jagt der purpurne Mann seine Bluthunde auf deine Seele, Kind hetzt seine Hengste vorwärts, vorwärts peitscht seine Biester weiter, vorwärts, vorwärts jagt, jagt,jagt
und riecht den Schweiß der Angst auf deinen Flügeln der sich in dein Fleisch ätzt bis auf die Knochen
taumelnd bricht
deine Kehle
nachts
hat der schwarze Mann
Angst
vor den scharfen Splittern unserer zerbrochenen Flügel
Die Wildgänse sind fort. Ich dachte, ich hätte noch Zeit - und habe nie Brot mitgebracht. Ich dachte, ich hätte noch Zeit. Der See ist so leer ohne sie, und so still. Ja, schon, die Frösche machen immer noch den gleichen Lärm. Und die Wellen klatschen immer noch laut ans Ufer. Aber keine Gänsegespräche mehr.
Es ist so still. Ich schwimme durch den See, wie jeden Tag. Wie jeden Tag der Schlamm am Ufer zwischen meinen Zehen - und die Luftblasen kitzeln. Wie immer. Wie immer das kalte, klare, hellgrüne Wasser auf meiner Haut und der leise Wind in meinem nassen Haar. Und, wie immer, weichen die Nixen und Wasserkobolde mir nur träge aus, streifen mich sogar manchmal wie liebkosend. Wie immer.
Nur die Gänse sind fort. Und das Wasser spült das Salz von meiner Haut - und deinen Blick von meinem Gesicht.
hallo ihr, ich weiß nicht, ob es hier üblich ist, sich vorzustellen. Nur in Kürze: Ich schreib nicht sehr viel, aber gerne. Ich kenn Maja über ein anderes Forum und hab sie gefragt, obs sie noch eins kennt. Deswegen bin ich hier. Ich vertrage Kritik sehr gut - bin im Gegenteil sehr dankbar auch für negative, selbst wenn sie noch so krass ist. Ich will lernen, und ich will wissen, wies wirkt. Ich freu mich schon auf euch
Danke,Joame, dass du dir Zeit für meinen Text genommen hast. ich möcht nur was korrigieren: ich hab Maja nach nem Forum gefragt, - ob sie mich empfehlen würde, weiß ich nicht. Zu deinem Kommentar sei mir eine Verständnisfrage gestattet. Inwiefern hat meine sonstige Art zu schreiben etwas mit der Qualität des vorliegenden Textes zu tun? Ich finde nicht, dass man ein Zusatz-wissen irgendwelcher Art braucht, um zu sagen, welcher Text einem gefällt und welcher nicht. Wenn er gut ist, ist er gut, selbst wenn ihn ein Idiot aus Versehn zufällig eingetippt hat. Und warum ist eine Schilderung brutaler Gewalt für dich kein "Wachrütteln" ? Weil kein "man sollte" vorkommt?
Trotzdem, nochmals ein ehrliches Danke für deinen Kommentar
erstmal herzlichen Dank dafür, dass du dich mit meinem Text beschäftigt hast! zur Erklärung: die erste Fassung hatte die Überschrift VERGEWALTIGUNG. Ich hab schon befürchtet, dass es ohne diese Überschrift sehr unklar wird; aber wollts halt mal probieren. Es gibt keinen Engel. Nur einen Mann und eine Frau/Kind. ist es besser mit der Überschrift?
Dass es plakativ ist, weiß ich; empfind ich selber so. Und ich kann verstehen, wenns dich stört. Mich nicht, sonst hätt ichs ja nicht so geschrieben.
Ich wiederhole mich, und trotzdem möcht ichs nochmal sagen: Danke. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich jemand die Mühe macht, einen Text zu beurteilen und die Gründe dafür auch noch erklärt. Erst recht nicht, wenn der Text nicht einmal gefällt. Mir hilft es aber enorm weiter. Mir war wirklich nicht klar, dass es so verwirrend wirkt - vermutlich weil mir die Bilder so klar vor Augen stehen. Natürlich, Simone, erkläre ich gern, was ich eigentlich gemeint hab. Die Erklärung wird den Text aber nicht besser machen - wenn ich den erklären muß, hab ichs falsch beschrieben. Also, zum Personal: Es gibt nur einen Mann, der einer Frau Gewalt antut. Das innere Kind dieser Frau spaltet sich ab ... sie sieht so quasi wie von außen auf sich. Nur einmal läßt sie das Kind wieder an sich heran: in "unseren" Flügeln eben. Oh gott, so klingts ja wirklich total schräg -- aber was hilfts, so hab ichs gemeint. Dass die "Kehle bricht" an sich übergeben erinnert, versteh ich ... das könnt ich ja ganz leicht ändern, ohne dass es den Text groß verändert. Die Stelle mit dem" Kind - hetzt", auch. Ich persönlich hab kein Problem mit Texten, die nur verschwommene Gefühlsbilder beschreiben - ich mag die sogar. Aber natürlich sollten wenigstens die protagonisten klar sein ... Wenn sich der Leser dauernd fragen muß, wer jetzt gemeint ist, wirken die besten Bilder nicht. Zum Plakativen, Simone: Kann es sein, dass wir verschiedene Definitionen von plakativ haben? (Die Überschrift war im Original übrigens nicht in Großbuchstaben). Für mich bedeutet plakativ: grob, überzeichnet, derb, marktschreierisch, grell. Sorry ... es geht um grobe Aggression. Willst du dich da zart und sanft mit dem Täter an einen Tisch setzen, erstmal Atemübungen machen und ihm erklären, er soll doch jetzt erstmal in Ruhe zuhören... so ginge es ja nicht? Ich will den Text nicht verteidigen ... im Zweifel hat immer der Leser recht. Ich bin in diesem Punkt aber andrer Meinung. Was mir persönlich an diesem Text so gut gefällt ( ja, doch, er gefällt mir) ist genau die Darstellung dieser zerstörerischen männlichen Aggression, und das geht halt nunmal nicht zart und dezent und in sanften Andeutungen. Da darf man schonmal brüllen und ein plakatives rotes Schild auf das Leserauge drücken. Find ich. Ich hab den Titel hier zuerst weggelassen, weil ich nicht nur eine körperliche Vergewaltigung schildern wollte, sondern eben alle Arten, auch seelische und/oder verbale. Und der Titel schränkts dann doch zu sehr ein. Aber gut. Ich werd mir überlegen, ob und wie ich diesen Text überarbeite. Kann auf jeden Fall viel mit euerm Feed-back anfangen.
Danke, Grille, für dein Kompliment! Und ja, du hast recht. Ohne den Punkt isses besser. Ich find es gar nicht kleinlich und pedantisch, auf sowas zu achten. Zumindest nicht in einem Gedicht, da sind Satzzeichen ja enorm wichtig.
hi Perry, erstmal Danke, dass du dich mit meinem text beschäftigt hast. Ich habe mir Deine Umformulierung angesehn und überlegt:
Z 1: durch unsere hungrigen finger : das hungrig kann man nicht einfach weglassen, weil das für die Aussage m. E. wichtig ist. Z 3 : du flüsterst : mir war wichtig hier das lyrische Du wichtig, es flüstert ja eben nicht immer nur die Zeit Z 5: doch dein echo klingt: das doch ist m. E. wichtig, damit der Gegensatz klar wird, sonst klingts so, als ob genau obige Aussage in S1 noch in mir klingt Z 6 : warum die umstellung? wenn das immer noch hinten steht, kann mans auch so lesen, als obs zu Z7 gehört, diese doppeldeutigkeit war absicht Z 7: das " immer - noch" fehlt. Erstens finde ich, dass durch diese Wiederholung die Eindringlichkeit erhöht wird, und zweitens gefiel mir auch hier die doppeldeutigkeit: ... immer. Noch ... Z 9 : deine spuren tiefer: wenn man das deine durch die ersetzt, spart man genau 2 buchstaben, erhält aber einen andern sinn. Z 12: nichts war eine lüge: mir hat hier die Wiederholung der ersten strophe gefallen, die dem ganzen so einen Kreischaracter gibt. Und es fällt durch dein "nur" auch wieder eine doppeldeutigkeit weg: das nichts war kann man noch auf die Zeit in Z 11 beziehn, oder aber auf die lüge in Z 13.
Ich fühl mich sehr geehrt, dass dich das Gedicht so ansprach, dass du dir Gedanken gemacht hast. Aber leider finde ich, dass dadurch der Sinn völlig verändert wird ( was ja nicht immer schlecht sein muß, ok ), dass sämtliche Doppeldeutigkeiten ausgeräumt werden ( muß ja auch nicht schlecht sein - ich selber mags aber gern doppeldeutig ) und dass die Intensität und Sprachmelodie durch das Weglassen der Wiederholungen leidet. Ich kanns aber mit Sicherheit nicht objektiv beurteilen, welche Fassung jetzt wirklich besser ist.
Es sind ja nur 3 Satzzeichen drin. Den Punkt hab ich schon eingesehn, dass der besser weggehört. Und ja, du hast recht, der Strich is dann auch überflüssig. Aber lass mir doch dann wenigstens den kleinen doppelpunkt, der is wichtig für den Sinn. ich müßte da sonst einen Zeilenumbruch machen. Und der passt nicht, wie ich finde.
ich hab nicht lang gegrübelt, wo ich´s hinstecken soll. allerdings grübel ich im moment, warum ich das hätte tun sollen, und ob ich das nachholen soll, und ob es das wert is, und ob ... ja, gut.
Ja, das is die alte weibliche Sitte der sogenannten Herz-fallen. Man läßt halt überall eins rumliegen, irgendwer stolpert dann schon im Lauf der Zeit. Wie sonst soll ne Frau zu ` nem anständigen Ehemann kommen ?