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  • Das BöseDatum17.05.1970 00:36
    Das Böse

    Ich habe das Böse dann doch noch entdeckt.
    Es saß auf dem Lokus und hat mich erschreckt.
    Ich hätte es beinahe gar nicht erkannt.
    Dabei sind wir Menschen doch mit ihm verwandt.

    Ich hoffte für lange Zeit, dass es nichts gibt,
    das jeder verurteilen kann wie beliebt,
    dass alles doch beiderlei Seiten enthält,
    die gute, die böse. Und jeden Tag wählt

    man sein Schicksal und jeder meint's gut,
    egal wieviel Unrecht man letztlich dann tut.
    Doch als ich ins Bad kam, da hockte mein Hund
    und kackte ins Klo, und zwar ganz ohne Grund.

    Die Haustür stand offen, damit er nach Plan
    die Notdurft im Freien verrichten gehn kann.
    Doch nutzte die Töle mein Bad ohne Recht,
    und dieses Verhalten war böse und schlecht.

  • Die MühleDatum17.05.1970 00:36
    Die Mühle

    Die Mühle steht leer, doch das Dach ist gedeckt,
    die Tür schließt noch richtig, ein Schlüsselbund steckt.
    Ich küsse verborgen dein Herz wie es schlägt.

    Auch wenn sich das Windrad schon längst nicht mehr regt,
    so raunt es, als wenn sich der Mühlstein bewegt.
    Es füllt sich ein Wind, der sich über uns legt.
  • Wasserfall und RegenDatum17.05.1970 00:22
    Wasserfall und Regen

    Ich schien wohl kläglich in der Unterzahl
    als ich dir heut mein ganzes Leben bot.
    Doch Regen stürzt nicht wie ein Wasserfall
    von Klippen tosend in den Heldentod.
    Er setzt die Schritte tropfend überall
    und trippelt so durchs Land als nasser Schrot.

    Und merke, sie sind Brüder. Beide stammen
    sie ab vom Meer mit seinem blauen Blick.
    Ein Hauch streicht zart nur über Kerzenflammen,
    doch er begeistert trotzdem ihr Geschick.
    und fällt ein Kartenhaus in sich zusammen,
    so bleibt doch jede Karte ohne Knick.


  • SpurführungDatum17.05.1970 00:12
    Spurführung

    Ich begradige dich,
    meine schlängelnde Spur,
    und mal schwinge ich dich
    gleichsam einer Gravur.

    Ich blick nicht mehr nach vorn,
    sondern schau dir nur nach.
    Ich verfliege den Zorn,
    der dich früher oft brach.
    Vielleicht wirkt das verworrn,
    doch dem geh ich nicht nach.

    Ich begnadige dich
    meine schlingelnde Spur
    und entschuldige mich,
    weil ja ich dich so fuhr.

    Nun sei Richtung egal,
    dachte ich irgendwann,
    und ich treff meine Wahl
    nach der Form deiner Bahn.
    So durchquer ich den Saal
    und stoß kaum mehr wo an.
  • KörperspracheDatum16.05.1970 22:13
    Körpersprache

    Nicht ein Versprechen hält
    uns fest. Es sprüht zwar Bilder bunt
    an unsre Wand, doch lautlos fällt
    der Groschen auf des Brunnens Grund.

    So winkst du mir von weitem zu,
    umarmst mich, wenn ich vor dir steh.
    Im Dunkeln mit den Augen zu
    zerschmilzt dein warmer Kuss wie Schnee.

    Ein sanftes Schlingen deines Beins
    um meines gibt mir zu verstehn,
    die Nähe dies Beisammenseins
    ist dir unendlich angenehm.

    Und meine linke Hand verstreicht
    ein Kompliment auf deinem Po.
    Die Botschaft, die dein Blick mir reicht,
    erwidere ich lichterloh.

    Lass also lieber Zungen wild
    umschlungen diskutieren als
    mit Worten, sein sie noch so mild,
    im freien Fall zum falschen Hals.
  • JahresringeDatum16.05.1970 20:11
    Thema von GerateWohl im Forum Diverse
    Hier ein leider abgelehnter Beitrag für eine private Geburtstagseinladungskarte.

    Jahresringe

    Es heißt, der Weg sei unser Ziel,
    doch geht man ihn nicht portioniert
    und zählt der Zeitraum "Jahr" nicht viel,
    auch wenn dort Wichtiges passiert.

    Denn manches große Werk entsprang
    zwar dem Moment an einem Tag,
    doch wuchs es meist unklärbar lang
    und zählte nicht den Glockenschlag.

    Drum freut euch an des Baumes Grün
    und dauert den, der an ihm sägt,
    um wie ein Dummkopf nachzusehn,
    wieviele Ringe er schon trägt.
  • Zweidrei Gedanken zu KommentarenDatum16.05.1970 17:36
    Thema von GerateWohl im Forum Plauderecke
    Hallo Tümpler,

    ich las gerade in einem anderen Forum Kommentare zu Gedichten, und da stieß mir etwas negativ auf. Unter ein Gedicht hatten die Leute nämlich anstelle eines Kommentars, der sich mit dem Gedicht auseinandersetzt nur eigene Verse eingestellt zum ähnlichen Thema. Da vielen mir gleich einpaar Dinge ein, die mir an Kommentaren gefallen und einige, die ich doof finde. Dann dachte ich, vielleicht kommt hier ja eine Diskussion zum Thema zustande, die auch den einen oder anderen hilfreichen Tipp enthält. Das meiste davon ist hier an der einen oder anderen Stelle schonmal diskutiert worden.

    Zunächst zum Positiven. Mir gefällt es, wenn der Kommentar direkt auf das Gedicht bezug nimmt und ich das Gefühl hab, der Kritiker nimmt den Dichter ernst. Das kann sich natürlich beispielsweise auch im Negativfall in einer sehr harten Kritik äußern. Aber das ist allemal besser, als wenn ich als Kritiker denke, "so ein Mist" und trotzdem sage "Hübsch, hübsch."
    Da komme ich gleich zum nächsten Punkt. Mir persönlich ist die Länge eines Kommentars ziemlich egal, wenn er denn nur für mich als Autor etwas zum Gedicht sagt. Ich habe schon sehr gute Hinweise aus sehr kurzen Kritiken bekommen.

    Was ich nicht mag, sind, wie oben schon erwähnt, Kommentare in Gedichtform, es sei denn sie karikieren das Gedicht direkt, greifen Form und Inhalt des Gedichtes direkt auf, um dem Autor mögliche Schwächen des Werkes zu zeigen. Ansonsten bringen mir diese gedichteten Antworten als Autor nicht so viel. Das ist was für den Circus.
    Auch die beliebten und von mir auch schon öfters mal erfreut entgegengenommenen Kurzkommentare der Form "Schön" oder "Gefällt mir", gefallen mir im Gegenzug letztlich nicht so, besonders wenn das das einzige ist, was zu einem Text gesagt wird.

    Wie sehen andere das?
  • GreiseweiseDatum16.05.1970 14:44
    [b]Greiseweise[/b]

    Nun sieh dir einmal deine Schuhe an,
    wie alt und abgelaufen die jetzt sind.
    Du trugst sie seit du jung warst, alter Mann.
    Als du sie anzogst, warst du noch ein Kind.

    Sie waren damals noch zu groß für dich,
    So machtest du beim Gehen Zehen krumm.
    Auch heut noch stehst du wie ein schiefer Strich
    auf Pergament als fielest du gleich um.

    Man glaubt dir, dass du weit gegangen bist,
    viel Staub im Laufe aufgewirbelt hast,
    und dass dir dabei viel begegnet ist,
    und pfiffig hast du mancherlei erfasst.

    Du tönst, du hättest stets zuletzt gelacht,
    und hältst dich selbst für einen weisen Mann.
    Doch warum hast du niemals dran gedacht,
    dass man auch Schuhe wechseln kann?
  • EheringDatum16.05.1970 14:14
    Ehering

    Es gibt Phasen, die uns voneinander trennen,
    und wir glubschen durch die Phasengrenzen.

    Angemessen hoffnungsfroh sind wir dabei und wähnen,
    dass wir zwei uns wenigstens ergänzen.

    Aber unser Motor läuft nicht rund und
    streckt uns scheppernd die flatternde Zunge heraus.

    Doch dabei laufen du und ich ja rund -
    im kleinen Kreis und treten unsre Flammen aus.
  • KonvergenzDatum15.05.1970 22:03
    Konvergenz

    Ein jedes Wort
    So wohl es fällt
    so wohl im Ohr
    kommt es mir vor
    als ob wer zählt
    unendlich weit
    und nie begann
    vor langer Zeit
    dicht nebenan
    und an der Wand
    liegt meine Hand
    und fühlt den Schall
    von jeder Zahl
    Ich fürchte bald
    wird diese Wand
    unendlich kalt
    wenn jener Mann
    mal nicht mehr ist
    Wer weiß wer dann
    die Hand mir küsst.
    Wer zählt dann fort?

  • ThronfolgeDatum15.05.1970 22:02
    Thema von GerateWohl im Forum Diverse
    Thronfolge

    Du warst einst der König vieler
    Ländereien, ich nur Spieler
    bis ich dich vom Thron entsorgte
    und mir deine Herrschaft borgte.

    Streng nach Regeln, kaum begonnen,
    hatte ich das Spiel gewonnen,
    setzte an zum letzten Schlage
    schnurstracks in dein Wehgeklage

    über tugendhaften Anstand,
    der zwar nicht in Regeln drin stand
    aber selbstverständlich wäre,
    den ich aber wohl entbehre.

    Und dein Einsatz erst, dein Reich,
    war dem meinen auch nie gleich,
    denn ich setzte nur mein Leben
    und das hättest du natürlich

    mir am Schluss zurück gegeben,
    so wie eines Königs würdig.
    Und wie wir den Thron erklimmen
    wird den Schicksalslauf bestimmen.

    Würd' ich dir den Hals umdrehen,
    wird es mir einst selbst so gehen.
    Daraufhin versöhne ich mich
    mit mir selbst und massakrier' dich.

    All dein Reden ließ mich kurz zwar
    zweifeln, doch nun ist mir glasklar,
    du selbst ließest bei dem alten
    König auch nicht Gnade walten.
  • HitzewellenDatum15.05.1970 20:08
    Thema von GerateWohl im Forum Gesellschaft
    Hitzewellen

    Es ist gleich 3 wenn ich nicht täusche.
    Die Katzen springen über Häuserdächer
    und machen dabei kaum viel mehr Geräusche
    als das nervöse Flattern unsrer Fächer.

    Wir sitzen vor der Türe auf den Bänken
    und scherzen, dass die Hitze uns erschlägt,
    Geplapper, um uns davon abzulenken,
    was heut das Schicksal schwanger in sich trägt.

    Herrje, die Schwüle bringt uns bald noch um.
    Und ständig hört man hier die Hunde bellen.
    Sie belln die bösen Katzen an, die nur so zum
    Vergnügen kleine Beutetiere quälen.

    Nicht weil sie sich um süße Mäuse sorgten,
    nein nein, die Hunde handeln instinktiv.
    Doch Menschen kosten nur den schön verkorkten
    und nicht den wilden Wein. Das Ginge schief.

    Die Köter sind zum Glück domestiziert,
    und wilde Wölfe würden niemals bellen.
    Der Mensch hingegen ist zivilisiert,
    doch schlägt sein Geist so manche wilde Wellen.

    Schon branden sie im Kampfflugzeuggeschwader.
    Wir schauen auf, die Hände schützend an
    der Stirn und Furcht pocht in der Kopfschlagader
    bei allen, Köter, Katze, Maus und Mann.
  • QuartalslieberDatum15.05.1970 18:11
    Quartalslieber

    Neulich haben wir uns zwei gesucht, gefunden,
    recht viel Sex gehabt und im als Kurzbeziehung
    anerkannten Provisorium verbunden,
    frei von Zwang, Vertrauen und Diskriminierung.

    Doch nun kommt die Zeit, in der so Fragen fallen,
    leise wilde Blätter im Affärenherbst:
    Könnten wir uns lebenslang zusammen ballen?
    Prompt entfahren Gegenfragen meinem Herz:

    Ist sie krank, und hat sie nicht mehr lang zu leben?
    Tötete sie jeden Exfreund nachts im Bett?
    Ist sie schon an einen anderen vergeben?
    Oder ist sie frei, gesund und einfach nett?

    Denn ich brauche Liebe, die am Schluss mein Herz bricht,
    oder eine, die ich einst beweinen kann.
    Denn nur voll erblüht die Liebe, die der Schmerz sticht,
    dass ich sie verlieren werde irgendwann.
  • VerkehrsberuhigungDatum15.05.1970 17:58
    Verkehrsberuhigung

    Unsere Beziehung ist ein Wegstück,
    das uns zweien freistellt, es zu gehen,
    schleichen oder es entlang zu stürzen,
    und ich frage mich, ist es ein Unglück,
    dass wir nicht ein Schild am Rand erspähen,
    welches mahnt, den Weg nicht zu verkürzen,

    und dass keine Zeichen seine Strecken
    säumen, die mich stets erinnerten, auch
    ruhig jeden Schritt sanft aufzusetzen
    oder gar zurück zu führen, Schnecken
    überholen lassend, ohne Missbrauch
    unsrer Schnelligkeit uns nicht zu hetzen,

    weil ich sonst vielleicht im Trott vergäße,
    dass es wichtig ist, mal zu verweilen,
    ab und an auch Rückenwind zu spüren,
    nur berauscht vom Strom der Blutgefäße,
    Augenblicke noch entzwei zu teilen,
    und uns dabei ziellos zu verführen?

  • WurstDatum15.05.1970 17:43
    Thema von GerateWohl im Forum Diverse
    Wurst

    Stopf dir alles in den Darm
    all dein Unglück, Glück und Fraß.
    Schlinge deinen Jugendschwarm,
    kau den Erzfeind ohne Maß.

    Schlucke Feuer, Schlamm und Schnee,
    alle Schritte dieses Tags.
    Nippe zwischendurch am Tee,
    einfach wegen des Geschmacks.

    Weh dir Blätter in dein Maul,
    huste Schmerz nach innen rein,
    friss das Obst auch alt und faul,
    du schaust einst nicht besser drein.

    Eierschlangengleich verschlinge
    dich noch selbst, und kriegst du Durst,
    trinke dich dazu. Vollbringe
    diesen letzten Schritt zur Wurst.

  • EngelDatum15.05.1970 12:16
    Thema von GerateWohl im Forum Diverse
    Engel

    Bunte Perlen in den Haaren klickern
    um die Ohren, zieren dein Gesicht und
    deutern, wer dich sieht und was dich trifft.

    In deinem Lippensumpf versickern
    alle Fragen darum, welcher Abgrund
    mich emfängt in deinem Kuss, bekifft

    gleichgültig und lieb. Verklärt verschickern
    dich die Spiegel dieser Nacht im Rund
    deiner Augenfahrt, die mich umschifft.

    Wie willst du deine Einsichten verdickern,
    wenn du letztlich doch den eignen Kussmund
    schmatzt und kaust am unbenutzen Stift?

    --------------------------------------------
    alte Fassung:

    Engel

    Bunte Perlen in den Haaren klickern
    um die Ohren, zieren dein Gesicht und
    deutern, wer dich sieht und was dich trifft.

    In deinem Lippensumpf versickern
    alle Fragen darum, welcher Abgrund
    mich emfängt in deinem Schoß, bekifft

    gleichgültig und lieb. Verklärt verschickern
    dich die Spiegel dieser Nacht im Schwund
    meiner Wahrnehmung, die auf mich schifft.

    Wie willst du deine Meinungen verdickern,
    wenn du letztlich doch den eignen Kussmund
    schmatzt und kaust am unbenutzen Stift?

    ????
  • HäufchenDatum15.05.1970 11:59
    Thema von GerateWohl im Forum Circus Lyricus
    Wenn er hier seine Runden dreht,
    mit Fantasiechen Gassi geht
    und seine Verse - stets ein Fest -
    wie Hundehaufen fallen lässt,
    dann denkst du blickend auf den Dreck
    energisch, "Herrchen, mach das weg!
    Du bist doch nicht alleine hier.
    Ich kack dir auch nicht vor die Tür!"
    so Kram, der dir als bravem Mann
    trotz allem mal entfahren kann.
    Doch sparst du höflich jeden Satz
    wohlwissend, er wär für die Katz.
    Zu Anfang als er her zog, bist
    du rein getreten in den Mist.
    Bald lerntest du zwar auszuweichen,
    doch kann's dir manchmal trotzdem reichen,
    und wünschtest dir, du hättst die Kacke
    an Fickgedichten von der Backe.
  • AnorgasmieDatum15.05.1970 10:30
    Anorgasmie

    Ich öffne dein Schmuckkästchen knarrend
    und streichle den Samt in dem zahnlos
    gefütterten Mund, der mich harrend
    belächelt, willkommend doch planlos.


  • Singe und Tanze!Datum15.05.1970 10:17
    Thema von GerateWohl im Forum Diverse
    Singe und Tanze!

    Ich schlurfe wochenlang halb stolpernd,
    anderthalb im Stehen dösend,
    durch die Tagestunnel und gestehe,
    dass ich vieles um mich übersehe
    in dem Rummel, der nichts ist,
    außer, dass man täglich speist und arbeitet,
    den eignen Sinn bewahrheitet
    und gleich vergisst,
    paar Einsichten auf seinen eignen
    Wesenskern beklarheitet,
    und der sitzt rum und sieht gern fern,
    fährt zwanghaft mit der Hand durchs Haar,
    verpasst sich selbst als gute Tat
    und rollt sich wie die Raupe krumm
    in dem Salat.
    Und dieses grüne Licht umfällt
    mich wie es mich in seinen Blättern hält
    als Decke, die mich schützt und wärmt,
    obwohl die Sonne draußen schwitzt.
    Versuche, sich mal hoch zu zerrn,
    verhallen in der Ferne nur,
    jedoch ich schwöre bei dem Leben,
    das noch an mir hängt,
    verbockt zum Knotenknäul verschränkt,
    und von sich selbst nichts Gutes denkt
    und somit diesen Schwur von seinem Wert entleert,
    ich würde gerne.

    Doch heute fang ich an zu singen,
    ja, zu singen, in der Hoffnung,
    so mich selber zu bestärken,
    zu bedingen, zu bemerken,
    umgekehrt als sonst
    Entscheidungen zu fällen,
    aber Bäume stehn zu lassen.
    Hörst du meine Stimme?
    Eine Melodie ist nicht zu fassen,
    doch ich schicke meine Worte tanzen.
    Komm wir tanzen, meine Schöne, meine Stimme,
    lass uns schleichend kleine Sprünge pflanzen,
    heiter einen ganzen Garten toben,
    schlag ein Rad in dem Salat
    und lass uns diesen Tag
    noch vor dem Abend loben!
    Spiele, alles wäre leicht,
    und was du musst, wär was du willst
    und was dir reicht!
    Ich bitte die Damen zum Walzer,
    und lass mich ein zum Herrentango,
    merk mir Namen, Farben, fang so
    vieles ein wie möglich,
    all die Leute, Bilder, Worte
    flattern in mir weiter,
    so wie Schwärme wilder Vögel
    in dem alten, leeren Turm, heiter
    wie ein bunter Sturm.
    So sind nun ihre Lieder mein Begleiter.
  • LiebeserklärungDatum15.05.1970 09:32
    Liebeserklärung

    Wie bringe ich nur diese Botschaft zu dir?
    Gefühlt und erlebt, aber nie formuliert.
    Oft lese ich Worte, die sind nicht von mir,
    doch wird mein Gefühl durch sie gut transportiert.
    Wär dennoch nicht rechtens wenn ich sie zitier'.
    Was andre einst schrieben ist uns nicht passiert.

    Dann hörte ich neulich von Zauberpapier,
    das Tinte zu ehrlichen Sätzen formiert
    für den, der sie drauf gießt, der Liebsten zur Zier.
    Ein Blatt war gefunden und ich hab's probiert.
    Das was sich dann niederschrieb auf das Papier,
    war seltsam verstörend und nicht intendiert.

    Einst scheuchte mich Einsamkeit flehend zu dir.
    Sie ist's, die Gefühle für dich induziert.
    Und darum umarme ich dich, wenn ich frier
    und weine vor dir, wenn die Welt mich frustriert.
    und wenn du mich brauchst, bleib ich immer bei dir,
    und hoffe, dass Nähe einst Liebe gebiert.


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