Du kannst sehr schöne Verse schreiben. Diese hier streben der Vollkommenheit entgegen. Formal: Zeile elf holpert, wie wäre zum Beispiel: >und ziehe bis zum Kinn die Knie und...< Dann bin ich über Zeile 16 gestolpert: "mir ihr" was? Wie wäre:> Antwort endlich flieht< Gerade weil es die letzte Zeile ist, nimmt das dem Gedicht sehr viel. Inhaltlich wurde mir nicht klar, was denn die Frage nun ist. Hat das lyrIch den verdammten Rasen wieder nicht gemäht? Gärtner bestellen! Die Geschichte könnte wunderschön werden, wenn du dir die Mühe noch mal machst. Viele Grüße mcberry
Hi Simone, so gut mir der Text gefällt, so schwer tue ich mich damit. Formal entdecke ich keinen Fehler. Das Enjambement zwischen erster und zweiter Strophe finde ich sogar gelungen. Es ist die Sinnfrage, die sich der Interpretation entzieht. Wo wollen diese Zeilen bloß hin? Zum Beispiel: "Gedankliche Auflösungserscheinungen einer Peta-Akteurin am Vorabend der Hubertusjagd".
Dann wäre gleich klar, warum sich lyrI in der ersten Strophe so quält. Der folgende Rückzug auf Körperwahrnehmung in der zweiten Strophe macht psychologisch Sinn, denn wer sich aufzulösen droht, sucht hypochondrisch Halt bei sich selbst. Der thematische Sprung zu den Kinderspielen und dem Zigarrenkasten ist vielleicht etwas willkürlich, aber eigentlich stoße ich mich nicht daran. Mit der Idee eines mißglückten Aufstands löst sich lyrI in der dritten Strophe auf und erlischt. Diese letzte Strophe geht mir verhältnismäßig unproblematisch rein. Könntest du etwas mehr zu dem Text sagen? (Vielleicht fühlst du dich komplett mißverstanden.) Viele Grüße mcberry
Mir gefällt Simones Sonett: "Ohne Filter" unter Diverse vom 26.08.2009. Darf ich das hier posten? Oder soll es lieber unter Gedicht des Monats Juli oder beides? (Mit diesem Verfahren bin ich noch nie klargekommen.) mcberry
Hi perry, wahrscheinlich machst du es besser, dich nicht in Metrik und Reime pressen zu lassen. Nur fürchte ich, daß viel Erfahrung dazu gehört, mit freien Versen sicher umzugehen. Formal: der For>t<schritt ist schon forsch genug. Zum Inhalt: Auch Gewaltmenschen und Dummköpfe werden vom - selbstverursachten - Erdrutsch heimgesucht. Korrekt wäre: erbracht >auch< von jenen, die ihre Axt nicht gegen ... gruß mcb
4.9.09 Kommt also ein Waldarbeiter, der so eine Schneise schlägt, dabei um, dann ist das kein Blutzoll, sondern es geschieht ihm Recht? Nur wenn ein unschuldiger Mensch auf der Strecke bleibt, zählt es? Verstehe ich das denn auch? gruß mcb
Hi Maya, wurde der kürzlich entdeckte Kappus radialis kuller alcedicus für die Nominierung gelistet? Zwar hege ich Zweifel mich reinzuhängen, weil ich unsicher bin, schon alles, was in Frage kommt auch gelesen zu haben. Weswegen möglicherweise mein trübes Urteil auch hinkt. Gruß mcberry
4.9.09 Dann möchte ich den Bazillus also verbindlich nominieren. Darf jeder nur einen Text bzw. ein Gedicht anmelden? Und wieviele Stimmen haben die Forenmitglieder? Gruß mcberry
Diese Verse habe ich nicht nur aufgrund ihrer besonderen Schönheit, sondern mit einer Absicht eingestellt. Storm weicht von dem oft rigoros abverlangten metrischen Schema lässig ab. Gerade die doppelten Senkungen zwischen zwei Hebungen lesen sich beschwingt. Die Zeilen beginnen mal mit Auftakt oder eben auch nicht. Dennoch vermittelt sich dem Leser nicht das Gefühl, es sollte irgendetwas anders sein als genau so.
Ich denke auch nicht, daß jeder das so hinkriegt. Und Anfänger halten sich bestimmt besser eine Weile an Regeln. Aber wir müssen das metrische Korsett auch nicht zu fest schnüren. Viele Grüße mcberry
Vielen Dank Joame, genau das war meine Hoffnung, daß mir noch jmd sagt, ob die Rhythmik diesmal stimmt. Es handelt sich um eine metrische (Finger-)Übung, weil ich mich von der Alternation doch irgendwann einmal befreien möchte. Dabei kam ein Kindergedicht heraus, was nicht weiter verwunderlich ist, weil ich erst seit März diesen Jahres Lyrik verfasse, die demzufolge zwar nicht jung, aber noch klein ist. Für Kinder sollte man besser schreiben. Viele Grüße mcberry
Hi perry, das ist ein wunderschöner Text. Dieses Gespinst aus Licht und Phantasie materialisiert sich auch in der nicht immer rauhen Wirklichkeit. Spinnweben fangen in der Morgendämmerung Tautropfen und erhalten damit kleine Geschöpfe wie Insekten, in der Wüste am Leben. Hattest du daran vllt gedacht? Indem das LyrI die Schöpferposition betont, wird es indirekt auch zum Fänger verirrter Seelen, hier unter dem tröstlichem Aspekt eines bergenden Schiffes. Ein Hund, der Falter (Schmetterling als ikonographisches Motiv für Seele) jagt, nimmt den filigranen Faden sehr gelungen wieder auf. Viele Grüße mcberry
Bitte keine Audioversion, bitte bitte nicht, so ernst ist diese Fingerübung nicht gemeint. Auch akzeptiere ich jede Lesart, vermutlich gehen mehrere. Ihr dürft den Text auch komplett neuschreiben und alle Eure Versionen nominieren, nur die erste bitte bitte nicht. Asche auf mein Haupt. mcberry
da hast du deinem Namen wieder alle Ehre gemacht. Die Idee finde ich eigentlich gut. Nur kommen die vielen Begriffe irgendwie unsortiert einher. Übersehe ich da etwas? Aus der alten Version hast du dir m. E. nicht die besten Begriffe herausgepickt. Gut gefiel mir: "kindliche Magie" und "knallender Hitzekollaps". Die sind jetzt weg. Vermißt habe ich eine innere sinngebende Struktur bei unlogischer zeitlicher Abfolge. Konkretes Beispiel: Komatös kaufe ich keine Kristallkugeln mehr. Im Jahr kommt Badestrand vor Weihnachtsmarkt. Aber warten wir mal ab, was andere dazu sagen. Gruß mcb
gerade die hohe Abstraktionsebene der inzwischen etablierten Pop Art (Verwechslung mit Unkenntlichkeit müßte ich entschieden zurückweisen) bietet auch für Portraits dem Betrachter eine freie Projektionsfläche an.
Natürlich hoffe ich Eigenschaften persönlich bekannter Charakterköpfe so gut getroffen zu haben, daß der allgemeine Typus wiedererkannt werden kann. Wozu wären Smilies sonst gut? Es hat auch den Vorteil, daß du vorher keinen Text zu lesen brauchst. Viele Grüße mcberry
Hallo perry, nachdem du freundlicherweise geschrieben hast, benütze ich die Situation, um mich zur Form dieser Zeilen zu äußern. Beliebig hingeschmissen sind sie nicht. Zum ursprünglichen Charakter der antiken Waffe paßt diese Form.
Du brauchst sicher keine theoretische Abhandlung über Verskunst. Deshalb möchte ich mich nur grundsätzlich äußern, um nicht mißverstanden zu werden.
Frühe Formen der Dichtung beschränkten sich auf Silbenzählen und Endreim. Verse kamen ungefähr gleich lang aus, die germanische Alliteration blieb bis heute populär, als Endsilbe wurde in der volkstümlichen Dichtung oft genug eine bloße Assonanz akzeptiert. Diese Gebrauchslyrik für jedermann und unterwegs kam nie aus der Mode.
Da ich mich gerade ein bißchen mit Literaturgeschichte befasse, stelle ich fest, daß schon in vergangenen Jahrhunderten Experten uneins waren bezüglich der Formalitäten und deswegen herumzankten. Klopstock z. B. lieferte die Metrik für seine Werke mit aus, weil sonst keiner durchkam.
Mal kurz zurück zu meinen bescheidenen Reimen. Im perfekten vierhebigen Jambus mit Auftakt sind sie nicht zu arrangieren, wären nicht mehr dieselben.
Inzwischen will mir scheinen, daß die Sache mit der Metrik zu ernst genommen wird. Als Instrument zum Nachweisen von Fehlern erweist sich die Betonung offenbar als willig. Allgemeine Rivalität unter Dichtern braucht Maßstäbe, die schwierig zu objektivieren sind. Diesem Joch will ich mich nicht völlig unterwerfen. Du tust es ja auch nicht, und ich finde, du machst es richtig. Viele Grüße mcberry
Aber nicht doch, Simone, dein Avatar kann doch zaubern...
Bis jetzt seid ihr hier das netteste Forum, das ich finden konnte. Da bin ich einseitig. Wegen Reimen will ich mit niemandem streiten. Sobald es aufhört Spaß zu machen, stimmt für mich etwas nicht mehr. Viele Grüße mcberry
die alte Fassung ist Geschichte und keiner hat (Un)Recht. Da es ein Übungsgedicht ist, zählt Form mehr als Inhalt, der deswegen nicht blöd sein soll: Malteser Hunde sind weiß und die Anspielung auf den Hilfsdienst paßt auch.
Daß ich den Rhythmus jetzt fassen konnte, verdanke ich Euren Kommentaren. Worum ich bat, wurde mir also gewährt, denn ich glaube, ich kann es jetzt. Nur hätte ich das gerne leichter gelernt. Vielen Dank mcberry
Hallo Anton, nun schreibe ich doch noch und habe deshalb lange überlegt. Deine Zeilen haben etwas an sich: gehen nicht mehr aus dem Sinn; schließlich klicke ich wieder an und schaue nochmal hinein. Es störten mich zwei Stellen: Einmal die Anfangszeile, weil ich sie nicht verstand, wenn ich mehr als Aufgreifen des Wortspieles "Schnee von Gestern" darin zu finden hoffte. Das vergängliche Gestern ist weg und Zeit ist keine Ernte, sondern auf die Schneeschmelze, also die Wiederkehr der Kälte, ist Verlaß? Oder sollte ich das Paradoxon akzeptieren wie ein Koan, in der Schublade der sinngebenden Logik unlösbar? Wahrscheinlich eher so. Zum Anderen die Endzeile mit dem immer und immer. Ein Sinn dieser Wiederholung erschließt sich für mich nicht. Wäre >von jeher< eine Alternative? - Damit sinngemäß aus dem Jenseits schon entsprungene Sehnsucht nach der ewigen Liebe. Daß du mich nicht mißverstehst: Glorioser Text ! Deshalb hoffe ich, du kannst das Werk vollenden. Viele Grüße mcberry
16.09.09 nochmals überdacht, sieht perry das wohl richtig. Obwohl vom Schluß nicht restlos überzeugt, hätte dieser Dauerbrenner eine Nominierung verdient. Das System hat Lücken. Viele Grüße mcberry
das arbeite ich mal gleich ab. So passt es auch inhaltlich besser. Noch immer viele Klischees, so daß es nicht nur an der nun hoffentlich einwandfreien Metrik liegt, daß die Verse einher- kommen, als wollte ich in der Oberprima eine gute Deutschnote mitnehmen. Die Bastion des metrischen Maßes mußte erobert werden, damit sie wieder aufgegeben werden kann. Vllt mache ich noch ein Sturmgedicht mit mehr inneren Bildern. Viele Grüße mcberry
Jetzt habe ich die Metrik editiert - Freudsche Fehlleistung, - das ging: - x - - x - - x - - x(-)
verse zum träumen. vor allem wegen dem schneeleopard. diese mythischen geschöpfe schlenden jahreszeitunabhängig durch meine inneren wälder/welten. nachdem du die herkunft der katze geographisch und philosophisch erklärt hast, könnte die zeile auch >glückliche opfer des frühen winters < heißen, denn diese atemberaubend schöne gestalt winterlicher kälte taugt weniger als bruch zu einer rauhen wirklichkeit, denn als gefahr eines im schnee für immer einschlafens...
übrigens soll es mehrere gefangene schneeleoparden im new yorker zoo geben, die sich verhältnismäßig gutartig führen, im vergleich zu anderen raubkatzen in käfighaltung. - welche entweihung - viele grüße mcberry
wenn bezüglich eines Verses Uneinigkeit besteht, kann das sehr wohl bedeuten, daß derselbe - so oder anders- aber auf jeden Fall schräg daherkommt. Deshalb streichen wir das besser und machen alles neu. Die Absperrung wiederholt sich jetzt nicht mehr, sondern bezieht den Dammbruch besser mit ein. Aus der Erde ist Land geworden. Über die Wälder denke ich noch nach, weil ich den Reim brauche. (Zu Bäumen müsste ich Räume verwüsten.) Vielleicht fällt mir ja noch etwas ein. Übrigens konnte ich von Euch immer gut etwas annehmen, es sei einmal gesagt. Vielen Dank mcberry