und entschuldige mich,
weil ja ich dich so fuhr.
Nun sei Richtung egal,
dachte ich irgendwann,
und ich treff meine Wahl
nach der Form deiner Bahn.
So durchquer ich den Saal
und stoß kaum mehr wo an.
ich las gerade in einem anderen Forum Kommentare zu Gedichten, und da stieß mir etwas negativ auf. Unter ein Gedicht hatten die Leute nämlich anstelle eines Kommentars, der sich mit dem Gedicht auseinandersetzt nur eigene Verse eingestellt zum ähnlichen Thema. Da vielen mir gleich einpaar Dinge ein, die mir an Kommentaren gefallen und einige, die ich doof finde. Dann dachte ich, vielleicht kommt hier ja eine Diskussion zum Thema zustande, die auch den einen oder anderen hilfreichen Tipp enthält. Das meiste davon ist hier an der einen oder anderen Stelle schonmal diskutiert worden.
Zunächst zum Positiven. Mir gefällt es, wenn der Kommentar direkt auf das Gedicht bezug nimmt und ich das Gefühl hab, der Kritiker nimmt den Dichter ernst. Das kann sich natürlich beispielsweise auch im Negativfall in einer sehr harten Kritik äußern. Aber das ist allemal besser, als wenn ich als Kritiker denke, "so ein Mist" und trotzdem sage "Hübsch, hübsch."
Da komme ich gleich zum nächsten Punkt. Mir persönlich ist die Länge eines Kommentars ziemlich egal, wenn er denn nur für mich als Autor etwas zum Gedicht sagt. Ich habe schon sehr gute Hinweise aus sehr kurzen Kritiken bekommen.
Was ich nicht mag, sind, wie oben schon erwähnt, Kommentare in Gedichtform, es sei denn sie karikieren das Gedicht direkt, greifen Form und Inhalt des Gedichtes direkt auf, um dem Autor mögliche Schwächen des Werkes zu zeigen. Ansonsten bringen mir diese gedichteten Antworten als Autor nicht so viel. Das ist was für den Circus.
Auch die beliebten und von mir auch schon öfters mal erfreut entgegengenommenen Kurzkommentare der Form "Schön" oder "Gefällt mir", gefallen mir im Gegenzug letztlich nicht so, besonders wenn das das einzige ist, was zu einem Text gesagt wird.
Nun sieh dir einmal deine Schuhe an,
wie alt und abgelaufen die jetzt sind.
Du trugst sie seit du jung warst, alter Mann.
Als du sie anzogst, warst du noch ein Kind.
Sie waren damals noch zu groß für dich,
So machtest du beim Gehen Zehen krumm.
Auch heut noch stehst du wie ein schiefer Strich
auf Pergament als fielest du gleich um.
Man glaubt dir, dass du weit gegangen bist,
viel Staub im Laufe aufgewirbelt hast,
und dass dir dabei viel begegnet ist,
und pfiffig hast du mancherlei erfasst.
Du tönst, du hättest stets zuletzt gelacht,
und hältst dich selbst für einen weisen Mann.
Doch warum hast du niemals dran gedacht,
dass man auch Schuhe wechseln kann?
Ein jedes Wort
So wohl es fällt
so wohl im Ohr
kommt es mir vor
als ob wer zählt
unendlich weit
und nie begann
vor langer Zeit
dicht nebenan
und an der Wand
liegt meine Hand
und fühlt den Schall
von jeder Zahl
Ich fürchte bald
wird diese Wand
unendlich kalt
wenn jener Mann
mal nicht mehr ist
Wer weiß wer dann
die Hand mir küsst.
Wer zählt dann fort?
Es ist gleich 3 wenn ich nicht täusche.
Die Katzen springen über Häuserdächer
und machen dabei kaum viel mehr Geräusche
als das nervöse Flattern unsrer Fächer.
Wir sitzen vor der Türe auf den Bänken
und scherzen, dass die Hitze uns erschlägt,
Geplapper, um uns davon abzulenken,
was heut das Schicksal schwanger in sich trägt.
Herrje, die Schwüle bringt uns bald noch um.
Und ständig hört man hier die Hunde bellen.
Sie belln die bösen Katzen an, die nur so zum
Vergnügen kleine Beutetiere quälen.
Nicht weil sie sich um süße Mäuse sorgten,
nein nein, die Hunde handeln instinktiv.
Doch Menschen kosten nur den schön verkorkten
und nicht den wilden Wein. Das Ginge schief.
Die Köter sind zum Glück domestiziert,
und wilde Wölfe würden niemals bellen.
Der Mensch hingegen ist zivilisiert,
doch schlägt sein Geist so manche wilde Wellen.
Schon branden sie im Kampfflugzeuggeschwader.
Wir schauen auf, die Hände schützend an
der Stirn und Furcht pocht in der Kopfschlagader
bei allen, Köter, Katze, Maus und Mann.
Neulich haben wir uns zwei gesucht, gefunden,
recht viel Sex gehabt und im als Kurzbeziehung
anerkannten Provisorium verbunden,
frei von Zwang, Vertrauen und Diskriminierung.
Doch nun kommt die Zeit, in der so Fragen fallen,
leise wilde Blätter im Affärenherbst:
Könnten wir uns lebenslang zusammen ballen?
Prompt entfahren Gegenfragen meinem Herz:
Ist sie krank, und hat sie nicht mehr lang zu leben?
Tötete sie jeden Exfreund nachts im Bett?
Ist sie schon an einen anderen vergeben?
Oder ist sie frei, gesund und einfach nett?
Denn ich brauche Liebe, die am Schluss mein Herz bricht,
oder eine, die ich einst beweinen kann.
Denn nur voll erblüht die Liebe, die der Schmerz sticht,
dass ich sie verlieren werde irgendwann.
Unsere Beziehung ist ein Wegstück,
das uns zweien freistellt, es zu gehen,
schleichen oder es entlang zu stürzen,
und ich frage mich, ist es ein Unglück,
dass wir nicht ein Schild am Rand erspähen,
welches mahnt, den Weg nicht zu verkürzen,
und dass keine Zeichen seine Strecken
säumen, die mich stets erinnerten, auch
ruhig jeden Schritt sanft aufzusetzen
oder gar zurück zu führen, Schnecken
überholen lassend, ohne Missbrauch
unsrer Schnelligkeit uns nicht zu hetzen,
weil ich sonst vielleicht im Trott vergäße,
dass es wichtig ist, mal zu verweilen,
ab und an auch Rückenwind zu spüren,
nur berauscht vom Strom der Blutgefäße,
Augenblicke noch entzwei zu teilen,
und uns dabei ziellos zu verführen?
Wenn er hier seine Runden dreht,
mit Fantasiechen Gassi geht
und seine Verse - stets ein Fest -
wie Hundehaufen fallen lässt,
dann denkst du blickend auf den Dreck
energisch, "Herrchen, mach das weg!
Du bist doch nicht alleine hier.
Ich kack dir auch nicht vor die Tür!"
so Kram, der dir als bravem Mann
trotz allem mal entfahren kann.
Doch sparst du höflich jeden Satz
wohlwissend, er wär für die Katz.
Zu Anfang als er her zog, bist
du rein getreten in den Mist.
Bald lerntest du zwar auszuweichen,
doch kann's dir manchmal trotzdem reichen,
und wünschtest dir, du hättst die Kacke
an Fickgedichten von der Backe.
Ich schlurfe wochenlang halb stolpernd,
anderthalb im Stehen dösend,
durch die Tagestunnel und gestehe,
dass ich vieles um mich übersehe
in dem Rummel, der nichts ist,
außer, dass man täglich speist und arbeitet,
den eignen Sinn bewahrheitet
und gleich vergisst,
paar Einsichten auf seinen eignen
Wesenskern beklarheitet,
und der sitzt rum und sieht gern fern,
fährt zwanghaft mit der Hand durchs Haar,
verpasst sich selbst als gute Tat
und rollt sich wie die Raupe krumm
in dem Salat.
Und dieses grüne Licht umfällt
mich wie es mich in seinen Blättern hält
als Decke, die mich schützt und wärmt,
obwohl die Sonne draußen schwitzt.
Versuche, sich mal hoch zu zerrn,
verhallen in der Ferne nur,
jedoch ich schwöre bei dem Leben,
das noch an mir hängt,
verbockt zum Knotenknäul verschränkt,
und von sich selbst nichts Gutes denkt
und somit diesen Schwur von seinem Wert entleert,
ich würde gerne.
Doch heute fang ich an zu singen,
ja, zu singen, in der Hoffnung,
so mich selber zu bestärken,
zu bedingen, zu bemerken,
umgekehrt als sonst
Entscheidungen zu fällen,
aber Bäume stehn zu lassen.
Hörst du meine Stimme?
Eine Melodie ist nicht zu fassen,
doch ich schicke meine Worte tanzen.
Komm wir tanzen, meine Schöne, meine Stimme,
lass uns schleichend kleine Sprünge pflanzen,
heiter einen ganzen Garten toben,
schlag ein Rad in dem Salat
und lass uns diesen Tag
noch vor dem Abend loben!
Spiele, alles wäre leicht,
und was du musst, wär was du willst
und was dir reicht!
Ich bitte die Damen zum Walzer,
und lass mich ein zum Herrentango,
merk mir Namen, Farben, fang so
vieles ein wie möglich,
all die Leute, Bilder, Worte
flattern in mir weiter,
so wie Schwärme wilder Vögel
in dem alten, leeren Turm, heiter
wie ein bunter Sturm.
So sind nun ihre Lieder mein Begleiter.
Wie bringe ich nur diese Botschaft zu dir?
Gefühlt und erlebt, aber nie formuliert.
Oft lese ich Worte, die sind nicht von mir,
doch wird mein Gefühl durch sie gut transportiert.
Wär dennoch nicht rechtens wenn ich sie zitier'.
Was andre einst schrieben ist uns nicht passiert.
Dann hörte ich neulich von Zauberpapier,
das Tinte zu ehrlichen Sätzen formiert
für den, der sie drauf gießt, der Liebsten zur Zier.
Ein Blatt war gefunden und ich hab's probiert.
Das was sich dann niederschrieb auf das Papier,
war seltsam verstörend und nicht intendiert.
Einst scheuchte mich Einsamkeit flehend zu dir.
Sie ist's, die Gefühle für dich induziert.
Und darum umarme ich dich, wenn ich frier
und weine vor dir, wenn die Welt mich frustriert.
und wenn du mich brauchst, bleib ich immer bei dir,
und hoffe, dass Nähe einst Liebe gebiert.