Finde ich ne tolle Idee, das von unten nach oben zu lesen. Schaffst du auch von rechts nach links? Das wäre so die erste Schwierigkeit, die mir dazu einfiele. Ohne Dieb aus der Nacht wäre der erste Satz doch etwas mager. Frischere Gleichnisse!? Okay, kommt auf die Liste, kann nie schaden. Aber Stringenz wäre hier fehl am Platz, das soll so, aber wenn es trotzdem der Worte wert war, scheint ja außer Verwirrung noch was Gutes bei rumgekommen zu sein. Das freut mich. Danke für die Rückmeldung.
oh, wenn GB mich vor der in dieser Collage an den Tag gelegten Beliebigkeit retten will, möchte ich dem nicht im Wege stehen! Zumindest nicht, bevor ichs mal quergelesen habe. Also falls du da tolle oder schlaue oder brauchbare Sachen hast, bitte zuschicken, falls es nicht zu viele Umstände macht. :) Salut!
Hey Joame, ich habe ziemlich lange an dieser Perspektive gearbeitet und werde es weiterhin tun, an der Perspektive des narzisstischen Checkers, der ein zynisches Weltbild hat. Ich habe letztens gerade auf einer Lesung von zwei Schreibern gehört, dass man seine Figuren lieben und Geschichten so schreiben müsse, dass wenigstens ein Lichtblick am Ende der Geschichte bleibt, etwas, das der Leser mitnehmen kann. Ich finde nicht, dass Literatur didaktische Elemente mitliefern sollte und versuche, alles lehrbuchmäßige zu vermeiden. Erbauliches findet statt, aber es ist nur ein kleiner Teil des Ganzen. Manche seiner Gedanken zu ihr sind von Sympathie geprägt, aber das sind Ausnahmen, Überlegungen, die ihm eher zustoßen. Bewusst sucht er nur seinen Vorteil und amüsiert sich über die Berechenbarkeit seines Umfelds und seine Manipulationen. Bisher habe ich meine Figuren meistens scheitern lassen. In dieser Geschichte sollten ihm die Dinge gelingen, das ist für mich etwas neues. Dass man nicht nur unsympathische Figuren schreibt, sondern sie auch damit durchkommen lässt. Literatur darf das, sie darf unterhalten, ohne sich um Richtig und Falsch kümmern zu müssen. Natürlich ist Sex an sich nichts, das irgendwen hinterm Ofen hervorlockt. Und alles diesbezügliche aus der Literatur ausblenden zu wollen, ist in Anbetracht unserer übersexualisierten Welt verständlich. Ich lasse ihn stattfinden, weil er zum Leben dazugehört. Danke für das Kompliment bezüglich der Ausarbeitung, es ist ein doppeltes, da ich die Geschichte vor ein paar Nächten in einem Rutsch schrieb und sie danach nur einmal überarbeitete.
Pistacia Vera, danke auch dir für das Lob, hat mich gefreut. Mir sind diese Zeilen gestern sozusagen zugestoßen, als ich bei ner Geschichte nicht weiterkam und einfach mal frei assoziierte, um irgendwas in Gang zu bringen. Hier war dann Weltpremiere. :D Danke auch für deine Gedanken dazu!
ZitatDas ist für Dich aber belanglos. Du weißt, wie wenig Einfluss ich auf Deine Art zu schreiben nehmen will und kann.
Ist es nicht! Bin immer interessiert an anderer Leute Meinungen
ZitatStellenweise langatmig, als hättest du den Ehrgeiz, eine Gedankenfolge wiederzugeben, machst du dem Zeitgeschmack keine Zugeständnisse. Texten, die im Netz erscheinen, verzeiht der Leser das oft nicht. Aber das weißt du selbst.
Ja das ist auch mein Eindruck, ich schreibe ja auch kurze und kompakte Geschichten, aber nicht alles lässt sich komprimieren; manches muss ordentlich auserzählt werden. Netz hin oder her, 15 Minuten Aufmerksamkeitsspanne traue ich dem Netzleser schon noch zu. Die Geschichte muss dann freilich entsprechende Qualität haben, die hier kommt nirgendwo gut an, wahrscheinlich ist sie wirklich langweilig. Ich fand das Gedankenspiel des Doppellebens interessant, das ich aber anscheinend so gut versteckte, dass es niemandem auffällt.
ZitatDen typischen eigenen Stil zu entwickeln kann Jahre dauern.
Das sag ich mir auch, wenn ich ungeduldig zu werden beginne und die letzten drei Geschichten misslungen scheinen! Immerhin Stilübungen sinds immer. Dranbleiben und schreiben schreiben schreiben, mehr Geheimnis gibts nicht
ZitatDeine Texte lese ich nicht ungerne, weil sie eine überlegte Perspektive haben und auch einen Plot, der so genannt werden darf.
Na immerhin!
ZitatZeitgemäß wäre Fortfall der Floskeln (fragte sie, sagte er) um Unterhaltungen lebendiger zu gestalten
Diese flexiblen inquit-Formeln sind ja keine Erfindung der letzten Jahrzehnte, ich kenne einige gute Schreiber, die davon prinzipiell nichts halten - ich gehöre nicht dazu, wenigstens nicht prinzipiell
ho, Gassenbaum! unschönes Urteil, danke für die Ehrlichkeit.
ja, wer ist schon mit seinem vergangenen Ich identisch, da befinden wir uns in quantitativ guter Gesellschaft. viel Spaß und Erfolg noch bei der Erforschung deines bis jetzt noch gemäßigteren aktuellen Ichs, ich hoffe es ist nicht nur Ausdruck des Schocks, den du sicherlich bekamst, als du eines Tages aufwachtest und feststelltest, du bist ein Käfer. das soll für einen gewissen Gregor Samsa eine sehr schwierige Situation gewesen sein
beim Titel dachte ich an einen Vertipper, weil ich auf den ersten Blick keinen Mehrwert durch den hineingeschmuggelten Buchstaben erkannte - und das i liegt ja knapp neben dem k, da könnte man als unbedarfter Leser schon vermuten, der Schreiber habe etwas schlampig gearbeitet oder dicke Finger. Da bei dir beides meines Erachtens nicht zutreffen wird - da würd ich eher noch auf eine Übernachtverdickung der Extremitäten tippen - fand ich auf den zweiten Blick eine dem Wort inneliegende Verwandschaft mit einem sportlichen Wettkampf, der Olympiade. als Wettbewerb gegen den literarischen Schweinehund und Wette auf sich selbst, denke ich jetzt, lässt sich der Text verstehen.
mir gefallen die Zeilen ganz gut. sie sind niedlich und schlau und die selbstironische Haltung rundet den sympathischen Gesamteindruck für mich ab. inhaltlich interessant ist der "Riss in der Dichtung", der vielleicht ebenso gut ein "Diss in der Richtung" sein könnte? immerhin könnte das zweitere für das erstere verantwortlich zeichnen! ähem. normalerweise assoziiert so ein Riss nichts positives, etwas ist kaputt, und entweder ist wenigstens der ästhetische Eindruck getrübt oder der behandelte Gegenstand sogar in seiner Funktion beeinträchtigt. hier hingegen ist es gerade dieser Riss, der das Inwallungkommen erst ermöglicht. für sauberes Funktionieren ist kein Riss vonnöten, gutes Kunsthandwerk ließe sich allein mit den entsprechenden Fertigkeiten abliefern. indes für die geheimnisvolle Inspiration, den göttlichen Funken, der Handwerk zu Kunst uplevelt, ist der Riss, der übertragen unter anderem Verunsicherung oder Infragestellung bedeuten könnte, ein möglicher Auslöser.
schön auch die Nennung von Kunst, Ente und guter Ware in einem Atemzug - die (Zeitungs-)Ente stiftet einen Bezug zu dem wilden i im Titel und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Andersschreibung gewollt ist. diese Dreifaltigkeit stützt auch meine These, dass ein Riss, ein kreatives von der Norm abweichen in der Kunst möglich ist oder sogar gebraucht wird und dass das Werk trotz dieses Makels oder sogar wegen dieses Makels erst zu dem wird, was es ist. meine Schmierzettel-Rechnung lautet wie folgt: Ente + gute Ware = Kunst! eigentlich saulustig. du bleibst aber auf dem Teppich. dass der Text gute Ware wäre gestehst du ihm zu, das ist weit entfernt von der bisweilen anzutreffenden poetischen Hybris und Großmäuligkeit.
meine zwei Kritikpunkte
zum einen ist es mir zuviel des Wortspiels,
ZitatMaß voll. egal wie maßvoll da noch abgeschöpft wurde. wahllos ging da die Wahl los und ganz kurz war das kurz ganz und
- da wechselst du so oft, dass mir der Kopf schwirrt. ich würde ein oder höchstens zwei Wortspiele nacheinander wagen, das ist erfrischend und der Leser kann das in seine Lesart integrieren oder auch nicht. darüber könnte er im Zweifel hinweglesen, weil noch genug Restgedicht vorhanden wäre. in der Menge aber katapultierst du zumindest mich aus den Zeilen, so geballte Wortspielkraft will ja auch erstmal entschlüsselt werden, ich finde das gar nicht so leicht. obwohl ich da der einzige zu sein scheine, falls ich da jetzt bei den anderen Kommentaren nichts überlesen habe; außerdem bin ich der Meinung, dass seriöse Dichtung prinzipiell ein größeres Fundament an Ernsthaftigkeit benötigt.
- müsste das zweite Kurz nicht großgeschrieben werden?
- Ha! Jetzt habe ich eine zusammenhängende Lesart der zitierten Sequenz hingekriegt. Doch, klasse!
- in der dritten Zeile könntest du ohne inhaltliche Einbußen das 'da' streichen und somit eine Wortwiederholung
2) 'schön, ne?' gefällt mir nicht. ich wunder mich auch, wir haben uns doch nach der Lesung letztens justamente über solche Textmeta ausgetauscht und sie für witzlos befunden. okay, du hast uns daran erinnert, dass hinter dem Text ein Autor steht (bzw sitzt), der den Leser direkt ansprechen kann. mir hätte die pure literarische Wirklichkeit hier besser gefallen. wobei ich nachvollziehen kann, dass man dem Reiz dieses Kunstgriffs erliegt. in 80 % der Urversionen meiner Texte habe ich mehr oder weniger umfangreiche Direktansprachen meiner Erzähler an die Leserschaft; das bekommt nur normalerweise niemand mit, weil ich diese Stellen fast immer wieder herausnehme. ein bisschen vergleichbar ist es vielleicht mit dem Schreiben, wenn man einen im Tee hat - der Autor hat großen Spaß, aber die am anderen Ende der Leitung rezipierte Message gibt den vielleicht nicht eins zu eins wieder.
der Text hat mir, wie geschrieben, gut gefallen. obwohl er nicht zu meinen neoattischen Lieblingsstücken gehört, kann er sich durchaus sehen lassen. oberes Mittelfeld! meine Güte, jetzt lege ich schon Hierarchien an, als ob Lyrik sowas bräuchte. ich schreib einfach so gern!
Hallo Wilhelm, interessant, dass sich das Ende scheinbar auch als positives, bejahendes verstehen lässt. Bisher ist es gegenteilig gelesen worden. Eine Beschreibung lautete 'düster'.
atti, du Wortspieler! danke für die Gedanken zu dem Titel, deine Variante lässt sich länger begrübeln als sinnvoll wäre. ich war auch froh, dass mich mal wieder ein Gedicht gefunden hat - obwohl ich sicher bin, dass du auch Kurzprosatexte schaffst. ;)
und sorry, dass ich erst jetzt antworte. Habe ein paar Tage Urlaub von allem gemacht. Freut mich sehr, dass der Anfang funktioniert! Wenigstens der! Normalerweise überarbeite ich Geschichten drei oder viermal, aber dafür haben zuletzt weder Zeit noch Energie gereicht.
ZitatIch würde zu gern wissen, ob Simon den Protagonisten richtig einordnen kann. Seinem Verhalten nach meine ich: Nein. Aber wenn ich über die Situation nachdenke glaube ich: Er müsste schon.
Das mit den Parallelen ist interessant. Ich glaube die Leute lassen sich normalerweise im Gesprächsfluss treiben, ist mein Eindruck und solange es keinen zwingenden Grund gibt, wird sich niemand gedanklich auf solche Vermutungen, wenn es sie denn gäbe, einlassen. Das wäre so mein Stegreif-Gegenargument.
Danke für die Sektion der Langatmigkeit. Ich kuck mir den Text nochmal an! Das ist dann Text Nummer zwei, der überarbeitet werden müsste. Ächz. :D
ZitatMart - ist es sein freier Wille, der Mart zu sein, der keiner ist?
Laut seiner eigenen Theorie müsste er sich frei dafür entschieden haben. Lese ich da raus.
ZitatVielleicht kannst du das und das Doppelleben noch etwas herausarbeiten.
Ja, Feintuning und Kürzen.
ZitatJaja. Der scheitert im hier zu lesenden Abschnitt der Geschichte offenbar nicht. Aber sicher bin ich mir da nicht.
Cioran hat zum Scheitern gesagt, dass man in dem Glauben leben müsse, die Welt habe einen erkenn- und erfüllbaren Sinn, um Angst haben zu können, in ihr oder an einer Aufgabe zu scheitern. So sinngemäß.
PS: Ich habe vor ein paar Tagen Was ich liebte von Siri Hustvedt ausgelesen und bin da faszinierenderweise auf eine Mart-ähnliche Figur namens Mark gestoßen. Der tat auch nichts anderes, als seine Umwelt manipulieren und mit ihr zu spielen. Spannend war die erzählerische Perspektive, Hustvedt wählte einen personalen Erzähler, der die Figuren von außen anhand ihrer Handlungen charakterisierte. Da bleibt dem Leser nur, zu vermuten, wie es in der Figur aussieht, während sie so handelt. Hat wenigstens den Vorteil, dass man nicht in Versuchung kommen kann, langatmige Gedankengänge darzustellen. ;-)
he mcberry, gut gesehn! ich hab mich gefreut, weils so schön passt.
joame, wir müssen ja in krisenzeiten alle sparen und wenn die fehlende zeichensetzung zusätzlich noch eine größere zahl an kombinierungen ermöglicht, was meine intention war, ist doch allen gedient.
eine käufliche Begleitdame in einer meiner Geschichten heißt Alba. sehr erfreut die selbstverständlich weiße Namensvetterin kennenzulernen. viel Spaß hier, Kjub
ja das sind drei nicht so unübliche motivationen für sprüher: einer als zu grau empfundenen urbanen umwelt farbe und leben einzuhauchen. und - gut! - die steine zum tanzen zu bringen, tanz, das ist für mich genuiner ausdruck der lebensfreude, und das betrachten des mglw dynamischen styles bringt die synapsen des betrachters zum tanz - das wäre meine interpretation deiner zeile. die andere, hätte mE ein eigenes gedicht verdient, "schreib meinen namen". der megastadt, in deren straßenschluchten der einzelne mitunter das gefühl hat, in der anonymen masse zu versinken, dieser gigantischen siedlung seinen namen auf die wände schreiben bzw den namen des selbstgewählten pseudonyms, taki 183 brachte den graffiti-stein in der jüngeren vergangenheit wieder ins rollen, nachdem andere formen des graffiti ja bereits bei den ägyptern verwendet worden waren oder als klosprüche bei den römern in pompeji :D und eine dritte, sehr häufige motivation: die empörung, eine einfache aber recht effektive chance, seiner unlust ausdruck zu verleihen: politische parolen oder schlichte hetzereien, die wahl der verwendeten mittel reichen wie bei jedem anderen medium natürlich vom dümmsten rechtsradikalismus bis zu der höchst cleveren gesellschaftskritik eines banksy, der mttl wohl populärste sprayer, dessen ungefragt und ungesetzlich auf wände in aller welt gesprühte werke millionen wert sind. so hat die stadtreinigung einer ich glaube australischen stadt eins seiner "pieces" entfernt und die stadt damit um eine touristische sehenswürdigkeit und eben auch um sehr viel geld gebracht. die dürften sich schon sehr geärgert haben, eine absurde situation, wenn man bedenkt, dass sie banksy ebenso gut anzeigen könnten wegen sachbeschädigung, wie es erwischten sprayern mit sicherheit gehen wird, die dann mitunter sehr, sehr viel geld zahlen müssen. auch hier gilt: wer reich und berühmt ist, hat es noch zusätzlich leichter als die kleinen, armen und eher unbekannten.
so am besten kannst du das beurteilen :D wenn das so ist, dann bin ich dir für dein lob ja ganz besonders zu dank verpflichtet. wobei mir die lesart, dass sie eine jägerin wäre, neu ist. bisher hielt ich sie für den professionellen part einer besonderen geschäftsbeziehung, die ihre krallen auszufahren gezwungen ist, weil der in seiner ehre verletzte kater seinerseits etwas verletzt - die spielregeln. und die dürften in dieser besonderen kurzzeit-beziehung sensibel, sehr sensibel sein, und sie, die weiße, die ihre reinheit perfekt darstellende, wird dadurch gezwungen, ihrerseits den kater zu verletzen, diesmal körperlich, um diese unliebsame situation zu beenden. vllt tat sie es auch nur aus mitleid, um dem armen über die verletzte innerlichkeit hinwegzuhelfen - ... ? ich danke dir für deine lesart und die gedanken zum text, ich fühle mich bereichert.
Bis vor einigen Tagen hatte ich keine Ahnung, daß Du auch nett sein kannst. Du kannst es nicht verhíndern, irgendwann zeigst Du ein menschliches Gesicht.